zukünftiges Fahren von Oldtimern verbieten

  • Hallo zusammen,



    Wichtige Information für uns Oldtimerfahrer:


    Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit soll ein Gesetz geschaffen bzw. so geändert werden, dass das zukünftige Fahren von Oldtimern verbieten könnte.


    Entstanden wohl aus dem nachvollziehbaren Wunsch der Anrainer von Passstraßen, welche speziell an Wochenenden unter dem Lärm von oftmals manipulierten Motorrad-Auspuffanlagen leiden.


    In der vorliegenden Form ist ein Fahrverbot schon gerechtfertigt, wenn die „Bevölkerung von schädlichen Umwelteinwirkungen betroffen ist“.


    Dazu würde es schon genügen, einen Oldtimer, der naturgemäß über keinen KAT verfügt, oder "schlimmer" noch, einen Zweitakter, der konstruktiv bedingt Öl verbrennt, benutzen zu wollen. Einige meinen, dass es so schlimm schon nicht kommen wird, aber darauf können wir uns nicht verlassen. Es gilt, den Anfängen zu wehren.


    Gegen diese Pläne läuft darum noch eine Petition, die unter:


    https://www.openpetition.de/petition/online/aenderung-des-6-stvg-gesetzesbeschluss-zum-strassenverkehrsgesetz-drucksache-432-21


    erreichbar ist und der sich jeder Oldtimer-Besitzer anschließen sollte, so er denn überhaupt hiervon erfährt. Es haben schon ca. 26 % der notwendigen 50.000 Personen diese Petition unterstützt. Wer mitmachen will, sollte es bald tun, den sie läuft nicht mehr lange (stand 07.06.2021 nur noch 6 Wochen).


    Man kann das ganz einfach auf deren Seite erledigen, ohne eine Briefpost mühsam ausfüllen und abschicken zu müssen.


    Die Initiatoren dieses Gesetzes haben ihr Vorhaben anscheinend bewusst nicht „an die große Glocke“ gehängt, und die Motorradzeitschrift „Tourenfahrer“ ist bisher die einzige, die darüber berichtet hat. Kein Aufschrei vom ADAC oder anderen Automobilclubs, obwohl sich deren Mitglieder ja gerade deshalb dort zusammengeschlossen haben, um ihre Interessen besser vertreten zu sehen.


    Den Artikel der Zeitschrift „Tourenfahrer“ sieht man hier:


    https://www.tourenfahrer.de/nachrichten/...rkehrsgesetzes/


    Es lohnt, sich mit dieser Sache etwas intensiver zu beschäftigen, denn wenn in Zukunft jeder Bürgermeister seinen Ort für Oldtimer sperren kann, sind Treffen, Märkte, Ausfahrten usw. akut bedroht:


    https://www.bundesrat.de/SharedDocs/drucksachen/2021/0401-0500/432-21.pdf?__blob=publicationFile&v=1


    Um möglichst viele Oldtimer-Fans zu erreichen, bitten wir diesen Aufruf an alle erreichbaren Oldtimer-Clubs, Interessengemeinschaften, Stammtische, Foren usw. weiterzuleiten.

    Wir hoffen inständig, dass genügend Stimmen zusammenkommen, um dieses Vorhaben schon im Keim zu ersticken und wünschen uns allen weiterhin gute Fahrt in Autos, die noch eine Seele haben...


    Diesen Text darf gerne geteilt werden.


    Gruß Peter

  • Hm


    Aus „wehret den Anfängen“ könnte auch ein Wecken schlafender Hunde werden.


    Der Vorstoss ist doch explizit wegen der für mich durchaus nachvollziehbaren Belästigung von Anwohnern durch wochenendliche Horden von Motorradfahrern zustande gekommen. Und wenn ich auf der Tourenfahrerseite weiter unten solche Texte sehe wie:


    Auf einigen besonders frequentierten Strecken in Tirol wurden im vergangenen Jahr Sperrungen für Motorräder mit einem Standgeräusch von über 95 Dezibel verhängt. Zum Leidwesen der Motorradfahrer sollen die Sperrungen auch heuer bestehen bleiben“,


    sorry, aber „zum Leidwesen der Motorradfahrer“, die dann mit ihren Fräsen nicht mehr überall durchfräsen dürfen, da ist mein Mitgefühl eher auf der anderen Seite.


    Ich kenne das aus eigener Erfahrung, wir machen oft Ferien in einem Häuschen in den Bergen, unweit einer stark von Motorrädern heimgesuchten Strecke. An Wochenenden wird das komplette Tal dauerbeschallt. Und ich wohne da nicht einmal und bin nicht jedes WE dort.


    Ich habe wenig Angst, dass man uns, weil sich jetzt einige Leute verständlicherweise gegen solchen Lärm-Terror wehren, gleich das Oldtimerfahren verbietet. Genausowenig wie das Motorradfahren grundsätzlich verboten werden soll. Und wenn ich halt mal irgendwo, wo es mit gerade gefällt nicht durch darf, dann fahre ich halt anders. Ich hätte auch wenig Freude, wenn andere an meinem Oldtimer keine Freude mehr haben und ich es nur per Petition erzwungen habe, trotzdem irgendwo durchzufahren, wo ich nicht willkommen bin.

  • warum Motorräder und im PKW-Bereich irgendwelche AMGs/M-Style/R-Sport/RS extra laut sein müssen, Soundgeneratoren und Klappenauspuffanlagen mit Riesentröten hintendran haben (und unter der Haube dann einen downgesizten Minimotor mit Maxiturbo...), erschließt sich mir nicht.


    Ich werde die Petition trotzdem unterschreiben, denn wenn mit Gesetzen zum Lärmschutz dann auch das Fahren normal geräuschemittierender Oldtimer verboten wird, dann geht mir das zu weit, auch wenn ich mir manchmal wünsche würde, daß so ein Nick-Knatterton-AMG/RS/M/R mal von der Polizei zwangsstillgelegt wird, wenn er am Straßencafé vorbeipröpelt wie ein pubertärer Dodl. Ein Silver Ghost hat auch einen Riesenmotor und ist trotzdem vornehm britisch distinguiert in seinem Lärmverhalten. Ein 400E, 450SE oder S500 W140 nervt seine Umgebung auch nicht mit seinem schönen Motor. Der Kenner genießt und schweigt...


    Grüße

    bacigalupo

  • Hallo,


    ich habe ebenfalls unterschrieben, auch aus der Motivation "wehret den Anfängen". Ich bin auch kein Freund von Ansammlungen an krakeelenden Zweirädern die Anwohner unnötig belästigen. Das ist nerviger wie in der Anflugschneise zu wohnen, aber wir sollten lieber Fakten schaffen, damit man auch zukünftig nicht noch etwas anderes dazu fügt und so still und heimlich ältere Fahrzeuge aus dem Verkehr zu ziehen.




    Gruß, Peter

  • Peter, das sehe ich ähnlich wie du. Habe es auch Unterschrieben.


    Macht mal eine andere Überlegung. Vor ein paar Jahren hat ein Kunde von mir genau in die Einflugschneise gebaut, weil das Grundstück für FFM Verhältnisse fast geschenkt war und er noch Geld von dem Flughafen für Lärmschutzmaßnahmen bekommen hat.

    Also, wenn jemand in die Einflugschneiße in FFM sein Haus stellt weiß er genau wo er hinbaut.

    Das dort der Bodenwert nur ein Bruchteil von dem ist was es sonst in FFM kostet ist auch jedem klar. Der Flughafen hat sogar noch, je nach Standort, bis zu 6 Stellen vor dem Komma an Zuschüsse für Lärmschutzmaßnahmen den Häuselbauern überwiesen. Mein Kunde hat sich aber lieber einen fast neuen Porsche gekauft und bei uns normale Fenster genommen. Also OHNE Lärmschutzverglasung. Hat er mir und den anderen Handwerkern auch so gesagt. Das der nun der 1. ist, der mit dem Flugsverbotsplakat am Wochenende rum springt, ist doch auch klar.


    Was ich damit sagen will:

    Ich denke, wer an einer Passstraße ein Haus kauft oder dort Urlaub macht, weiß auch in etwa was da los ist.

    Gerade die Leute die am Pass wohnen leben doch oft auch von den Touris die dort mit allem möglichen rum fahren und dort übernchten.

    Vor ein paar Jahren hatte cih eine Tour mit Shelbykollegen übers Stilfser Joch inkl. Übernachtung dort oben. Wie wir oben angekommen sind war einiges los. Als wir am nächsten Morgen die Autos für die Weiterfahrt fertig machten kam eine Gruppe von mindestens 10 Stück Porsche hoch. Hat meiner Meinung nach toll geklungen und wie diese oben ankamen haben wir alle mal den Daumen hoch gehalten was die Porschefahrer auch erfreut hat.


    Bei uns in den Birdmountains ist oben auf dem Berg eine Verkaufsbude, die hat ein cooles Schild:

    Wenn Sie hier nichts essen verhungern wir beide :)


    Die Dame, die dort bedient, hat auch gesagt, das die Motorräder teilweise sehr laut wären.

    Aber ich wette, wenn die Politiker die Motorräder prinzipiell aussperren merkt Sie das auch.


    Ich will damit keinesfalls die Motorradfraktion (fahre selbst auch mehrere alte und neue Böcke aber immer mit der normalen Auspuffanlage) mit durchgehendem Rohr ohne Dämpfer oder ausgebauten DB Eater unterstützen. Aber es gibt wie immer 2 Seiten einer Medallie.

    Ich habe Motorradfahrer gesehen die innerhalb 30 Sekunden den DB Eater rein und raus stecken können. Die wissen genau was Sie damit erreichen.

    Von daher muss man nicht die Allgemeinheit knechten sondern die raus ziehen die es betrifft und dann hart bestrafen.


    Nur das macht es meiner Meinung nach Sinn.


    Mal sehen was es mit der Pedition gibt.



    Gruß
    Andy

    Es ist immer gut, ein paar Benze im Haus zu haben.

  • Was ich damit sagen will:

    Ich denke, wer an einer Passstraße ein Haus kauft oder dort Urlaub macht, weiß auch in etwa was da los ist.

    Gerade die Leute die am Pass wohnen leben doch oft auch von den Touris die dort mit allem möglichen rum fahren und dort übernchten.

    Und du meinst damit dann, dass diejenigen, die vielleicht anders als dein Kunde schon Urzeiten in ihrer Heimat wohnen und diese Heimat einen Strassenanschluss hat, der irgendwann von Motorradfahrern zum Eldorado erklärt wird somit die Klappe zu halten haben, weil andere ihre (Auspuff)-Klappen dort zum Freizeitvergüngen gerne aufreissen? Klar, es gibt viele die anständig sind und ich meine auch, das Problem könnte anders gelöst werden, würde man die Krawallisten konsequent herausziehen. Aber passiert das, ausser stichprobenartig und hat’s was gebracht bisher? Du schreibst ja selbst, wie findig die sind. Ist es daher ein Wunder, wenn ganze Dörfer aufbegehren? Stille wird leider zu einem sehr kostbaren Gut. Ich könnte, auch einen anderen Blickwinkel einnehmend, sagen: wehret den (schon weit fortgeschrittenen) Anfängen!


    Der Vergleich mit einem Kunden, der erst bewusst günstig kauft und dann demonstrieren geht hinkt m.E. doch ziemlich.

  • Ich halte nichts von Sippenhaft und allgemeinen Anschuldigungen.

    Alle Oldtimerfahrer sind Umweltsünder, alle Motorradfahrer dürfen da ab sofort nicht fahren, usw.

    Gerade die Streckenfahrverbote für Motorradfahrer gibt es schon im Taunus. Warum? Weil alle Motorradfahrer zu laut sind?


    Sorry, das ist mir zu allgemein gedacht und dagegen wehre ich mich.


    Ich kann dich verstehen was du meinst aber es muss gezielter angesetzt werden.


    Gruß Andy

    Es ist immer gut, ein paar Benze im Haus zu haben.

  • Sippenhaft passt mir weder von der Herkunft des Wortes noch vom Prinzip her - da sind wir uns einig.

    Aber ich kann die Menschen verstehen, die andere Sorgen haben als das Freizeitvergnügen einiger Passheizer. Das mag auch an den Zeiten liegen, in denen wir leben.

    Ich bin kein Verbotsfetischist, aber die ewig Unbelehrbaren erweisen der an sich unauffälligeren, auch weil weniger lauten Mehrheit einen Bärendienst.

    An meinem Wohnort gibt es eine paar Autoprolls, die hier mit ihren Klappenanlagen und Fehlzündungs-Simulatoren auf Penisenlargementtour gehen - Wichenende für Wochenende. Es gab bereits Grosskontrollen mit zig Führerscheinentzügen. Was hat’s gebracht? Nix. Die kommen immer wieder. Was ist die Folge? Alles was stinkt und nicht superleise ist, wird von den Anwohner/der Bevölkerung zunehmend als unerträgliche Zumutung angesehen. Und richtig: wohl auch irgend wann ein Oldtimer. Genau deswegen meine ich aber, geht die Petition in die falsche Richtung. Sie bräuchte mindestens eine Ergänzung, sonst schadet uns sowas langfristig mehr, als es nützt.

  • Ein guter Freund von mit hat sich vor ein paar Jahren ein Landhaus gegönnt weil er gerne auf dem Land lebt und seine Ruhe sucht. Kurz danach wurde die Strecke vor seinem Haus vom ADAC als schöne Motorradstrecke empfohlen. Der Andrang der Grenztester verdoppelt sich seit dem Jährlich. Auch ich habe wenn ich ihn besuche oft Angst wenn mir in Rechtskurven der Helm des entgegenkommenden direkt in den linken Doppelscheinwerfer ragt.


    Selten sitzen wir in seinem Garten, weil man es da im Sommer kaum aushält. Aber immer wieder hört man einen dumpfen Knall und muss dann losmarschieren und gucken ob es einen Überlebenden gibt. Ja, man muss - sonst wäre es unterlassene Hilfeleistung.


    Nachdem die Polizei im Ruhrgebiet in der Poser-, Pimper- und Protzerszene durchgegriffen hat. kommt dieses Klientel nun nach Münster. Die Folge: es werden Parkplätze und Strassen und Plätze jetzt ganz gesperrt, auch für die die nur mit Ihrem Hund oder dem Picknickkorb unterwegs sind.


    Das es ein Bestreben gibt, den örtlichen Entscheidern die Möglichkeit zu geben, hier rechtliche Einschränkungen zu schaffen begrüsse ich ausdrücklich und es ist dringend notwendig. Ich denke nicht, das Oldtimer dabei auf dem Plan stehen, da fürchte ich, sind in der EU längst andere Gesetze in Vorbereitung. (Zulassungsverordnung!)


    Alles wird gut!


    BG Ralf

  • 1.) ich wehre mich hier vehement gegen jede Form der Sippenhaft als Motorradfahrer. Weil ein paar Heitzer bestimmte Strecken mit Lärm belästigen, trifft es mit so einem Gesetz auch 95 Prozent der Motorradfahrer, die das eben nicht tun. So ein Schwachsinn!

    2.) es giebt genauso Autos, die laut sind. Werden deswegen alle Autos verboten?

    3.) um was es hier wirklich geht und falls es jemand bis hier noch nicht verstanden haben sollte:

    https://www.tagesspiegel.de/be…en-nur-wann/26948788.html


    Deshalb bin ich der Meinung, dass wir hier Alle an einem Strang ziehen und uns gegen weitere Verbote zur Wehr setzen sollte.


    Gruß Peter

  • Noch mal ich zu dem Thema:

    Es wurde gerade bei der "Aplauskurve" im Vogelsberg alles versucht um die "Heizer" zu reglementieren.

    Zum Schluss wurden quer zur Fahrbahn rote Ziegelreihen als Rüttelstreifen eingebaut.

    siehe hier:

    https://www.kreis-anzeiger.de/…pril-und-oktober_20644912

    (es geht nicht um den Bericht sondern um das Bild)


    Erst danach wurde es wesentlich besser. Ich als Schönwetterreifenmittigabfahrer habe damit überhaupt kein Problem.

    Damit möchte ich nur einmal zeigen, es geht auch ohne generelles Fahrverbot für Motorradfhrer.


    Was auch eine Möglichkeit ist, es so zu machen wie in der Schweiz.

    Bei sehr starken Verkehrsübertretungen wird das Fahrzeug eingezogen und für die Staatkasse verkauft oder gepresst.

    Könnt Ihr ebenfalls hier nachlesen:

    https://www.welt.de/motor/arti…ieren-Raser-ihr-Auto.html


    Gruß
    Andy

    Es ist immer gut, ein paar Benze im Haus zu haben.

  • Alles was stinkt und nicht superleise ist, wird von den Anwohner/der Bevölkerung zunehmend als unerträgliche Zumutung angesehen. Und richtig: wohl auch irgend wann ein Oldtimer.

    Das ist ein wichtiger Punkt. Die Allgemeinheit wird zunehmend sensibler für Emissionen, in welcher Form auch immer. Nicht, weil sie dazu von militanten Ökos oder sonst irgendwem aufgestachelt würde, sondern weil sie sich entwöhnt.

    Ich kann mich noch sehr gut an Automitfahrten in meiner Kindheit erinnern, bei denen man am Berg hinter einem LKW oder Dieselstricher klebte, weil man diesen mangels Leistung oder freier Sicht nicht überholen konnte. Wir wären fast erstickt in unserer Karre, bei den Mengen an Grobstaub, mit denen uns der Vordermann da einnebelte. Man hat natürlich geflucht, aber: aufgeregt hat´s Keinen. Das war halt einfach so: ein Diesel qualmt, basta. Und obwohl ich das also noch kenne, bekomme ich heute schon Atemnot, wenn ausnahmsweise mal ein moderner TDI mit offensichtlicher Düsenverstellung beim Beschleunigen eine fette Wolke vor mir ausstößt. Warum? Weil ich es nicht mehr gewohnt bin, dass jemand vor mir herumqualmt. (Ähnlich geht es mir als Ex-Raucher in einem Raucherbereich, aber das ist eine andere Baustelle).


    Und so wundert es mich nicht, dass ich seit einiger Zeit im Rückspiegel meiner Flosse beobachten kann, wie immer öfter Leute ganz offensichtlich bewusst mit recht großem Abstand hinter mir her fahren. Nein, der Ölverbrauch meines M189 hat sich nicht erhöht... Es scheint auch dort der Fall zu sein, dass "die Leute" halt einfach keine "echten" Verbrenner-Abgase mehr kennen/gewohnt sind - und zunehmend bewusst ablehnend reagieren. Gar nicht mal weil sie etwas gegen Oldtimer an sich hätten. "Aber die stinken halt, und das gefällt mir nicht, und für die Umwelt kann´s ja auch nicht gut sein..."


    Ich fürchte leider schon seit geraumer Zeit, dass wir Oldtimerfahrer über kurz oder lang ein echtes Imageproblem bekommen, welches man ehrlicherweise auch nicht argumentativ weggedrückt kriegt. Klar, man kann immer auf deren verschwindend geringe Anzahl im Gesamt-PKW-Bestand verweisen. Oder auf all die weitaus größeren Umweltsünden überall in der Welt, die man zuerst angehen sollte/könnte/müsste. "Dennoch: ein Oldtimer stinkt. Direkt vor mir, an der Ampel. Das muss ja wohl nicht sein!"


    Und Leute, die mit vermeintlich lustigen "Jetzterstrecht-Anti-Öko-Ichlassmirnixverbieten-Gretahass"-Sprüchen oder -Aufklebern meinen, dagegen halten zu müssen, erweisen uns ebenfalls nur einen selten dämlichen Bärendienst.


    Nachdenklicher Gruß

    Lutz

    Humor ist der Knopf, der verhindert, dass einem der Kragen platzt.

    (J. Ringelnatz)

  • Danke Lutz

    Ist mir zwar mitnichten aus der Seele gesprochen, aber genau das, was ich meinte.


    Und es ist nicht nur, weil man es immer weniger gewöht ist (ob es um stinken oder lärmen oder was auch immer geht), es geht auch um die Menge. Mich stören doch ein paar Motorradfahrer nicht. Mich stören auch ein paar Heizer nicht, ob 2- oder 4-rädrig. Genauso wenig stören mich Städtetouristen, oder Touristen allgemein, ein bisschen Müll, ein bisschen Lärm, ein wenig Gedränge. Es ist die schiere Masse, die es einem bzw. mir, vielleicht als Folge des Massen-Verkehrs, Massen-Tourismus, Massen-Freizeitaktivität (sogar die Polar- oder Mount Everestexpedition inklusive hinterlassenem Müllberg muss zwingend auch für Greti, Pleti, Pipsi und Pupsi erschwinglich sein - Stichwort: ist mein gutes Recht!), es sind all diese immer fragwürdiger werdenden Freizeitgestaltungen, die es mir zunehmend schwerer fallen lassen, etwas walten zu lassen, das ich ansonsten unbedingt begrüsse: Toleranz. Und da ich wahrscheinlich ein relativ durchschnittlicher Mensch und Motzkopf bin, geht es wahrscheinlich immer mehr anderen Motzköpfen ähnlich.


    Ebenfalls nachdenklich und phasenweise zu Kulturpessimissmus und Misanthrophie neigend

  • Well spoken, Paul.

    Die Krux ist halt, dass dass man als relativ durchschnittlicher Mensch meist einerseits betroffener Motzkopf ist (weil z.B. an einer Durchgangsstraße lebend), andererseits aber auch Kreti und Pleti, der selber mit dem Olddaimler durch schöne Städtchen und Dörfer oder mit dem (meist auch nicht ausgesprochen leisen) Oldtimermotorrad eine idyllische Mittelgebirgsroute fahren will, oder halt auch mal auf einen Berg wandern....


    Jetzt machs richtig...

    Gute Grüße
    Uli


    "Spaltmaße sind überbewertet."

  • Ich habs eben ausgefüllt und mich beteiligt, haupsächlich weil einige unter Euch sich etwas positives davon versprechen. Hoffentlich bringt es was.


    In meiner Strasse, vor meinem Garten, 30er Zone, knattert derzeit so ein schwachsinniger BMW 1er auf und ab, der scheinbar diese Fehlzündungen einprogrammiert hat. Da der Fahrer vermutlich mittlerweile schwerhörig ist hat er sich auch noch eine überdimensionierte Soundanlage bestellt. Logisch, im Leasing alles kein Problem. Was schon wieder gegen einen behördlichen Fahrzeugeinzug ala Schweiz spricht.


    Ganz ehrlich, das macht mich wahnsinnig. Würden meine Fahrzeuge so knattern, würde ich Hand anlegen und gleich mal hier im Forum um Mithilfe bitten. Gehe ich dann in mich, dann erinnere ich mich an den einen oder anderen ausgeräumten Auspuff, den ich in meiner Jugend modifiziert habe und versuche mich in Altersmilde zu üben.


    Mit den Anwohnern in den betroffenen Gebieten habe ich grösstes Verständnis. Meiner Meinung nach sind die wenigsten an Passtrassen zugezogen. Das dürften schon eher einheimische sein. Andererseits ist es speziell bei uns in Bayern modern, aufs Land zu ziehen und dann den benachbarten Bauern wegen Güllegruch, Kuhglocken oder dem krähendem Hahn zu verklagen. Und die Kläger kommen oftmals auch noch durch damit.


    Was treibt die Menschen denn dazu in Horden über die betreffenden Gegenden herzufallen? Kein Wunder, dass man ihnen schon fast Pflastersteine nachwirft. Mir wäre es schlichtweg zu blöd, im Pulk einen Pass hoch und runter zu brettern. Schön ist wirklich anders.

    Viele Grüsse


    Winfried


    Nach 10 Jahren im Exil in der Schweiz schweiz.png ist mir das ß abhanden gekommen und es wird auch nicht mehr eingeführt!


    300 SE W112 Cabrio M189 Automatik Fahrgestellnummer ...9840 Ende 1967 „Schlüpferblau-Met.“


    w112 (affe) gehrmann-privat.de

  • Mein Vorschlag: Motorräder müssten auch vorn ein Nummernschild haben - normale Größe. Und: Alle Fahrzeuge müssten rigorose Lärmkriterien erfüllen. Die Welt ist bunt und so gibt es natürlich aber auch viele Motorradfahrer, die keine Krawallbrüder sind, so wie es auch viele Metzger gibt, die Vegetarier sind, die fallen nur nicht so auf.


    Unterschreiben oder nicht, bisher 50/50. Beide Standpunkte haben was für sich und widersprechen sich nicht in der Absicht. Ich muss mir das mal genau durchlesen.


    Gruß - Christoph

  • Als frisch gebackener Alb-Bewohner sehe ich auch die Notwendigkeit, die lauten Motorräder aus dem Verkehr zu ziehen. Wenn da paar Rentner mit ihrem Tourenmotorrädern rumbrabbeln, dann sind die nicht das Problem. Die Teile, die 16 Quadratkilometer beschallen, die sind das Problem.


    Gleichzeitig ist die Gefahr, dass aufgrund der Emissionen hier ein großes Fass aufgemacht wird, eher nur mittel. So lange hier in jeder zweiten Garage ein Oldtimer steht und jeder, wirklich auch jeder mit dem Bulldog den Grünschnitt zum Sammelplatz fährt, wird da nicht viel passieren. Wobei der Effekt, dass man heute einen alten Wagen aus der Schlange rausriecht, gegeben ist.

  • Moin,


    ich habe NICHT unterschrieben. Nachdem ich die betreffenden Teile des Straßenverkehrsgesetzes sowie die originale Beschlussvorlage von Bundestag und Bundesrat durchgelesen habe ist mir aufgefallen, dass der Text in der Petition eine kleine, aber entscheidende Falschinformation enthält, auf die sich die Argumentation stützt:


    Und zwar heißt es in der Petition, dass das Ministerium Rechtsverordnungen "OHNE Zustimmung des Bundestages" erlassen kann. Richtig ist aber "MIT Zustimmung des Bundestages".


    Außerdem hat der Bundesrat dem Gesetz bereits am 28.5. zugestimmt. Wenn ich mich nicht irre, was ich nicht ausschließen möchte, wäre das eine Sauerei und Manipulation durch die Initiatoren der Petition. So werden Ängste geschürt und Stimmung gemacht.


    Ich frage mich auch, warum ist schlecht sein soll die Bevölkerung vor schädlichen Umwelteinflüsse zu schützen. Wenn man sich mit der Materie etwas befasst, wird man sehen, dass die Änderungen des Straßenverkehrsgesetzes nicht besonders tiefgreifend sind. Der Rechtsstaat wird auch nicht ausgehebelt, die Freiheit nicht bedroht. Wenn eine Verordnung hinsichtlich eines Fahrverbotes in Kraft treten soll, muss der Bundesrat zustimmen. Gegen eine solche Verordnung kann man gerichtlich Vorgehen. Wie man an den Entscheidungen der Gerichte zu Corona-Verordnungen sieht, funktioniert das auch. Viele Einschränkungen wurden gekippt. Die Hürden für ein nennenswertes Fahrverbot für Oldtimer schätze ich als hoch ein. Die Verordnung müsste sehr gut begründet sein und das mildeste Mittel zum Schutz der Bevölkerung oder Umwelt darstellen.


    Ich sehe nicht, dass durch die Änderung des Straßenverkehrsgesetzes die Oldtimerei eingeschränkt wird. Ich sehe aber, dass die Initiatoren der Petition in die Irre führen. Deshalb kein klares "Nein".


    Grüße Udo

  • Hallo zusammen,


    also ich bin gegen Fahrverbote, ob mit oder ohne Zustimmung des Bundestages.


    Wenn es um Lärmprobleme mit einer Minderheit von (illegal) bauartveränderten Fahrzeugen geht sollten die bestehenden Gesetze ausreichen.


    Viele Grüße,

    Hagen

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