Posts from bacigalupo in thread „Was übermitteln eBay und Co ab dem 01.01.2023 an das Finanzamt?“

    Hagen, ich hab doch eine Firma, die ist doch eh gläsern. Hätte man die privaten "Kollegen" bisher schon durchleuchtet, so wie es jetzt wohl passieren soll, dann hätten die ihr "Gewerbe" schon lange angemeldet. Oder aufgehört. Auf den kostenlosen Kleinanzeigenseiten muß man sich ja nicht mal richtig registrieren bzw wird das nicht nachkontrolliert, weil ja keine Bankverbindung hinterlegt werden muß, wie das bei ebay wegen der Gebühren nötig ist. Ich sags nochmal: Wer Autos ankauft, um die rasch und mit Aufschlag wieder zu verkaufen und das sagen wir 5x im Jahr macht, der handelt gewerblich und hat sich den dafür geltenden Regularien und Abgaben zu unterwerfen. Das kann jetzt ein bißchen besser eingefordert und verfolgt werden. Der echte, private Gelegenheitsverkäufer, der aus seinem Hobby heraus überschüssigen Kram loswerden möchte, interessiert niemanden. Da gäbe es sonst einen Aufschrei in der Bevölkerung. Damit will auch kein Steuerberater was zu tun haben, das ist Kleckerleskram.


    Grüße

    bacigalupo

    also die Personengruppe, welche ich meine, die ihren Wohnsitz in Deutschland hat und dort auch zu bleiben wünscht, kann jetzt dem FA nicht mehr so einfach entkommen. Und grade die, welche keinen offiziellen Broterwerb haben, sondern sich von der Allgemeinheit stützen lassen, haben ab dem 1.1.23 ein Problem, sich zu erklären. Warte es ab. Dauert evtl ein bißchen, wird aber so werden.


    Grüße

    bacigalupo

    also ich glaube, daß es die gewerbsmäßigen, notorischen Schwarzhändler schon jucken wird... Der private Gelegenheitsverkäufer braucht sich meines Erachtens nicht verrückt machen zu lassen. Auch Mitarbeiter eines Finanzamts werden ab und zu aus privaten Gründen ein überschüssiges Fahrrad, ein paar Möbel, einpaar Ski, einen Gebrauchtwagen oder ein paar geerbte Stücke im Netz anbieten, das ist schließlich heute normal. Es geht um die unbelehrbaren Steuervermeider, die das Netz zum fortlaufenden Geldverdienen nutzen, ohne sich das offizielle Händlergewand mit all seinen Unbequemlichkeiten überstreifen zu wollen. Macht Euch doch nicht unnötig verrückt.


    Grüße

    bacigalupo

    im Prinzip hilft das Ganze zB bei Sammelgegenständen auch dem Fach-Einzelhandel, zB bei Antiquitäten, Uhren, Münzen und Briefmarken. An dem ging ja seit gut 20 Jahren Vieles vorbei, weil die Leute, die sowas loswerden wollten, das selber in ebay etc verkauft haben. Vor der Meldepflicht der Plattformen werden sich manche fürchten (auch wenn die Angst für den privaten Gelegenheitsverkäufer unberechtigt ist) und lieber an den nächsten stationären Händler verkaufen, bzw an den übernächsten, um das Ganze ein bißchen aufzuteilen. Da wird jetzt ein Stück des Kuchens umverteilt von den Internetplattformen an den klassischen Handel und nebenbei werden halt die ganzen Schwarzdealer ein wenig besteuert. Mehr ist es eigentlich nicht. Im Prinzip ists eine Korrektur von Fehlentwicklungen der letzten 20 Jahre. Wer geerbt hat, den Teil, der über dem Freibetrag lag, versteuert hat, der kann seine geerbte Münz- oder Autosammlung doch ganz locker in ebay verkaufen, der braucht sich nicht fürchten. Man will einfach den überhandgenommenen Schwarzhandel ein bißchen rasieren, und das doch zu Recht, oder? Daß es im Steuerrecht, zb bei der Besteuerung von Konzernen, noch ganz andere Baustellen gibt, steht außer Zweifel, ist aber jetzt grad nicht das Thema. Wer da grundlegende Änderungen wünscht, muß halt entsprechend wählen beim nächsten Urnengang...


    Grüße

    bacigalupo

    wenn es in IRL so ist, wie Du schreibst, glaub ich es Dir. Allerdings hinkt der Vergleich, denn Deutschland ist ein Industrie- und Transitland mit 80 Millionen Leuten mitten in der EU, das braucht halt auch eine umfangreichere Verwaltung, es gibt einfach mehr zu regeln und zu kontrollieren, schließlich rauscht ganz Europa mit seinen Gütern hier durch, Millionen Flüchtlinge bleiben hier hängen, weil sie kaum ein Nachbarstaat haben will, Deutschland soll Führungsqualitäten zeigen, neuerdings Panzer bauen und liefern, muß seine Energiequellen umstellen, das ist kein kleines Land ganz am Rand der EU, das im Wesentlichen nur Dienstleister als Wirtschaftsquellen hat. Da braucht es halt für D auch mehr Verwaltung, wegen der föderalen Struktur gibts Landesparlamente und Landesregierungen, nachgeschaltete Verwaltungen und Polizeien, das ist halt alles aufwendig und braucht Personal und Geld. Dafür funktioniert es auch vor Ort recht gut und man schert einen Meck-Pommer nicht mit einem Ba-Wüer über einen Kamm.


    Grüße

    bacigalupo

    dann empfehle ich mal einen Blick nach Italien, ich habe da ja durchaus Erfahrungen. Wer in die Mühlen der ital. Finanzbürokratie gelangt, der ist erledigt, zumindest im Norden.


    Vielleicht reichen der Republik Irland die paar Ministeuern, die ein paar Internetkonzerne mit Sitz dort gönnerhaft vom Tisch fallen lassen, da kein nennenswertes Sozialsystem zu unterhalten ist. In D hat sich der Staat in den letzten 3 Jahren sehr weit aus dem Fenster gelehnt, um Bürgern und Unternehmen Geld in den Boppes zu stecken, damit sie nicht infolge der Lockdowns und 2022 wegen der Energiekrise hops gehen müssen. Dieser Zirkus kostet nun mal Geld, jetzt müssen halt die Leute mal ran, die sich bisher bei der Finanzierung dessen vornehm zurückgehalten haben, weil keiner so genau nachgesehen hat. Mag sein, daß die Verwaltung in D sehr gut ausgebaut ist, dafür funktioniert sie auch recht ordentlich. Verhungern und Erfrieren tut in D keiner und um Charity-Krümel betteln muß auch keiner, denn er hat einen durchsetzbaren Rechtsanspruch auf Leistungen, wenn sie ihm zustehen, das wird von der entsprechenden Stelle geprüft. Jetzt kann neuerdings von vielen Leuten Wohngeld beantragt werden, in Thüringen sind das 50.000 Bürger mehr, die darauf Anspruch haben, ich bin in der Materie neuerdings ein bißchen drin (nicht für mich, aber für Andere). Das kostet nun mal Geld, und das muß aufgetrieben werden bei den Leuten, die es eh hätten zahlen müssen. Und wenn in D eine Katastrophe passiert wie 2021, dann kommen gut ausgerüstete staatliche Einrichtungen wie Feuerwehr, THW und Bundeswehr (doch, das kann sie, ich war an der Ahr, die BW hat die Einsatzkräfte vor Ort massiv unterstützt und zB unbürokratisch betankt), um das Ganze aufzuräumen.


    Um mal auf Winfrieds Geschichte mit der Rechnung einzugehen: Wer eine stornierte Rechnung über 30T in seiner Buchführung drinläßt, der "mindert nicht seine Steuerlast", sondern begeht Steuerbetrug, und für den ist das Gericht der richtige Ort, um mal in Ruhe über alles nachzudenken. Sowas ist kein Versehen, weil der Buchhalter mal kurz gepennt hat, sondern Absicht, und für sowas gibts keine Entschuldigung, dafür gibts was auf die Lichter. Und wenn bei Buden wie Wirecard sehr lange zugeschaut wurde, dann war das zwar Mist, aber es läuft ein Prozeß, und Herr B. wird noch länger sitzen. Im deutschen Knast ist immerhin ein Fernseher im Aufenthaltsraum, der Sozialarbeiter schaut vorbei und das Bett ist weich.


    Grüße

    bacigalupo

    Privatleute müssen Belege nicht länger als 2 Jahre aufheben, länger als 2 Jahre zurückzugehen dürfte also nicht rechtens sein. Außerdem geht es um die Spekulationsfrist von einem Jahr, ist der Zeitraum nachweisbar überschritten, ist man auch da raus und der evtl erzielte private Gewinn steuerfrei.


    Erstmal abwarten, wie sich das Ganze in der Praxis auswirken wird. Da wird mit Sicherheit von ein paar Tausend Bürgern schon aus Prinzip geklagt werden, das bindet Ressourcen. Ich meine, daß es dem Staat darum geht, Leuten an den Beutel zu gehen, die privat einen regelmäßigen An- und Verkauf zur zusätzlichen Einkommenserzielung betreiben, ohne die Gewinne in der Steuererklärung anzugeben. Das war früher nicht rechtens, nur wird es jetzt eben verfolgt. Um den privaten Garagen-Gelegenheitsverkäufer, der zB von einer Restauration nach Jahren übriggebliebene Teile verkauft, weil er beim Herrichten seines Oldtimers noch zwei Schlachtfahrzeuge zur Teilegewinnung "verbraucht" hat, gehts doch garnicht. Es geht um die Leute, die semigewerblich schon das Volumen eines kleineren echten Händlers erreichen und zB Autos/Antiquitäten/wasweißich zum Verkaufen (nicht zur eigenen Nutzung) ankaufen. Das ist ein gewaltiger Unterschied und auch durchaus zu belegen.

    Wer durch An- und Verkauf Geld verdienen will, kann das doch tun, aber er soll den Laden halt jetzt einfach anmelden, fertig. Das ist das, was der Gesetzgeber dem Bürger flüstern will. Ich hab einen Kumpel, der verkaufte in den späten 90ern regelmäßig und per Inserat Autoersatzteile einer bestimmten Marke aus seinem Studi-Wohnheimzimmer heraus. Eines Tages stand ein Herr bei ihm auf der Matte, zeigte seinen Dienstausweis und riet ihm zur Gewerbeanmeldung. Dem "Rat" kam er umgehend nach und die Sache war auch rückwirkend erledigt. Seitdem betreibt er hauptberuflich in seiner eigenen Immobilie einen gutgehenden Versandhandel für Teile der Marke, das Studium brach er ab...


    Grüße

    bacigalupo

    ich glaube, da siehst Du zu schwarz, schließlich wären das eine ziemliche Anzahl (ein paar Millionen) Bürger, die tatsächlich ehrenwert und legal Dinge verkaufen, die sie privat nicht mehr brauchen. So viel Urteilsvermögen traue ich deutschen Behörden schon noch zu, daß sie unterscheiden können, ob jemand überzählige Teile aus seinem Hobby privat und legal verkauft oder ob jemand den berühmten "Kücchentischhandel" mit Gebrauchtwagen oder anderen Gegenständen, sprich regelmäßigen An- und Verkauf mit Gewinnabsicht unter Umgehung der Regularien, die für als Firma angemeldete Betriebe gelten, betreibt.


    Daß unser Staatswesen 20 Jahre, nachdem das Internet und seine Möglichkeiten Allgemeingut geworden sind, doch mal aufwacht und nachsteuert, war zu erwarten. Andere Länder werden das genauso tun oder tun es bereits, garantiert.


    Grüße

    bacigalupo

    freilich kann, darf und sollte man sich als Bürger wehren, wenn einem die Behörden ungerechtfertigterweise nachstellen, aber Steuerhinterziehung bleibt halt Steuerhinterziehung, und da kommt halt dann, wie es seit dem 1.1.23 scheint, auch die Steuerfahndung unseres Rechtsstaats ins Spiel, mit der elenden Stasi eines längst untergegangenen Unrechtsstaats hat das genau nichts zu tun.

    Wer gern und regelmäßig an- und verkauft, weil es Geld bringt, der muß halt auch Buchhaltung machen und Abgaben abführen, fertig. Das dürfte jeder Gewerbetrieb in der Welt so sehen.

    Und daß der Fiskus die Methoden der modernen EDV und das Zusammenführen von Daten nutzt, dürfte klar sein, auch in einem Rechtsstaat. Da wird man notfalls entsprechende, noch fehlende Ausführungsbestimmungen dazu erlassen. Und wem das nicht paßt, weil es seinen Interessen zuwiderläuft, der kann ja klagen. Wir leben ja in einem Rechtsstaat, da gebe ich Dir Recht.


    Grüße

    bacigalupo

    ich schätze, so ein Abverkauf wegen Hobbyaufgabe läßt sich (er-)klären und ist auch nicht das Ziel des Gesetzes. Es geht schlicht unds einfach um die Leute, die neben ihrer Arbeit regelmäßig und mit der Absicht auf n auch Gewinnerzielung Teile, Autos, was auch immer an- und wieder verkaufen oder beleglos Dienstleistungen erbringen. Die schaden ja auch den echten gewerblichen Anbietern, die brav ihre Buchhaltung machen, ihren Steuerberater bezahlen, ihre USt abführen, ihre KV und Altersversorgung zahlen und eben auch den ganzen Gewährleistungskram erfüllen müssen. Von den Leuten, die offiziell erwerbslos sind und staatliche Leistungen beziehen, "nebenher" aber allerhand Geschäfte betreiben, noch gar nicht zu reden.

    Vielleicht konnten sich Staat und Gesellschaft solchen Mißbrauch und entsprechende Steuerverluste bisher leisten, weil die offiziellen Existenzen die Beiträge ja erbracht haben, aber nach 3 Jahren Coronahilfen wegen erzwunger Betriebsschließungen, Kosten der Klimakrise, Kosten des sicher noch Jahre laufenden Unkrainekriegs (jaja, die 100 Milliarden...), der Aufnahme von Flüchtlingen, den Milliarden für Energiebeihilfen, damt der Deutsche nicht die Heizung runterdrehen muß, und Kosten der für mit all diesen Dingen zusammenhängenden Geldentwertung wird es halt langsam duster und die Kohle muß her, also guckt der Staat nun langsam mal bei Hempels unters Sofa, was da so alles liegt.

    Wer zB so nebenher 5 Autos im Jahr "privat" vertickt, die er von vornherein nur zum Weiterverkauf mit Gewinn und nicht zur eigenen Nutzung erworben hat, der wird halt demnächst abgemolken, wenn er Pech hat. Da wird man evtl auch auf Daten der Prüforganisationen zurückgreifen, bei der einen oder anderen Werkstatt oder dem Teilehandel in die Rechnungen gucken, bei Speditionen nachhaken, Bankdaten und Inserate auswerten, der Möglichkeiten sind da viele und der eine oder andere Mitarbeiter der Finanzverwaltung wird sich so seine Beförderung von A9 zu A10 erarbeiten wollen. Oder in Polizeikontrollen unauffällig Halterdaten sammeln, "ausgeliehene" 06er Nummern notieren, Hängervermieter kontaktieren und das Ganze an geeigneter Stelle zusammenführen.


    Grüße

    bacigalupo

    und nachdem der Staat seit 2020 mit Hilfen aller Art ums sich geworfen hat, Geld drucken auf Dauer auch keine Finanzierungslösung ist, versucht er halt von "Privat" erzielte Gewinne auch zu besteuern, um für einen gewissen Rückfluß in die öffentlichen Kassen zu sorgen. Das kann man ja auch durchaus nachvollziehen. Abhängige Arbeit wird massiv besteuert, offizielles Gewerbe auch, nur der Privatdealer macht "brutto für netto". Daß diese neue Gesetzgebung einen riesigen bürokratischen Aufriß nach sich zieht, ist klar, aber daß Handlungsbedarf besteht, ist eben auch klar.


    Grüße

    bacigalupo