Sicherheitslenksäule nachrüsten beim w111 250SE Coupe Bj. 1966

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  • Sicherheitslenksäule nachrüsten beim w111 250SE Coupe Bj. 1966

    Hallo Zusammen!

    In den Benzheimer Flosskeln Nr.104 lese ich, dass die Sicherheits-Lenksäule und der Pralltopf ab 8/67 serienmäßig verbaut wurden.

    Nun habe ich ein 250SE Coupe Bj. April 1966.
    Das Fahrzeug ist völlig zerlegt, wird gerade restauriert.

    Meine Frage: Ist es mit vertretbarem Aufwand möglich, die Sicherheits-Lenksäule (und ggf. den Pralltopf) nachzurüsten?

    ... alles sauber ...
  • Moin nochmal,

    habe ein paar Bilder zusammengeraubt, die die Unterschiede der Flanschplatte darstellen. Es fällt auch auf, dass die frühe Spindel mit einem Vielzahn-Rundzapfen endet, und die späte Version mit einem glatten Vierkant. Aber da muss dann wohl eine entsprechende Kupplung zum Lenkgetriebe verwendet werden, denn das Lenkgetriebe war doch immer das gleiche, oder?

    Gruß
    Lutz
    Bilder
    • Säule früh.jpg

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    • Säule spät unten.JPG

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    • Säule spät.JPG

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  • HaWa schrieb:

    Hallo nochmal,
    Wie Lutz durch die Bilder erkennbar macht ist auch die Lenkschaltungsmechanik völlig inkompatibel.
    Gruß HaWA


    Jau.
    Wie fast immer gilt wohl auch hier: machbar ist letztlich alles. Es kommt immer darauf an, wieviel Wert auf Originalität und/oder schnelle Rückbaubarkeit gelegt wird. In diesem Falle müsste wohl im betreffenden Bereich in die Blechstruktur eingegriffen werden. Auch das wäre letztlich -wenn´s denn später mal sein muss- irgendwie reversibel, aber... plug & play ist was anderes...

    Ich werde diesen o.g. Umbau übrigens aus praktischen Gründen auch versuchen, aber ich habe bezüglich Blechänderungen wenig Skrupel, da mein Schlorren ganz sicher nicht mehr in die Betrachtung einer ernstgemeinten Restaurierung mit entsprechendem Originalitätsanspruch rücken wird... und dank Mittelschaltung auch keine lästige Lenkradschaltungsbaustelle auftritt.
    Aber sonst käme ich nicht auf die Idee, dieses Säulentausch-Vorhaben durchzuführen - nicht aus sicherheitstechnischen (wenn überhaupt nennenswert), und schon gar nicht aus optischen Gründen. Aber auch das ist natürlich Geschmackssache.

    Gruß,
    Lutz
  • Ganz herzlichen Dank Euch Allen - Ihr habt mir die Entscheidung leicht gemacht:

    Die starre Lenksäule bleibt drin!

    ...muss ich halt ein bisschen vorsichtiger fahren... :/

    Ich war halt begeistert von der Idee, im Falle eines Falles nicht von der Lanksäule aufgespießt zu werden...

    Hintergrund: Mein letzter Oldtimer, den ich über 10 Jahre gefahren bin, war ein wunderschönes Chevrolet Fleetline deLuxe Coupé Bj. 1951, mit einer riesigen Lenksäule, die frech auf den fahrer zielte. Mein Sohn und ich, wir hatten viel Spaß mit dem Auto, sind u.a. die 2000km durch Deutschland mit gefahren.

    Später kaufte ich mir das Buch eines amerikanischen Fotografen, der in den 50er Jahren in den USA Unfälle dokumentiert hatte. Ein schlimmes Buch. Diese schönen Autos mit all den Leichen...
    Das schmälerte den Fahrspaß ein wenig. Auch die Erinnerung, dass bei einer Bergabfahrt bei meinem Chevy mal die Einkreisbremse total ausgefallen war, machte das fahren damit nicht lustiger.
    (Der deutsche Vorbesitzer hatte die flasche Bremsflüssigkeit eingefüllt - diese hat im Lauf der Zeit die Dichtgummis der Bremszylinder zerfressen...)

    Das war mit ein Grund, mir meinen Jugendtraum zu erfüllen: Ein Mercedes-Benz sollte es sein, ein etwas sicherer Oldtimer. Schön, dass ich jetzt eine Zweikreisbremse und Scheibenbremsen an meinem Coupé habe!

    Hier mein Chevy, den ich vor einigen Jahren nach Holland verkauft habe:

    ... alles sauber ...
  • Ich finde schon, dass es lohnt, das Thema Sicherheit nicht total auszublenden. Andererseits ist man dem Problem ja nicht hilflos ausgeliefert, sondern kann durch entsprechend vorsichtigere Fahrweise was tun. Mein 407er-Düdo-Wohnmobil hat z.B. auch noch die Einkreisbremsanlage. Als mir vor 20 Jahren bei einem 319er Bus am Timmelsjoch mitten im Steilstück plötzlich das Bremspedal nach unten weggesackt ist (Bremsleitung hatte sich am Auspuff durchgescheuert), achte ich immer sehr drauf, dass bei dem 407 die Handbremse tadellos funktioniert. Ich bremse in den Bergen früher runter und versuche so zu fahren, dass im Notfall immer noch die Handbremse auch reichen würde. Und damit kann ich ganz gut leben ohne großen "Fahr-Genuss-Verlust".
  • Klar ist Sicherheit ein wichtiges Thema. Beim Totalverlust der Chevy-Bremsanlage war die mächtige Handbremse meine Rettung - kurz vor einer Kreuzung mit Rot geschalteter Ampel. Da das Fz. hinten relativ schwer ist, hatte ich eine einigermaßen gute Bremswirkung. Gott sei Dank...

    Dass ich - seit ich dieses Buch hatte - immer mit gemischten Gefühlen auf mein prachtvolles Lenkrad mit der massiven roten Lenksäule schaute, erklärt dieses Bild vielleicht ein wenig:

    ... alles sauber ...
  • HaWa schrieb:

    Hallo nochmal,
    Es wird einen Grund haben warum selbst Skrupelloseste Motorenimplantierer nicht auf die Idee kommen das zu ändern.
    Gruß HaWA


    Moin HaWA & Kollegen,
    ok, ich habe es mir Gestern Abend auch nochmal am lebenden (naja...) Objekt angesehen, indem ich die Lenksäule aus meinem 72er W108 in meinem 64er W111 Coupé anhielt. Da passt gar nix. Weder am Armaturenträger noch an der Spritzwand, noch von der Länge der Spindel her.
    Ich hatte die naive Hoffnung, dass da mehr gehen würde, weil laut EPC die Nummern besagter Teile, wie auch die der Pedalerien, beim späten W108 und den Flachkühlercoupés übereinstimmen. Ich zog weiterhin ins Kalkül, dass bei Umstellung auf Flachgekühlte Coupés "nur" der Tunnel verbreitert und die Front geändert wurde, die Spritzwand und der Armaturenträger aber auf Hochkühl-Stand verblieben. Dem ist aber ganz offensichtlich nicht so, auch diese Partien wurden geändert, sonst würde das ja so passen wie gehofft... ;(

    Nur, wie ist das denn in der Übergangs-/Zwitterphase des 280 SEC vonstatten gegangen? Den gab es doch in der Übergangsphase zum Flachköpper schon mit neuer Lenksäule und beledertem Cockpitgehäuse etc., aber noch schmalem Tunnel, oder nicht?
    Weitergedacht: dann müsste ja auch beim Zwitter-Zwoachzich entweder trotz Schmaltunnel schon Stirnwand/Armaturenträger geändert worden sein, oder es gab -nur in diesen Fahrzeugen- eine neuzeitliche Zwitter-Lenksäule, die aber noch in die alte Karosserie (Hochkühler-Stirnwand & -Armaturenträger) passt! Kann das jemand eindeutig beantworten, ohne dass ich in mühsame EPC-Recherchen einsteigen muss?

    Zu allem Überfluss fand ich eben gerade eine Verkaufsanzeige eines 1962er 220SE-Coupés, welches nachträglich einen 280er M110 verpasst bekam - UND besagte Spät-Lenksäule, in Kombination mit der frühen Blinkerhebel-/Zündschlossanordnung! 8| Siehe Bilder anbei.
    Ist das nun wüstes Gebastel, oder hat da jemand genau das getan, was ich vorhatte, nur dass es ihm gelang, weil er eine (mutmaßlich existente) Zwitter-Lenksäule zur Hand hatte? Oder ist das "nur" ein Zwitterlenkrad (späte Version, passend (gemacht?) auf frühe Säule)?

    Mal zur Erklärung, warum ich mir diesen Stress überhaupt antue: ich bin bekennender Elektrophobiker. Ich hatte deshalb gehofft, meine Umbau-Großaktion wenigstens dahingehend entschärfen zu können, indem ich den 108er-Kabelbaum weitestmöglichst übernehme, was trotzdem Gefrickel genug wäre. Und das würde halt auch bedeuten, das 108er-Zündschloss, den Lenkstockhebel etc. mit zu übernehmen.

    Wenn das nicht klappt, dann muss ich den K-Jet-Motor unter Zuhilfenahme des D-Jet-Kabelbaumes mit der 220er Bordelektrik verheiraten, was sicher selbst für E-Spezis kein anspruchsloses Ansinnen ist (hey Winfried, hast Du nicht Lust, für ein paar Monate nach BI zu ziehen? :whistling: ), für mich aber ein echter Horror. Ja, ich weiß: selbst schuld, etc.
    Daher wäre die Nachricht, dass es besagte Zwitter-Lenksäule tatsächlich gibt, ein echter Jubelanlass für mich! Vor der Aufgabe, eigentlich nicht zu findende Teile aufzustöbern, scheue ich mich leidgeprüfterweise nicht...

    Danke für jede -gesicherte- Auskunft!

    Beste Grüße,
    Lutz
    Bilder
    • 220er mit 280er I.JPG

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    • 220er mit 280er II.JPG

      63,15 kB, 640×480, 29 mal angesehen
    • 220er mit 280er III.JPG

      54,01 kB, 640×480, 33 mal angesehen
  • Hallo HaWA,
    hm, aber dann hätte man an dem Lenkrad ja auch noch den Pralltopf abflexen müssen, oder? Merkwürdig...

    Wie auch immer, ich habe gerade versucht, über das EPC Licht in den Säulenwirrwarr zu bringen, leider ohne Erfolg. Es gibt bei 220/250/280 jeweils mehrere Versionen der Mantelrohre/Spindeln, wobei über alle Modelle auch immer die gleichen Nummern auftauchen, mal mit, mal ohne ohne Abgrenzungshinweis (bis/ab Fahrgestellnummer), dito für die Stirnwände, wie auch immer das gehen soll. Demnach hätte sich die Stirnwand eigentlich nie geändert - was aber ja nicht sein kann. Oder ich blicks einfach nicht - was wohl wahrscheinlicher ist.

    Da ich somit nicht weiß, wonach ich ggfs. suchen könnte/müsste, muss ich mich wohl nun doch auf monstermäßige Elektrofummelei gefasst machen... :( <X

    Gruß,
    Lutz