Wie dicht sind eure Schläuche?

  • Hallo zusammen,


    also um es gleich mal im Voraus zu sagen: dies ist kein Mercedes Thema. Keiner meiner Benze hat Schläuche. Zum Glück...


    Aber ich habe Schläuche im Fahrrad, in der Schubkarre, im Traktor usw. und seit neuestem auch im Schlauchwagen (als in Gartenschlauchwagen) den ich mit Luftreifen ausgestattet habe. Und genau bei letzterem hat der Frust begonnen. Vor 4 Wochen 2 bar rein, jetzt nur noch 0.5 bar drin. Oder: ins Fahrrad 3.5 bar rein, 4 Wochen später sind nur noch 2.5 bar. Da die Ventile soweit ich das beurteilen kann dicht sind bleibt nur der Schlauch selber für den Druckverlust übrig. Andere Schläuche (auch uralte) sind dicht. Eine Korrelation die ich sehe ist dass der Druckverlust proportional zur Entfernung des Schlauches vom Herstellerland ist.


    Jetzt mal meine Frage: habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Ich kann mich nicht erinnern früher jemals mein Fahrrad aufgepumpt zu haben. Vielleicht mal nach 3 Jahren wg. eines Plattens. Gibt es noch deutsche (oder europäische) Hersteller deren Schläuche dicht sind? Mir geht es hauptsächlich um die dicken Teile von Schubkarre etc.. Da scheint es auf dem Markt nur noch Teile aus China zu geben.


    Viele Grüße,

    Hagen

    .

  • Servus Hagen,


    als begeisterter Radfahrer, Rennrad und Mountainbike, ist mit dieses Thema natürlich sehr bekannt.


    Generell kann man sagen, dass die Dichtheit von zwei Faktoren abhängt. Dem Schlauch- und Reifenmaterial und von der Materialstärke.


    Im Radsektor werden mehrere Schlauchmaterialien verwendet. Am üblichsten sind die Butylschläuche, dann gibt es noch Latex, Polyurethan und verschiedene andere Thermoplaste.


    Hier kann ich nur zu den Latex-Schläuchen was sage; die laufen zwar leichter, weil viel geschmeidiger, verlieren aber auch viel schneller Druck. Sprich vor jeder Fahr aufpumpen.


    Am häufigstens trifft man aber auf Butylschläuche, also die klassischen schwarzen Gummischläuche.


    Je neuer und je dicker das Material hier ist, desto besser hält sich auch der Druck. Mit der Zeit altert der Schlauch aber auch, d.h. das Material härtet aus, es gibt Microrisse aus denen die Luft entweicht.


    Das gleiche gilt auch bei Tubeless-Systemen. Im Radsport wird hier im Gegensatz zum Autobereich noch mit einer Dichtmilch gearbeitet, die kleine Löcher sicher abdichtet. Das System funktioniert bei mir bei zwei Laufradsätzen super, wenn auch nach einer Woche bei ca. 4 bar Startdruck ich dann ca 1 bar nachpumpen muss. Beim wesentlich dickeren Mountainbikereifen fehlt nach einer Woche kein Druck.


    Ich denke das lässt sich eins zu eins auch auf deinen Gartenschlauchwagen übertragen. Also mal im Netz googlen, ob es schwerere, dickere Schläuche gibt.


    Ansonsten bin ich froh, dass ich wären der letzten Wochen und Monate radfahren durfte und auch viel gefahren bin. Wahrscheinlich waren es die besten Rennradbedingungen seit Kriegsende. Beste Straßen, ein traumhaftes Wetter und so gut wie kein Verkehr. Somit kann ich rank uns schlank den Dicken aus dem Winterschlaf holen und bei den nächsten Ausfahrten ohne schlechtes Gewissen Picknicken.


    Schöne Grüße

    Wolfgang

  • Somit kann ich rank uns schlank den Dicken aus dem Winterschlaf holen und bei den nächsten Ausfahrten ohne schlechtes Gewissen Picknicken.


    Schöne Grüße

    Wolfgang

    nur gut, dass ich 10 PS mehr hab und meine Wampe pflegen kann, ...freu mich schon auf die nächste Ausfahrt

    Viele Grüsse


    Winfried


    Nach 10 Jahren im Exil in der Schweiz schweiz.png ist mir das ß abhanden gekommen und es wird auch nicht mehr eingeführt!


    300 SE W112 Cabrio M189 Automatik Fahrgestellnummer ...9840 Ende 1967 „Schlüpferblau-Met.“


    w112 (affe) gehrmann-privat.de

  • Hallo zusammen,


    also ich hatte vergessen zu sage dass die Schläuche neu sind. Die sollten doch den Druck halten, oder?


    HaWa: So Dichtpamp in Schlauchlose reinkippen ist keine gute Idee aber in Schläuche ist mir das egal. Das kann ich mal probieren.


    hannes: Danke für den Tip, die Firma kannte ich nicht. Ein Versuch ist es wert; ich denke ich bestelle mal neue Schläuche.


    wolfgang: ich wusste noch nicht mal dass es da so viele verschiedene Materialien gibt. Welches hält die Luft denn am besten? Was wurde denn früher verwendet als man noch nicht jede Woche sein Fahrrad aufgepumpt hat?


    Dass bei schlauchlos und korrodierten Felgen und morschen Reifen die Luft rausleckt ist schon nachvollziehbar. Aber doch nicht bei einem Schlauch? Was ist denn der Mechanismus des Luftverlustes? Diffusion durchs Gummi? Mikrolöcher die bei der Fertigung entstehen?


    Viele Grüße,

    Hagen

    .

  • Namd,


    ein Bekannter Bekloppter hier auf´m Dorf hat mal in die Reifen seines Radlader Bauschaum gefüllt, nur vergessen beim Aushärten das Teil zu bewegen.


    Machte dann beim Fahren immer "floppfloppflopp" bzw. "hoppelhoppelhoppel"


    Er hatte aber nie mehr Probleme mit platten Reifen.


    Gruß

    stefan


    PS: Es gibt in der Recyclingbranche aber wirklich die Variante die Reifen auszuschäumen, um Stillstandszeiten zu vermeiden. Nur leidet der Fahrkomfort darunter und der Reifendienst freut sich, wenn er die Teile von der Felge holen muss.


    Reifenschaum

    An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern.(Erich Kästner)

  • Hallo Stefan,


    danke für den Tip mit dem Reifenschaum ! Ich denke Fahrkomfort beim Schlauchwagen oder den Schubkarren wird akzeptabel sein ;) und wenn man den Schlauch füllt ist das auch für den Reifendienst kein Problem.; da schneidet man wenn der Mantel morsch ist einfach alles von der Felge. Ich werde da mal anrufen was das für so einen kleinen Reifen kostet; dann kann ich die Teile ja mal nach Deutschland mitnehmen. Das scheint eine feine Lösung zu sein; ich bin das ständige Aufpumpen echt leid.


    Viele Grüße,

    Hagen

    .

  • als es dort noch erlaubt war bin ich in einem Motorenwerk viel mit dem Fahrrad unterwegs gewesen. Die rumliegenden Späne haben mich natürlich regelmäßig den Schlauch flicken lassen. Bis ich dann auf Vollgummireifen umgestiegen bin. Fuhr sich auch gut, war auch nur ein bisschen schwergängiger, daher evtl. für lange Fahrradtouren nicht erste Wahl.
    Je nach Nutzung evtl. interessant.


    Die Entwicklung ging danach auch weiter, siehe z.B. hier.


  • Hallo Hagen


    Könnte es nicht auch damit gehen? Das kann man ja gleich mal präventiv reingeben?


    Viele Grüsse


    Winfried


    Nach 10 Jahren im Exil in der Schweiz schweiz.png ist mir das ß abhanden gekommen und es wird auch nicht mehr eingeführt!


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  • Hallo Winfried,


    das hatte HaWa ja schon vorgeschlagen. Das funktioniert mit Sicherheit auch bei Löchern durch Fremdkörper.


    Aber wo ich ein Problem habe ist der schleichende Luftverlust auch schon bei nagelneuen Schläuchen. Das habe ich so von früher nicht in Erinnerung. Ich habe doch nicht alle 2 Wochen mein Fahrrad aufgepumpt...


    Ich habe in der Zwischenzeit auch schon einiges auf dem Internet gelesen bzgl. Materialien, Reifenmilch etc. Irgendwie scheinen alle Schläuche plötzlich undicht zu sein. Das kann doch nicht sein. Ich habe vor ein paar Tagen meinen alten Passat aus der Scheune gezogen. Da war ein Reifen platt und die anderen hatten noch 1.5bar. Vor 18 Jahren mit 2.5 bar abgestellt. So stelle ich mir das vor.


    Aber siehe z.B. hier hier: Schlauchtest

    Quote

    Am besten waren Schwalbe 700c SV 17 und Vittoria Ultra­lite City-Trekking. Beide verloren nach 24 Stunden nur 0,3 bar an Druck.

    0.3 bar weg in einem Tag? Das ist doch absoluter Müll. Und das sind die besten im Test?


    Viele Grüße,

    Hagen

    .

  • Ich würde halt den Reifenpilot gleich beim neuen Schlauch reingeben. Wenn es nur Müllschläuche gibt ist das doch die einfachste Lösung.

    Viele Grüsse


    Winfried


    Nach 10 Jahren im Exil in der Schweiz schweiz.png ist mir das ß abhanden gekommen und es wird auch nicht mehr eingeführt!


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  • Hagen, ich glaube, Deine Erinnerung ist getrübt, oder reichen deutlich weiter zurück als meine. Denn ich weiß genau, dass ich meinen Vater fragte, warum er an seinem schlauchlosen Auto deutlich seltener Luft nachpumpen musste, als ich an meinem Fahrrad und später Moped. Beim Moped (Simson S51 und Simson DUO) merkte man regelmäßig, wenn die Endgeschwindigkeit von brachialen, extrem genau abgelesenen 63,5 km/h auf 55,8km/h viel, dass man mal wieder nachpumpen musste. Und das recht regelmäßig. Und (natürlich) mit Heidenauer Schläuchen.


    Ich denke durchaus das der Grund in der Diffusion durch das/den(?) Gummi liegt. Ein Schlauchloser Reifen ist üblicherweise deutlich dicker (von ein paar speziellen Fahrradreifen mal abgesehen) als ein Schlauch. Sitzt der Reifen anständig in seinem Hump drin, entweicht nahezu keine Luft.


    Die Dichtmilch aus dem Fahrradsektor ist aber wirklich gut und verklebt auch nicht sinnlos alles, die kannst Du ruhig prophylaktisch in Deine Schläuche füllen und wirst Besserung erfahren.

  • Hallo Winfried,


    die Frage ist ob das den schleichenden Luftverlust stoppt (bei Schläuchen ohne Loch).


    Also ich habe mal bei so einem Ausschäumer angerufen. Ein Schubkarrenrad kostet 45 Euro und das Teil wiegt dann 5-6kg mehr. Man muss zweimal hingurken; d.h. kann das Rad nicht gleich mitnehmen. Also suboptimal.


    Der Mitarbeiter meinte die Schläuche taugen alle nichts mehr; er führt das auf die Materialstärke und Synthesekautschuk zurück. Er habe neulich einen uralten Reifen auseinandergebaut und der Schlauch war deutlich schwerer. Er sagte auch dass der Kauf von namhaften Herstellern nichts bringt da die in Frage kommenden Teile nur noch in China gefertigt werden.


    Und jetzt?


    Viele Grüße,

    Hagen

    .

  • Hallo Kristian,

    Hagen, ich glaube, Deine Erinnerung ist getrübt, ...

    das kann ich nicht ganz ausschließen. Daher auch meine Frage hier.


    Aber der Reifenhändler hat ja mehr oder weniger meine Beobachtung bestätigt. Und 0.3bar Luftverlust beim besten heutigen Schlauch. Das würde bedeuten alle zwei Tage Fahrrad aufpumpen. Das habe ich nicht gemacht. Also so getrübt ist meine Erinnerung nicht; definitiv nicht.


    Wie oft hast Du Dein Moped aufgepumpt? Erinnerst Du Dich noch?


    Viele Grüße,

    Hagen

    .

  • BTW: als wir den hier schon mal besprochen Mercedes 170V nach wahrscheinlich 30 Jahren Standzeit bargen, waren die Reifen natürlich Platt. Wir wollten neue Schläuche einziehen. Aus Geigel versuchten wir die alten Reifen einfach so zu füllen, und die alten Naturkautschukschläuche hielten tatsächlich Luft, auch für eine längere Zeit :thumbsup:

  • naja, aller zwei Wochen habe ich mindestens gepumpt, vielleicht auch öfter.

    Aber die 0,3bar kann ich mit meinem aktuellen Fahrrad auch nicht feststellen. Aber aller zwei Wochen lohnt sich auch hier das nachpumpen.


    Die Dichtmilch liegt schon lange bereit und in Kürze rüste ich mein Fahrrad auf schlauchlos um, hab nur grad so viele andere Sachen um die Ohren...

  • Hallo Kristian,


    hmmm... also alle zwei Wochen.... hmmm.... Also vielleicht doch getrübte Erinnerung meinerseits.


    Die Dichtmilch braucht mal wohl bei schlauchlosen Fahrradreifen, sonst geht das gar nicht. Ich kann ja mal die Milch in einen Reifen am Fahrrad reintun und sehen ob es eine Verbesserung bringt.


    Viele Grüße,

    Hagen

    .

  • Hallo Tom,

    Es kann auch nicht schaden, die Ventileinsätze mal auszubauen, prüfen und wieder dichtzuziehen (dafür gibts ein preiswertes Werkzeug).

    Oder füll die Reifen mit Wasser, zB beim Schlauchwagen ...


    VG Tom


    Ventile sind dicht. Werkzeug ist vorhanden da ich meine Reifen an den Autos selber montiere und wuchte....


    Das mit dem Wasser füllen ist eine Idee... Wie bist Du denn darauf gekommen?


    Viele Grüße,

    Hagen

    .

  • Hagen,


    Du hast eine PN - lies die doch bitte mal.


    Gruß

    Frank