Posts by Bernardo

    Hi Ralf


    Vielleicht ist jetzt tatsächlich der Zeitpunkt, die Notbremse zu ziehen. Zumindest innezuhalten und zu überlegen, wieviel du noch investieren willst.
    Jetzt kommt der Winter und das ist, wie Thomas schon vorschlug, eine gute Gelegenheit, den Wagen zur Seite zu stellen und ihn für 2 oder 3 Monate zu vergessen.

    Meine Erfahrung ist, dass es sowohl in finanzieller, mehr aber noch in Sachen Motivation und Leidensfähigkeit feine, oft schwer erkennbare Grenzen gibt, die, einmal überschritten, einem die Freude an einem Projekt nachhaltig verderben können.
    Versuche herauszufinden, ob das in den letzten Monaten mit dir und dem Wagen passiert ist. Du hast so viel Arbeit, Geld und Nerven investiert, dass das immerhin möglich wäre.

    Auch aber wäre möglich, dass du nach einer Auszeit neue Energie findest und dir sagst: ok, der Motor wird nun richtig gemacht, auch wenn es kostet und in dieser Zeit überhole ich die Bremsanlage auf neu. Kalkuliere in beiden Fällen mit Kosten am oberen Ende, egal was man dir verspricht und überlege, ob es das Wert ist.

    Hi Natty


    Visualisieren eines erklärten Ziels, bei dem das Restaurationsobjekt eine zentrale Rolle spielt, hilft ungemein. Bei mir war es eine Reise (siehe Reisebericht "im 220SE nach Portugal"). Dafür habe ich mich oft in die kalte, dreckige Werkstatt geprügelt, wenn Sofa, Tee und Buch verführerisch "bleib da" geflüstert haben. Die Liste der Rückschläge war lang und wäre ich ein kluger Mensch, hätte ich den ganzen Mist nicht angefangen - zumindest in finanzieller Sicht hat es sich wirklich nicht gelohnt. Und es ist nicht einmal jedes Ergebnis 100% so geworden, wie ich es mir einst vorgestellt hatte.

    Ich wusste, dass das Projekt nichts zu bieten hatte ausser Rost, Mühsal, Tränen und Schweissen. Aber die Zukunft war verheissungsvoll und der Sieg letztlich mein!

    Hi Roland

    Danke! Da ist man doch gleich ein bisschen mehr im Bilde. Ja, der Coronamist macht einem das Leben nicht einfacher - dafür vollstes Verständnis.


    Zum Wagen:

    Denke auch, dass du unbedingt ein paar detaillierte Fotos hier einstellen solltest, wie Markus oben geschrieben hat.

    Auch Motor- und Getriebeabdichten kann ins Geld gehen, wenn man alles machen lässt. Ausschlaggebend aber dürfte wie so oft der Karosseriezustand sein.

    Ist der Wagen denn ansonsten genau nach deinem Geschmack? Farbe, Innenausstattung, Sonderausstattungen?

    Also

    Um Unhöflichkeit nicht mit ebensolcher zu begegnen:

    Es ist hier eigentlich Usus, dass man sich vor seinem ersten Beitrag, in dem man irgend etwas will, wenigstens kurz vorstellt und zudem nicht völlig anonym (kannst ja irgend einen nickname nehmen) und grusslos schreibt. Das mag altmodisch sein, aber es ist ja auch ein Oldtimerforum.

    Wirst sehen, dann klappt das auch mit den Antworten.

    *Oberlehrermodus off*

    Hi Volkmar


    naja, in technischer Hinsicht, die Auflösung usw. ist alles nur mit einem 6s aufgenommen. Manchmal ärgere ich mich, keinen besseren Foto“Apparat“ zu haben. Es gab auf dieser Reise so viele Sujets, die mit etwas mehr Equipment, und sei es zB nur ein aktuelles iPhone, sehr viel mehr hergegeben hätten. Aber das Handy hat man halt immer dabei, etwas grösseres schleppe ich dann oft doch nicht mit.

    So ihr Lieben


    Nach so vielen netten Rückmeldungen (mit der Menge an Rückmeldungen hätte ich nicht gerechnet) schicke ich den etwas überarbeiteten Bericht an die Flosskel-Redaktion für die nächste Ausgabe.


    Danke für die Komplimente - das hat die Rückkehr in den Alltag doch sehr versüsst.

    Evtl ist gemeint, dass du den Deckel etwas über den Offenanschlag gegen die Federkraft drücken musst um etwas zu erkennen. Ich kann mir vorstellen, dass ähnlich wie beim Fahrwerk das Spiel bestimmter Lager oder Buchsen unter Druck bzw. Zug durch die nicht unerheblichen Federkräfte nicht so einfach erkennbar ist.

    Ich hatte das Problem übrigens ähnlich, bei mir blieb der Deckel noch ganz knapp auf, aber nur wenn er frisch poliert und ohne Staub und Wasser Zusatzgewicht beschwert war. Ich hab vorerst gepfuscht und mittels Unterlage „die Vorspannung“ etwas erhöht. Hat minimal etwas gebracht, ist aber keine Dauerlösung.
    wurde hier im Forum vor einigen Jahren auch mal beschrieben, müsste mittels Suche auffindbar sein.

    Welch Schande für die britische Autoindustrie, dass selbst für solch eine Installation kein heimisches Produkt verwendet wurde sondern auch hier ein Fahrzeug vom Kontinent ausgewählt wurde.


    Was sprach wohl gegen Rolls, Bentley, Jaguar, Leyland....

    Die Antwort findet man, wenn man über den Designer und Künstler Ron Arad ein bisschen liest. Er sagt unter anderem: “I took functional things and turned them into nonfunctional things

    Nun, was willste machen, wenn die heimischen Kisten schon vor dem künstlerischen Schaffen

    meist nonfunctional sind?

    Er hat ja sogar Fiat 500 den heimischen Produkten vorgezogen 8o

    Hi


    Bin auch der Meinung, dass es dir selbst gefallen muss, aber genau da kann man sich langfristig selbst ein Ei legen. Manchmal bildet man sich irgend eine Farbänderung in einer bestimmten Zeit ein und längerfristig fängt es einen doch an zu stören. Da haben Originalfarbtöne eine gewisse Sicherheit. Mich persönlich würde schwarzmetallic auf dem 108 stören, vor allem aber, weil ich Metallicschwarz eher halbgar finde, gefällt mir auch auf den neueren Modellen nicht so recht. Bin da aber auch nicht objektiv, denn ich hatte einst eine 040-schwarzen 108 und fand den einfach nur schön.

    Wenn die Harnstoffpumpe in Andalusien, Anatolien oder Kalabrien den Geist aufgibt, kann man seinen Urlaub um ein, zwie Wochen verlängern.

    Zum Glück hat meine prächtig funktioniert. Allerdings hat mein ausgelutschter Zahnkranz jedes Starten nach einem biologisch bedingten Stopp zu einer akustischen Peinlichkeit werden lassen: 3-4mal ein lautes „Chrrrrrrrrttt“, bevor das Anlasserritzel den noch Guten von drei Bereichen auf den 360° der Schwungscheibe gefunden hat.
    Elektronikprobleme aber gab es auch. Die Gratis-Navi-App auf meinem iFön hat sich gelegentlich einfach geschlossen.

    Hallo Paul,


    bekommen wir den Bericht und die Bilder für die Benzheimer Flosskeln ???

    Naabersischerdochdatt! Ist mir eine Ehre. Und dann kann ich die Grammatik noch etwas überarbeiten .

    Eine Europatour mit dem 111er ist auch noch mein Traum und obwohl ich bei fast 50.000km erst zwei mal wirklich liegen geblieben bin hält mich die Angst vor Pannen davon ab.

    Hallo Ralf

    Die Angst hatte ich schon auch, diese habe ich aber eher auf mein voranschreitendes Alter als auf das des Autos zurückzuführen. Man wird irgendwie betulicher. Wenn ich denke, mit was für Möhren wir früher losgefahren sind ... Auch deswegen fand ich: das wird jetzt gemacht! Und jetzt habe ich wieder dieses Urvertrauen, das ich mit der Zeit bei allen meinen Oldies „erfahren“ habe.

    Eine Frage noch, Paul, welches Reisetempo mutest Du dem 220er auf Autobahnen zu? 130 oder weniger? Serienmäßige Achsübersetzung 4.1?

    Hi Bacigalupo


    ich musste ihm phasenweise echte 120, also Tacho ca 135 zumuten, bei serienmässiger HA. Das war gegen Ende der langen Spanienertappe - ich musste einfach irgendwann mal ankommen. Bei gesunder Maschine ja auch kein Problem, aber mit meinem ausgelutschtem Block ergab das auch den Ölverbrauchsrekord.

    Hi Ulli, Hi Lutz


    SO manches Mal dachte ich tatsächlich an die Rückschläge während des Neuaufbaus. Auch hinsichtlich Zuverlässigkeit machte ich mir anfangs viele Gedanken. Jetzt habe ich mit all diesen Dingen meinen Frieden gemacht. Ok, der Motor ... da kommt was auf mich zu. Aber was wäre dieses Hobby ohne neue Herausforderungen.


    Hier noch ein paar Bilder



    Hallo Zusammen


    Nach einigem Überlegen, ob ich das in solchen Zeiten überhaupt öffentlich kundtun soll, tue ich es nun doch.


    Es war schon lange mein Traum, eines Tages im selbst restaurierten Altbenz nach Portugal zu fahren. Ich habe Familie dort, auch einen bald 90-jährigen Grossvater, was unter anderen Einfluss darauf hatte, die Reise nicht weiter zu verschieben. Portugal war noch nicht auf der Liste, meine geplante Strecke führte vorbei an allen Zentren, nur über Land und so fuhr ich am 17. September alleine los, 4 Wochen Auszeit, knapp 6000km Hin- und Rückweg lagen vor mir.


    Die Fahrt quer durch Westeuropa gehört zu meinen prägenden Kindheitserinnerungen, wir sind früher mindestens einmal pro Jahr von München nach Lissabon gefahren, wobei "meine" erste Fahrt, so erzählte man mir, im väterlichen 180D Ponton stattfand, irgendwann 1973. Damals befand sich Spanien in Isolation unter Franco-Regime, Portugal war ebenfalls noch Diktatur unter Salazar, es gab streng bewachte Grenzen, viele schlechte Strassen und wenn man von München über Österreich/Bregenz, Schweiz, Frankreich und Spanien nach Portugal fuhr, brauchte man sechs verschiedene Geldbeutel mit DM und vorgewechselten Schillingen, Franken, Francs, Peseten und Escudos. Ob ich das heute noch möchte, weiss ich nicht, will es aus nostalgischen Gründen aber festhalten.

    2020 fahre ich lediglich mit einer Visakarte, allerdings mit sehr vielen Ersatzteilen für den 220SE los.


    Das Reisen allein bin ich nicht recht gewohnt. Weil es aber a) auch ein Familienbesuch werden soll, ich b) mein Portugiesisch wieder auffrischen will und es c) beruflich kaum anders geht, kommt meine Partnerin zunächst nicht mit auf die Reise (sie wird mich aber die letzte der 4 Wochen und auf der die Rückfahrt begleiten).

    Die vielen stillen Stunden - sofern man die Sturmgeräusche im stets offen gefahrenen Coupé ignoriert - entschädigen dafür mit ungeteilter Aufmerksamkeit auf Strasse, Landschaft, Licht und Himmel.


    Ich wähle die Route etwas anders als meine Eltern früher, zumal ich ja schon lange nicht mehr in München wohne, sondern nahe bei Zürich/CH. Über Basel gehts nach Frankreich, ich nehme die Landstrassen, fahre über die Region Jura/Doubs nordwestlich an der Schweiz vorbei, streife das Burgund, dem ersten Zwischenziel in der Nähe von Moulins in der nördlichen Auvergne entgegen, gut 500km für die erste Etappe. Ständig begleitender Eindruck: die Strassen sind erstaunlich leer, ein Eindruck, der sich in den kommenden Tag noch verstärken wird, fast schon unheimlich. Reisen während Corona, sehr gemischte Gefühle machen sich breit.


    Von hochsommerlicher Hitze bei der Abfahrt komme ich am zweiten Tag in Starkregen - Coupé jetzt ausnahmsweise zu - und beende Tag zwei am Nordfuss der Pyrenäen, esse in einem verwunschenen, französischem Landhaus geschützt vom Regen draussen, es ist immer noch erstaunlich warm. Über 600km, der letzte Teil bei Regen und Dunkelheit, schlauchen einem im Hebckflossencoupé doch etwas mehr als im moderneren Alltagswagen. Dafür kommt langsam echte On-the-Road-Stimmung auf, bin fast versucht, die Fahrerhandschuhe neben den sehr leckeren Rotwein auf den Tisch zu legen, lasse es aber aufgrund drohendem Unverständnis der anderen Gäste bleiben, zumal ich auf französisch ohnehin nicht erklären könnte, was auf deutsch schon schwer genug ist.


    Am Tag drei schliesslich komme ich in trockenes Rückseitenwetter, klar und kühl, Sonne und Wolken wechseln sich ab, grandioses Licht schafft fast surreal anmutende Landschaften, zwangsläufig kommen einem Salvatore Dalis Bilder in den Sinn. Es geht nun über die Pyrenäen und auf die Hochebene Kastiliens. Der dritte Fahrtag wird auch der längste: ca. 750 km am Stück sind ermüdend. Der relativ schnell sinkende Ölstand des M127 aber hält mich wach und zwingt dazu, wenigstens alle 250km anzuhalten und zu kontrollieren, was auch zum Beinevertreten und für Streckübungen mitgenutzt wird. Da ich einen 82l-Tank verbaut habe, reicht die sonst übliche Ölkontrolle beim Tanken nicht mehr aus, denn nach 750km wäre der Stand weit unter Minimum. Am Ende der Reise werde ich einen durchschnittlichen Ölverbrauch von ca. 2.5l auf 1000km ermitteln. Dagegen ist der Spritverbrauch mit 11l mustergültig.


    Am Ende der vierten Etappe endlich ist es soweit: ich stelle den zwar ölgierigen, aber ansonsten völlig zuverlässig laufenden 220 am Rande des Atlantiks ab. Nun lasse ich nur noch ein paar Handybilder (man möge die miese Qualität verzeihen) sprechen. Rückfahrt in fast umgekehrter Reihenfolge, aber nun mit Begleitung und dem obligatorischen Mehrgepäck - auch das kein Problem.



    Und schliesslich: nein, keine Ansteckung. Ich hatte während dieser vier Wochen weniger menschliche Kontakte als in meiner Arbeit an einem Vormittag.


    C-negativ

    Herzlich

    Paul