Motorlager extra stark

  • Hallo zusammen,


    bei der Olive (mein 280SE W108 ) war das Motorlager auf der Beifahrerseite völlig im Eimer, das Gummi war rundum gerissen und die Schraubenaufnahme lag direkt auf dem Vorderachsträger auf. Nicht gut. Also musste es gewechselt werden. Hab dazu Meyle Motorlager bestellt. Allerdings las man hier im Forum öfters, dass die neuen Lager zu weich sind und deshalb schon nach kurzer Zeit (Monate bis Jahre) wieder kaputtgehen. Da bei der Olive auf der Beifahrerseite am Motor noch der schwere York Klimakompressor hängt, habe ich überlegt wie man das Lager verstärken kann. Letzendlich habe ich Folgendes, Simples gemacht:


    Aus dem alten Lager einen Gummiblock ca 7 x 4 x 3cm ausgeschnitten und in den Hohlraum des neuen Lagers eingesetzt. Der sitzt nun bündig zwischen Lager und Vorderachsträger und bietet so eine erhebliche Unterstützung. Denke, das sollte lange halten. Ich werde ggf berichten.


    By the way, Motorlager alleine ohne Helfer beim W108 Einspritzer zu tauschen ist ja fast Höchststrafe. Wegen Ansaugspinne, Einspritzgestänge und dem Krümmer kommt man ja praktisch nicht an die Lagerschrauben ran. Nur im Motorraum knieend, mit doppelter Verlängerung und ggf Knickgelenk (und dem Abbau diverser Teile). Und dann war die hintere M6 Innensechkant natürlich auch noch vernudelt, dh der Inbus drehte sich durch. Musste ich doch mühsehlig einen Torx mit 1kg Hammer einschlagen, bis sich das Mistding nach fast einer Stunde bewegte.


    Und den Motor nach Befestigung auf dem Achsträger so zu zentrieren, dass der Motorträger mit dem Lager fluchtet und man diese Riesenschraube eindrehen kann... Deswegen habe ich vorher die Bohrung des Lagers mit einem 13er Bohrer etwas angesenkt, so dass die Schraube besser reinflutscht (wichtig, haha8o).


    Trotztdem, nur für dies eine Lager hab ich bestimmt 4 Stunden gebraucht. Das auf der Fahrerseite hab ich erstmal gelassen, das sah noch ok aus und 'never change a running system'.


    Gelagerte Grüsse

    Tom

  • Hallo Tom,


    ich hatte ja die zweifelhafte Ehre, meine Motorlager insgesamt dreimal zu erneuern. Das erste Mal wegen Defekt der Originalteile, bei welchen nach über 40 Jahren das Mittelteil mit den einvulkanisierten Gewinden komplett herausgerissen war. Das zweite und dritte Mal, weil der Motor nach wenigen Monaten wieder auf dem Vorderachsträger lag, da die Lager offensichtlich zu weich waren.


    Ich habe die Lager jedesmal vom jeweiligen Radhaus aus gewechselt, beim V8 hat man da vom Motorraum aus praktisch keine Chance. Das Ganze war zwar etwas beengt, aber durchaus in einer guten Stunde machbar (beide Seiten versteht sich).

    Am schwierigsten war da noch das anfädeln der Schrauben, mit denen die Motorträger an den Lagern befestigt werden, weil hier erstmal die Fluchten passen müssen, damit die Schrauben die Gewinde finden.


    Die Inbusschrauben habe ich mit einem kleinen Aufsatz und einem 1/4“ Handstück aus/eingebaut. Dabei muss man zwar vom Radhaus her blind schrauben (was sehen oder schrauben, beides gleichzeitig geht nicht), das ging aber eigentlich ganz gut.


    Seit nunmehr über 4 Jahren halten die (derzeit nicht erhältlichen) Originalteile meinen Motor oben, ich hätte gleich diese Dinger verbauen sollen, anstatt zuerst Im Zubehör zu kaufen. Ich weiß gar nicht mehr, wer damals der Hersteller der Zubehörteile war, die Originalteile kommen jedenfalls von Phoenix.


    Mit freundlichen Grüßen

    Maik.

    "Die weltweite Nachfrage nach Kraftfahrzeugen wird eine Million nicht überschreiten, allein schon aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren"
    (Gottlieb Daimler)

  • Hallo,

    man könnte das Lager auch mit (schwarzer) Silikonmasse (zumindest fast vollständig ) von der Unterseite her auffüllen (und - klar - trocknen lassen vor Montage). Dann kann das Lager noch etwas nachgeben, bis das Silikon mit arbeitet.

    Da Silikon jedoch Essigsäure enthält, sollte die Masse wirklich abgebunden haben ... .

    ist nur eine Idee ... .

    Grüße

    Marc

  • Hallo Marc,

    Da Silikon jedoch Essigsäure enthält, sollte die Masse wirklich abgebunden haben ... .

    ist nur eine Idee ... .

    falls Du das probieren willst: es gibt auch essigsäurefreies Natursteinsilikon (Datenblatt konsultieren). Aber auch das wird ein paar Wochen dauern bis diese Schichtdicke durchgetrocknet ist. Besser ist wohl Zweikomponentensilikon. Dies wird zum Herstellen von Gussformen verwendet.


    Viele Grüße,

    Hagen

    .

  • Hallo Michael,

    Oder im Dentalbereich...: Polyvinylsiloxane

    Vorteil: unterschiedliche Shore-Härten lieferbar und misch- und dosierbar....

    ja, mein Zahnklempner hat auch immer so tolles Zweikomponentenzeug da. Ich war schon ein paar mal versucht zu fragen ob man mal eine Kartusche bekommen könnte... Sind mir schon viele Anwendungen beim Schrauberhobby eingefallen. Aber ich denke alles was mit Zahn zu tun hat ist eher auf der teuren Seite angesiedelt.


    Was ist eigentlich mit so PU Material? Das gibt es doch auch zum Gießen von Gummilagerbuchsen.


    Viele Grüße,

    Hagen

    .

  • PU ist sch....ße, versprödet.


    Gockel doch mal additionsvernetzte Silikonabdruckmassen, mitunter sind die recht erschwinglich.

    Keine kondensationsvernetzten wählen, die schwitzen Wasser aus, gammelt dann schneller ||||||...



    In den Beschreibungen müsste die Shorehärte angegeben sein...

  • Alternativ wäre auch "IMPREGUM" ( 3M Deutschland GmbH, ESPE Platz, 82229 Seefeld), ein Pölyäther, denkbar (wenn dein Motorlager nicht der Minzgeschmack stört :D:D), das verbindet sich sogar mit Gummi, da liegen die Shore-Härten hier:


    Shore-Härte IMPREGUM DuoSoft: nach 15 Min.: 39-44; 1 h: 46-50; 24 h: 47-53;
    IMPREGUM DuoSoft Quick: nach 15 Min.: 49-53; 1 h: 51-55; 24 h: 52-56


    Vorteil: geringe Schrumpfung


    Lineare Maßänderung /
    Schrumpfung
    DuoSoft: -0,4 %;
    DuoSoft Quick: -0,3 %
  • Ihr .. ihr ... Schemiker ^^


  • Phoenix gibts nicht mehr, wurde von Conti aufgekauft.

    In Harburg sind noch die beiden alten Werke, eins Seehafenstraße, das Hauptwerk am Bahnhof.

    Wenn, dann bei der Conti nachfragen.


    Gruß

    Christian

  • Die Phoenix Lager habe ich bisher ausschließlich als Originalteile gesehen. Zur Zeit gibt es die Lager, zumindest für die kleinen V8 (3,5+4,5) bei MB gar nicht mehr. Wenn das weiter so ist, bleibt nur Ersatzteil-Lotto mit Zubehörteilen. Die Teile von Phoenix funktionieren wie gesagt auch dauerhaft, hier scheint Gummimischung und Härte zu stimmen.


    Ob die Problematik bei den anderen Motorisierungen auch so krass ist, kann ich nicht wirklich beurteilen. Aber wir hatten definitiv schon extrem verfrühte Ausfälle bei 190SL von Kunden, auch da waren die Motorlager innerhalb weniger Monate platt wie Flundern.


    Mit freundlichen Grüßen,

    Maik.

    "Die weltweite Nachfrage nach Kraftfahrzeugen wird eine Million nicht überschreiten, allein schon aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren"
    (Gottlieb Daimler)

  • Hallo Matthias,


    Phönix war (ist?) doch auch der Originalhersteller der Luftfedern. Das finde ich sympathisch.

    Nur, wie kommt man an Phönix-Motorlager?

    Hallo Markus,

    nachdem meine Febi-Lager nach sehr kurzer Zeit den Geist aufgegeben haben, hab ich auf die Schnelle gebrauchte Phoenix-Lager eingebaut. Das ist jetzt ca. 8 Jahre her und die Phoenix-Lager sind immer noch unverändert. Eventuell nach Gebrauchtteilen Ausschau halten?


    Gruß, Rory

  • Hallo Rory,

    die Federbälge werden von Contitech produziert, Das Phönix-Logo wird noch verwendet da es zur Positionierung der Bälge am Fahrzeug erforderlich ist.

    Es markiert die lage der Naht welche dann in der geringwalkensten Einbaulage montiert werden soll.


    Gruß HaWA

  • Scheint dort genau das gleiche Problem zu sein, Gummis zu weich. Deswegen habe ich ja auch ein Stück vom Original Lagergummi beim Neuen untergelegt, so dass das Lager weniger als 5 mm schwingen kann und es gleichzeitig von unten gegen langfristiges Absinken gestützt wird. So habe ich praktisch die Shore Härte vergrössert (uff ich werf hier mit Begriffen um mich, die ich gar nicht kenne :saint:) Aber meine Logik sagt mir, dass das auf jeden Fall länger halten wird als ohne. Bei einer ersten Probefahrt war ich jedenfalls angenehm überrascht, um wieviel weniger der Motor jetzt vibriert - naja vorher lag ja quasi auch Metall auf Metall bei dem alten Lager.

    Und falls es doch zusammenbricht, dann hab ich noch das zweite Meyle Lager und dann würde ich es von innen komplett füllen, zB einer passend geschnittenen Lauffläche aus einem Reifen oder so. Die hat ja eine Stahlkarkasse, Heavy Metal sozusagen :thumbsup:

  • Hallo,


    ich weiß nicht, warum es offensichtlich so schwierig ist die Teile in einer richtigen Shore Härte zu produzieren. Wenn ich früher, Bauteile in Gummi konstruiert habe, habe ich den Lieferanten immer gebeten das Bauteil für die Bemusterung/ Freigabe in drei unterschiedlichen Shore Härten vorzustellen. Da lediglich unterschiedliche Gummimischungen im vorhandenen Werkzeug verwendet wurden, war es nie ein wirkliches Problem. Nach diversen Tests und Prüfungen wurde dann die gewünschte Shore Härte in der Bauteil Zeichnung endgültig festgelegt.

    Grüße aus OWL

    Rolf :thumbsup:

  • Hi Maik, ich seh allerdings auch im EPC, dass mein 2.8 und dein 4.5 unterschiedliche Motorlager (Gummilager) haben. A1162400418 vs A1162230112. Der V8 ist ja auch deutlich schwerer. Scheinen aber beide weder bei MB (Online) noch im VDH (Neuteilelsite) mehr lieferbar zu sein. Wo hast du denn die Originalteile her?

    VG Tom

  • Hi Maik, ich seh allerdings auch im EPC, dass mein 2.8 und dein 4.5 unterschiedliche Motorlager (Gummilager) haben. A1162400418 vs A1162230112. Der V8 ist ja auch deutlich schwerer. Scheinen aber beide weder bei MB (Online) noch im VDH (Neuteilelsite) mehr lieferbar zu sein. Wo hast du denn die Originalteile her?

    VG Tom

    Hallo Tom,


    Recht hast Du und genau dort wird das Problem liegen. Die Lager für M130 und M116/117 sehen optisch gleich aus und offensichtlich haben die Produzenten der Zubehörteile den Dingern zwar auch unterschiedliche Artikelnummern verpasst, aber letztlich trotzdem die Teile für die Achtzylinder nicht entsprechend straffer ausgelegt, bzw. nicht straff genug.


    Wie kommst Du auf die Teilenummern? Die zuletzt gültige für die V8 Lager war definitiv A 111 220 00 17, das ist ein Rep.-Satz mit zwei Lagern und allen Schrauben dazu. Für den 108018, also 280SE hieß die zuletzt erhältliche Nummer A 108 220 00 17 und auch das war ein Rep.-Satz mit besagtem Umfang.


    Erhältlich sind aber beide z.Zt. nicht, das ist richtig, meine habe ich vor über 4 Jahren noch bei Mercedes gekauft.


    MfG

    Maik

    "Die weltweite Nachfrage nach Kraftfahrzeugen wird eine Million nicht überschreiten, allein schon aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren"
    (Gottlieb Daimler)

  • Hallo,

    auch ich war geschädigt. Die Motorlager hielten nicht. In verschlissenem Zustand sprang der Wagen, ein 112,

    beim gaswegnehmen aus Vollast ca 70 cm nach links. Der Grund waren auch falsch eingestellt Ausfederungsanschläge. Gleichzeitig lagen die Gummis durch. Verschiedene Füllstoffe zerkrümelten bald.

    Schliesslich habe ich passende Scheiben aus der Lauffläche eines Reifens geschnitten. Eine Stichsäge

    schneidet auch durch die Stahleinlage.

    Allerdings habe ich nicht die weiter oben gezeigten Lager sondern die runde Version.

    Hält seit langem.


    Gruss

    Reiner