Kennt Ihr schon LOCTTLF?

  • Hallo zusammen,


    Chinesische Geschäftstüchtigkeit machts möglich: gefälschtes Loctite. Sieht aus wie Loctite, riecht wie Loctite, fließt wie Loctite, härtet aus wie Loctite. Aber kostet nur 10% des Preises von Loctite. Ich werde das mal ausprobieren und wenn die Vorderachse wegfällt werde ich mich hier wieder melden (oder auch nicht). :-)


    Viele Grüße,

    Hagen

    .

  • Hallo Hagen,


    wie verhält es sich denn, wenn man eine dünne Linie auf die Motorhaube legt (z.B. 10 cm), und diese sich dann per Nasenloch reinzieht?

    Linkes Nasenloch das Original, rechtes Nasenloch das Fake. Oder anders rum.

    Dann hat man - denke ich - den besten Vergleich.


    Ansonsten hat China ganz sicher eine sehr gute Küche!


    Grüße

    Marc

  • Hallo zusammen,

    mehr als kopieren und mit Gewalt herrschen kann diese Diktatur halt nicht. Viel ist das aber nicht.

    Hmmm... das sehe nicht ganz so.


    Erstens sind doch alle westlichen Firmen aus Profitgier nach China gestürmt und haben den Chinesen das ganze Know-How geschenkt (Beispiel Volkswagen, Sennheiser etc. etc.).


    Zweitens glaube ich nicht dass die Chinesen maßgeblich aus Eigeninitiative Sachen kopieren. Das sind meist ebenfalls westliche Geschäftsleute die dort anfragen ob sie solche Teile fertigen können. Beispiel: hier in Irland sind beim Baustoffhändler Kanalschachtabdeckungen einer irischen Gießerei aufgetaucht mit ungeeignetem Gussmaterial (mangelhafte Festigkeit). Ich glaube nicht dass ein Chinese hierherkam und so einen Deckel mitgenommen hat. Da hat ein Ire gefragt ob sie die machen können und hat die Gussart nicht spezifiziert. Oder aber die Belegschaft macht nebenan ihre eigene Firma auf wenn sie wissen wie die Sache läuft.


    Drittens kommen aus China inzwischen eigenentwickelte Produkte sehr guter Qualität. Wer da einfach behauptet die können nur kopieren macht sich die Sache zu einfach und hat die Entwicklung verschlafen.


    Viertens werden viele der "falschen" Produkte (nicht alle) auf der gleichen Fertigungslinie hergestellt wie das Original. Erste Frage wenn man in China was bestellen will ist ob man das Original oder das "Hintertür Produkt" will. Letzteres wird meist am Wochenende von der Belegschaft auf eigenen Profit gefertigt, ist deutlich billiger und trägt nicht das Original Logo.



    Im Elektronikbereich kosten mich ein Satz Prototypplatinen in Europa gefertigt so ca. 60 Euro und dauert 3-5 Tage. Ich China bekomme ich das Gleiche für 4.30 Euro in 24 Stunden gefertigt (es gibt auch noch die Option "extra dringend" !?! ). Da kann man in Europa nicht mithalten.


    Das einzige Problem ist im Augenblick noch die Sprachbarriere; wenn die mal weg ist (Chinesische Unis haben mittlerweile einen Englischtest als Aufnahmevorraussetzung) dann gute Nacht, dann kann ich auch einpacken.


    Viele Grüße,

    Hagen

    .

  • Hallo Marc,

    wie verhält es sich denn, wenn man eine dünne Linie auf die Motorhaube legt (z.B. 10 cm), und diese sich dann per Nasenloch reinzieht?

    Linkes Nasenloch das Original, rechtes Nasenloch das Fake. Oder anders rum.

    Dann hat man - denke ich - den besten Vergleich.

    :):thumbsup::)


    den Test habe ich noch nicht gemacht aber wenn Du willst schicke ich Dir zwei Buddeln und Du kannst den Test mal machen (und dann hier berichten wenn Du wieder aus der Intensivstation entlassen wurdest :-) )


    Ich habs nur mit Schrauben getestet und auch das Losbrechmoment noch nicht gemessen aber ich könnte mir vorstellen das Zeug kommt aus der gleichen Fabrik wie Loctite oder ist die identische Chemie (siehe mein Beitrag #5).


    Viele Grüße,

    Hagen


    p.s.: das mit der 10cm Spur auf de Motorhaube kenne ich nur von weißen pulverförmigen Substanzen... wusste gar nicht dass man das auch mit Loctite machen kann... hier im VdH Forum lernt man doch immer dazu :-)

    .

  • Servus,


    Schaut doch Mal in die Geschichte. Wie hat denn z.B. Japan angefangen in die moderne globalisierte Welt zu kommen?


    Fernsehgeräte und Fahrzeuge europäischer Hersteller kopiert. Mittlerweile können die das auch selbst ganz ordentlich entwickeln. Die Fernseh-Hersteller von denen damals kopiert wurde existieren nicht mehr oder nur noch rudimentär.


    Mir fehlt natürlich bei einem Auto aus Japan der Stern (oder alternativ das Pferdchen) auf der Motorhaube. Als waschechter Schwabe kommt mir nix anders ins Haus 8o


    Grüße,


    Michael

  • Machen wir bitte China nicht schlecht. Ich denke jeder von uns hat eine Menge Artikel "Made in China" bei sich im Haushalt, die alle mehr oder weniger funktionieren und die wir deswegen gekauft haben, weil uns die Originalware aus EU schlichweg zu teuer war (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel...)

    VG Tom

  • mehr als kopieren und mit Gewalt herrschen kann diese Diktatur halt nicht. Viel ist das aber nicht.

    Wenn sie nicht gerade in innerhalb von 10 Tagen ein Krankenhaus bauen oder in vier Jahren den größten Flughafen der Welt. Es ist nur noch ein Frage der Zeit, bis in Europa Autos "Made in PRC" in großem Stil angeboten werden. Die haben sich mit dem "Brilliance" zwar erstmal ein blaues Auge geholt, werden aber wieder kommen...


    Uwe

  • Ohne unsere chinesischen Freunde gäbe es so manchen Scheibenwischer und so manche Rückleuchte nicht beim vdh


    lass sowas mal in D produzieren

    Viele Grüsse


    Winfried


    Nach 10 Jahren im Exil in der Schweiz schweiz.png ist mir das ß abhanden gekommen und es wird auch nicht mehr eingeführt!


    300 SE W112 Cabrio M189 Automatik Fahrgestellnummer ...9840 Ende 1967 „Schlüpferblau-Met.“


    w112 (affe) gehrmann-privat.de

  • Servus,


    Schaut doch Mal in die Geschichte. Wie hat denn z.B. Japan angefangen in die moderne globalisierte Welt zu kommen?

    Och. Wenn man noch ein paar Jahre weiter zurückblickt, können wir uns an die eigene Nase fassen. So ab 1850 herum haben deutsche Firmen britische Maschinen und Produkte schamlos kopiert. Den Engländern fiel dann in der Not ein, dass diese Produkte mit dem Warnhinweis 'Made in Germany' versehen werden mussten...

    Der Schuss ging nach hinten los.

  • alles richtig. Im Gegensatz zu Japan hat man es aber bei China mit einer brutalen Diktatur zu tun, die nicht nur ihre Produkte (die wir natürlich des Preises wegen gekauft haben), sondern auch ihr System zu exportieren versucht. Eine vernünftige, auf den eigenen Erhalt bedachte europ. Wirtschaftspolitik würde auch den Verkauf von europ. Schlüsseltechnologiefirmen zu verhindern suchen. Aber da Gier bekanntlich Hirn frißt und ein paar Leute an diesem "Transfer" auch gut verdienen, geht Europa halt wohl mittelfristig vor die Hunde. Europ. Freiheiten und chinesisches Expansionsstreben gehen halt nicht zusammen. Der nächste Virus ist da nur ein Problem unter vielen.

    Ich für meinen Teil versuche Produkte der PRC zu vermeiden, wo es möglich ist. Ist nicht einfach und kostet mehr, zB bei Textilien, ists mir aber wert. Hongkong reicht mir als abschreckendes Beispiel für ein von China übernommenes, ehemals freies Land. Und nur weil in China vielleicht Oldtimerteile nachgefertig werden können, überzeugt mich das noch lange nicht von einem Sklavensystem. Dann lieber weiter mit zerrammelten Originalstoßstangen rumfahren oder das Dreifache für ein EU-Produkt zahlen...


    Grüße

    bacigalupo

  • Hallo Enzo,

    ... hat man es aber bei China mit einer brutalen Diktatur zu tun, die nicht nur ihre Produkte (...), sondern auch ihr System zu exportieren versucht.

    dass sie die ganze Welt und deren Resourcen aufkaufen ist mir klar aber dass sie ihr kommunistisches System verbreiten wollen habe ich jetzt noch nicht bemerkt. Hast Du da mal ein Beispiel?


    Eine vernünftige, auf den eigenen Erhalt bedachte europ. Wirtschaftspolitik würde auch den Verkauf von europ. Schlüsseltechnologiefirmen zu verhindern suchen. Aber da Gier bekanntlich Hirn frißt und ein paar Leute an diesem "Transfer" auch gut verdienen, geht Europa halt wohl mittelfristig vor die Hunde.

    das sehe ich genau so. Von China übrigens geht keine Technologie nach draußen, siehe z.B. deren Supercomputer.


    Viele Grüße,

    Hagen

    .

  • Hm, ja....die muckeln dort ja auch nicht erst seit gestern.....

    Als wesentliche Grundlagen der bis heute angewandten Medizin gelegt wurden, hat man hier wohl mit dem Holzknüppel im Wald dem Kumpel -aus welchem Grund auch immer- den Schädel zerdellt.

    Ying,Yang...hin und her, das war hier wohl weitgehend unbekannt.

    Hochmut kommt vor dem Fall! Erstmal vor der eigenen Haustüre kehren.

    Als ich für kurze Zeit in Asien war spielte Europa so was von gar keine Rolle (mehr) für die Menschen dort. Wir sehen das von hier natürlich grob anders...

    Neulich bekamen wir eine Kiste Bremsenreiniger aus Augsburg gem. Aufkleber per airfreight von MUC nach HAJ geliefert. Sind wir denn nachhaltiger?

    BG OLIVER

  • Servus,


    eins muß man dem Chinesen lassen: er ist clever darin, sich seinen Vorteil zu sichern.

    Um zu lernen und um selbst Rohstoffe veredeln zu können kaufte er schon in den 90ern das halbe Hüttengewerke in Deutschland und baute es in China wieder auf.

    Der gierigen Marktexpansion westlicher Unternehmen begegnete er mit Joint-Venture-Pflicht -> Technologietransfer

    Natürlich konnte aber daraus gelernt werden, für jeden großen Techologiesprung aber wird wieder auf Einkaufstour gegangen, z.B. bei mir in Sichtweite vor der Haustür: Kuka. Dazu muß aber auch zugegeben werden, daß zum einen den auch deutschen Aktionären Reibach vor Verantwortung geht und zu anderen die (deutsche) Politik erst im Nachhinein drauf kommt, daß man hier ohne Schutz irgendwann ausverkauft wird.

    Die Staatsform Diktatur hilft hier insoweit, daß hemmungslos investiert werden kann. Wo es geht (Afrika), ohne Rücksicht auf irgendwas. Da werden Fabriken, ganze Städt inklusive Infrastruktur aus em Boden gestmpft, dabei diskutiert die EU noch über den nächsten Platz zum Brunnenbauen.

    In Griechenland kauft man eben einen ganzen Hafen.

    Das Teil oben ist ganz klar freche Produktpiraterie und mich wundert, daß es beim Zoll nicht beschlagnahmt und vernichtet wurde.

    Mitnichten fände es Loctite toll, wenn mit fast identischem Logo - nur halt etwas abgewandelt - auf gleicher Produktionsstraße auf eigene Rechnung produziert wird (was tatsächlich auch immer wieder - vertragsbrüchig - mal passiert).

    China betreibt brutalen Konkurrenzkampf unter Ausnutzung aller "Schwächen" des Westens. Dabei kann der Westen schon gar nicht mehr ohen China.


    Gruß

    Thomas

  • Och. Wenn man noch ein paar Jahre weiter zurückblickt, können wir uns an die eigene Nase fassen. So ab 1850 herum haben deutsche Firmen britische Maschinen und Produkte schamlos kopiert. Den Engländern fiel dann in der Not ein, dass diese Produkte mit dem Warnhinweis 'Made in Germany' versehen werden mussten...

    Der Schuss ging nach hinten los.

    Da hast du natürlich völlig Recht!

  • alles richtig. Im Gegensatz zu Japan hat man es aber bei China mit einer brutalen Diktatur zu tun, die nicht nur ihre Produkte (die wir natürlich des Preises wegen gekauft haben), sondern auch ihr System zu exportieren versucht. Eine vernünftige, auf den eigenen Erhalt bedachte europ. Wirtschaftspolitik würde auch den Verkauf von europ. Schlüsseltechnologiefirmen zu verhindern suchen. Aber da Gier bekanntlich Hirn frißt und ein paar Leute an diesem "Transfer" auch gut verdienen, geht Europa halt wohl mittelfristig vor die Hunde. Europ. Freiheiten und chinesisches Expansionsstreben gehen halt nicht zusammen. Der nächste Virus ist da nur ein Problem unter vielen.

    Ich für meinen Teil versuche Produkte der PRC zu vermeiden, wo es möglich ist. Ist nicht einfach und kostet mehr, zB bei Textilien, ists mir aber wert. Hongkong reicht mir als abschreckendes Beispiel für ein von China übernommenes, ehemals freies Land. Und nur weil in China vielleicht Oldtimerteile nachgefertig werden können, überzeugt mich das noch lange nicht von einem Sklavensystem. Dann lieber weiter mit zerrammelten Originalstoßstangen rumfahren oder das Dreifache für ein EU-Produkt zahlen...


    Grüße

    bacigalupo

    Von einem moralischen Standpunkt gesehen hast du völlig Recht. Allerdings obliegen wir unserer Diktatur genauso: Kapitalismus oder eben die abgeschwächte Form der sozialen Marktwirtschaft.


    Exportiert (den Kapitalismus, explizit nicht die soziale Marktwirtschaft) haben wir oder die VSA die auch überall hin - ohne vorher zu fragen. Wir haben im Prinzip das gleiche getan. Nur verlieren wir Augenscheinlich diesmal...


    Eine Bewertung der Systeme strebe ich explizit nicht an, da meine Wahrnehmung getrübt ist, denn ich lebe in einem dieser Systeme...

  • eine Bewertung der Systeme erlaube ich mir einfach mal, zwei Diktaturen in D zu früheren Zeiten sollten einen eigentlich den Wert eines freiheitlichen Systems erkennen lassen. Und ein Land, das die Uiguren ähnlich miß-/behandelt, keine Wahlen ermöglicht, Kritiker und Regimegegner mindestens so eiskalt verschwinden läßt wie sein vermutlich giftmischender nördlicher Nachbar, auf Afrika und Europa Einfluß zu nehmen versucht, Daten und Wissen klaut, den Rest zusammenkauft, so ein Land ist einfach nur brandgefährlich. Da ist nichts Gutes dran, und wenn noch so viele günstige Batteriemodule etc für unsere neuen Elektrokarren von dort kommen. Nicht ohne Grund scheint auch die deutsche Politik ganz langsam zu merken, mit wem sie sich bzw ihre Freunde aus den Vorstandsetagen eingelassen haben.


    Grüße

    bacigalupo

  • Ähhh Jungs....


    eine Diskussion über das chinesische Regime und die Trägheit westlicher Politik ist ja ganz interessant aber um ganz ehrlich zu sein wollte ich wirklich mal wissen ob jemand anders auch schon diese chinesischen Schraubensicherungen ausprobiert hat.


    Das Loctite Zeug ist gut aber bei einem Preis von ca. 1000 Euro/Liter leider auf Mercedes Ersatzteilpreisniveau und damit absolut indiskutabel. Kommt nicht in Frage (oder nur im äußersten Notfall).


    Ich kann das Chinesenplagiat von der Konsistenz, Geruch und Verarbeitung nicht vom Original unterscheiden (wir müssen noch auf eine Expertenmeinung warten bis Marc nach dem Schnüffeltest aus dem Krankenhaus zurück ist :-) ) und könnte mir vorstellen dass Loctite / Henkel aus Geldgier auch in China produziert (siehe auch Aufdruck Original mit chinesischen Schriftzeichen drauf) und jetzt dummerweise jemand das Rezept geklaut hat (selber schuld...). Dann wäre das eine Alternative.


    Viele Grüße,

    Hagen

    .

  • Also ich habe ganz arglos Loctite hochfest im großen Internet- Versandhaus mit a bestellt. Natürlich, ohne da auf irgendwas wie Lieferzeiten zu achten. Draufklicken und fertig. Viele Wochen später, ich hatte die Bestellung schon vergessen, kam ein Päckchen mit der roten Flasche aus Indien! Offenbar wird die Pampe halt irgendwo in der 3. Welt abgefüllt. Und mancher füllts halt in eigene Flaschen ab :-D

  • wobei man aber sagen kann, daß Indien zwar ein Drittweltland mit 1000 Problemen, aber immerhin eine mehr oder weniger funktionierende Demokratie ist, und das ist der große Unterschied zu einem diktatorischen Sklavenstaat wie der PRC, die grundsätzlich alles Negative verheimlicht, und sei es ein Virus. Und die das auch wieder tun wird...


    Niemand hat etwas gegen den Welthandel, es gibt genug Länder, mit denen man friedlich Vereinbarungen treffen kann, aber mit der aggressiven PRC geht das nicht, die muß man inzwischen wohl so betrachten, wie Churchill das Dritte Reich betrachtet hat. Herumeiern nur des Profits wegen hilft nicht mehr.

    Grüße

    bacigalupo