300SEL 6.3 Motorreparatur Kurbelwellen Simmering und Einspritzpumpe

  • Greetings!


    Hab ein kurzes Video zum aktuellen Stand der Motorreparatur am 6.3 eingestellt: Der Wagen bekommt eine überholte Einspritzpumpe, eine neue Steuerkette und vor allem einen neuen Kurbelwellen Dichtring. Darüber hinaus suche in nach weiteren Öllecks. Dazu sind reichlich viele Teile vorher abzubauen, zB Zylinderkopfhauben, das linke Saugrohr, Kühlwasserleitungen, Kühler, Hupen und Hörner, Klimakühler, Lichtmaschine mit Halter, Luftpresser und Servopumpe, Zündverteiler mit Antrieb, Kurbelwellen-Riemenscheibe samt Schwingungsdämpfer und der vordere untere Stirndeckel.


    Falls noch jemand Tipps zu den im Video angesprochenen Aufsetzen der Riemenscheibe hat, bitte gern hier posten.


    VG Wuff


  • Coooool


    und mich nervt, wenn ich an die LiMa-Schrauben bei meinem Ponton nicht hinkomme.
    Das ist wohl eher die Kindergartenarbeit die ich da mache und ich weiß jetzt, dass bei mir Platz kein Problem ist.

    Meine Herren - ich glaube das wäre mit zuviel Geschraube.

    Aber meinen Respekt hast Du.

    Viele Erfolg und Spaß

    Eigentlich ist eigentlich ein Scheißwort.

  • Respekt!

    Das ist wirklich eine Mega Schrauberei um den Simmering zu wechseln. Ich habe im Sommer ganz gute Erfahrungen mit Kältespray bei Kurbelwellenlagern gemacht, allerdings waren die von Mopeds und daher im Durchmesser etwas kleiner........deine Riesenkurbelwelle wird wohl viel Kälteenergie aufnehmen können. Wie wäre es mit Trockeneis?

    Ich wünsche weiterhin viel Erfolg und Glück!

    I.

  • Hallo zusammen,


    habe vor einiger Zeit Ventilführungen mit ordentlich Kältespray eingesetzt, den Zylinderkopf vorher auf 120 °C aufgeheizt.

    Das ging trotzdem recht stramm.

    Das nächste Mal will ich es mit flüssigem Stickstoff versuchen, da sollen die Führungen dann einfach zu stecken sein.

    Jetzt wird die Passung an Kurbelwellen nicht die Überdeckung haben, aber eine große Dose Kältespray würde ich schon draufhalten.

    Den Dichtring gut abdecken, sonst zerbröselt der noch.:)


    Gruß

    Thorsten

  • Hallo Wuff


    hab diese Arbeit im Dezember am M100 6.9 mit Kompressor im 6.3 durchgezogen.

    Prinzipiell die gleiche Geschichte. Wenn du Kurbelwellendurchmesser mißt und die Bohrung der Schwingungsmasse mit Riemenscheibe ebenfalls

    wirst du auf wenige hundertstel eine Schrumpfpassung feststellen, die Dir das Leben schwer macht.

    Das ist für die Festigkeit nicht notwendig. Man kann da wenige Hundertstel aus der Schwungmasse herausnehmen (drehen).

    Es erleichtert auch das getrennte Aufbringen der Masse und Riemenscheibe die Arbeit.

    Dafür muss die Riemenscheibe von vorne mittels Inbusschrauben montiert werden. Das erleichtert auch später eine Demontage durch den Abzieher.

    Du muss dafür neue Gewinde in den vorhandenen Löchern bohren, und passende Schrauben finden (Inbus ich meine 8.8 reicht)

    Ein Erwärmen auf etwa 120 Grad ohne Abkühlen der Welle reicht. mehr sollte man dem neuen Dichtring auch nicht zumuten.


    Viel Erfolg

    Gruß Dirk

  • M100 6.9 mit Kompressor im 6.3 .....

    Kompressor? :/

    arbeitest du etwa bei Jay Leno, oder gibt es noch mehr dieser Kompressor umbauten?


    Respect @Wuff, hab den Borgmannring noch vor mir....

    Breiti

    REGEL;

    schreibe im Internet nur, was du dich traust, dem gegenüber auch in Persona jederzeit ins Gesicht zu sagen!

    ?(

  • Dear Tom!

    Die Motorlager sind noch in Ordnung, gell?....


    Also für die Dinge, die Du grad machst, scheint es mir fast einfacher, das Aggregat der Karosse zu entnehmen. Der Weg dahin ist arbeitstechnisch nicht (mehr) weit und die Zugänglichkeit um Längen erleichtert. Man kommt einfach überall gut dran und muss nur beim Rein-/Rausetzen aufpassen, nicht die ganze Zeit (v.a. bei frischem Lack....).

    Mich wundert, dass der Motor mit ESP bei OT eingebaut überhaupt lief.....:/.

    Good Luck.

    BG Oliver

    Olli


    ..mit DER Lösung kann ich nicht leben, ich will mein Problem zurück..... :thumbsup:

  • Hallo Wuff,

    also Respekt dies alles im eingebauten 6,3er zu absolvieren...aber wie Oliver schon sagt, wäre es nicht besser und einfachen gewesen sofort den ganzen Motor zu demontieren.

    Demnach hättest du alles was an Dichtungen am Motor verbaut sind erneuern können wenn es auch etwas mehr Arbeit gewesen wäre.

    Bei nem kompletten Dichtsatz hättest du bestimmt in deinem Leben ruhe damit gehabt.

    Und, ich denke es wäre besser für deine Nerven:)


    Ich wünschr dir aber trotzdem gutes gelingen.👍


    Gruß

    Guido

  • Der Kompressorumbau ist ein Privatumbau in Aachen den ich seit 2007 begleite und bewundere.

    Das Fahrzeug durfte auch unsere Schiebehülse auf Festigkeit testen und ist daher auch hier bekannt.


    Die meisten Undichtigkeiten außer Kopfdichtung und hintere Kurbelwellendichtung sind im eingebauten Zustand machbar.

    Dazu sollte man sich vorher in der Diagnose sicher sein und die Leckagen sicher einkreisen können.

    Das ist natürlich nicht einfach, weil im Fahrbetrieb vieles nach hinten gedrückt wird .


    Den Borgmanring sollte vom erfahrenen Fachmann machen lassen, der Übung und ein Gefühl dafür hat,

    sonst ist 50% Erfolg ein Glücksspiel.

    Ist die Dichtung zu Stramm , kann die Welle blau anlaufen, ist sie zu tief eingewalkt, dichtet sie nicht ausreichend.

    Der Drall sollte vorhanden sein. Also muss die Kurbelwelle raus.


    Eine undichte ESP kann einen undichten Borgmanring vorgauckeln, weil das Öl aus dem V letzlich über die Getriebeglocke abläuft.


    Also Tom

    viel Erfolg

  • Den Motor ausbauen? No way! Ich habe immer noch Olivers Bilder hier wo er das Ding rausgehoben und wieder reingefummelt hat. Aber das kann ich nicht alleine erledigen. Erstens fehlen mir in der Tat ein Motorkran und ein hochstabiler Motorständer, zweitens ist meine Garage nicht hoch genug, um den Motor mit Kran über die Quertraverse zu heben, und drittens bin ich in Italien auch ganz alleine (seufz), für so eine Monsterarbeit wären mindestens ein, eher zwei Helfer gefragt.

    Die meisten Teile mussten sowieso ab, egal ob der Motor nun ausgebaut ist oder nicht. Und nun kommt man von vorne recht gut an alles ran. Nur die ESP, die liesse sich natürlich etwas besser abbauen.


    Mit Kältespray hatte ich es schon versucht, aber das Zeug hat derartig gerochen, dass ich zum Fenster gestürzt bin, um schnell zu lüften. Abgesehen davon hat der mächtige Kurbelwellenstumpf sich davon nicht beeindruckt gezeigt, das ist wohl eher was, um kalte Lötstellen zu finden... Trockeneis oder Flüssigstickstoff wären eine feine Idee, nur leider wird es hier in meinem "Bergdorf" sowas wahrscheinlich nicht angeboten. Dirks Vorschlag, den Spalt mechanisch etwas zu bearbeiten, ist da für mich praktikabler. Wenn die Scheibe trotz Erhitzen und Abkühlen der KW mit Eispacks nicht drauf will, könnte man ja den KW Stumpf etwas abschmirgeln (etwas), denn eine Drehbank habe ich nicht.


    Es ist auch nicht geplant, den grossen Teilewurf zu machen (Motorlager, Borgmann), sondern nur die von Hans überholte ESP, einige Motordichtungen und Schläuche sowie den KW Simmerring, um das ständige Öl-Getropfe unter dem Motor zu stoppen. Haupt-Anstoss für den ESP Wechsel war ja dieses Thema: Motor 6.3 würgt ab beim Einlegen von D

    und das sollte mit der neuen Pumpe erledigt sein. Wie im Video angedeutet, war die bisherige Pumpe nicht auf den vorgeschriebenen 60° nach OT auf Einstellmarkierung, sondern auf ca 0°, dh sie hat 60 KW Grad zu früh eingespritzt! Ausserdem tropfte sie etwas Ölk (vermutlich Leckölsperre defekt).


    Ebenso war die Ventil-Steuerzeit auf der linken Bank um einen Zahn falsch! Links standen die Ventile auf ca 11° vor OT und rechts auf 8° nach OT. Kein Wunder, dass die Leistungsentfaltung meines 6.3 da etwas zu wünschen übrigliess und der warme Motor in D ständig ausging. Neue Steuerkette ist jetzt drin und Steuerzeiten sind korrigiert (allerdings nur nach optischem Vergleich der kleinen NW Einstellmarken. Keine Messuhr und keine versetzten Ventilkeile, das mach ich evtl ein andermal, weil dazu eine Ventilfeder entfernt muss und das Ventil samt Messuhr auf den Kolbenboden aufzusetzen ist). Will nicht an zuvielen Parametern drehen und mich nicht verzetteln. Der Captain soll in ein paar Wochen wieder laufen, und, ganz wichtig, zum Pfingsttreffen einsatzbereit sein :) Vom Steuerkettenwechsel gibt es ein schönes Video im Kent Bergsma Gedächtniskittel ;) , muss es nur noch schneiden/kürzen und auf YT hochladen.


    Grüsse an alle,

    Wuff

  • Aber das kann ich nicht alleine erledigen.

    Das geht auch alleine... ;) und zwar nach unten, das ist schneller und schadensfreier als nach oben.

    Aber ich sehe das genau so, für die "Kleinigkeiten" baut man(n) doch keinen Motor aus.

    Mit dem Kühler raus kommt man da doch wunderbar ran.


    Breiti

    REGEL;

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    ?(

  • Tom, dann planen wir also gemeinsam "Elefantentreffen" 2022....auch bei mir hat Hans die (hoffentlich) entscheidende Hand an die ESP gelegt. Wir können dann schon mal eine Viertelmeilenstrecke im Fränkischen identifizieren....

    Aktuell sind meine Kolben auf Reisen, aber der Zeitplan steht, so gut wie eben möglich...:wacko:

    BG Oliver


    PS: Allein würde ich das nicht machen, ich fange aktuell schon mal an, "Verbündete" zu suchen.....kann auch "Spass" machen..... Es ist eng, aber es geht....Kran und zusätzlich Hebebühne ist für mich obligatorisch.

    Olli


    ..mit DER Lösung kann ich nicht leben, ich will mein Problem zurück..... :thumbsup:

  • Hallo Oliver,


    hatte mal dem Nachbarn geholfen, weil er keine Werkstatt fand, welche bei seinem 107 Modell die Zylinderkopfdichtung wechseln wollte.

    Er wollte unbedingt dabei sein und etwas zur Technik lernen.


    Er prägt dann den Begriff: "Eventschrauben"


    Es hat uns beiden Spaß gemacht und mit dem richtigen Werkzeug macht es dann noch doppelt so viel Spaß ;)


    Gruß

    Thorsten

  • Ich darf nicht, weil meine Uhr nicht geht.

    (siehe dazu mein Lackierfred post #41)

    ;(


    Breiti

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  • pssst...: Ich habe gehört einer der Kontrolleure ist bestechlich (Stichwort: Haribo).

    Ok, dann versuchte ich mein Glück und lege be Tüte Haribo auf dem Beifahrer Sitz.

    Wuff_6.3 viel Erfolg beim fertigstellen, ich bin gespannt wie die Änderungen sich bei den Fahrleistungen bemerkbar machen.

    REGEL;

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  • Also, gute Neuigkeiten, die Riemenscheibe ist wieder montiert, wenn auch es erst im zweiten Anlauf geklappt hat. Hab Ingos Tipp (Kältespray) und Dirks Tipp (Riemenscheiben Passung minimal vergrössern - also mit Schmirglpapier) berücksichtigt. Die Scheibe im Ofen auf ca 100 Grad erhitzt und den KW Stumpf mit Coolpack und Kältespray kräftig eingesprüht. Nach 30 min die Scheibe aus dem Ofen (um die Vulkanisierung zu schützen hatte ich aus zwei Bierdosen eine Art Abschirmblech gebastelt), alles mit ATF eingeölt und aufgesetzt. Dann aber den dummen Fehler gemacht, sie zu langsam aufzuschieben - ist ja nicht so einfach die kleine Nase am Ende zur Passung zu bringen, wollte das nochmal kontrollieren - und wupp, sass die Riemenscheibe nach halben Weg fest. Schrumpf! Keine Chance, sie weiter aufzuschieben, und ganz genau sass sie auch nicht. Grrr..... Also wieder Abzieher angesetzt und Scheibe erneut abgezogen...das ging wenigstens halbwegs einfach.

    Neues Spiel, neues Glück. Wieder im Ofen heissgemacht, mit IR Thermometer kontrolliert, waren es aber nur rund 90 Grad. Daher mit Lötlampe innen noch etwas weiter erhitzt. Aber diese Baumarkt Lötlampen sind .. schlichtweg Schrott. Entweder pusten sie eine Riesenflamme raus wie eine Bazooka, oder es mickert. Und dann musste es schnell gehen. Nochmal Kältespray auf den Stumpf, die Scheibe mit fetten Lederhandschuhen gegriffen, ausgerichtet und beherzt in gefühlten 851 Millisekunden :D aufgeschoben. Sitzt!!!!!!!!! Hurraaaaaaaa!!!! Schnell etwas Wasser drübergekippt um sie abzukühlen .. zisch, brodel ;) Danach die beiden kleinen Passstifte mit Kältespray vereist, vorne eingesetzt und mit einem Dorn eingeschlagen. Sitzt!


    Zum Schluss die riesige 50er Mutter mit Loctite besudelt und samt richtig positionierten Federscheiben (Wölbung nach vorn) mit dem Schlagschrauber um etwa den Weg angeknallt, um den ich sie auch vor 2 Wochen gelöst hatte .. etwa 270 Grad. Mit Lackstift noch ne Kontrollmarke gesetzt, und fertig.


    Mannomann, das war ne Arbeit..... jetzt gibts n wohlverdientes Dortmunder Kronen Export :)


       


    Danke nochmal für eure Tipps!


    Wuff

  • Mann, was eine Riemenscheibe! Hat der Motor noch irgendwo ne Zapfwelle für ein Frontanbaugerät? Wahnsinn. Tolle Arbeit. Gruß, Martin

    --
    Hauptsache man ist gesund und die Frau hat Arbeit