Elektroautos und Brandgefahr (Sammelthread)

  • Hallo Leute,


    wie wärs wenn ihr in diesem Thread eure Meinungen zu Elektroautos und Brandgefahr sammelt? Denn


    a) man findet's dann leichter

    und

    b) werden nicht andere, interessante Themen zerrieben.


    Ich habe zu dem Thema übrigens nichs beizutragen, aber ihr könnt hier gern loslegen!

    Also, wer möchte was beitragen?

    Und, bitte friedlich bleiben, auch wenn die Emotionen hochbrennen ;)



    Viele Grüsse

    Tom

  • Danke Tom!


    Na, dann leg ich mal los


    Ich habe ausgesprochenes Interesse an Elektroautos!


    Mein nächster Alltagswagen wird ein Stromer, das ist ziemlich sicher. Warum? Weil

    - mich der fast geräuschlose und vehemente Vortrieb fasziniert

    - weil mich Lärm im Strassenverkehr zunehmend nervt (wohne leider in einer Gegend mit vielen Autoprolls) und ich mir hier einen sehr angenehmen Nebeneffekt erhoffe: man kann Elektromotoren nicht aufheulen lassen!

    - weil ich finde, dass man, bei aller Oldtimerliebe und Nostalgie, nicht die Augen vor immer brennenderen (um mal bei der Brandgefahr zu bleiben) Problemen verschliessen kann. Und bevor jetzt die Besserwisserlawine anrollt mit all den "Strom kommt nicht einfach aus der Steckdose" und "graue Energie"-Argumenten - ja, weiss ich, kenne ich, hab ich auch gelesen. Aber: je nachhaltiger der Strom produziert wird - und diese Tendenz gibt es unbestreitbar - desto besser wird die Bilanz der Stromer. Und nur weil ein neues System noch nicht so ausgereift ist, wie ein über 100jähriges, ist das für mich kein Grund, dem Neuen keine Chance zu geben.


    Und zum Thema Sicherheit/Brandgefahr:

    "Man zeige sie mir, all die Zerquetschten" schrieb Fritz B.Busch einmal, als er sich liebevoll über den 2CV ausliess und den Ängstlichen entgegentrat, die sich wegen des Sterberisikos auf den Strassen nicht unter S-Klasse auf ebendiese trauten. Ich habe es an anderer Stelle bereits geschrieben: wer aus Überzeugung Oldtimer fährt, muss sich m.E. keine Gedanken über die Risiken und Nebenwirkungen eines Stromers machen.

  • Hallo Tom,
    Super Idee hier eine Abkotzhalde oder Sammlung für Lobpreisungshymnen zu konzentrieren.

    Ich finde die Kombi aus Oldtimer-Karosse mit E-Technik spannend.
    3 Stück dieser neuen Hybrid-Gattung habe ich schon gesehen.
    Den Ewig-Gestrigen wird's den Magen rumdrehen. Ich finde die Lösungen hervorragend.
    Ich denke immer öfter daran so ein Projekt mal anzugehen.
    Die E-Mobilität kommt - und wenn es nur für den Nachweis ist, dass es eben doch nicht die heilbringende Lösung ist - oder doch?

    Wir werden sehen.

    Viele Grüße

    Michael

    Eigentlich ist eigentlich ein Scheißwort.

  • Hallo Paul,

    Aber: je nachhaltiger der Strom produziert wird - und diese Tendenz gibt es unbestreitbar - desto besser wird die Bilanz der Stromer.

    Die Problematik alternativer Stromerzeugung ist ja die Speicherung. Hier bieten Batterieautos eine Chance dies in grossen Stil zu realisieren.


    Viele Grüße

    Hagen

    .

  • Sicherlich wird Strom auf die eine oder andere Art die zentrale Größe in der Mobilität der Zukunft. Seien es die rauen Mengen, die zur Erzeugung von e-Fuels zum CO2-freundlicheren Betrieb vorhandener Verbrenner benötigt werden, oder zur direkten Beladung von batteriebetriebenen Fahrzeugen. Effizienter im Vergleich zum mit e-Fuel betriebenen Verbrenner ist sicherlich auch das Batterie-Auto, entfällt doch der Zwischenspeicher "Sprit", in welchem die Energie bis zur Verbrennung gebunden und dann aufgrund Wärmeverlusten zum Teil wieder vergeudet wird.

    Für e-Fuels spricht eindeutig die bereits vorhandene Tankstelleninfrastruktur, sowie der bei bereits vorhandenen Verbrennern entfallende CO2-Rucksack des Produktionsprozesses. Dieser ist von allen noch zu erzeugenden batteriebetriebenen Fahrzeugen noch zu schleppen.

    Ebenfalls bin ich der Meinung, dass die größte Umweltkatastrophe in Zusammenhang mit dem Bedarf an Lithium und weiteren zur Produktion von Batterien erforderlichen Rohstoffen noch bevor steht. Minen müssen noch ausgebeutet werden, Landschaften dadurch ruiniert werden.

    Das ist bei Erdöl bereits weitgehend angerichtet.


    Um zum Punkt zu kommen - ich finde, man sollte nicht nur eine Technologie wählen, die Mischung macht's. Solange man keine Batterie-Technologie hat, die ohne seltene und aufwendig zu beschaffende Komponenten auskommt, würde ich weiter im größeren Anteil auf den Verbrenner setzen und so bald wie möglich die fossilen Kraftstoffe ablösen. E-Fuels kann man fast beliebig designen, da spricht vieles dafür. Parallel müssen Batterien erforscht werden, welche ohne Ausbeutung von Bodenschätzen und Kinderarbeit produziert werden können. Nur dann sind die reinen Stromer in meinen Augen auch wirklich "grün".


    Viele Grüße

    Michael

  • Hallo,

    ich möchte noch etwas erwähnen.

    Ich stelle immer wieder fest, dass E-Mobilität mit Batterie gleichgesetzt wird.

    Hier sollte man schärfer bei den Diskussionen trennen:

    E-Mobiltiät besteht aus 2 Faktoren:

    1. Antrieb

    2. Energieträger

    Ich denke das sollte man auch so diskutieren.
    Ich vermute, dass allen Unkenrufen zum Trotze die Brennstoffzelle auch wieder einen Schub bekommt.

    Grüße

    Eigentlich ist eigentlich ein Scheißwort.

  • Für den urbanen Raum wird die batteriegetriebene Elektromobilität etwas für die Reichen sein, die anderen werden zähneknirschend die dramatisch steigenden Kraftstoffpreise inkauf nehmen. Jedenfalls so lange, bis die Nutzung von Verbrennern in der Stadt verboten wird.


    Wie komme ich darauf? Ganz einfach. Schaut mal bei Eurer Stadtwohnung aus dem Fenster. Die 'Laternenparker' werden sich zum täglichen laden um eine Handvoll Ladestationen schlagen, während es bisher reichte, alle ein, zwei Monate an einer 'Tankstelle' das erforderliche Energiepaket in fünf Minuten auszufassen.


    Komfortable Elektromobilität ist als nur dann möglich, wenn der Nutzer eine Garage oder einen eigenen Stellplatz mit Stromanschluss hat. Und da wir die Luft schon sehr dünn. In meiner Garage am Haus steht der Oldtimer. Der andere in einer Tiefgarage einige hundert Meter entfernt. Dort wird es aber keine Wallboxen geben, da für über hundert Stellplätze die Leitungskapazitäten nicht ausreichen. Bislang eine allgemeingültige Aussage der Hausverwaltung. Mal sehen ob nicht irgendwann mal doch jemand gleicher als die anderen ist.


    Ich gehe davon aus, mit viel Glück noch etwa 20 Jahre fahren zu können. Mal sehen, ob ich das noch auf die klassische Weise hinbekomme.

  • Mich interessiert der Elektroantrieb schon. Allerdings würde ich gerne einen wenig wertvollen Oldtimer modifizieren wollen. Nicht weil es umweltfreundlicher ist. Das Projekt könnte genauso wenig oder viel Sinn wie mein W112 machen. Es muss nicht alles Sinn machen. Für kurze Strecken mit Reichweite 80-100 km könnte ich 90% meiner Fahrstrecken quasi mit einem Golfkart erledigen. Die Spitzengeschwindigkeit könnte bei 120km/h abgeregelt sein. Von 0 auf 100 würden 5-7 Sekunden reichen. Ob da nun Litium-, AGM-, Stapler Nasszellenbatterien oder Varta Duracel verbaut würden wäre mir wurschtegal. In 8 Stunden muss mit 380V Drehstrom wieder voll geladen sein.

    Viele Grüsse


    Winfried


    Nach 10 Jahren im Exil in der Schweiz schweiz.png ist mir das ß abhanden gekommen und es wird auch nicht mehr eingeführt!


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  • Hallo,

    Wasserstoff ist aus der Natur der Dinge nur halbwegs sicher Speicherbar wenn er Chemisch gebunden ist.

    (der Werkstoff für die Zelle in welcher der Brennstoff dauerhaft gefangen gehalten werden kann kommt im Periodensystem nicht vor)

    Die unglückliche Allianz von Dieselkraftstoff in Kunststoffbehältern im Brandfall wird gerade wegen der minderen Flüchtigkeit unterschätzt.


    Gruß HaWA

  • Tja,
    wir bräuchten ein Material für den Wasserstoffspeicher, dass aus Atomen ist, welche nur halb so groß sindWasserstoff ist.

    Ich gehe mal in die Werkstatt und überleg mir was.

    Eigentlich ist eigentlich ein Scheißwort.

  • HaWa, das ist nicht ganz richtig. Es gibt jetzt schon gut funktionierende Wasserstoffspeicher. Da hat sich technologisch ja auch was getan...


    Und unter Hochdruck speichern ist auch kein Hexenwerk, wird bei CNG seit Jahrzehnten praktiziert.


    Wasserstoff leidet ein wenig unter den Vorurteilen, die BMW mit ihren Hydrogen 7 in die Welt gesetzt hat. "Lässt sich nicht speichern" etc. Wobei BMW ja die Flüssigspeicherung wählte, für den Automobilbereich ziemlich ungeeignet.


    Ein sauber gebautes Brennstoffzellenauto mit Speicherung im Drucktank kann für bestimmte Anwendungen eine sehr gut Lösung sein. Im Gegensatz zum BE-Fahrzeug dauert der Tankvorgang unter 15 Minuten und lässt sich zeitlich ziemlich frei wählen.


    Ich denke, es wird für verschiedene Anwendungen verschiedene Lösungen geben. Die Welt, die nur vom Verbrennermotor angetrieben wird, nähert sich dem Ende.

  • Hallo Eberhard,


    was meinst Du mit

    gut funktionierende Wasserstoffspeicher

    H2 ist das kleinste Molekül. D.h. Egal welches andere Material du nimmst, es wird immer durchflutschen.
    Dies zeigt sich auch in der H2 Leckage. Es ist immer mit Schwund zu rechnen.

    Er ist nicht groß aber eben da und HaWas Anmerkung zielte auf "sicher" ab.

    Viele Grüße

    Eigentlich ist eigentlich ein Scheißwort.

  • wie wärs wenn ihr in diesem Thread eure Meinungen zu Elektroautos und Brandgefahr sammelt?

    Moin,


    Meinungen sind nur Meinungen aber keine Fakten. Das wird leider oft verwechselt. Ich habe einiges zum Thema Brandgefahr bei E-Autos gelesen. Seriöse Quellen gehen von keiner größeren Brandgefahr als bei Verbrennern aus. Die Brände lassen sich auch löschen.


    Zum Thema Wasserstoff im E-Auto: Es wird ca. 3mal soviel Primäreenergie benötigt wie bei batteriegetriebenen Autos. Meine Meinung dazu: Das ist für mich ein einleuchtender Grund warum Wasserstoff-/Brennstoffzellen-PKW sich nicht durchsetzen können. Das ganze wird viel zu teuer. E-Fuels haben noch ein viel größeres Problem: sie benötigen 6mal soviel Primärenergie. Ein KO-Kriterierium für den Masseneinsatz im PKW. Nicht das wir uns falsch verstehen: Ich finde E-Fuels gut. Wahrscheinlich werden sie dort eingesetzt werden, wo batterieelektrische Antriebe nicht möglich sind, z.B. im (originalen) Oldtimer.


    Meine Meinung zur Umrüstung von Oldtimer auf Elektroauto: Ich finde das aus Schrauberperspektive spannend. Mit einem richtigen Oldtimer hat das Endprodukt dann nicht mehr so viel zu tun, was aber nicht schlecht sein muss.


    Grüße Udo

  • Hallo Udo,


    B-Fuel statt E-Fuel geht aber (nicht für alle, aber für mich denke ich passt es). Die Natur scheint bessere Prozesse zu haben.


    Meine Meinung zur Umrüstung von Oldtimer auf Elektroauto: Ich finde das aus Schrauberperspektive spannend. Mit einem richtigen Oldtimer hat das Endprodukt dann nicht mehr so viel zu tun, was aber nicht schlecht sein muss.

    Ein W108 ohne M130 Klang? Ich weiss nicht. Dann wohl vielleicht doch eher einen Tesla...


    Viele Grüße

    Hagen

    .

  • Hallo Hagen,


    Ein W108 ohne M130 Klang? Ich weiss nicht. Dann wohl vielleicht doch eher einen Tesla...

    Jedes Elektroauto braucht bald einen Geräuscherzeuger, warum nicht mit M130 Klang?:thumbsup:

    Das hört sich dann auf jeden Fall besser an als ein Tesla und für mich sieht ein W108 auf jeden Fall besser aus als ein Tesla.:)

    Also besser kein Tesla.


    viele Grüße Volkmar

  • Hallo Volkmar,


    also so ein 123 Auto baue ich mir wahrscheinlich mal um auf elektrisch wenn ich meine eigene Stromversorgung habe. Aber ein W108 elektrisch mit Geräuscherzeuger? Nein danke, nicht für mich. Aber ich denke da gibt es auch andere Meinungen, das soll jeder machen wie ihm das gefällt.


    Also besser kein Tesla.

    Diese Firma scheidet aufgrund der mangelhaften Konstruktion sowieso aus.


    Viele Grüße

    Hagen

    .

  • Nein Danke,


    eine solch vergewaltigte antike Hülle mit Elektroantrieb möchte ich nicht, und schon garnicht deswegen, nur weil es grad hip ist und sich Politik und Autokonzerne da voreilig verrannt haben.


    Ich finde kleine Elektroautos für den Betrieb in Ballungsräumen beachtenswert, sowas wie den Schweizer Microlino. Braucht wenig Verkehrsraum, ist leicht, braucht also keine Riesenbatterie, fährt 90. Und elektrische Kleintransporter für den lokalen Transport mögen auch ihre Berechtigung haben, aber einen aus Hipstergründen seiner Seele beraubten Oldtimer? Wirklich nicht, da gebe ich einen Oldtimer lieber der örtlichen Feuerwehr zum Üben mit dem Rettungsspreizer und der Schere... Und gefakte Motorgeräusche, das ist ja so wie das gefakte Parlament in der PRC...


    Meinetwegen fahre ich weniger mit einem Oldtimer, wenn das mal nötig werden sollte, aber wenn ich mal fahren will, dann will ich einen M180, OM636 oder M117 bzw seine originalen Verbrennungsgeräusche bei der Arbeit hören und seine Kraft (M117) bzw seine Schwäche (OM636) an einer Steigung spüren, will im Getriebe rühren und bei einer Panne unter der Motorhaube mir selber helfen, wenn der Keilriemen abgeflogen oder der Kraftstoffilter verstopft oder sonstwas dahingegangen ist. Ein denkmalgeschütztes Haus darf ich auch nicht innen entkernen und nach meinen Wünschen umgestalten. Oldtimererhaltung ist technischer Denkmalschutz und die Zurschaustellung seiner Technik auch auf der Straße, in Funktion eben. Es muß ja nicht jeden Tag sein.


    Grüße

    bacigalupo

  • Hallo Christoph,


    Mein Pontone ist eigentlich schon mit Hybridtechnik: Kann rein elektrisch fahren. Höchstgeschwindigkeit: ca. 5 km/h, Reichweite ca. 10 m

    Wieso nur eigentlich? Die meisten Fahrzeuge mit E-Starter sind Hybride weil mit Verbrennungsmotor und E- Motor.

    Eigentlich sind fast alle unsere Fahrzeuge schon für das E Kennzeichen, weil Hybrid, fähig.:/

    Denke aber die Reichweite ist mehr als 10 m, 50 bis 100 m müssten doch mindestens drin sein oder ist das schon so getestet?


    Grüße Volkmar

  • Hallo Volkmar,

    Denke aber die Reichweite ist mehr als 10 m, 50 bis 100 m müssten doch mindestens drin sein oder ist das schon so getestet?

    soweit ich weiss muss der Starter auch als Notbewegung funktionieren wenn Dir z.B. mitten auf einem Bahnübergang der Motor ausgeht. Also getestet wird das. Ob es eine Mindeststrecke gibt weiss ich nicht.


    Viele Grüße

    Hagen

    .

  • bäääääh, … ich muss auf dem Bahnübergang aus dem Fahrzeug flüchten, ... Automatic.


    Dann muss ich doch weiterhin vor den Gleisen stehenbleiben wenn es zum Stau kommen könnte.

    Viele Grüsse


    Winfried


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