Die Stromberg CO-Odyssee oder: MB liefert falsche Nadeln!!!

  • Seit Wochen ärgere ich mich mit Uli aus S an seinem 230C 123 rum. Er hat einen Wurm-Kat und kein H und das Auto ist weit weg von einer AU gewesen. Im LL zu fett, im Teillast viel zu mager. Mechanisch wurde alles gemacht, bis hin zu Zkd, Ventilführungen und neu bearbeitete Sirze. Es wurden zwei andere Vergaser versucht, immer das gleiche Bild. Im Leerlauf 8% nach Kat, im erhöhten Leerlauf Lambda 1,1 und kaum Leistung. Ich denke mir auch seit langem dass mein 220/8 im Teillast früher besser lief. Ein 200T aus der Kundschaft mit G+M Kat zeigte plötzlich die gleichen Symptome wie Ulis Auto. Ich dachte ich werd verrückt! Zumal ich grundsätzlich ein grosser Kat-Fan bin.

    Ich erinnerte mich dass ich irgendwo die steinalte Düsenbadel meines /8 haben müsste. Eingebaut, und siehe da: beide 123er haben perfekt Werte. Im Leerlauf auf 0,96 eingestellt, greift im erhöhten Leerlauf die Kat-Regelung und regelt ihn auf Lambda 1,01 ein.

    So, jetzt stellt sich nur die Frage wo man noch passende Düsennadeln bekommt. Evtl. Jaguar oder Volvo, die hatten auch 175CD drauf...

    175 Grüße

    Markus

    "Lohnt sich das?" fragt der Kopf.


    "Nein!" sagt das Herz, "aber es tut Dir gut!"


    www.m115.de


  • In dem rebuilt kit sind keine Nadeln...aber bei Burlen Fuels etc. gibts auch Nadeln...der Punkt ist, daß diese Nadeln ja in unterschiedlichen Lastbereichen aufs 1/100 auf den jeweiligen Motor abgestimmt sind. Schlechter als die Nadeln von Mercedes kann es aber eigentlich gar nicht sein. .-)

    Ich hab jetzt mal ne Anfrage bei Küppers laufen, ansonsten frag ich noch bei Adam oder ich bestell mal n paar Jaguar, TR4 und Volvo Nadeln...


    Viele Grüße

    Markus

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  • To make a short story long…



    Zuerst vielen Dank an Markus. Ich wäre im leben nicht auf die Lösung gekommen und hätte immer wieder die 'nagelneuen' 'Original Daimler' Düsennadeln eimgebaut.



    Letzter Dezember. Der 230 C 123 mit Wurmkat musste zum TÜV und ist wegen der Abgaswerte durchgefallen. Im Leerlauf zu fett, bei erhöhter Teillast zu mager.



    Zuerst Zündzeitpunkt und Schließwinkel geprüft und dabei die Zündpistole, geschrottet, deren Kabel sich beim starten im Lüfter verfangen hatte.



    Der Hirni der Woche....



    Im Januar, auch auf Ratschläge aus dem Forum hin, die noch gar nicht mal so alten Düsennadel und Düsenhülse ersetzt.




    Keine Verbesserung. Im Leerlauf Lambda 0,82 (viel zu fett, CO über 10%), im erhöhtem Leerlauf Lambda 1,28-1,4 (viel zu mager). Mit CO-Tester gemessen.


    Lambdasonde checken. Gar nicht so einfach, wenn das Abgas bei über 10% CO liegt und soweit aus dem Funktionsfenster der Sonde liegt, dass diese die Arbeit einstellt. Bei leicht erhöhter Drehzahl kommt kurz ein Fenster, indem Sie arbeitet, um dann bei 2000 Umin wieder im mageren Bereich die Arbeit einzustellen.


    In diesem schmalen und zeitlich kurzen Bereich arbeitet auch das Zusatzluftventil, so dass das Steuergerät nicht defekt sein dürfte.



    Nächster Schritt; den Vergaser vollständig zerlegt, auf Beschädigungen überprüft, gereinigt und mit neuem Dichtsatz zusammengebaut.



    Nix.



    Zu fett im Leerlauf heißt entweder zuviel Kraftstoff oder zuwenig Luft. Blow-by?


    Kompressionstest unauffällig. Druckverlustprüfung zeigt rauschen am Auslassventil Zylinder 2 und 3.


    Also Kopf runter und zum Motorenbauer gebracht. Bei einer Rechnung von 350,- € kann nicht viel zu bearbeiten gewesen sein. Alles zusammengebaut und….


    Wieder nix.



    In der Bucht einen Vergaser ersteigert und gleich noch einen Dichtungssatz bestellt. Der Vergaser war von einem Schalter und hat deshalb nicht die Unterdruckdose für die Leerlaufanhebung. Meine Hoffung, dass der Anschluss mit einem Blindstopfen versehen ist, hat sich nicht erfüllt. Die haben bei Stromberg tatsächlich für Schalter und Automat unterschiedliche Gehäuse gegossen. Wie dem auch sei, dem Problem stelle ich mich später. Der Motor, von dem der Vergaser stammt muss aber reichlich Kilometer gesammelt haben. Überall Ablagerungen und sogar der Kolben war verfärbt.


    Da ich ja bei Daimlers 2 Düsennadeln und Düsenstöcke gekauft hatte, habe ich den zweiten Satz eingebaut.


    Wieder nix. Absolut dieselben Werte wie beim Originalvergaser.


    Könnte es sein, dass das Ansaugrohr einen Riss hat und deshalb Abgas vom Gehäuse der Heizklappe/Ansaugluftvorwärmung reingesaugt wird? Wenn der Kopf drauf bleibt, ist die Demontage von Saugrohr und Krümmer kein Vergnügen. Nööö, alles dicht.



    Wieder zum X-ten Mal zu Markus an den Abgastester und Frust.


    Jetzt haben wir schon wieder November.



    Markus hat einen Kunden 123er bei dem dasselbe Problem bestand. Da auch hier die Nadel vor kurzem ersetzt wurde, hat er eine alte eingesetzt und das Problem war weg.


    Anruf von ihm, komm vorbei, wir checken das mal.


    Die steinalte Düsennadel vom gebraucht gekauften Vergaser eingesetzt (zum Glück nicht weggeworfen) und siehe da, die Werte waren AU-tauglich.



    So, meine lieben Dahs-beschde-odr-nix-ler, machen wir mal die Rechnung…



    Düsennadel 35

    Dichtsatz 50

    Zylinderkopfüberholung 350

    Dichtsatz 70

    Frostschutz 30

    Spannschiene 10

    Vergaser 150

    Dichtsatz 50

    Düsennadel 35

    Summe 780,00 € und mit Sicherheit einige Positionen vergessen



    Was Markus auf die Rechnung schreibt, weiss ich noch nicht und meine Stunden habe ich gar nicht erst erfasst.



    Ihr Kasper habt mich, neben meiner Lebenszeit über 1000 € gekostet!


    Der Fall, des Kunden von Markus zeigt, dass das mit der Nadel kein Einzelfall und kein einmaliges Versehen war.


    Merkt das bei Euch niemand. Ihr baut das doch auch ein! Wie kommt Ihr dann durch die AU? Bei H-Kennzeichen ohne mittlere Teillast, also im Leerlauf die CO-Schraube auf mager stellen und hinterher wieder auf 8% CO damit er wenigstens halbwegs vom Hof rollt?


    So wie Euer 'Thermofenster' bei den Euro 5 Dieseln?



    Muss man bei Euch ab jetzt jedes Ersatzteil mit Messschieber und Mikroschraube vermessen?



    Saftladen!!!!

    Gruß


    Uli aus S


    Übersteuern ist, wenn der Beifahrer Angst hat.

    Untersteuern ist, wenn ich Angst habe.

    - Walter Röhrl -

  • Und einen Grossteil der Arbeiten hast du ja selbst erledigt, dh. die Arbeitszeit hat quasi nichts gekostet. Stell dir mal vor, Mercedes hätte sich der Arbeit angenommen, dann wäre vermutlich vor deiner Summe noch zusätzlich eine 1 gestanden...

    Gut dass er jetzt wieder läuft. Und der vdh sollte mit dem Düsennadelthema mal bei MB vorsprechen.


    Grüsse

    Tom

    (ohne Düsennadeln, da Einspritzer)

  • Hi, wie lange (Kilometer ganz grob) hält eigentlich so eine Düsennadel? Kann man das abschätzen?


    Und es verschleißt doch auch der Düsenstock (also das Teil, wo sich die Nadel auf- und abbewegt), oder? Könnte auch hier was im Argen liegen?


    (Ich frage nur, weil ich noch eine alte Nadel samt Düse irgendwo rumliegen habe, die ich ungefähr 2007 prophylaktisch erneuert habe. Damals konnte wir auch das CO nicht gescheit einstellen. Grund war aber - wenn ich mich noch richtig erinnere - Falschluft und/oder Schwimmerstand. Erst nach Komplettüberholung und Neuabdichtung lief die Sache, wie sie sollte.)


    Mir hat übrigens damals schon Markus Trompka weitergeholfen, danke noch heute dafür!


    vg Matthias K.

  • Also bei beiden Autos zusammengenommen waren das locker 20Std die mir niemand bezahlt. Wenn man derart selbstbewusste Ersatzteilpreise aufruft kann der Kunde erwarten dass die Teile zumindest gut sind. Wenn das Ihr bestes ist, dann nichts...

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  • Das ist die große Nadel unter der Membran die man von unten verstellt bzw. das Co einstellt? Betrifft das auch den CDT? Hat da mal wer den Messschieber angehalten? Was ist denn da falsch bzw. unterschiedlich?

  • @ Matthias

    Keine Ahnung, wieviel km die Nadel hält. Ist ein Verschleißteil und sich nicht nur die Nadel abarbeitet, sodern auch der Düsenstock. Hier kann man sogar sehen, dass die Bohrung oval wird. Da man in der Regel beides tauscht, kann iich Dir nicht sagen, wer von beiden der Übeltäter ist.

    Den Handlungsbedarf erkennt man daran, dass sich der CO-Wert schlecht einstellen lässt. Die Nadel, die ich jetzt drin haben (aus dem gebraucht gekauften Vergaser) hatte mt Sicherheit ein schweres Leben. Einen so versüfften Vergaser findet man selten (schlammiger Brei in der Warmlaufregelung) und trotzdem hat die Nadel für die AU ausgereicht. Der Düsenstock ist neu.


    sebastian

    Genau die Nadel ist es. Ich habe nicht nachgemessen. Mit dem Messschieber wird man da nicht weit kommen und eine Micrometerschraube habe ich leider nicht.

    Gruß


    Uli aus S


    Übersteuern ist, wenn der Beifahrer Angst hat.

    Untersteuern ist, wenn ich Angst habe.

    - Walter Röhrl -

  • @uli: Vielen Dank für die Information. Ich glaube mich zu erinnern, daß der Düsenstock damals bei meinem 230.4 leicht oval ausgearbeitet war.


    Nach der erwähnten Überholung von Vergaser und Tausch von Nadel und Düse habe ich jedoch keine signifikante Verbesserung beim Verbrauch feststellen können. Nur das CO war halt dann besser einstellbar.


    vg Matthias K.

  • Ich frage hier vielleicht etwas dumm:

    Habt ihr auf ein exaktes Gleichmaß der Schwimmerabstände links und rechts zur Dichtfläche geachtet?

    beides ja.

    Bei der konischen Nadel kann man ja die Messspunkte definieren. Z.B. 1 cm von der Sptze weg xy mm....

    Gruß


    Uli aus S


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    Untersteuern ist, wenn ich Angst habe.

    - Walter Röhrl -

  • Ich denke nicht das es so genau sein muss. Man wird entweder sofort oder keinen Unterschied messen.


    Der Stock ist allerdings nix für zuhause. Man könnte auch mal beides optisch vermessen. Das geht aufs hunderstel.



    Ich musste bei mir schon die Welle neu Buchsen deshalb liegt der Verdacht nahe das bald mal die Nadel fällig ist. Bisher ist mir aber nix aufgefallen. Wenn's nichts vernünftiges gibt muss halt Nadel und Stock selbst gemacht werden bevor ich son bumms verbauen muss...

  • ich meinte jetzt zum Vergleich um zu sehen ob die Nadeln wirklich unterschiedlich sind. Ich könnte mir vorstellen das ein Vergleich mit dem Messchieber bereits ausreicht...

  • Man sieht bereits optisch daß sie unterschiedlich sind. Und ja, eigentlich sollten sie auf 1/100 genau geschliffen sein. Mit Micrometerschraube unmöglich messbar...

    "Lohnt sich das?" fragt der Kopf.


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  • Man sieht bereits optisch daß sie unterschiedlich sind. Und ja, eigentlich sollten sie auf 1/100 genau geschliffen sein. Mit Micrometerschraube unmöglich messbar...

    Ahem... 1/100 kann heutzutage sogar ein billiger Lidl Messschieber (9,90 Euro).


    Wenns ein einfacher Kegel ist sollte das Vergleichen gehen: Loch in Blech bohren, Kegel einstecken bis er klemmt und Einstecktiefe (oder wie weit er heraussteht) messen. Wenn man den Lochdurchmesser kennt hat man damit sogar die Geometrie.


    Anbei ein Bild des umgedrehten Messprinzips: Spitzkegel zur Bestimmung kleiner Lochdurchmesser. Nonius is 1/100 mm. Man beachte auch die schöne Schatulle. So was bekommt man heute nicht mehr...


    Viele Grüße,

    Hagen

    .

  • Er zeigt zwar hunderstel an, diese sind aber damit nicht messbar. Das muss ich meinen Azubis auch immer erklären 😉. Und den ganzen digitalen Scheiß habe ich alles verbannt.


    Jedenfalls dachte ich mir schon das sie relativ unterschiedlich sind. Ich denke da wurden mehrere Autos zusammen gelegt oder sowas. Sehr ärgerlich. Was ruft MB denn für Nadel und Stock auf?

  • Er zeigt zwar hunderstel an, diese sind aber damit nicht messbar. Das muss ich meinen Azubis auch immer erklären 😉. Und den ganzen digitalen Scheiß habe ich alles verbannt.

    Wieso das denn? Ich habe die Lidl Messschieber mit Kalibriernormalen verglichen. Nur bei 150mm 2/100 Abweichung ansonsten aufs 1/100 genau.