Kaltstartventil zerlegen w111, M129180

  • Hallo zusammen,


    ich habe gerade mein Kaltstartventil zur Prüfung ausgebaut. Der Magnetschalter funktioniert und auch die Funktion, das des öffnen und Schliessens macht einen guten Eindruck aber ich habe jetzt festgestellt, dass der Sprit nicht aus den beiden gewinkelten Düsen kommt, sondern irgendwo daneben herläuft ?!


    Ich habe keine Ahnung wie ich das zerlegen kann, auch im WHB wurde ich nicht fündig. Hat jemand eine Idee oder einen Link mit einer Anleitung?


    Im voraus besten Dank.


    BG Ralf

  • Hallo Ralf,


    ich vermute Dein M129 / 250SE hat ein EP/EV 2/4 Kaltstartventil - welches von außen in etwa so aussieht wie dieses hier?



    Und wenn ich es richtig verstanden habe, dann tritt der Kraftstoff nicht an den beiden Düsen aus (blaue Pfeile), sondern drückt sich am Ringspalt zwischen Zindruckguss-Gehäuse & "Düsenstock" heraus (roter Pfeil)?



    Dann solltest Du zunächst einmal schauen, ob die Düsen überhaupt frei sind?
    -> Kann man die Düsen rückwärts durchblasen, wenn man eine kleine Spritze auf eine Düse setzt? Ist die Durchgängigkeit nicht nur in Richtung der zweiten Düse gegeben, sondern auch in Richtung der kleinen M5 Leckprüfschraube (mittig auf der Aussenseite des Startventils, im ersten Bild oben bereits herausgedreht) ?

    Sitzen die Düsen zu, dann könnte ich mir vorstellen, dass sich der Sprit zwischen dem - meines Wissens - eingepressten "Düsenstock"-Röhrchen und dem Gehäuse durchdrückt und schließlich an der rot markierten Stelle herausleckt.


    Sollten die Düsen gängig sein & es trotzdem an der gezeigten Stelle lecken, dann wirst Du wohl nicht um eine Demontage der Düse / des Düsenstocks herumkommen und ihn gegen bei der Wiedermontage gegen das Gehäuse abdichten müssen.

    Lt. diesem Beitrag im Pagodenforum kann man die Düse nach Abkühlen mittels Kältespray herausziehen (und später wieder montieren)!?

    https://www.pagodentreff.de/di…A4uft-nicht-richtig.6823/


    ...diesen Stunt habe ich selber aber noch nicht probiert.


    Gruß,


    Gerd

    PS:
    Hier noch ein Bild von der Kraftstoffführung im Kaltstartventil. Ich hoffe man kann darauf ein wenig das in das Gehäuse eingepresste "Düsenstock" Röhrchen erkennen, durch welches der Kraftstoff dann vom durch den Elektromagneten freigegebenen Ventilstößel zu den Düsen fließt.

  • Besten Dank Gerd.


    du hast es genau verstanden und ich suche schon seit Stunden.

    Die Düsen sind also gepresst? Mist, das klingt nicht nach einfach.


    Die Düsen hab ich zumindest mit Bremsenreiniger wieder offen. Ob das reicht, weis ich natürlich nicht.

    1000 Dank schon mal


    BG Ralf

  • Hallo,


    Durchgängikeit/Spritzbild der Düsen lassen sich bei ausgebautem Startventil auch schön mittels Spiritus & einer handelsüblichen 20ml Einwegspritze prüfen:


    -> Schraube am Prüfanschluss raus, Spritze aufziehen und in den nun freiliegenden Prüfanschluss drücken.
    Drückt man nun auf die Spritze, dann sollte nur an beiden Düsen der Spiritus ein wenig "zerstäubt" austreten.

    Ähnlich lässt sich - in Grenzen - auch die Dichtigkeit des Ventilstößelsitzes & des O-Rings am Magneten prüfen:
    Hält man die Düsen zu, während man mit der Spritze Spiritus am Leck-Prüfanschluss reindrückt, dann sollte alles dicht sein - zumindest solange der durch die Spritze aufgebrachte Druck nicht - gegen den Federdruck - den Ventilstößel öffnet ...


    @ Volker:
    Wie findet der Sprit bei defektem O-Ring des Magneten den Weg in den Ansaug? Ich würde erwarten, dass der Sprit dann nach aussen - unter dem E-Magneten austritt....


    Gruß,


    Gerd

  • PS:
    Bei den EP/EV Startventilen sind "Düsenstock" & Düsen bzw. Düseneinsatz zwei separate Teile.

    Der Düseneinsatz ist in den "Düsenstock" eingepresst & dieser wiederum in das Startventil-Druckgussgehäuse.


    Leckt es - trotz freier Düsen - tatsächlich an der oben im zweiten Bild rot eingezeichneten Stelle (also zwischen Düseneinsatz & "Düsenstock"), dann müsste man "nur" den Düseneinsatz ausziehen.


    Leckt es hingegen - nach Blick in die Zuführung der Zusatzluftleitung (kommt von der Einspritzpumpe, wird über den Wachsthermostat gesteuert) zwischen Düsenstock & Gehäuse (wie im Bild unten rot markiert), dann würde ich wohl nicht versuchen den Düsenstock zu ziehen, sondern eher das Startventil auf den Rücken legen (...also auf die kleine Kontrollschraube legen), eine temperaturfeste Flüssigdichtung durch die Luftöffnung an die Stosstelle zwischen "Düsenstock" & Gehäuse träufeln und dann abbinden lassen...!?




    Gruß,


    Gerd

  • Grüß' Euch,


    zum Ausbau des Düsenstockes: Bitte die Position (Winkel) des Düsenstocks vorher markieren, daß er etwa wieder in der gleichen Lage eingebaut werden kann. Man sollte sich dann sehr sicher sein, daß er nach dem Einbau wieder wirklich fest und über jeden Zweifel erhaben sitzt; andernfalls findet der Düsenstock sonst seinen Weg in den Zylinder recht schnell ... Ich bin da etwas ängstlich und sichere noch mit einer kleine Madenschraube seitlich.

    Wenn die Düsen offen sind, ist die Dichtheit des Düsenstockes in seinem Gehäuse nicht so entscheidend - der Durchfluß durch die Düsen ist sehr groß, der Druck vergleichsweise klein und der Durchlaß durch das Nadelventil ebenfalls klein.

    Beste Grüße


    Hans

  • Danke Hans, ein sehr wichtiger Hinweis.


    ich habe die Düsen darum nicht ausgebaut. Inzwischen alles wieder zusammen, so wie ich das feststellen konnte, waren die Düsen offen. Ich hab natürlich keinen Vergleich und weis daher nicht ob das genug ist. Jedenfalls kam ich mit einem dünnen Draht durch und wenn ich an der Düse Bremsenreiniger sprühe, kommt auch hinten Bremsenreiniger raus. Eine Spritze hatte ich leider nicht zur Hand.


    Fakt ist, der Magnet klackt deutlich bei Zündung. Strom passt also. Die Nadel ist gängig und wenn ich die Nadel per Hand rein drücke, kann ich durchblasen und wenn die Nadel schliesst ist es dicht. Für mich war das damit OK. Beim Ausbau habe ich festgestellt, dass die Überwurfmutter der Luftleitung nur Handfest verschraubt war. Also ein möglicher Kandidat für Falschluft.


    Also eingebaut und - startet nach wie vor kalt schlecht ;) Also zerlege ich als nächstes mal die Drosselklappe.


    Schon mal besten Dank für die Hilfe.


    BG Ralf

  • Danke Gerd,


    verstehe ich das richtig? Wenn es an der Magnetschalterdichtung undicht wäre, würde doch aussen Treibstoff zu sehen sein, oder nicht? Da ist bei mir alles trocken. Wenn es aber am Sitz der Ventilnadel undicht ist, würde Treibstoff in den Düsenstock gelangen und darüber in den Ansaugtrakt. Da hätte dann einen Einfluss auf das Gemisch oder nicht?


    Ich habe jetzt die Kontaktstellen von Düsennadel und Gehäusebohrung gereinigt und poliert. Eine Dichtung kann es ja da nicht geben, oder? Wenn es da tröpfelt, müsste ich das doch durch die kleine Kontrollschraube an der dem Ventildeckel sehen können...


    Ganz schön tricky das Ganze.


    BG Ralf

  • Hallo Ralf,


    Du schreibst: " bei Zündung an klackt es". Das Ventil soll doch nur beim Startvorgang öffnen, bei "Zündung an" muss das Ventil geschlossen und dicht sein.

    Wenn es an der Kontrollschraube tröpfelt, dann ist das Ventil weiter undicht, hatte ich auch gerade.

    Ich würde die Kraftstoffpumpe länger laufen lassen, um sicher zu sein, das es wirklich dicht ist. 20-30min, dabei die Zündspule (Kl.15) abklemmen, und mit einem Batterieladegerät unterstützen.


    Gruß

    Thorsten

  • Sorry Thorsten, beim Anlassen klackt es. Mein Fehler.

  • Hallo Ralf,


    genau dafür ist die Kontrollschraube - um festzustellen, ob die "Ventilnadel" bei laufendem Motor auch wirklich zuverlässig abdichtet.
    Aus der Kontrollöffnung sollte nach Entfernen der Schraube bei laufenden Motor (Starter aus) nichts herauströpfeln - da es sonst bei wieder eingedrehter Schraube am anderen Ende des "Düsenstocks" aus den Düsen in den Ansaug tropfen wird und somit das Gemisch unkontrolliert anfettet.


    Keine Dichtung am Ventilstößel / der Ventilnadel.

    Der Dichtkegel des Stößels muß auf den konischen Dichtsitz eingeläppt werden - z.B. mit feiner Schleif-/Polierpaste (oder evtl. auch ausreichend abrasive Zahnpasta, nicht "xx Sensitive").
    Mir gefiel der Vorschlag gut - gab es glaube ich im Pagodenforum - auf das hintere Ende des Stößels ein Stück Schlauch aufzustecken und dahinein dann wiederum ein Stück Rundholz o.ä. zu stecken, um damit den Stößel mit drehenden Bewegungen in den Sitz "einschleifen" zu können.


    Beim "Reinigen" des Kegelsitzes & des Stößels muss man auf jeden Fall vorsichtg vorgehen, damit das Ventil auch nachher (noch) dicht ist....


    Gruß,


    Gerd


    ...uups - da war ich mit meinem Beitrag wohl ein wenig zu spät - bezieht sich auf den Beitrag von Ralf, 3 Beiträge weiter oben....

  • Danke Gerd,

    also raustropfen tut da nix, aber es ist da etwas feucht. Die Nadel und den Sitz habe ich jetzt mit weichem Lappen, Bremsenreiniger und etwa Politur geglättet. Ich schau morgen mal wie es sich hinter der Schraube vehält.


    Besten Dank.


    BG Ralf

  • Hallo Ralf,


    nach dem Rausdrehen der Schraube kann dort schon noch ein wenig Kraftstoff stehen, wenn man vorher den Motor bei einer Temepratur unterhalb des Abschaltpunkts des Thermoszitschalters gestartet hat.


    Es sollte aber eben später "nicht wesentlich" nachtropfen, nachdem man mit einem Lappen die Öffnung getrocknet hat.


    Gruß,


    Gerd

  • Hallo zusammen,


    heute tropfte es doch bei laufendem Motor. Nicht viel, aber so alle 30 Sek ein Tropfen. Aus der Öffnung der Kontrollschrauben tropfte es zwar nicht, aber es war da dauerhaft feucht. Ich werde das mit dem Läppen wohl noch mal ioptimieren müssen, oder ist es einfacher sich eine neue Nadel zu kaufen?


    Also ist die Baustelle Startventil noch nicht erledigt.


    BG Ralf

  • Hallo Ralf,


    alle 30s ein Tropfen ist im zulässigen Rahmen.


    Lt. Werkstatthandbuch liegt die Grenze bei 0.3cm³/min bzw. "3 Tropfen / min".


    Die Ventilnadel gibt es glaube ich nicht einzeln - zumal auch diese Nadel dann relativ zum alten Kegelsitz passend eingeläppt werden müsste.
    ...und ein komplettes Startventil willst Du sicher nicht kaufen.


    Sollte sich aber irgendwann einmal - trotz sorgfältigem Läppen & gut aussehenden Dichtflächen - keine zufriedenstellende Dichtheit einstellen, dann würde ich mal schauen, wie es um die Feder steht, welche die Ventilnadel anpresst.
    Eine neue, kräftigere Feder aus dem lokalen Stahlwarenhandel könnte dann Abhilfe bzw. Dichtheit schaffen - der Elektromagnet dürfte fast unabhängig von der gewählten Feder immer noch hinreichend Kraftreserven zum zuverlässigen Öffnen des Ventils haben...


    Gruß,


    Gerd

  • Danke Gerd,


    doch die gibt es noch neu, unter 30,-. Hier z.B.: https://oldtimer-ersatzteile24…r-Mercedes-W100-W111-W113


    Ich glaube, ich probiere die mal aus. Dann werde ich noch mal den Nadelsitz mit einem Schaumstoffdremel versuchen rund zu polieren.


    Ich fürchte, dass bei mir kein Nebel aus den Düsen kommt, sondern der Sprit aus dem Ventilgehäuse tropft.

    Das ist sicher keine gute Basis, denn bei kaltem Ansaugtrakt verdampft da ja auch nichts.


    Die Feder macht im übrigen einen kräftigen Eindruck und man konnte die Nadel auch mit etwas Kraft gut mit der Hand zurück drücken.


    Besten Dank schon mal.


    BG Ralf

  • Interessant - die Nachfertigung aus Hagen kannte ich noch nicht.

    Allerdings wird man auch diese neue Ventilnadel natürlich in den alten Ventilsitz einschleifen müssen - ich denke, dassEinschleifen sollte aber eigentlich fast immer auch mit dem alten Ventil klappen (...so man nicht kräftige Kerben, Ausbrüche,o.ä. drin hat...).

    Solltest Du es doch mit einem neuen Ventil probieren, dann wäre ich natürlich ttrotzdem neugierig vom Ergebnis zu hören :-) .


    Wie die Düsen zerstäuben kannst Du bei ausgebautem Startventil aber doch direkt optisch begutachten - Startventil aus dem Ansaugkrümmer ausbauen, an die Spritzuleitung anschließen (Luftleitung unnötig), Masse an das Startventilgehäuse legen, Zündung anschalten (Benzinpumpe läuft), dann relativ zügig 12V an den Elektromagneten des Kaltstartventils anlegen -> Beide Düsen sollten nun einspritzen.

    Nicht zu lange Zündung eingeschaltet lassen.

    Gruß,


    Gerd

  • Grüß' Dich Ralf,


    das einläppen geschieht immer mit den beiden dichtenden Teilen. Also nicht mit dem Dremel und irgendeinem Einsatz den Sitz oder die Nadel separat schleifen/polieren. Am besten steckst Du ein Stück passenden Schlauch auf die Nadel, gibst etwas Politur/Zahnpasta auf den Sitz und drehst und drehst und drehst. Und immer wieder abheben. Dann wird das auch dicht. Anschließend gut spülen.


    Bei einer stärkeren Feder muß man vorsichtig sein; der Magnet ist nicht sehr kräftig. So schafft er es typisch nicht, das Ventil zu öffenen, wenn ein Druck (zu Prüfzwecken) von mehr als 5 bar anliegt.


    Beste Grüße


    Hans

  • Ich glaube ich habs.


    Ich hab das Startvernitl ausgebaut alles gereinigt und poliert und die Nadel mit etwas Chrompolitur solange geläppt, bis ich weder durchblasen noch Bremsenreiniger durchsprühen konnte. Dann habe ich die Düsen aufgrund dem Hinweis von Hans nicht ausgebaut sondern im Gehäuse solange mit Bremsenreiniger durchgespült bis ich das Gefühl hatte, sie sind wieder frei und bei geöffneter Nadel wieder Flüssigkeit aus den Düsen sprühte.


    Dann hab ich alles wieder eingebaut und gestern einen deutlich schnelleren Kaltstart geschafft. Allerdings hab ich noch aus Gewohnheit Gas gegeben. Heute, ohne Gas war der Motor nach 3 Sekunden da. Es stank zwar kurz mächtig nach Benzin aber das war nach ein paar Sekunden verflogen. ich werde also noch einen neuen Dichtungssatz bestellen, aber so wie heute ist er kalt noch nie angesprungen. Aber, so wie es aussieht arbeiten das Relais, der Thermozeitschalter und Kaltstartventil richtig. Das ist doch schon mal was.


    Vielen Dank für eure Hilfe.


    BG Ralf

  • Hallo Ralf,


    sehr schöner Teilerfolg! Das macht doch Mut zum weitermachen, oder?

    Ich finde das Klasse!

    Ingo

    Danke Ingo, auf jeden Fall. Er startet jetzt wirklich immer kalt nach drei Sekunden, warm sofort und halbwarm, mit Gas nach zwei Sekunden auch ohne 1-Sekundenrelais. Das mein Motor aber immer noch mal rund und mal unrund läuft, hab ich aber noch nicht im Griff. Heute habe ich die Wasserfürung der Drosseklappe gebrückt. Es scheint als wäre alles dicht. Wenn das Wetter mitspielt, kommt dann morgen die schöne, blanke, spielfreie Drosselklappe rein - vielleicht ist das die Lösung.


    BG Ralf


  • Heute habe ich endlich die tolle Drosselklappe verbaut. Gasgestänge noch mal eingestellt, ZZP kontrolliert und...


    läuft nicht rund!


    Irgendwie so wie vorher. Die wars also nicht. So langsam gehen mir die Ideen aus.

    Aber, er springt auch bei Frost immer noch nach 2 Sekunden an.


    BG Ralf