Ponton 219 (W105)

  • Hallo,


    ich besitze seit dem 23/02/2020 einen Mercedes 219 Ponton. Das Auto stammt von meinem Vater. Dieser hat et von seinem Vater geerbt. Nun soll die Geschichte des Ponton nach 14 Jahren Schlaf weitergehen!

    Nach 14 Jahren Stand sin natürlich einige Arbeiten zu erledigen bevor es auf die Strasse geht.

    Der Benz soll uns als Alltagsfahrzeug dienen. Natürlich ohne Salz auf den Strassen.


    Das Auto ist wie gesagt ein 219er Ponton von 1959. Hat Handschaltung. Der Motor ist nach der ersten Fahrt soweit dicht. Alles ist noch schön gefettet. Keine Rost.

    Zuerst stehen natürlich Ölwechsel (Motor, Getriebe) an. Auch die Benzinleitungen und die Kühlwasserschläuche müssen teilweise ersetzt werden. Der Innenraum ist soweit in Ordnung. Alle Schalter funktionieren.


    So jetzt kommt's. Majestätsbeleidigung für die einen, hoffe ich jedoch dass ich hier Anklang finde und eventuell sogar Unterstützer die mir helfen können. Das Auto soll Modern werden! Also in Puncto Sicherheit. Die Pontons sind ja an sich von der Karosserie her wie Moderne Autos aufgebaut. Als Erste Ihrer Art. Trotzdem sind einige Sachen die ich gerne ändern würde:


    - Sicherheitsgurte nachrüsten: Stellt ansich kein Problem dar. Gibt's ja fertig zu kaufen

    - Sitze mit Kopfstütze vorne: Ich dachte da an Cobra Classic Sitze. Sehen schick aus und sind erschwinglich. Oder gibt's da was von Mercedes?

    - Bremsen: ich würde ganz gerne auf Scheibenbremse vorne umrüsten. Gibt es da eine passende Möglichkeit von Mercedes? Passen die Heckflossenbremsen an den Ponton? Hat jemand Erfahrung damit?

    - Fahrwerk: Sportlich soll das Auto werden, bzw etwas sportlicher wenn man den Ponton so bezeichnen kann. Gibt es einen Anbieter der sowas für den Ponton herstellt?

    - Räder/Reifen: 15" Stahlfelgen des W210 passen genau da rein. Der 195er schleift nur am vorderen Flexibel der Bremse. Das Kriege ich geändert. Dadurch verringert sich die Motordrehzahl und es kommt dem Fahrverhalten zu Gute.


    Vielen Dank schon mal für eure Mithilfe.

  • Hallo Klacha,

    goggel mal nach Thomas Hanna, Pontonmanufaktur,
    er ist jahrelang Rennen auf Ponton gefahren und hat Fahrwerke und Bremsen in dieser Art verbaut.

    Soweit ich weiß steht sein Rally-Ponton aktuell zum Verkauf.

    Viele Grüße

    Michael

  • Hallo,


    ich habe den Herrn Hanna schon angeschrieben aber warte noch immer auf eine Meldung :)

    Danke für die Hilfe!


    MfG


    Charly

  • Ok

    Dachte mir schon so etwas in der Richtung. :thumbup:


    Wo kann man den Rallye-Ponton denn kaufen?


    Danke

  • Glückwunsch zu dem einmaligen Erbstück. Einfach mercedes-Ponton.de. Da findest du auch passende Sicherheitsgurte. Bei den anderen Themen kann er Dir wahrscheinlich auch weiterhelfen. Ob er den Ralley-Ponton abgeben will, wage ich zu bezweifeln :-) Bei YouTube gibt's auch Filme zu dem Thema

    Gruß Peter

  • Vielen Dank.

    Dann ist der Herr Hanna wohl mein Ansprechpartner.

    Einen Rennwagen will ich nicht unbedingt draus machen aber das ganze hört sich doch schon sehr gut an :)

  • @Oldtimerschraube - vielen Dank -> die Videos sind echt der Hammer. Zumal das filmen der Cockpitarbeit mit der Lenkradschaltung :thumbsup::thumbsup:

  • Moin,


    Scheibenbremsen gibt´s z.B. bei link . Die könnten auch für den Ponton passen.


    Wenn du Wert auf Sicherheit legst, dann ist es wichtig, dass die Kopfstützen hoch genug sind. Ich bin 190, bei sämtlichen Cobra-Sitzen sind die Kopfstützen zu niedrig. Außerdem musst du nach ABE schauen. Mercedes-Sitze würde ich die Sitze vom W124 in Betracht ziehen. Gut, billig und verfügbar sind auch Sitze vom frühen Mazda MX5 mit separaten Kopfstützen. Ich hatte die mal in einen TR250 eingebaut. Bei allen Sitzen sollten die Gurte an der Karosse, nicht am Sitz befestigt werden.


    Das größte Sicherheitproblem ist die Lenkäule. Die ist durchgehend. Bei einem Froncrash dringt sie in den Fahrgastraum ein und wird dabei etwas aufsteigen. Selbst mit Gurt, der sich beim Unfall elastisch längt, wird´s eng. Ich habe mal gehört, Thomas Hanno würde an einer Lösung arbeiten. Hast du dir mal einen Seitenaufprall im Ponton vorgestellt. Türen, B-Säule und Schweller sind mehr als mikrig.


    Ob sich am Ende der Aufwand mit Scheibenbremsen, Fahrwerksverbesserungen in punkto Sicherheit lohnt, weiss ich nicht. Die Bremsen meines 219 bekomme ich locker zum Blockieren - und hier liegt auch das Problem. Mit Scheibenbremsen wird vielleicht die Gleichmäßigkeit der Bremsen erhöht. Der Bremsweg wird sich aber bei weitem nicht so verkürzen (wenn überhaupt signifikant), um mit modernen Autos mitzuhalten. Der Vordermann macht mit Bremsassistent und ABS eine Vollbremsung und steht nach 35 m, du brauchst mit Scheibenbremsen mehr als 50 m.


    An den konstruktiven Sicherheitsproblemen der Eingelenkpendelachse ohne zentrale Feder/Bogebein wirst du durch Fahrwerksänderungen nichts ändern. Es geht vielleicht etwas schneller, aber auf Kosten des Grenzbereichs. Sicher für den Alltag wird man den Ponton nicht hinbekommen. Die Zahl der Verkehrstoten ist von 1970 bis heute um 80 % gesunken, trotz eines viel höheren Verkehrsaufkommens - warum wohl.


    Grüße Udo

  • Die Sachen sind mir schon klar. Es ist und bleibt ein klassisches Auto. Einige Sachen sind dran zu machen deswegen die Fragen nach der Verbesserung. Dass ich nicht an einen 2020 gebautes Auto rankomme ist mir klar.

    So oder so sind Dampfer und Federn auszutauschen. Wieso also nicht verbessern was verbessert werden kann?

    Bin mit 33 ja noch jung und möchte ein wenig mit den Wagen spielen und meine Vorstellungen verwirklichen.

    Ziel ist Sportlichkeit und Sicherheit. Ein Fahrwerk zu verbessern kommt beiden zu Gute. Die Sitze sicher auch.

    Ein RennPonton wäre natürlich auch der absolute Traum :)

    Ich fange schon mal klein an.


    Mit den 124er Sitzen ist ne gute Idee. Schaue ich mal nach ob die passen könnten. Auch optisch.

  • Moin,


    Rennponton finde ich gut, das hat was. Das kann man beliebig weit treiben, mit Schalensitzen, Hosenträgergurten, Käfig. Falls du an einer Leistungssteigerung interessiert bist, ich habe eine 2-fach-Vergaseranlage vom 220S. Damit hätte der Ponton 100/106 PS statt 85 PS. Ich wollte sie ursprünglich in meinen Ponton einbauen, habe mich dann aber dafür entschieden das Auto komplett original aufzubauen.


    Grüße Udo

  • Einige der genannten Umbauten werden sicherlich nicht H-Kennzeichen-fähig sein, ebenso nicht 07- tauglich.

    Da würden dann wohl einige Einzelabnahmen fällig beim TÜV mit entsprechenden Gutachten und Kosten.

    Von Daimler wirst Du vermutlich keinerlei Unterstützung bekommen, die stehen generell solchen Umbauten ablehnend gegenüber, ließen sie mal vor einiger Zeit vornehm verlauten.


    Der Ponton war nie ein sportliches Fahrzeug, auch wenn Anfang der 60er Jahre Rainer Günzler einige Siege mit dem 219 eingefahren hat, u.a. die Akropolis-Rallye.

    Im Prinzip hat Udo in #11 alles gesagt. Die Achillesferse beim großen Ponton ist u.a. das Lenkgetriebe mit dem schwammigen Verhalten, da kann man aber fast nichts verbessern.


    Ich will an dieser Stelle keine Grundsatzdiskussion anstoßen, aber wenn hier ein Familienstück seit 3 Generationen existiert, was ganz selten vorkommt, dann würde ich es so belassen, wie es der Opa gefahren hat. Das ist etwas ganz besonderes und wäre eine entschleunigende Alternative zu Deinem übrigen Fuhrpark, der ja offenbar lauter sportliche Fahrzeuge ausweist.

    Dann lieber ein Fahrzeug der späteren Generationen sportlich umbauen.

    meine Meinung

    Carl

  • Nabend


    Ein Fahrwerk, Sitze mit fester Rückenlehne und Kopfstütze und 3 Punktgurte dienen doch Hauptsächlich der Sicherheit bzw meinem Wohlbefinden und werden doch kein Problem machen oder doch?

    Scheibenbremse ist ein Wunsch aber für 5000€ bleibt es ein Wunsch.

    Doppelvergaser ist klassisches Motortuning und doch nicht Eintragungspflichtig oder? Zumal es das ja original gab. Bzw müsste ich hier in Luxemburg nachfragen.

    Rad/Reifen Kombination auf 15“ Stahlfelgen dürfte auch kein Problem sein.

    Für den Rest wärs das dann mal am Anfang.


    Mein restlicher Fuhrpark sind 2 Sportgeräte und 3x gemütlich. Und mein Alltagswagen ist ein W210 Kombi. Auch nicht grade ein Sportgerät ;)

    Aber auch mit drm 3PS Mofa kann man an den Grenzbereich gehen....

  • Hallo Charly,

    damit bekommst Du in Deutschland kein H-Kennzeichen.

    Ein 219 aus 3. Generation wird vermutlich weitestgehen Original sein.
    Da es von den 219 eh weniger gibt, dürfte dein Wagen in einem selten Zustand sein.

    Aber jeder nach seiner Facon.

    Grüße

    Michael

  • Ja das stimmt schon.

    Mein Grossvater hatte den schon mal restauriert und teils neu lackiert. Er ist dunkelblau, untendrunter aber pastellgrün. Ist das normal? Weil das Dach ist noch Erstlackblau mit sehr schöner Patina....


    Ja das stimmt. Ich will das Auto nicht verhunzen. Nur ein wenig verbessern...

    Ich zeige dann das Ergebnis :)

  • Moin Charly,


    ich habe dir eine PN geschickt.


    Peter hat sicher Recht, Umbauten vorher mit dem TÜV abzustimmen. Meine Einschätzung zum H-Kennzeichen (siehe: link)

    Mit dem Vergaser dürfte es keine Probleme geben, gab es damals im 220 S, ist ein zeitgenössischer Umbau

    Sitze: könnte schwierig werde. Man müsste was altes/zeitgenössisches finden.

    Scheibenbremsen: sind wahrscheinlich nicht eintragungsfähig.


    Aber es gibt immer Ermessensspielräume des Prüfers. Umbauten oder Tuning sind erlaubt, wenn sie zeitgenössisch sind. Sicherheitsfeatures wie Gurte oder H4 sollten akzeptiert werden, bei mir war das nie ein Problem. Hinzu kommt, dass viele Prüfer wenig Ahnung von Oldtimern haben und nicht wissen was original war. Bereifung, Lenkräder und Sitze fallen aber auf. Ich würde mich mal in der Oldtimer-Renn-Szene umhören und fragen welche Erfahrungen es dort gibt.


    Grüße Udo

  • Gurte akzeptieren sie (war zumindest früher so) . dann kann ich mir auch vorstellen, dass Kopfstützen akzeptiert werden. Würde ich bei Heckflosse oder 108er gucken. Sieht zumindest annähernd zeitgenössisch aus.

    Zum Thema Umrüstung Ponton auf Scheibenbremse gibt's einen ganz interessanten Artikel hier:

    http://www.mbig.de/fileadmin/Dateien/Clubleben/Ponton-Kurier/1999/PK1999_1_Nachrüstung_von_Scheibenbremsen.pdf

    Ich halte es nicht für notwendig. Allerdings fahre ich mit meinem 180Dc eher gemütlich und vorausschauend / defensiv.

    Gruß Peter

  • Hallo Peter,


    Bremskraft ist das eine.
    Fading das andere.

    Aber wenn man mal Jahre lang ohne Bremskraftverstärker rumgefahren ist, freut man sich
    dann auch mit gut funktionierenden Trommelbremsen.

    Auch bei mir heißt das Zauberwort - laaaaaaaaangsaaaaam.

    Aber es gibt natürlich immer mal Notsituationen.


    Grüße

  • Kopfstützen lassen sich inkl der Befestigungen vom /8, W108 oder W123 in die Ponton-Rückenlehnen einbauen, das ist kein Problem. Gurte lassen sich auch nachrüsten.

    15-Zoll-Räder mit 65er Querschnitt bringen keinen längeren Abrollumfang, denn die orig. 6.70-13 bzw 7.25-13 haben durch ihren 82er Querschnitt (bzw haben die Diagonalen der 50er nicht noch einen 100er Querschnitt?) einen ähnlich großen Abrollumfang wie ein 195/65R15.


    Wer unbedingt die Drehzahl senken will, weil er gern mal längere Strecken 140 fahren will, der kann sich ja das 3,7er Diff vom 180D in seine Achse einbauen bzw gleich eine 180D-Achse überholen und in den 219 einbauen, den Tacho muß man halt noch anpassen lassen.


    Bremse und Fahrwerk sind halt Stand der 50er, wenn alles in gutem Zustand ist, kann man damit schon vernünftig fahren (ich bin vor 2 Jahren mal an 3 Tagen 600 km Autobahn mit einem 180D gefahren, das ging durchaus). Einen Bremskraftverstärker gabs ja schon als Sonderausstattung, wer mag, rüstet ihn nach. Zum Oldtimer gehört eben auch die Technik von damals.

    Wer ein vernünftiges Fahrwerk und brauchbare Scheibenbremsen im Oltdtimer will, der muß warten bis zum /8. Der war ein Quantensprung. Fahrwerk narrensicher und 4 Scheibenbremsen mit Verstärker. Vernünftig zu lenken ist er auch, wer Pudding in den Armen hat, nimmt ihn mit Servolenkung. Übersichtlich und angenehm kompakt für seine Zeit.


    Grüße

    bacigalupo

  • Moin,

    warum wird in diesem Fall eigentlich so auf dem Thema TÜV und H-Zulassung herumdiskutiert, wenn doch das Ganze -wie angegeben- in Luxemburg stattfindet?

    Oder gilt dort dasselbe Prüf- und Zulassungsregelwerk wie in D?


    Fragt sich

    Lutz

  • Hallo Reiner


    Du hast recht, wir sind schon stark reguliert, aber eine Oldtimer Typisierung in Österreich, oder in der Schweiz möchte ich mit Sitzen aus späteren Baujahren nicht durchführen müssen. Gurte und Kopfstützen vermutlich ja, weil sie der Sichrheit dienen. Die Verwendung von anderen Achsen und Bremsen bezweifle ich auch in diesen Ländern. Zum Thema Überregulierung in Italien könnte Dir Wuff was erzählen. In Luxemburg gibt es ähnliche Anforderungen wie bei uns.


    https://www.lof.lu/wp-content/uploads/Procédure-de-classification-dun-véhicule-historique-snca.pdf


    Es ist in Deutschland nicht ganz so schlimm wie man meint.

    Viele Grüsse


    Winfried


    Nach 10 Jahren im Exil in der Schweiz schweiz.png ist mir das ß abhanden gekommen und es wird auch nicht mehr eingeführt!


    300 SE W112 Cabrio M189 Automatik Fahrgestellnummer ...9840 Ende 1967 „Schlüpferblau-Met.“


    w112 (affe) gehrmann-privat.de