Hat hier jemand Erfahrung mit Synthetiköl 5W40 MB Freigabe 229.31 beim W123 300D Bj, 80

  • Honda baut in die Klein- und Gartengeräte eigene Motoren ein und die taugen.


    B&S reagierte immer sehr sensibel auf die Benzinsorte. Zu viele Oktan und das Ding sprang ums Verrecken nicht an.

  • Mich interessieren ja bei diesen ganzen müßigen Öldiskussionen mal harte Fakten. Als Laie vermute ich einfach mal, dass erheblich mehr Motoren ihr Leben aufgrund mangelnden Schmierstoffs ausgehaucht haben, als aufgrund irgendwelcher tollen Ölspezifikationen, auch wenn ultramoderne Öle in alten Eisenschweinen zu erheblicher Inkontinenz und oder Trunksucht der Motoren führen mögen.

    Da wären doch belastbare Zahlen und Fakten erhellend.


    PS: Ich habe in 42 Jahren Ge- und Verbrauchtwagen einen einzigen Motor in die Dutten gefahren, lag auch nicht an mangelndem Öl oder der Spezifikation, sondern an einem Rennen mit der verbrauchten Kiste mit Überdrehzahl. Zylinder 3 von 4 hatte danach null Kompression und die Kurbelwellenlager eine nur noch rudimentär vorhandene Beschichtung. Bin nach dem Abkühlen noch zwei Wochen damit rumgegurkt, dann kam ein "neuer" gebrauchter Motor rein. Zur Info, es war kein Mercedes! :P

  • Hallo Wolf, ich kann Dir hier leider nicht dienen. Ich hatte in meinem Leben zwei Motorschäden (bei insgesamt ca. 40 Autos, so ungefähr). Einer (528er BMW) war vermutlich wegen Falschluft-magergemisch, der andere BMW 1802 war ein festgefressenes Pleuellager.


    Da dieser 1802er nicht für besonders gute Wartungsvergangenheit bekannt war und beim Öffnen der Maschine erhebliche Ablagerungen, Dreck und zugesetzte Ölbohrungen im Bereich der Kurbelwelle festgestellt wurden, könnte man davon ausgehen, daß hier mangelnde Ölwartung (so nenne ich es mal) ursächlich waren.

    Ich hatte diesen Wagen nur wenige Wochen und kurz vorher auf damals ziemlich modernes 15/40er von Texaco umgeölt. Da könnte evtl. ein Grund für gelösten Dreck sein, in dessen Folge das Pleuellager unterversorgt war.

    Ist aber auch nur Spekulation - es war halt eine alte ausgelutschte Kiste.


    Die einzige komische Erscheinung, die ich hatte, passierte bei einem anderen BMW mit M30 Maschine von 92: Da hatte ich vom "BMW-Spezialöl" von Agip mit 10/40 mal auf vollsynthetisches 5/40er umgestellt. Bei warmer Maschine hatte der Wagen dann ein so lautes Ventilgeräusch, daß ich an einen Defekt dachte. Nachdem aber augenscheinlich oben alles in Ordnung war, habe ich die Brühe wieder rausgelassen und das alte 10/40er rein und es war wieder die gewohnte Ruhe.


    Ich kenne allerdings einige Leute, die stur mit Ölsäufern fuhren, bis die Öldruckleuchte anging und unbelehrbar blieben, was den Gebrauch des Ölmeßstabes anbelangte. Eine Bekannte fuhr so ihren A4 zu Schrott, eine andere einen Ford Ka und die dritte einen Golf. Nachher weinten sie sich bei mir immer aus, naja.

    Eine weitere Bekannte wurde Opfer der Fehlkonstruktion von VWs 1,4 Liter, der im Winter einfror.


    Ob man wirklich Zahlen findet, wage ich zu bezweifeln. Wer seziert schon eine alte Kiste, weil die Maschine hin ist und hälte das auch alles noch schriftlich fest?


    Vom Bauchgefühl her würde ich Dir aber rechtgegen, wenngleich dies kein Freifahrtschein für fröhliches Ölreinschütten ohne Hirn und Verstand sein sollte.


    vg Matthias K.

  • Matthias, das sollte auch mehr ein Scherz sein, schreibst ja selbst: Ölsäufer, nichts nachgekippt, irgendwann huch, wieso ist der jetzt kaputt?


    Mein Rekord war ein M 110 mit 7 bis 10 Liter Öl auf 1000 KM. War halt andersrum, Benzin kontrollieren, Öl stumpf nachschütten. Lief eigentlich ganz gut, und hat nicht mal stark gequalmt, der hat hinten Sprühöl rausgehauen. Zum guten Schluss hat er auf 500 Kilometer noch einen Liter Wasser verkonsumiert, auch das nicht sichtbar aus dem Auspuff ...


    Die gleichzeitige Öl- und Wassersauferei hat mir dann gereicht, und tschüss mit der Maschine.

  • Zahlen wird es nicht geben, aber genug Erfahrungsberichte von kompetenten Leuten, die auf diesem Erfahrungsschatz von der Verwendung modernen Ölen in alten Konstruktionen abraten.


    Ganze einfach, weil die Motoren nicht dafür konstruiert wurden sondern für die damaligen Spezifikationen. BMW M30-Motoren beispielsweise vertragen die Nockenwellenlager keine zu dünnen Öle...


    Moderne Motoren haben ganz andere Anforderungen an das Öl. Niedriger Aschegehalt für den Partikelfilter wurde genannt. Gibt auch spezielle Öle für die kleinen Ford-Motoren, bei denen der Zahnriemen durch den Ölsumpf läuft. Würde ich so ein Öl trotz des hohen Preises in meine alten Autos füllen? Nein.


    Andererseits fülle ich bedenkenlos 5W30 in unseren OM 651, ganz einfach, weil dieser Motor mit seinen Passungen und Dichtungsstoffen und Temperaturfenstern auf diese Sorte Öl entwickelt wurde.

  • Zahlen wird es nicht geben, aber genug Erfahrungsberichte von kompetenten Leuten, die auf diesem Erfahrungsschatz von der Verwendung modernen Ölen in alten Konstruktionen abraten.


    Andererseits fülle ich bedenkenlos 5W30 in unseren OM 651, ganz einfach, weil dieser Motor mit seinen Passungen und Dichtungsstoffen und Temperaturfenstern auf diese Sorte Öl entwickelt wurde.

    Hallo.


    Ich kann dazu zwei Beispiele nennen, die ich regelmäßig mit einem Ingenieur von Exxxon-Mobil mittels endoskopischer Kontrolle und Ölanalysen kontrolliere. 0W40 im M127 und ein anderes 50 Jahre altes Fahrzeug. Modernes Syntheseöl in alten Konstruktionen. Und deine Aussage mit dem OM621 ist ja nicht anders. Also man kann schon ein weit gespreiztes Syntheseöl fahren, aber nicht übertreiben.


    Am Beispiel des M127 gibt das sogar die Betriebsanleitung her. Die Empfiehlt unter -20 Grad Celsius SAE5 und über 30 Grad SAE 30. Also kann man ein 5W30 benutzen weil es den kompletten Temperaturbereich abdeckt. Daher werde ich nie verstehen, wie man da dann 20W50, am besten noch so einen "Classic" Raffinnerieabfall, reinkippen kann. Aber das führt zu weit.

    Gruß, Martin

    --
    Hauptsache man ist gesund und die Frau hat Arbeit

  • Ich fahre im OM617 Turbo und OM 603 Turbo nur 20 w 50 und meinem Vorredner kann ich nur sagen , da er hier mit Akademiker Titel um sich schmeißt und selbst wohl wenig Ahnung hat nicht von Abfall zu reden wenn er keine Plan hat.

    Ich fahre dieses Öl seit Jahrzehnten (bin älter und zwar auch Akademiker /tut aber nichts zur Sache) in meinen Diesel auch bei Minus Grade und hier liegt es am wissen wie man mit den Motoren umgeht in der Kälte dann funktionieren die auch und Alstmotoren mit 0 w oder 5 W da sie für die dünne Brühe garnicht entwickelt worden sind , sagt alles über diese Exxon Ing. aus für mich !

    Gruß


    Ingo
    :thumbup:


    W116 - W123 - W124 ........
    ==> Cabrio, Coupe, Kombi, Limo

  • Ich fahre im OM617 Turbo und OM 603 Turbo nur 20 w 50 und meinem Vorredner kann ich nur sagen , da er hier mit Akademiker Titel um sich schmeißt und selbst wohl wenig Ahnung hat nicht von Abfall zu reden wenn er keine Plan hat.

    Ich fahre dieses Öl seit Jahrzehnten (bin älter und zwar auch Akademiker /tut aber nichts zur Sache) in meinen Diesel auch bei Minus Grade und hier liegt es am wissen wie man mit den Motoren umgeht in der Kälte dann funktionieren die auch und Alstmotoren mit 0 w oder 5 W da sie für die dünne Brühe garnicht entwickelt worden sind , sagt alles über diese Exxon Ing. aus für mich !

    Daß ein 10/30er oder 5/30er aus Mitte der 60er nicht unbedingt mit einem Öl von 2021 vergleichbar ist, dürfte klar sein. Daß ein 10/30er als Sommeröl für heiße Temperaturzonen angegeben wurde, mag sein, dafür ists damals wohl nicht für den Winter gedacht gewesen.


    Schon eine Generation später wurden dann bereits 20/50er fürn Sommer empfohlen.


    Inschinör hin oder her - ein aktuelles 5/30er als Alltagsganzjahresöl in eine Motorenkonstruktion, die in den 50er Jahren fußt, dürfte gewagt sein.


    Es wurde ja das 20W20 Öl auch bis in die 70ern als Ganzjahresöl propagiert, nur so als Beispiel. Würdest Du dann heute ein 0/20er in die alte Maschine kippen?


    Bevor man aber weiterdiskutiert, wären alte Datenblätter über Viskositätsverhalten und Fließverhalten von 10/30er aus 65 vs. 10/30er bzw. 5/30er aus 21 interessant. Alles andere ist Kaffeesatzleserei. Aber leider liegt mir da nix vor.


    Und abschließend: Die heutigen aktuellen Öle werden ja in engster Zusammenarbeit mit den Motorenentwicklern als konstruktives Element hergestellt. Dies alleine läßt zumindest schon Zweifel an der vernünftigen Verwendbarkeit in alten Motoren zu.


    vg Matthias K.

  • Guten Morgen.


    Die Zahlen einer Ölbezeichnung geben die Viskostität bei definierten Temperaturen wider. Also ein 10W30 von 1965 ist von der Viskosität her gesehen einem 10W30 von 2021 sehr ähnlich. Beide Öle haben bei der betreffenden Bezugstemperatur ein ähnliches Fließverhalten. Die Addivierung ist natürlich besser.


    Schauen wir uns anhand der konkreten Frage doch mal die Betriebsanleitung an, die ich immer als erste Quelle bei solchen Fragen zu Rate ziehe:





    Mercedes hat früher in seinen Betriebsanleitungen sehr anschauliche Diagramme geliefert, die einen Überblick liefern. Darin werden im prinzip sämtliche Klimazonen und Betriebsbedingungen abgebildet, die ein Fahrzeug erleben kann.


    Deine Frage nach einem 5W40 kann man anhand des Diagramms doch wunderbar beantworten. Prinzipiell ist der 300D geeignet ein 5Wx0 zu verkraften. Insbesondere, wenn der Motor hauptsächlich in kalten klimatischen Bedingungen betrieben wird. Der Grund ist klar. Das 5Wx0 hat einen niedrigen Stockpunkt und fließt bei niedrigen Temperaturen ausreichend gut, um eine schnelle Durchölung zu gewährleisten.


    Ich schaue dann auch immer mal, was der Hersteller als Ganzjahresöl empfiehlt. Und sieheda, ein 10W40 passt ganz hervorragend. Da der Motor prinzipell ein 5W haben darf, ist die Verwendung von 5W40 theoretisch möglich.


    Man sieht, dass MB ein 20Wx0 nur bis maximal -5 Grad zulässt, das 20W50 sogar nur bis 0 grad. Da wir in Deutschland eine Durchschnittstemperatur von 11 grad haben und wir alle wissen, dass im Frühjahr und Spätsommer leicht einstellige Temperaturen auftreten können, würde ich persönlich kein Öl benutzen, was den Temperaturbereich grenzwertig abdeckt. Stelle mal spasseshalber einen Becher mit 20W50 auf die Aussenfensterbank und überlege, ob du das den Lagerstellen zumuten möchtest...


    Du kannst ohne Probleme ein 10W40 verwenden, allerdings würde ich ein angepasstes Dieselmotorenöl verwenden. Diese haben eine Additivierung, die mit dem Rußeintrag und den Verbrennungsgasen des Dieselmotors besser zurecht kommt. Ein Öl für Fahrzeuge mit Partikelfiltern würde ich nicht empfehlen.


    Das hier zum Besispiel:

    https://www.mobil.com.de/de-de…per-2000-x1-diesel-10w-40

    entspricht 229.1 und wird Deinen 300D sicher lange fit halten.


    Oder das:

    https://www.mobil.com.de/de-de…obil-super-3000-x1-5w-40/

    das ist 229.3, also das "Folgeprodukt", was ebenfalls funktionieren wird.


    Und immer dran denken: Der größte Feind des Motors sitzt hinter dem Steuer.


    Gruß, Martin

    --
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  • Hi Martin, widersprichst Du Dir nicht grad selbst?


    Oben schrobst du, 10/30 bzw. 5/30 geht bedenkenlos bei den alten aus den 60ern, das Diagramm weist für die ETWAS moderneren Motoren 5 bzw. 10/30er als strenges Winteröl aus.


    Du kannst natürlich gerne auch Salatöl einfüllen - dies war ca. 1900 auch empfohlen. Warum nicht auch heute? :thumbsup:


    Ich bleibe dabei: Ein aktuelles 5/30er, am besten longlonglonglife und abgestimmt auf modernste Materialien hat in einer weitgehend originalbelassenen Maschine aus den 60ern bis 90ern nichts zu suchen.


    vg Matthias K.

  • Hallo, für den M127 aus dem 230SL trifft das geschriebene zu:



    Da ist prinzipiell ein 5W zugelassen, als Ganzjahresöl ein 10W30 empfohlen, also ist ein 5W30 theoretisch über die Betriebsanleitung abgdeckt.


    Der OM617 braucht etwas anderes, das habe ich beschrieben.


    Grüße, Martin

    --
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  • Wie ich schon sagte, schütt es rein, wenn Du davon überzeugt bist.


    Kurzes Beispiel aus der Praxis: Meine erste Frau arbeitete Anfang der 80er Jahre in einer VW-Werkstatt. Da waren Käfer und 412er noch alltäglich, und die wurden teilweise noch mit 30er Einbereichsöl befüllt, meist aber mit mineralischem 15/40er.


    Als Esso damals das "Uniflo" als Leichtlauföl mit 10/30 auf den Markt brachte, wurde dies auch für die alten Käfer und so empfohlen.

    Ich habs damals auch rein - Effekt war, daß der Ölverbrauch gegenüber dem 15/40er enorm anstieg.


    Und bei etlichen Kunden der Werkstatt häuften sich plötzlich die Motorschäden bei den Luftgekühlten, aber nicht wegen zuwenig Öl, sondern weil es plötzlich zu Kolbenfressern und Pleuellagerschäden kam, und zwar auch bei normalen Fahrern, nicht Vollgasspackos.


    Als der Meister das Öl aus dem Regal nahm und wieder 15/40 reinstellte, kehrte Ruhe ein.


    Mehr glaub ich braucht man wirklich nicht mehr zu diskutieren.


    vg Matthias

  • Hallo, dann beschreibst du genau das, was ich sage: zuerst sollte man die Betriebsanleitung studieren und für luftgekühlte Motoren gelten noch mal andere Regeln, weil die viel höhere Öltemperaturen haben als Wassergekühlte. Und ja: in der Anfangszeit der Mehrbereichsöle waren die oft nicht sehr langzeitstabil. Das bemerkte man daran, dass aus einem 10W30, insbesondere bei einem luftgekühlten Motor und entsprechend hohen Öltemperaturen die Stabilisatoren schnell verschlissen waren und dann aus dem 10W30 schnell ein 10W20 wurde, oder bei entsprechender Benzinverdünnung bei Vergasermotoren eben noch weniger. Das war sehr wahrscheinlich der Grund. Mit einem heutigen 10W30 würde das vermutlich nicht so schnell passieren.


    Jedes Fahrzeug reagiert da anders. Ich habe noch einen anderen Wagen mit Hochleistungs-Vergasermotor, bei dem ist ausschließlich ein 20W50 herstellerseits vorgeschrieben. Also habe ich das zunächst reingefüllt und mich nach einiger Laufzeit, aber gegen Ende des Ölintervalls gewundert, dass im Leerlauf die Öldruckkontrolle angeht. Großer Schreck. Sofort habe ich das Öl analysieren lassen und sieheda: aus dem 20W50 ist über 5000km ein sattes 40er geworden. Dann habe ich mich beraten und besonnen und ein Syntheseöl 5W50 genommen. Danach hatte ich das Problem nicht mehr und die folgende Ölanalyse nach der Laufzeit ergab, dass es immer noch in der 50er Viskositätsklasse liegt. Kleiner Nebeneffekt: die zeit bis zum Ansteig des Öldrucks nach dem Kaltstart hat sich nahezu halbiert.


    Jeder soll fahren wie er glücklich wird, aber Schmierstoff ist Technologie und keine Glaubenssache.


    Beste Grüße, Martin

    --
    Hauptsache man ist gesund und die Frau hat Arbeit

  • Wie gesagt, jeder wie er meint. Ich bin jetzt raus hier, aber mich würde noch interessieren, welchen Hochleistungs-Vergaser Du fährst (nicht wegen Öl, sondern weil ich Vergaser allgemein mag.....)


    vg Matthias

  • Das betrifft zwar das Thema Öl aber nicht vom Diesel. Gerade lasse ich einen MGB Motor neu aufbauen. Daher fragte ich den Motorenbauer ob das nicht der Zeitpunkt wäre auf ein modernes Öl umzustellen. Er rät davon ab, er ist der Meinung, dass der Motor für das mineralische Öl 20W50 oder 15W40 entwickelt wurde und läuft damit am besten. Ein synthetisches bringt keinen Vorteil.

    Viele Grüße Klaus

  • Hallo Klaus. Das sagen alle.....


    Jetzt mal im Ernst: das 20W50 ist allenfalls ein reines Sommeröl. Schaut doch mal ins Betriebshandbuch. Und stellt einen Becher 20W50 mal im Frühjahr oder Herbst bei einstelligen Temperaturen über Nacht auf die Fensterbank. Das Lagerspiel einer Kurbelwelle und einer Nockenwelle ist bei allen Motoren dieser Zeit dasselbe, ebenso das Kolbenlaufspiel. Was soll sich da ändern?


    Die Motorenbauer haben schlichtweg Angst. Angst vor Regress. Kippen die was modernes in den Motor und es gibt ein Problem, sagen alle: das lag am Öl. Kippen die Irgend ein "Classic" Zeug, "mild legiert", bla bla rein und der Motor bleibt stehen, dann lag es natürlich nicht am Öl.


    Schau dir mal den Weg des Öls an, bis das kalte 20W50 endlich an der Nockenwelle angekommen ist, geschweige denn eine saubere Spritz- und Schleuderölung zum Beölen der Zylinderwände und der ganzen Schlepphebelmimik. Und dann wird sich über eingelaufene Schlepphebel gewundert...


    Ich fahre alle meine Klassiker mit 5W50 oder 0W40, auch den W113 und mache regelmäßig Ölanalysen zur Überwachung und es gibt nicht das leiseste Problem. Im Gegenteil: die Verschleißparameter wurden besser.


    Da ich wusste, dass ich einen neuen M127 aufbauen will, habe ich die letzten 5 Jahre das 0W40 gar nicht mehr gewechselt und nur einmal im Jahr ne Ölprobe gezogen und am Ende dann nach 5 Jahren das Öl doch rausgeworfen. Aber nicht weil das Öl verschlissen war, oder der Verschleiß zugenommen hätte. Nein, mir war über die Zeit die Benzinverdünnung zu groß geworden.


    Das Trifft auf den genannten OM617 natürlich nicht zu, aber die Problematik der schnellen Durchölung betrifft jeden Motor, jeden Zeitalters. Ich würde den 300D ohne jeden Zweifel mit einem moderneren 10W40 oder 5W40 für Diesel, ggf ohne DPF-Anforderungen, befüllen.


    Schönen Abend.


    Gruß, Martin

    --
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