Einspritzanlage W 111

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  • Einspritzanlage W 111

    Hallo,
    Es geht heute um den Ölstand in der Einspritzpumpe meines W 111 Coupe Bj. 61
    Um den Wagen kümmern sich bei technischen Problemen in der Regel 2 KFZ Meister , die ich beide für sehr kompetent halte.
    Nun haben aber beide bei dem Ölstand in der ESP eine gegensätzliche Meinung.
    Zu meiner Schande muß ich zugegen , dass ich die letzten 12 Jahre überhaupt nichts davon wußte, dass es bei der ESP einen kleinen Ölmeßstab gibt.
    Somit habe ich da natürlich auch nie nachgeschaut.
    Jetzt stieß ich hier im Forum auf das Thema, ging auf die Suche und siehe da der Ölstand in der Pumpe war viel zu hoch.
    Quasi randvoll.
    Nach einiger Bastellei mit Spritze, Schlauch usw, brachte ich den Ölstand auf das richtige Level.
    Am Motorverhalten änderte sich nichts.
    Was habt Ihr für Erfahrungen ?
    LG Michael
  • Grüß' Dich Michael,

    nun, wenn der Ölstand in der ESP über 12 Jahre angewachsen ist, wirst Du Dir nicht allzu viel Gedanken machen müssen ...

    Im Ernst: Ölstand beobachten und auch die Konsistenz des Öls (siehe anhängendes Bild; die hell-braune Flüssigkeit sollte das Schmieröl der ESP sein - allenfalls noch 2-Takt-Gemisch ...) immer mal wieder anschauen. Diese ESP's besitzen eine Leckölsperre (eine Ringnut in jedem Pumpenzylinder, in die Motoröl gedrückt wird um einen Austritt von Kraftstoff in den Pumpenraum zu vermeiden). Es kann nun Verschleiß der Pumpenelemente vorliegen, dann kann Kraftstoff in den Pumpenraum fließen und so den Ölstand erhöhen. Analoges passiert, wenn die Dichtung der Pumpenzylinder im Pumpengehäuse (oder auch der Sitz der Pumpenzylinder) nicht mehr in Ordnung ist. In beiden Fällen muß die Pumpe zerlegt werden und anschließend auf dem Prüfstand neu eingestellt werden.

    Gruß Hans
    Bilder
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  • Hallo Michael,

    da es sich bei der Flüssigkeit in der Pumpe größtenteils um Motoröl handelt/handeln sollte, ist es normal, dass die Brühe über die Jahre schwarz wird. Bei den ESP mit Meßstab wird die Pumpe eben nicht über den Motorölkreislauf versorgt, sondern die Pumpe wird separat befüllt. Deshalb sollten diese ESP hin und wieder einen Ölwechsel bekommen, da auch Öl altert und sich außerdem mit Kraftstoff anreichert, wodurch die Schmierfähigkeit natürlich leidet.

    Wenn der Behälter der ESP voll ist im laufe der Jahre, wohin wandert dann das Öl welches weiter dazu kommt ??


    Es kommt eben kein Öl hinzu, sondern Kraftstoff (was weitaus schlimmer ist). Die Pumpe wird mit der Zeit übervoll und es drückt die Brühe überall raus, auch weil das mit Kraftstoff verdünnte Öl leichter durch die Abdichtungen (Pumpendeckel, Meßstab etc.) dringt.

    Ich würde der Pumpe einen Ölwechsel spendieren und nach Herstellung des korrekten Füllstandes (siehe Meßstab) über einige hundert Kilometer prüfen, ob der Ölstand tatsächlich signifikant ansteigt. Falls ja, sollte die Pumpe demontiert und abgedichtet werden.
    Wird die ESP bei über die Maßen eindringedem Kraftstoff ins Schmieröl weiter betrieben, leiden als erstes die Pumpenelemente und es kommt früher oder später zu Folgeschäden, da das Schmieröl seiner vorgesehenen Funktion nicht ausreichend nachkommen kann.
    Das sollten Deine Kfz-Meister wissen, wenn sie bzgl. dieser Fahrzeuge als kompetent gelten möchten...

    MfG
    Maik
    "Die weltweite Nachfrage nach Kraftfahrzeugen wird eine Million nicht überschreiten, allein schon aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren"
    (Gottlieb Daimler)
  • Leonhard schrieb:

    sehr dickflüssig und roch auch etwas nach Benzi


    Hallo Michael,

    irgendwie widerspricht sich das ein wenig: Wenn das Öl schwarz und dickflüssig ist, scheint es okay zu sein. Der Benzingeruch sollte normalerweise bedeuten, dass es heller und dünnflüssiger wird. Es kann also auch sein, dass mal jemand Deine Pumpe zu hoch mit Öl befüllt hat. Deshalb unbedingt Öl wechseln und neu befüllen. Dann nach ein paar 100 Kilometern prüfen. Wenn das Ölniveau gehalten wird, ist alles gutn, wenn es steigt, muss die Einspritzpumpe zerlegt und überholt werden. Zum Glück hast Du ja nur eine 2-Stempelpumpe, da ist es etwas weniger Arbeit als bei der 6-Stempelpumpe des 250 und 280.
    Viele Schraubergrüße, Dr-DJet Volker



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  • Nochmal zu den ESPs und Ölkreislauf.
    Die frühen Pumpen, also 2KL und die 6KL des 230SL waren Pumpen mit eigener Ölversorgung. Spätere Pumpen, wie die des M130, wurden über den Motor mit versorgt.
    Wenn das Öl also in einer 2KL schwarz und dickflüssig ist, ist das nicht gut. Dann kann über die Welle zum Motor die Dichtung im Eimer sein, das Öl wird also reingedrückt.
    Öl also erstmal mit einer großen Spritze und einem Schlauch absaugen, dann wieder Motoröl rein, 15W-40, 20W-50 oder ähnlich.
    Das gleiche nochmal nach ca. 1000 km wiederholen, um den restlichen Schmodder rauszuholen.
    Danach kann das Öl erstmal drinbleiben, aber den Stand beobachten. Kommt wieder schwarzes Öl rein, ist definitv was faul.
    Ein bischen nach Sprit stinkt es meiner Erfahrung nach immer; es darf bloß nicht dünnflüssig werden (beim kalten Motor).

    Gruß
    Christian
  • Hallo,
    ich hab den Ölwechsel an der Pumpe gerade erst am Wochenende gemacht. Das Absaugen geht am besten durch das Loch für den Peilstab. Ich hatte es zuerst am Einfüllstutzen probiert, da hatte ich aber das Problem, mit dem Schlauch tief genug nach unten zu kommen. Raussaugen konnte ich so gut 200ml. Das Öl war schwarz und roch auch leicht nach Benzin.
    Gruß, Stefan