Posts by aggiepack

    Es ist eben - bedauerlicherweise - so, daß hier von Zeit zu Zeit Personen auftauchen, die den vdh mit Amazon Prime oder dem ADAC verwechseln und meinen, mit der Entrichtung eines Beitrages gäbe es nur Rechte.


    Geld mag die Welt regieren, aber nicht den vdh. Das hat auch ein sympathischer Automobilhersteller in der Vergangenheit auf die harte Tour lernen müssen. Erstaunlicherweise stemmt der vdh allerdings Projekte, an denen andere gescheitert sind. Es dürfte weltweit keinen anderen Verein in diesem Bereich auf ehrenamtlicher Basis geben, der auch nur ansatzweise vergleichbares geleistet hat.


    Jeder, der meint sich über den vdh mokieren zu müssen, sollte zumindest insgeheim einmal für sich die Frage beantworten, was er selbst zur Erfüllung des Vereinszweckes in der Vergangenheit beigetragen hat. Wenn die Liste verblüffend kurz ausfällt, sollte man dann auch vergleichsweise zurückhaltend sein.


    Wenn ich vor meinem geistigen Auge mal Revue passieren lassen, mit welcher Art von Beschwerden und Anfeindungen der vdh der Vergangenheit konfrontiert war, dann kann man eigentlich nur zur Erkenntnis kommen, daß alle Funktionsträger das Gemüt und die Geduld tibetanischer Bergziegen haben müssen.


    Wer nur einmal live mitbekommen hat, was Horst Stümpfig am Telefon quasi als Gesprächstherapeut zu den unmöglichsten Tages- und Nachtzeiten leistet, muß eigentlich in Erfurcht und Demut vor dieser Leidensfähigkeit erstarren.


    Meine persönlichen Highlights sind- und da gibt es sicherlich unzählige weitere, viel absurdere Episoden, von denen die Protagonisten vor Ort berichten können -

    - Bei der zwischenzeitlich legendären 15-Zoll Fuchs-Felgen-Nachfertigungsaktion beschwerte sich ein Käufer/Mitglied über eine Staubeinschluß auf der Innenseite der Felge und droht mit Klage

    - Beim Jahrestreffen waren einem Mitglied an einem Stand die Nackensteaks vom Fränkischen Landschwein der Haltungsform 5 zu fettig und verlangt Abhilfe mit gehobenem Catering

    - Mitglied verlangt vom vdh die Übernahme des Kostenrisikos in der gerichtlichen Auseinandersetzung mit einer Werkstatt nachdem die eigene Rechtschutzversicherung wegen fehlender Erfolgsaussichten keine Deckungszusage erteilt hat

    - Mitglied mit Wohnsitz in der Schweiz beschwert sich, da ihm bei der persönlichen Abholung von Teilen in Ornbau die (deutsche) Mehrwertsteuer in Rechnung gestellt wird, obwohl er die Teile über Österreich in die Schweiz verbringen will

    Bei ausgeblichener Farbe wird ma. mit einem Reiniger wenig Verbesserung erzielen.


    SEM Color Coat wäre für mich das Mittel der Wahl. Entscheidend für ein überzeugendes Ergebnis ist die quasi-religöse Befolgung der Verarbeitungshinweise. Wenn es gut werden soll, dann muß die Abdeckung raus. Alles andere ist eben Murks.

    In Europa sind SEM Produkte nicht so ganz einfach zu bekommen, aber z.B. hier offenbar verfügbar

    SEM Color Coat 400 ml - HAPO-Smartrepair-Shop.com


    Eine Dose reicht üppig für ein Armaturenbrett.

    Thotty

    Zum Realitätsverlust kommt offenbar auch noch das Fehlen jeglicher vdh-DNA. In die ganzen Nachfertigungsaktionen fließen ungezählte ehrenamtliche Stunden hinein. Es findet sich fast immer einer, der mittendrin oder hinterher nörgelt. Interessanterweise sind es ausnahmslos immer Leute, die sich selbst in diese Arbeit nicht einbringen.


    Wenn eine Nachfertigungsaktion, für die wahrlich keine Werbung gemacht wurde, mit nur sechs Wochen Zeitverzug zum Abschluß gebracht werden kann, dann ist es wirklich gut gelaufen. Es gibt Aktionen, da reden wir über Jahre, und zwar ohne ein Mitverschulden des vdh.


    Nachfertigungen sind nicht so anz einfach. Alleine schon der jahrelange Verzug etwa von Bosch bei den ABS -Sensoren zeigt, daß auch die OEM-Hersteller, die über alle Daten, Spezifikationen und Ressourcen verfügen, damit ihre liebe Mühe haben.


    Wer also im Vertrauen auf die taggenaue Lieferung einer Nachfertigung eine Restaurierung eintaktet (weil er die Lieferung als sicher ansieht) , ist bei aller gebotenen Contenance und allem schuldigen Respekt mit dem Klammeraffen gepudert.


    Die ganzen Heerscharen von Sattlern, Karosseriebauern und Lackierern können sich an der Kiste austoben, und zwar ohne daß das Fehlen des Stabis hier und heute irgendwie ins Gewicht fällt.

    Mal wieder die typische Moserei an der falschen Klagemauer, gepaart mit der Verkennung der Realität.


    Ein alter Benz ist keine kritische Infrastruktur, bei der Wohl und Wehe der ganzen Nation von der Verfügbarkeit einer Nachfertigung abhängt.


    Glaubt hier irgendjemand wirklich ernsthaft, daß sich ein OEM Lieferant gegenüber dem vdh auf einem womöglich auch noch vertragsstrafenbewehrten fixen Liefertermin einläßt um die Urlaubsplanung eines einzelnen Abnehmers abzusichern?


    Ich rate zu deutlich weniger Anspruchsdenken und wesentlich mehr Gelassenheit.

    Bei Sattlerbetrieben sollte man - wie auch bei Lackieren - nicht nur vor der eigenen Haustüre suchen. Natürlich schön, wenn es um die Ecke ist, aber die Bequemlichkeit ist nur ein Faktor.


    Ich kann Jörg Ristau (http://www.ledergarage.de) empfehlen. Sehr schneller Kostenvoranschlag, umfassende Auswahl an Leder, schnelle Umsetzung, sehr zivile Preise.


    Von Berlin aus würde ich auch ggf. Betriebe in Betracht ziehen, die in Polen ansässig sind. Da gibt es auch einige, die in Deutschland eine sehr gute Reputation haben.

    Im Zweifel bei einem der alteingesessenen Betriebe aufarbeiten lassen. Da sind mittlerweile einige seit Jahrzenten im Geschäft. Wie bei Lack und Satllern gilt auch hier: Geduld. Bekannt und bewährt Claudio Tescari, Köln

    Bei allem schuldigen Respekt und aller gebotenen Contenance: es ist schlicht juristischer Unfug zu proklamieren, daß ein Lackierer ohne ausdrückliche Vereinbarung ein Lacksystem zu verwenden hat, welches sämtlichen Originalspezifikationen entspricht.


    Abgesehen davon, daß die damaligen Herstellungsbedingungen im Werk ohnehin de facto sich im Reparaturbereich nicht reproduzieren lassen, entfernt sich diese Forderung von jeglicher Realität. Heute gängige Reparaturmaterialien unterscheiden sich grundlegend selbst von Produkten, die noch vor 30 Jahren gang und gäbe waren, wie etwa beim VOC-Anteil, Trocknungsdauer oder Trockungstemperatur.

    Ich versuche die Situation in einen fachlichen und kursorischen juristischen Kontext unter Anwendung des BGB zu setzen.


    Ich vermute mal, daß - wie so häufig in diesem Bereich - keine klaren schriftlichen Abreden getroffen wurden und es am Ende des Tages bei einer gerichtlichen Klärung es im wesentlichen auf die Auslegung der Angaben wie auch auf die konkrete Beweislastverteilung hinausläuft.


    Vorab: wenn Schwarzgeld im Spiel ist, ist der Fall sowieso sofort zu Ende.


    Der Lackierauftrag ist ein Werkvertrag. Geschuldet wird ohne abweichende Vereinbarung ein Werk frei von Sachmängeln von zumindest von mittlerer Art und Güte, § 633 BGB.
    Die Ansprüche des Bestellers ergeben sich dann aus § 634 BGB.


    Preisfrage ist daher

    a) ist das verwendete Produkt von Sikkens generell tauglich und

    b) stellt der Farbton oxfortblau einen Sachmangel dar.


    Teil a) ist relativ einfach zu beantworten. Wenn nicht ausdrücklich ein anderes Fabrikat vereinbart wurde, ist das gewählte Produkt fachlich nicht zu beanstanden. Es gibt eine Handvoll von Anbietern, die teils auch nur begrenzte lokale Bedeutung haben. Bei manchen Lackierern herrscht eine fast ins religiöse hineingehende Bindung zu einer bestimmten Marke.


    Teil b) ist etwas komplexer.

    Ausgangspunkt der Überlegungen ist die Angabe 332 (G) und der Umstand, daß es sich um einen PKW handelt. Im Wege der Auslegung wird man daher zu dem Ergebnis kommen, das Fahrzeug sollte in diesem Farbton lackiert werden.


    Der Umstand, daß ggf. Rezepturen in unterschiedlichen Schattierungen angeboten werden, ist hier fachlich nicht relevant.


    Wenn man mit dem Farbtonfinder von Glasurit ein wenig herumspielt

    https://coloronline.glasurit.com/?language=8


    wird für Mercedes unter 332 dunkelblau und unter 5332 oxfortblau ausgewiesen. Es ist also für oxfortblau bereits eine andere Farbnummer zugewiesen.


    Die Auswahl bei den Modellen umfaßt in der Glasurit Datenbank nicht den W100 und tatsächlich überschneiden sich auch die Verwendungszeiträume beider Farbtöne.


    Schaut man sich die verfügbaren Produktreihen von Glasurit für oxfortblau an, so sind dies Produkte der Glasurit- Reihen 22 und 68. Das sind Produkte, die nach den Datenblättern ausdrücklich für den Nutzfahrzeugbereich vorgesehen sind.


    Die Farbe oxfortblau scheidet damit aus, da lebensnah nicht davon ausgegangen werden kann, daß ein Kunde einen PKW in einem LKW Farbton lackiert haben möchte, ggf.sogar unter Verwendung von einem für diesen Anwendungszweck besonders eingestellten Lackmaterial. (5)322 oxfortblau dürfte keine Farbe aus der regulären Farbpalette für PKW dieser Baujahre gewesen sein.


    Wenn der Lackierbetrieb möglicherweise auf Grund von widersprüchlichen Angaben in Datenbanken anderer Hersteller Zweifel hat oder sich bei verständiger Betrachtung solche Zweifel aufdrängen, dann ist der Lackierbetrieb zur Aufklärung verpflichtet.


    Die Ausführung in oxfortblau ist daher ein Sachmangel. Da der Werkunternehmer grundsätzlich bis zur Abnahme für die Mangelfreiheit beweisbelastet für die Mangelfreiheit ist, läuft es der Sache nach auf eine Neuherstellung hinaus.

    Viel Lyrik, aber die wesentlichen Punkte bleiben im Dunkeln:


    1. Um es mal deutlich zu sagen: diese copy and paste Pseudo-Gewährleistungsausschlüsse sind für die Katz‘.

    2. Wo liegt der tiefere Sinn hier noch einen weiteren Kaufvertrag nach dem Ende der EBay-Aktion zu machen?

    3. Was steht da drin im Hinblick auf Gewährleistung und zugesicherte Eigenschaften?

    4. In tatsächlicher Hinsicht: Unfallschaden in der Vergangenheit ja/nein?

    Es geht mal wieder in juristischen Dingen hier vogelwild durcheinander.


    Und ja, es kommt wie so oft bei der Rechtsfindung auf die Umstände des Einzelfalles an.


    Die erste Frage bei Gerichtsstandsproblemen, die anfänglich nicht problematisiert wurde, lautet immer: Auslandsbeteiligung ja oder nein?


    Selbst wenn man auf Grund des zweiten präzisierten Szenarios unterstellt, daß keine Auslandsbeteiligung vorliegt, liegt der erste Fallstrick hier schon die beabsichtigten Verwendung eines "ADAC Standardvertrages". Das kann im späteren Streitfall dann zu sehr unerfreulichen Überraschungen führen, und zwar dann, wenn die Frage aufkommt, wer den Vertragstext gestellt hat und zu wessen Nachteil dann etwaige Wertungen im Rahmen der § 305 ff BGB ausfallen.


    Die wesentlichen Regelungen zu Gerichtsständen finden sich in § 12 ZPO. Besondere Bedeutung hat § 38 ZPO, der de facto dazu führt, daß nur in engen Grenzen Gerichtsstandsvereinbarungen unter Beteiligung von Verbrauchern wirksam sind.


    Einen völlig neuen Twist bekommt der Sachverhalt nun durch die angedeutete Versteigerung auf ebay. Da ergeben sich dann weitere und auch ganz andere Probleme.

    Alleine schon aus dem Umstand, daß der Verkäufer eine Vielzahl von Verkäufen über ebay abwickelt, kann ihm im Einzelfall selbst bei einem "privaten" Verkauf in die Rolle eines gewerblichen Verkäufers rücken.

    Nur soviel: der Kaufvertrag wird hier nicht quasi bei Abholung und dem Ausfüllen eines ADAC-Formulars geschlossen.

    Die weitere vielfach übersehene Problematik liegt auch darin, daß vertragliche Regelungen - insbesondere auch solche, die in irgendwelchen Textfeldern der Artikelbeschreibung eingebaut werden - auch noch zusätzlich den Vorgaben von EBay entsprechen müssen.

    Das Urteil ist kein Sargnagel für die Oldtimerei.


    Solange das vollständige Urteil nicht vorliegt, sollte man natürlich mit einer abschließenden Bewertung vorsichtig sein.


    Zentral ist für mich jedoch die Aussage, daß die Zustandsnoten der gängigen Bewertungsmodelle quasi nunmehr ein Industriestandard sind. ClassicData & Co haben es damit innerhalb von rund 30 Jahren geschafft ihre Kriterien zu etablieren. Zwischen den einzelnen Bewertungsmodellen gibt es Nuancen, aber wer heute Zustand 2 bewirbt muß eben auch ein Fahrzeug liefern können, welches Jahreswagenanforderungen genügt. Vieles, was als Zustand 2 beworben wird, ist bei Tageslicht betrachtet vielfach eben doch eher ein 3er.


    Perspektivisch wird die Entscheidung möglicherweise dazu führen, daß seriöse Gutachter bei der Vergabe guter bis sehr guter Bewertungen zukünftig vorsichtiger werden, denn irgendwann steht auch die persönliche Haftung des Gutachters im Raum, insbesondere dann wenn er damit rechnen muß, daß dieses Gutachten auch bei einem Verkauf in die Verhandlungen eingeführt wird.

    AMIL war ein belgischer Hersteller, der meiner Kenntnis nach durch Insolvenz vom Markt verschwunden ist.


    Irgendwo sollte sich ein KBA-Typzeichen im Format KBA xxxxx auf den Felgen (ggf. auch auf der inneren Anlagefläche) finden lassen. Falls nicht, existiert keine ABE und dann kann es ungemütlich werden.

    Mit dem hier berichteten Tod von Herrn Kienle

    Weltbekannter Ditzinger Geschäftsmann: Oldtimer-Restaurator Klaus Kienle gestorben
    Der unter Betrugsverdacht stehende Oldtimerhändler und -Restaurator Klaus Kienle ist tot. Er starb im Alter von 77 Jahren in seinem Wohnhaus. Anzeichen auf…
    www.stuttgarter-nachrichten.de


    dürfte sich die Aufarbeitung der gesamten Insolvenz und der „Modifikationen“ an Fahrzeugen im Rahmen eines strafrechtlichen Prozesses weitgehend erledigt haben. Gegen Herrn Kienle ist das Verfahren nach § 170 StPO bzw. § 206a StPO einzustellen. Wenn es weitere Mitbeschuldigte gibt, werden die ihre Verteidigungsstrategie entsprechend anpassen.

    Mir erschließt sich der Sachverhalt und das eigentliche Anliegen nicht. Wenn das Auto mit dem aktuellen Vergaser nicht vernünftig läuft, ist doch die primär zu klärende Frage: welche Ausführung muß da eigentlich eingebaut sein und was ist tatsächlich eingebaut. Ist die richtige Ausführung verbaut, ist die Überholung des Altteils die logisch vorrangige Handlungsoption bevor man sich auf irgendwelche Alternativen mit unbekannter Vergangenheit macht oder gar selbst anfängt Zombiehybriden zusammenzubasteln.


    Die Frage ist hier weniger, ob das ganze Teiletetris mechanisch paßt, sondern ob es hinterher auch wie vorgesehen und nicht nur irgendwie funktioniert.


    Alleine bei Volvo wurden innerhalb weniger Jahre zig unterschiedliche Varianten eingesetzt.


    Technische Infos: Typenkunde Volvo Stromberg Vergaser
    SKANDIX - Ersatzteile für skandinavische Automarken
    www.skandix.de


    Wenn die richtige Ausführung ermittelt ist, dann geht es in die jeweilige Teileliste zur Ermittlung der passenden Teilenummer für die jeweiligen Bauteile. Die Webseite aus den anfängen des Internets von ruddies-berlin.de ist da immer noch recht hilfreich.

    Bevor man bei dem Schaumstoff mit der Drahtbürste beigeht, würde ich es wahrscheinlich erst einmal mit einem Hochdruckreiniger mit moderatem Druck versuchen. Für irgendwelche Kleberrückstände findet sich dann immer noch ein Lösungsmittel.

    Oh je. Wie kann man denn auf Verdacht und im blinden Vertrauen auf aktuell nicht lieferbare Bezugsmaterialien mit solchen Arbeiten überhaupt anfangen? Wie bei allen Nachfertigungsaktionen kann es mal schnell zu ein paar Jahren Verzögerung kommen.


    Sollte GAHH noch genug Material am Lager haben, wird es über die Versandkosten mit Einfuhrumsatzsteuer eben teuer. Da könnte es sich fast lohnen nach einem billigen Flug Ausschau zu halten und die Ware selbst abzuholen.

    Die Maxilite-Problematik haben wir hier schon vor über 10 Jahren (!) erörtert.


    Wer ernsthaft glaubt, er bekomme zu dem Preis etwas, was Fuchs-Felgen auch nur ansatzweise in Sachen Fertigungsweise und Qualität nahekommt, ist m.E. naiv.