Was übermitteln eBay und Co ab dem 01.01.2023 an das Finanzamt?

  • Hallo zusammen,


    durch Zufall bin ich auf folgendes Video bei YouTube gestoßen.



    Und was bedeutet das jetzt, für die vdh Kleinanzeigen? Wird jetzt eine Verschiebung, der Verkaufsangebote, vom Internet zu Zeitungen/Zeitschriften stattfinden?

    Mit schönen Grüßen aus dem Lipperland, Michael ;)

  • Hi Michael,

    ist schon echt ein Hammer, was die sich bei dieser Gesetzgebung wieder mal ausgedacht haben. Irgendwann legen sie mit ihren Gesetzen, Regeln und Ausnahmen von den Regeln Deutschland komplett lahm. Wie sind zumindest auf dem besten Wege dahin. Ein weiteres Bürokratiemonster, wenn es so ist, wie die Anwältin es dargestellt hat und völlig kontraproduktiv. Das kommt wohl dabei raus, wenn nur noch Theoretiker und Bürokraten die Gesetze machen!

    Gruß Peter

  • Es ist in der Sache keine neue Steuerpflicht eingeführt worden, sondern nur ein weiteres Instrumentarium geschaffen worden um Steuerhinterziehung im Reich der Schattenwirtschaft aufzudecken.

    nun ja, es soll ja vorkommen daß man sich beim Anmelden bei ebay vertippt. Das kann beim Namen, Wohnort oder sogar Land passieren...

  • Man wird jetzt erst einmal abwarten, wie sich die Dinge in der Rechtswirklichkeit weiter entwickeln.


    Es ist unverkennbar, daß Vater Staat eben seinen Anteil an dem online-Geschäft abhaben möchte und die de-facto Privilegierung der Vergangenheit gegenüber dem stationären Handel ein Ende hat. War es eben in der Vergangenheit die gezielte Umgehung von Einfuhrabgaben und die Nichtabführung der Umsatzsteuer im gewerblichen Versandhandel über Plattformen wie Amazon & Co. durch ausländische Versender die man versuchte in den Griff zu bekommen, so geht es nun in der nächsten Stufe eben um diejenigen, die unter dem Mäntelchen der privaten Atkivität eben doch Gewerbetreibende sind. Es ist teilweise schon amüsant zu sehen, daß auf ebay Verkäufer mit mehr als 10.000 Bewertungen als Verkäufer unterwegs sind und in allen Angebotstexten sich Hinweise auf einen angeblichen Privatverkauf einschließlich entsprechender Haftungsausschlüsse finden.


    Am Ende dieses Katz-und-Maus-Spiels steht dann womöglich eines Tages die Verpflichtung der Betreiber entsprechender Portale die Identität der angemeldeten Nutzer zu prüfen. Schließlich sind auch die Zeiten, in denen man einfach an der Supermarktkasse Prepaid SIM Karten ohne Idenitätsprüfung erwerden konnte, Vergangenheit.


    Es wäre zudem reichlich naiv zu glauben, daß die Finanzverwaltung bei einem entsprechenden Verdacht nicht verschiedene Datenquellen zusammenführt, insbesondere eben auch jene mit Informationen von den Bezahldienstleistern.

  • und nachdem der Staat seit 2020 mit Hilfen aller Art ums sich geworfen hat, Geld drucken auf Dauer auch keine Finanzierungslösung ist, versucht er halt von "Privat" erzielte Gewinne auch zu besteuern, um für einen gewissen Rückfluß in die öffentlichen Kassen zu sorgen. Das kann man ja auch durchaus nachvollziehen. Abhängige Arbeit wird massiv besteuert, offizielles Gewerbe auch, nur der Privatdealer macht "brutto für netto". Daß diese neue Gesetzgebung einen riesigen bürokratischen Aufriß nach sich zieht, ist klar, aber daß Handlungsbedarf besteht, ist eben auch klar.


    Grüße

    bacigalupo

  • Es wäre zudem reichlich naiv zu glauben, daß die Finanzverwaltung bei einem entsprechenden Verdacht nicht verschiedene Datenquellen zusammenführt, insbesondere eben auch jene mit Informationen von den Bezahldienstleistern.

    na denn lassen wir sie mal die hunderte von VBs bei ebay Kleinanzeigen zusammenführen :-)


    Das wird dann so wie immer ein mehrfaches am Verwaltungsapparat kosten als es letztendlich einbringt. Aber das raffen die Deutschen irgendwie nicht. S.a. den deutschen Steuergesetzesschwachsinn.

  • Ich denke, wenn jemand gewerblich handelt, hat er auch Steuern zu entrichten; und zwar dort wo die Gewinnschöpfung stattfindet. Schliesslich würde sich der nicht steuerzahlende Gewerbetreibende gegenüber allen anderen, die so blöd sind und Steuer bezahlen, Wettbewerbsvorteile verschaffen. Wer seine Steuern nicht bezahlt verstösst gegen geltendes Recht. Die Verfolgung von Rechtsverstössen kostet den Staat immer Geld. Das kann sich nicht immer rentieren.


    Für mich als Käufer sind mit einer ordentlichen Rechnung und MwSt- Ausweis auch gleich meine Gewährleistungsansprüche geregelt. Das hat ja auch Vorteile.

    Viele Grüsse


    Winfried


    Nach 10 Jahren im Exil in der Schweiz schweiz.png ist mir das ß abhanden gekommen und es wird auch nicht mehr eingeführt!


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  • Ich denke, wenn jemand gewerblich handelt, hat er auch Steuern zu entrichten; und zwar dort wo die Gewinnschöpfung stattfindet.

    Ja logisch.


    Aber jetzt will Herr X., der seit Jahrzehnten alte Mercedes als Hobby hat, sein Lager verkleinern und verkauft auf ebay jede Menge Mercedesteile. Und plötzlich kommt eine fette Steuerrechnung wegen gewerblicher Tätigkeit. Die tausende von Euro die er über die Jahre für den Kauf der Teile und deren Aufarbeitung ausgegeben hat kann er leider nicht dagegen rechnen da der Nachweis fehlt.


    Das sehe ich als das Problem an.

  • ich schätze, so ein Abverkauf wegen Hobbyaufgabe läßt sich (er-)klären und ist auch nicht das Ziel des Gesetzes. Es geht schlicht unds einfach um die Leute, die neben ihrer Arbeit regelmäßig und mit der Absicht auf n auch Gewinnerzielung Teile, Autos, was auch immer an- und wieder verkaufen oder beleglos Dienstleistungen erbringen. Die schaden ja auch den echten gewerblichen Anbietern, die brav ihre Buchhaltung machen, ihren Steuerberater bezahlen, ihre USt abführen, ihre KV und Altersversorgung zahlen und eben auch den ganzen Gewährleistungskram erfüllen müssen. Von den Leuten, die offiziell erwerbslos sind und staatliche Leistungen beziehen, "nebenher" aber allerhand Geschäfte betreiben, noch gar nicht zu reden.

    Vielleicht konnten sich Staat und Gesellschaft solchen Mißbrauch und entsprechende Steuerverluste bisher leisten, weil die offiziellen Existenzen die Beiträge ja erbracht haben, aber nach 3 Jahren Coronahilfen wegen erzwunger Betriebsschließungen, Kosten der Klimakrise, Kosten des sicher noch Jahre laufenden Unkrainekriegs (jaja, die 100 Milliarden...), der Aufnahme von Flüchtlingen, den Milliarden für Energiebeihilfen, damt der Deutsche nicht die Heizung runterdrehen muß, und Kosten der für mit all diesen Dingen zusammenhängenden Geldentwertung wird es halt langsam duster und die Kohle muß her, also guckt der Staat nun langsam mal bei Hempels unters Sofa, was da so alles liegt.

    Wer zB so nebenher 5 Autos im Jahr "privat" vertickt, die er von vornherein nur zum Weiterverkauf mit Gewinn und nicht zur eigenen Nutzung erworben hat, der wird halt demnächst abgemolken, wenn er Pech hat. Da wird man evtl auch auf Daten der Prüforganisationen zurückgreifen, bei der einen oder anderen Werkstatt oder dem Teilehandel in die Rechnungen gucken, bei Speditionen nachhaken, Bankdaten und Inserate auswerten, der Möglichkeiten sind da viele und der eine oder andere Mitarbeiter der Finanzverwaltung wird sich so seine Beförderung von A9 zu A10 erarbeiten wollen. Oder in Polizeikontrollen unauffällig Halterdaten sammeln, "ausgeliehene" 06er Nummern notieren, Hängervermieter kontaktieren und das Ganze an geeigneter Stelle zusammenführen.


    Grüße

    bacigalupo

  • mein Senf dazu:


    ...natürlich will man immer NUR die Bösen bestrafen, belangen, zur Kasse bitten...,

    aber alle Guten müssen sich aufwändig erklären, beweisen und allgemeine Unterstellungen abwehren.


    Gruß Blacky

  • (...) Da wird man evtl auch auf Daten der Prüforganisationen zurückgreifen, bei der einen oder anderen Werkstatt oder dem Teilehandel in die Rechnungen gucken, bei Speditionen nachhaken, Bankdaten und Inserate auswerten, der Möglichkeiten sind da viele und der eine oder andere Mitarbeiter der Finanzverwaltung wird sich so seine Beförderung von A9 zu A10 erarbeiten wollen. Oder in Polizeikontrollen unauffällig Halterdaten sammeln, "ausgeliehene" 06er Nummern notieren, Hängervermieter kontaktieren und das Ganze an geeigneter Stelle zusammenführen.

    Nein, das alles "wird man" nicht, auch nicht "evtl.", denn wir leben in einem Rechtsstaat, an dem dir vielleicht so manches nicht passt, weil es deinen Interessen zuwiderläuft, der aber auf eine 'Stasi' verzichtet und auf Basis parlamentarisch verabschiedeter Gesetze arbeitet - gegen deren Umsetzung, falls nicht rechtmäßig und verhältnismäßig - man sich ggf. auch wehren kann.


    LG, Bodo

    instagram: ponton_ponton

  • Moin,


    die Schattenwirtschaft hatte im Jahr 2022 einen Umfang von 326 Mrd. EUR. Die Steuerausfälle werden auf die ehrlichen Steuerzahler umgelegt in Form höherer Steuern. Da ich mich zu den ehrlichen Steuerzahlern zähle habe ich wenig Verständnis für Leute, die auf Onlineplattformen ein großes Geschäft machen und so tun als ob sie Privatverkäufer wären.


    Durch die Maßnahmen ändert sich nichts an den Steuergesetzen sondern nur an deren Durchsetzung. Es war schon immer so, dass man Einkünfte die über den erlaubten Bagatellumfang hinaus gehen deklarieren muss. Jetzt wird man nur schneller erwischt wenn man es nicht tut. Früher als alles noch viel besser war (auch die Vergangenheit) gab´s das Internet und die Online-Plattformen nicht. Jetzt gibt´s das und damit die Möglichkeit sehr einfach ein großes Geschäft zu machen. Dass da der Daumen drauf gehalten wird, ist doch klar.


    Grüße Udo

  • freilich kann, darf und sollte man sich als Bürger wehren, wenn einem die Behörden ungerechtfertigterweise nachstellen, aber Steuerhinterziehung bleibt halt Steuerhinterziehung, und da kommt halt dann, wie es seit dem 1.1.23 scheint, auch die Steuerfahndung unseres Rechtsstaats ins Spiel, mit der elenden Stasi eines längst untergegangenen Unrechtsstaats hat das genau nichts zu tun.

    Wer gern und regelmäßig an- und verkauft, weil es Geld bringt, der muß halt auch Buchhaltung machen und Abgaben abführen, fertig. Das dürfte jeder Gewerbetrieb in der Welt so sehen.

    Und daß der Fiskus die Methoden der modernen EDV und das Zusammenführen von Daten nutzt, dürfte klar sein, auch in einem Rechtsstaat. Da wird man notfalls entsprechende, noch fehlende Ausführungsbestimmungen dazu erlassen. Und wem das nicht paßt, weil es seinen Interessen zuwiderläuft, der kann ja klagen. Wir leben ja in einem Rechtsstaat, da gebe ich Dir Recht.


    Grüße

    bacigalupo

  • Und so ganz am Rande sollte man sich auch mal vor Augen führen, wer der ominöse "Staat",

    der angeblich immer den kleinen an den Geldbeutel will, eigentlich ist:

    Das sind halt immer noch wir alle.

    Und als diese "wir alle" haben wir neben zugegebenermaßen hohen Kosten in Form von Steuern und Sozialabgaben aber auch die Nutzen von sozialer Absicherung, befahrbaren Straßen, funktionierender Infrastruktur und einem brauchbaren Gesundheitssystem.

    Das alles mag alles nicht perfekt und auch nicht immer gerecht verteilt sein, aber immerhin; im Vergelich zu den meisten anderen Staaten.


    Und dieser "100 Millionen-Wums" wird ja nicht einfach pulverisiert, sonden erstmal in die Wirtschaft gesteckt, also werden davon Löhne bezahlt, Material beschafft, etc. wovon eben Steuern und Sozialabgaben auch wieder in die staatlichen Kassen (also in unser aller Gemeinschaftskasse quasi) zurückfließen.


    Ich habe durchaus Verständnis dafür, wenn man unter dem Deckmäntelchen des Hobbys agierenden Gewerbetreibenden, die sich aus diesem Miteinander herausstehlen wollen, da etwas am Bärtchen zupft.


    Außerdem wird mit Sicherheit nicht flächendeckend jedem, der seine Teilebestände reduzieren möchte und mal über diese Grenze kommt,

    gleich eine Steuerprüfung ins Haus stehen.

    Das ist schon vom Personalaufwand her von den FA nicht zu stemmen.

    Gute Grüße
    Uli


    "Spaltmaße sind überbewertet."

  • Hallo zusammen,

    ich schätze, so ein Abverkauf wegen Hobbyaufgabe läßt sich (er-)klären und ist auch nicht das Ziel des Gesetzes.


    Nein, das alles "wird man" nicht, auch nicht "evtl.", denn wir leben in einem Rechtsstaat, ..... - man sich ggf. auch wehren kann.


    ist schon interessant was Leute hier für Vorstellungen haben...


    Also erst mal klar, jemand der Gewerbe treibt muss Steuern bezahlen.


    Aber die Transparenz fehlt, das hat die Anwältin im Video richtig gesagt, wo sind die Grenzen? Das ist im Ermessen des Finanzbeamten.


    Und bei deutschen Finanzbehörden gilt ein umgekehrtes Rechtsprinzip. Du musst beweisen daß du unschuldig bist. Es ist praktisch unmöglich zu beweisen daß man etwas nicht getan hat.


    Das ist schon vom Personalaufwand her von den FA nicht zu stemmen.

    Das brauchen sie gar nicht. Du verkaufst deine Hobbyteile auf ebay, 4000 Euro in einem halben Jahr. Der Beamte sieht das als Gewerbebetrieb. Du bist seit 2012 bei ebay angemeldet also schätzt das Finanzamt (ja, das dürfen die) daß du in den letzten 10 Jahren 80000 Euro auf ebay verdient hast. Und sie schicken dir eine entsprechende Steuerrechnung (mit Strafen, Zins und Zinseszins). Und die wird mit der gesamten Staatsgewalt durchgesetzt. Der Begriff "Stasi" der hier gefallen war ist meiner Meinung nach nicht zu weit hergeholt.


    Ich wünsche euch viel Spaß bei dem Versuch sich gegen den Steuerbescheid zu wehren. ;-)

    Die Betonung liegt auf Versuch, denn ihr werdet keinen Erfolg haben. Garantiert.


    Viele Grüße,

    Hagen

  • ich glaube, da siehst Du zu schwarz, schließlich wären das eine ziemliche Anzahl (ein paar Millionen) Bürger, die tatsächlich ehrenwert und legal Dinge verkaufen, die sie privat nicht mehr brauchen. So viel Urteilsvermögen traue ich deutschen Behörden schon noch zu, daß sie unterscheiden können, ob jemand überzählige Teile aus seinem Hobby privat und legal verkauft oder ob jemand den berühmten "Kücchentischhandel" mit Gebrauchtwagen oder anderen Gegenständen, sprich regelmäßigen An- und Verkauf mit Gewinnabsicht unter Umgehung der Regularien, die für als Firma angemeldete Betriebe gelten, betreibt.


    Daß unser Staatswesen 20 Jahre, nachdem das Internet und seine Möglichkeiten Allgemeingut geworden sind, doch mal aufwacht und nachsteuert, war zu erwarten. Andere Länder werden das genauso tun oder tun es bereits, garantiert.


    Grüße

    bacigalupo

  • Hallo Hagen,


    angesichts von weltweit höchsten Steuern ( nach Belgien) erschliesst sich auch mir der Standpunkt einiger

    Foristen nicht.

    Über Spanien lacht die Sonne, über Deutschland die ganze Welt.


    Gruss aus dem Froschland

    Reiner

  • Hallo Reiner,

    Über Spanien lacht die Sonne, über Deutschland die ganze Welt.

    ja, das sehe ich genau so.


    Aber die Meinungen einiger werden sich noch ändern wenn mal der Steuerbescheid ins Haus geflattert ist. Die Finanzbehörden eines bankrotten Staates sind nicht dein Freund.


    Und den Stress hat nur der ehrliche Bürger, der Ganove lacht sich tot. Siehe auch Beispiel mit den SIM Karten oben. Viel Aufwand und Zeitverschwendung für Firmen und rechtschaffende Bürger und der Ganove telefoniert mit Karten aus dem Ausland.


    Irgendwie von der Realität völlig losgelöst, die deutschen Politiker...


    Viele Grüsse,

    Hagen

  • Hallo Enzo,

    ich glaube, da siehst Du zu schwarz, schließlich wären das eine ziemliche Anzahl (ein paar Millionen) Bürger, die tatsächlich ehrenwert und legal Dinge verkaufen, die sie privat nicht mehr brauchen. So viel Urteilsvermögen traue ich deutschen Behörden schon noch zu, daß sie unterscheiden können, ob jemand überzählige Teile aus seinem Hobby privat und legal verkauft...

    nein, ich sehe da nicht schwarz sondern ich sehe das realistisch. Privatverkauf ist das nur noch bei großem finanziellen Verlust. Das wirst du bei Mercedesteilen aber nicht finden.


    Das Gesetz zielt darauf ab Steuern einzutreiben wo 1. Geld zu holen ist und 2. nur relativ wenig Widerstand zu erwarten ist. Also genau die Millionen von rechtschaffenden Bürgern die häufig auf ebay verkaufen.


    Bei denen die illegal in großem Stil Handel betreiben ohne auch nur einen Cent zu versteuern ist sowieso nichts zu holen. Die findest du ab jetzt auf ebay Kleinanzeigen mit VB ohne Preisangabe und Barzahlung bei Übergabe (hatte mich schon gewundert warum das plötzlich so oft auftaucht, Michaels Video ist die Erklärung).


    Warten wirs ab wer Recht behält.


    Viele Grüße,

    Hagen

  • Hallo,

    das mit der Steuerschätzung kann ich aus eigener Erfahrung nicht bestätigen.

    Ich war jahrelang Testamentsvollstrecker.
    Da die Belege der Erblasser nicht vorhanden waren schätzt das Finanzamt.

    Hat jetzt mit dem obigen Fall nicht 1:1 etwas zu tun, aber die Finanzbehörden sind zu eingem gewissen grad auch entgegenkommend.

    Die Schätzung belief sich auf das 3-fache Einkommon, dass die Erblasser sonst hatten.
    Das musste dann auch erstmal bezahlt werden.

    Auf Einspruch und Plausibilitätsdarstellungen reagierte das FA nach 2 Jahren mit Einsicht und hat die Steuer nebst Zins und Zinseszins rückerstattet.
    Darauf ankommen sollte man es nicht lassen, aber es sind auch keine Henker.

  • PS:
    Ich entsorge meinen Überfluss schon lange nicht wir über Plattformen wie eBay.

    Auf anderen Plattformen wie ebay Kleinanzeigen, Quoka, etc. kann der Verkauf nicht nachgewiesen werden.
    Wenn das Teil verkauft wird, löscht man die Anzeige mit dem Hinweis "nicht verkauft".

    Ergo keine Meldung ans FA.

    Also evtl. nach solchen Alternativen suchen, wenn man in diesen Bereich kommt.
    Und wer tatsächlich drüber kommt, ja mei, dann sollte man auch eine Erklärung abgeben.
    Man hat ja auch Kosten. Soviel wird es schon nicht an Last sein.
    Das hat noch den Nebeneffekt, dass die FAs dann zugekackt werden mit diesem Kleinscheiß.

    Vielleicht überlegt man es sich dann wieder in eine andere Richtung.

  • Und bei deutschen Finanzbehörden gilt ein umgekehrtes Rechtsprinzip. Du musst beweisen daß du unschuldig bist. Es ist praktisch unmöglich zu beweisen daß man etwas nicht getan hat.

    Hagen, damit kann ich Dir recht geben.


    Selbst erlebt, denn aus früheren Zeiten lief noch meine kleine Leasingfirma mit, welche alte bestehende Leasingverträge abwickelte, nichts neues mehr und nur geringe Umsätze machte.


    1. Gewerbetreibender und treuer Steuerzahler (ich) stellt an seinen Kunden eine Rechnung über ca. 30k für Dienstleistungen aus.


    2. Auftragnehmer (ich) und Kunde werden sich uneins und die Rechnung wird wieder storniert.


    3. Der Kunde belässt die Rechnung (trotz Storno) in seinen Büchern, um seine Steuerlast zu mindern. Das macht bei 30k schon was aus.


    4. Der Kunde hat aus anderen Gründen eine Steuerprüfung, der Prüfer fällt unter anderem über die Rechnung von 30k und macht einen Querverweis an das zuständige Finanzamt des Auftragnehmers (ich).


    5. Einen Monat später hat der Auftragnehmer (ich) eine Postzstellungsurkunde, die als Gegenstand die Mitteilung der Eröffnung eines Steuerstrafverfahrens beinhaltet. Nicht die Androhung oder die Bitte um Klärung des Sachverhaltes; … Nein, sofortige Eröffnung des Strafverfahrens, weil die Summe von 30k nicht als Einnahme versteuert wurde. Klar, das wäre angesichts der sonst niedrigen Umsätze für das FA sofort zu sehen gewesen.


    Und tatsächlich ist es so, dass die Einstellung des Steuerstrafverfahrens nur durch Vorlage eigener Beweise möglich war. Die Vorlage von Belegen, Kontenbewegungen und Schriftverkehr von drei Jahren waren nötig. Das Verfahren wurde nach einem Jahr eingestellt und nur ein versierter Steuerfachanwalt konnte helfen.


    Bis zur Einstellung des Verfahrens oder einen Richterspruch hat man übrigens beim FA Akteneinsicht, danach nicht mehr. Das FA hat sofort losgelegt, ohne die vorherige Chance, den Sachverhalt vorher zu klären.


    Woher ich das alles weiss? Weil ich der Auftragnehmer war, der sich ein Jahr mit dem FA herumärgern musste. Auf den Anwaltskosten (knapp 2k) blieb ich sitzen, denn die wären nur übernommen worden, wenn es zum Gerichtsverfahren gekommen wäre.


    Trotzdem bin ich der Meinung, dass anfallende Steuern von Gewerbetreibenden eingetrieben gehören. Wer seine alten Garagenbestände, seine private Autoversammlung oder ähnliches verkaufen möchte hat nichts zu befürchten. Seine Anzeige bleiben in der Bucht erhalten und können als Beweis herangezogen werden. Ich bin wegen der merkwürdigen Bezahlmodalitäten eh bei ebay ausgestiegen.


    Ansonsten ist es einfach so, dass die Umsetzung/Durchsetzung bestehender Gesetze einfach vorangetrieben werden muss. Das gilt für viele Bereiche.

    Viele Grüsse


    Winfried


    Nach 10 Jahren im Exil in der Schweiz schweiz.png ist mir das ß abhanden gekommen und es wird auch nicht mehr eingeführt!


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