Frage KE Diagnosedose und Tastverhältnis.

  • Hallo zusammen,


    meine WIS CD hat den Geist aufgegeben und in meinen Kopien aus dem WHB steht nur drin "Funktion KE wie beim M102". Toll.


    Ich habe daher drei Fragen:

    1. Ist es richtig dass Tastverhältnis 100% heißt keine Spannung an Pin 3 der Diagnosedose gegen Pin 2 (Masse)?

    2. Ist es normal dass die Spannung an Pin 6 (Batterie) etwas unterhalb der Batteriespannung liegt (ca. 0.7V)?

    3. Was misst man am KE Steuergerät Pin 8 (O2 Sensor) wenn die Gemischaufbereitung richtig regelt?


    Viele Grüße,

    Hagen

    .

  • was hast Du denn konkret für Kummer.

    Die ke-Selbstdiagnose is eher so lala...komponenten direkt durchmessen is weitaus zielführender...

  • Hallo Markus,


    ich habe einen verstellten M117.968 bei dem ich das Gemisch wieder einstellen will; geht also nicht um Fehlercodes. Läuft nicht so wie er sollte und ich weiß dass die Gemischschraube (durch den Luftfilter) verdreht ist. Deshalb muss ich wissen was 100% ist. Ich hatte mir auf einem Fresszettel aufgeschrieben dass das Tastverhältnis der prozentuale Anteil von Pin3 auf Masse ist aber ich hätte das gerne nochmal bestätigt.


    Komponenten sind (glaube ich) in Ordnung was ich aber auch noch prüfen will. Bastel' mir gerade noch ein paar Testkabel.


    Viele Grüße,

    Hagen

    .

  • Du musst den Strom am Stellglied messen.

    Aus der Erinnerung: Leerlauf pendelnd zwischen 0 und +3mA, erhöhter Leerlauf bei 2500 U/min 0 bis -7mA.

    Kannst Du ganz einfach mit herkömmlichen ,etwas modifizierten, messkabeln und nem dazwischengeschleiften Multimeter messen...

  • Hallo Hagen,


    1. Ja TV 100% = keine Spannung (immer 0V). Ein korrektes Steuergerät gibt bei Zündung AN 70% TV über Pin 3 aus (nur 560 Kalifornien ab 1988 gegen 85%). Wenn Du keine 70% siehst, bekommt das SG keine Spannung. In seltenen Fällen können auch Kabel oder das SG defekt sein. Meist ist es das ÜSR.

    2. Da würde ich mir noch keine Gedanken machen

    3. Die Lambdasonde ist eine Sprungsonde, die nur "zu fett" oder "zu mager" anzeigt. Da solltest Du beim Regeln also ein ständig springendes Signal von 0 nach 1 sehen.


    Ich würde suchen, warum das SG keine 70% ausgibt. Danach das TV auf ca 50% einstellen und schauen, ob es pendelt.

  • Hallo Volker,


    jetzt wo Du das schreibst ist die Vorgehensweise eigentlich logisch. Und vielen Dank für die Bestätigung des Tastsignals ! Die 70% am Anfang die fehlen hätten mich gleich stutzig machen sollen.


    Ich baue mir gerade Prüfkabel; wenn die fertig sind kann ich das mal alles messen. ÜSR und KPR wollte ich sowieso vorsorglich mal nachlöten. Und die Kondensatoren im Steuergerät kann man auch gleich wechseln. Poti werde ich mir auch mal ansehen.


    Viele Grüße und vielen Dank,

    Hagen

    .

  • Hallo Hagen,


    dieses Vorgehen ist Bestandteil unseres K-Jetronic Workshops. Ich verstehe nicht, warum alle Welt immer erst mal den Strom ins EHS messen will. Für mich fängt die Messung an der KE erst mal mit dem TV an. Dann sehe ich weiter. Zur Not nehme ich danach die Nebelmaschine und den Bosch ETT 18.01 Prüfadapter und messe die Anlage durch.

  • Volker, der Strom am EHS ist verhaeltnismaessig einfach zu messen und gibt guten Aufschluss ueber eine Menge Probleme, wie zB DK Schalter, Lambdasonde, DK Poti bzw deren Zusammenspiel.

    Aber richtig, zuerst mal das Tastverhaeltnis kontrollieren, um Trivialfehler wie defekten Tempsensor etc auszuschliessen.

    VG Tom

  • Hallo Tom,


    der Strom ins EHS ist ja nur eine indirekte Größe, mit der das Steuergerät den Unterkammerdruck zur Regelung des Gemischs einstellt. Hast schon recht: Erst tV, dann Strom, ob das plausibel ist. Und wenn das nicht passen sollte, dann alles messen. Wenn man denn schon die Sensorik messen will, würde ich das immer direkt tun. Dazu gibt es ja von MB oder von Bosch die Adapter, mit denen man sich zwischen Steuergerät und Kabelbaum setzt und misst. Da gehört dann der Strom ins EHS gemäß Prüfplan genauso dazu wie alle Sensoren.


    Und das mit der Nebelmaschine habe ich nicht nur so zum Spaß geschrieben. Viele KE-Jetronic Fahrzeuge haben ein Problem mit der Dichtheit des Unterdrucks. Das sieht man nicht immer einfach. Mit der Nebelmaschine des Grauens findet man die Löcher eigentlich zuverlässig.

  • Hallo Volker,


    ich nehme immer den Strom um das Tastverhältnis einzustellen. Das geht ein mehrfaches schneller als mit dem Tastverhältnis. Dieses wird vom Rechner mit Verzögerung ausgegeben während der EHS Strom viel schneller auf eine Gemischändernung reagiert. Tastverhältnis wollte ich nur um mal grob zu sehen wo ich liege weil die Einstellung völlig daneben ist (frag' mich wie das wohl passiert ist :saint:). Du hast natürlich sofort erkannt dass bei kaltem Motor erst mal Sensorfehler ausgegeben wird. Das hatte ich völlig vergessen.


    Die ganzen Fühler und Signale messe ich natürlich vorher.


    Viele Grüße,

    Hagen

    .

  • Hallo Tom,


    hier geht es zum NEBEL des GRAUENS . Das ist eine billige Disco Nebelmaschine für 40€, eine Expansionsgefäß (Farbdose), ein Träger, ein Schlauch, ein druckgereglter Kompressoranschluss und Gummiverschlüsse für die Drosselklappe.


    Christian und ich haben uns diese nachbauen lassen und nutzen die immer bei unseren D-Jetronic und K-Jetronic Workshops. Man findet tatsächlich Fehler, die man sonst nicht sieht. An meinem S124 haben wir Undichtheit an den Einspritzventilen vermutet. Es war aber der Gummi unter dem LMM. An Christians 450SL haben wir so einen unten angeschmolzenen Unterdruckschlauch gefunden.


    Profi Teile kosten einige hundert bis über 1000 Euro. So kostet es einen guten Hunderter.

  • Hallo zusammen,


    ich wollte nochmal kurz berichten was aus dem Tastverhältnis geworden ist:


    Wie Volker schon richtig bemerkt hatte sollten ja wohl zuerst 70% rauskommen und nicht 100%. Problem hier war ein defektes KE Steuergerät (Kurzschluss in einem Kondensator). Nachdem ich das repariert hatte sprang der Motor schon mal sehr viel besser an und nach mechanischer Einstellung der Einspritzmenge lief er schon ziemlich gut. Leider war der Leerlauf viel zu hoch. Ursache hier war ein falsch justierter Leerflaufkontakt an der Drosselklappe. Also alles zerlegt, gereinigt, gefettet (Cool, wusstet Ihr das Mercedes für die Drosselklappe und einige Lager im Gasgestänge Nadellager eingebaut hat?) neu eingestellt und wieder zusammengebaut.


    Leerlauf einwandfrei bei 600Upm. Nach längerer Fahrt wieder bei 800-1000Upm. Die vermurkste und geflickte Schelle an der Drosselklappe hatte sich wohl gelockert (siehe auch N900262009300) und extra Luft schleichte sich an derselben vorbei. Also Mengenteiler und LMM nochmal runter und wenn man schon dabei ist gleich noch das ganze Zündgeraffel rausgeworfen und neu gemacht und mal unter die Ventildeckel geschaut was wohl die Plastik Ölrohrhalter so machen (so ein Murks, gibt's da was aus Metall?). Alles für gut befunden und wieder zusammengebaut (und diesmal die Spritleitungen auch festgezogen :whistling:), Schlüssel gedreht... und... perfekt ! Läuft wie sich das gehört, Leerlauf passt warm und kalt.


    Tastverhältnis beim VDO Steuergerät ist übrigens im Vergleich zu den Bosch Teilen aus der gleichen Zeit zappig schnell. Ändert sich praktisch kontinuierlich und nicht nur in 5% Schritten. Absolut super zum Einstellen. Auch von der Fertigungstechnik innen scheint das VDO Teil dem von Bosch 15-20 Jahre voraus zu sein (nicht unbedingt ein Vorteil, reparieren kann man da nicht mehr viel).


    An dieser Stelle nochmals recht herzlichen Dank an Volker aufgrund dessen Beitrag ich einen kurzfristigen Anfall von Geistesschwäche überwinden konnte und an Tom (Wuff_6.3) der mich dokumententechnisch und beratungstechnisch tatkräftig unterstützt hat :thumbsup:.


    Thema damit erledigt.


    Viele Grüße,

    Hagen

    .