Türschliessung/Türdichtung - W111 Coupe

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  • Türschliessung/Türdichtung - W111 Coupe

    Guten Tag Zusammen

    Seit der Fertigstellung meines 220SEs nervt mich vor allem die rechte Tür:
    Diese schliesst sehr unwillig und nur mit einer schwierigen Mischung aus Gefühl, Kraft und Nachdruck. Die Tür- und Scheibeneinstellung passt im Grunde, auch Schlossfalle und Zapfen fluchten. Das Symptom zeigte sich erst, nachdem ich die Türdichtung eingesetzt hatte. Zuerst hoffte ich, dass sich das nach einer Zeit setzen würde, was aber nicht der Fall ist. Ich habe nun die Dichtung auch nochmals herausgenommen und versucht, äusserst sauber einzukleben, Symptom aber unverändert. Ohne Dichtung schliesst die Türe mustergültig, auch mit dem bekannten satten Geräusch.

    Nun zu meinen Fragen:
    1) da ich nun zu dicke Türfalze vermute (wovor mir in der Konsequenz graut) würde ich einige Coupebesitzer hier im Forum bitten, mir doch mal die Falzdicke mit dem Messschieber zu messen, damit ich einen Vergleich habe (Türausenhaut-Falzinnenseite, einmal zB auf Schlosshöhe Tür hinten, einmal zB mittig Unterseite der Tür).

    2) da ich im Moment wenig Lust verspüre, die Türen zum Überarbeiten samt schwierigem Nachlackieren zu bringen, frage ich mich, ob es eine Möglichkeit gibt, die Türgummis etwas zum Setzen zu bringen - hat hier jemand einen Trick auf Lager oder hatte gar einst ein ähnliches Problem? Kann man zB mit dem Heissluftfön etwas erreichen oder ist das letztlich alles nur Pfuscherei?
    Gruß
    Paul
  • Hallo, Paul,

    das kann auch an einer zu stark aufgepolsterten Türpappe/Türinnenverkleidung liegen.

    Gruß

    Ulli
    230 SL 10/63
    220 SE 07/64
    - irgendwas ist immer...
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    vdh-Regionaltreff Münster/Münsterland
    jeden 3. Mittwoch ab 19.30 Uhr im RoadStop,
    48157 Münster, Schiffahrter Damm 315


    www.pagodentreff.de
  • Hallo Paul

    In dem Falle würde ich nicht mit dem Heissluftfön rangehen. Vermutlich löst sich der Kleber oder es gibt sonst irgenwelche Kollateralschäden.

    In dem Falle würde ich auf die Türdichtung ein paar Lagen Klebeband kleben und die Tür schliessen, sodass der Dichtungsgummi mehr als eigentlich erfordrelich gequetscht wird. Jetzt im Winter einfach mal so stehen lassen. Vieleicht gibt der Gummi mit der Zeit nach. Und im Frühjahr ist dann alles fein.
    Viele Grüsse

    Winfried

    300 SE W112 Cabrio M189 Automatik Fahrgestellnummer ...9840 Ende 1967

    mercedes(affe)gehrmann-privat.de
  • Moin Paul, Du Jäger aus Türfalz,

    ich glaube, das Dickenmessen wird nichts bringen, weil auf diese Weise ja auch der Lackaufbau auf der Türkantenaussenseite mitgemessen wird, der in der Regel nicht mehr dem Auslieferzustand entsprechen dürfte. Und es ja bei Deinem Güldling auch nicht ist. Da wird jeder etwas anderes messen...
    Habe gerade keine Detailbilder zur Hand, darum hier mal der Verweis auf einen alten Fred von mir, in welchem ich eine Flossen-Rohbautür präsentierte. Das dürfte in Sachen originaler Falzoptik auch etwas Aufschluss geben.

    Meiner Erfahrung nach erkennt man einen "gesunden" Falz daran, dass der klar konturierte Kanten zeigt, hoffentlich/meist an allen Stellen durchgängig am Unterblech anliegend.
    Ist er durch Spaltrost unterwandert, quillt er entsprechend auf (= wird "dick"), was sich durch ein Abheben der Kante vom Unterblech sofort erkennen lässt. Wurde diese Stelle schonmal unfachmännisch "behandelt", dann oft durch ein Zuschmieren, d.h. die Kante ist dann als solche nicht mehr klar zu erkennen, und der ganze Falzbereich fühlt sich wulstig/wellig bzw. eben "dick" an. Letzteres traue ich Deinem Wagen allerdings nicht zu, sondern tippe auch eher auf eine Justierungsthematik. Darauf freue ich mich auch schon, demnächst, wenn ich die Fahrertür (mit der das Auto nicht ausgeliefert wurde) einzupassen versuche. Man gut, dass es bei meiner Laube da nicht so auf den Millimeter ankommt... :whistling:

    An ein Setzen der Gummis glaube ich leider auch nicht. Das hoffe ich bei meiner Flossenfahrertür seit nun über 10 Jahren, aber das Biest von Türdichtung will einfach nicht "platter" werden...

    Kriegst die Tür nicht zu!

    Grüße,
    Lutz
  • Guten Morgen Zusammen

    Danke für die Inputs!

    Was genau an der Türe alles gemacht wurde, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Sicher ist, dass der untere Teil des Fahrertürblatts (also nicht die betroffene Türe) ersetzt wurde.
    Falzstruktur, wenn auch nicht so jungfräulich und deutlich wie bei Lutzens Königsfondtüre, kann ich schon erkennen, werde heute abend aber mal noch genauer inspizieren und fotografieren.

    Winfrieds Tipp jedenfalls ist leicht umzusetzen und schadet nix - werde ich auf jedenfall mal machen, wenn die Hoffnung auf Besserung aber auch klein ist.
    Gruß
    Paul
  • Hallo Paul,

    Winfrieds Vorschlag ist auch hervorragend dazu geeignet herauszufinden an welcher Stelle die Türdichtung die Probleme verursacht.
    Wenn Du nicht gleich alles abklebst, sondern stückweise kannst Du ermitteln ab wann die Tür schwerer schließt.
    Jeder der einmal Türgummis falsch gelagert hat weiß, daß man diese definitiv verformen kann...

    Gruß Bernhard
  • Ich habe mir die Mühe gemacht, mit zwei Türdichtungen (beide neu) zu experimentieren, als ich erfuhr, dass es zwei verschiedene Teilenummern/Dichtungen gibt, eine für sehr frühe (nml, hab aber dank vdh noch eine aufgegabelt) und die reguläre. In der Hoffnung, damit das Problem gefunden zu haben, habe ich die zuerst von mir verbaute, die reguläre, gegen die frühe getauscht, da ich ein sehr frühes Modell habe. Leider aber blieb das Symptom das gleiche. Daher glaube ich in diesem Fall nicht an eine Verformung.
    Wobei man natürlich nicht ausschliessen kann, dass beide falsch gelagert wurden, denn mit statistischen Schönrechnereien habe ich mir schon so manches Problem eingebrockt - ich denke da an den Umbau auf kontaktlose Zündung und den beiden falsch anzeigenden Schliesswinkelmessern ( Motor springt nicht mehr an M127 220SE ).
    Frei nach dem Prinzip, dass die sicherste Art einen Flieger ohne Terroristenbombe zu erwischen diejenige ist, selbst eine an Bord zu bringen, da zwei Bomben im selben Flugzeug ja recht unwahrscheinlich sind, schliesse ich inzwischen nichts mehr aus :wacko:


    Aber die Idee mit dem Band gefällt mir erst mal gut. Es ist tatsächlich nicht so einfach zu sagen, wo es „klemmt“. Ich vermute aber die B-Säulen-Seite.
    Gruß
    Paul
  • Hallo Paul,

    hast Du schon einmal die Dichtungen mit dem Gleitlack von Mercedes behandelt?
    Das Zeug ist teuer aber auch sehr gut.
    Ich verwende es mittlerweile bei allen neu eingebauten Dichtungen.
    Auftragen, Tür für 24 Stunden nicht öffnen und vermutlich wird die Tür danach wesentlich besser schließen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Bernd
  • Bernd R. schrieb:

    Hallo Paul,

    hast Du schon einmal die Dichtungen mit dem Gleitlack von Mercedes behandelt?
    Das Zeug ist teuer aber auch sehr gut.
    Ich verwende es mittlerweile bei allen neu eingebauten Dichtungen.
    Auftragen, Tür für 24 Stunden nicht öffnen und vermutlich wird die Tür danach wesentlich besser schließen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Bernd
    Moin Bernd,
    was bewirkt denn der Gleitlack genau? Reibungsverminderung, klar, aber bei statisch aufliegenden Türen?
    Grüße,
    Lutz
  • Bernd R. schrieb:

    Hallo Paul,

    hast Du schon einmal die Dichtungen mit dem Gleitlack von Mercedes behandelt?
    Das Zeug ist teuer aber auch sehr gut.
    Ich verwende es mittlerweile bei allen neu eingebauten Dichtungen.
    Auftragen, Tür für 24 Stunden nicht öffnen und vermutlich wird die Tür danach wesentlich besser schließen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Bernd
    Hallo Bernd,

    hasst Du da bitte eine Teilenummer zu dem Gleitlack?

    Gruß Hannes
  • Hallo Lutz,

    der Gleitlack macht die Dichtung geschmeidig und sie legt sich schön an den Dichtflächen an.Aktuell verbaue ich grade an einem Projekt 55 Jahre alte NOS-Dichtungen und auch die legen sich nach der Behandlung mit dem Gleitlack wunderbar an. Auf dieses Produkt bin ich gestoßen, als ich bei meiner Pagode die etwas sperrige neue Kofferraumdichtung ( Originalteil) eingebaut habe.
    Auftragen, Deckel zu, 24 Stunden stehen lassen und danach schließt der Deckel viel besser als vorher.
    Für Hannes: Die Bestellnummer lautet A0009893660.

    Mit freundlichen Grüßen
    Bernd
  • Echt teuer, das Zeug.
    Habe gerade etwas dazu recherchiert. Resultat soweit: der Wirkstoff in diesem MB-Gleitmittel ist scheinbar das „Krytox“ von DuPont. Gibts in unzähligen Darreichungsformen von vielen Anbietern (auch anderen Autoherstellern), im PKW-Bereich gern für Cabriodichtungen eingesetzt. Leider ist das Zeug nie wirklich billig, aber mit etwas Suche wohl günstiger als bei MB zu bekommen. Einfach mal guugeln, aber auf Wirkstoff-Konzentration bzw. Mengenangaben bzw. -einheit (mg ist nicht gleich ml!) achten, sonst bezahlt man schnell noch mehr als bei MB...

    Habe die Ideal-Alternative noch nicht gefunden, aber auch noch nicht ernsthaft gesucht. Wer sie kennt/findet, darf sie hier gern bekannt geben... ;)

    Grüße
    Lutz
  • Ja, günstig ist anders ... aber was tut man nicht alles fürs heilige Blechle - das Gleitlackfläschchen habe ich mir nun bei MB bestellt.

    Allerdings kann ich auch einen karossisch-physischen Erfolg vermelden:
    Nach dem experimentieren mit Tesamoll fiel mir auf, dass der Druck auf die Dichtung doch eher von der Türunterkante herrührt als von der B-Säule, wie ich vermutete. Nicht der Falz ist zu dick, sondern die chrömige Schwellerverkleidung der Einstiegsleisten lag aufgrund von Verformung nicht sauber am darunterliegenden Blechprofil an. Die Schrauben hatte ich zwar recht ordentlich reingedreht und sie schienen gut fest, allerdings ist das Material auch einigermassen stark, sodass mir nie auffiel, dass da noch Luft ist.
    Hammerschläge und Holz aber haben gestern dafür gesorgt, dass nun Profil auf Profil liegt, wodurch ich etwa einen halben cm gewonnen habe. Und siehe da, die Beifahrertüre schliesst schon erheblich leichter.

    Danke für den Klebebandtipp, auch wenn dieser zwar anders gemeint war, aber das gab den entscheidenden Anstoss.

    Nun wird noch ein-gegleitlackt und dann hoffe ich, dass die Tür so schliesst, wie ich das von Mercedessen kenne.
    Gruß
    Paul
  • Hey Paul

    schön, dass es besser ist. Das erinnert ein bisschen an das Kontaktpapier beim Zahnarzt. Da wird ja auch über Druck und Reibung der Abstand geprüft.

    Sag uns doch Bescheid, wie Dein Gleitmittel geholfen hat. Meine Türdichtungen liegen noch verpackt im Keller, aber die Tipps hier im Forum werden den Einbau wohl etheblich erleichtern.
    Viele Grüsse

    Winfried

    300 SE W112 Cabrio M189 Automatik Fahrgestellnummer ...9840 Ende 1967

    mercedes(affe)gehrmann-privat.de
  • Servus Winfried
    Das mache ich gern.
    Wird aber Anfang Februar, bis ich das Fläschchen hier in CH erhalte (Vater bringt es bei Besuch mit).
    Mit dem Enkleben der Dichtungen bekomme ich jetzt langsam recht Übung- es wird von mal zu mal schöner und sauberer :D .
    Falls du also mal einen Klebehelfer brauchst ... zumal du bei mir eh noch was gut hast (Motor-Hilfe)
    Gruß
    Paul
  • Hi Paul

    Bevor ich meine Dichtungen einklebe muss ich erstmal meine Türen erneut zerlegen, die Scheiben einstellen und irgendwie dämmen. Die hören sich beim Schliessen wie OPEL Manta Türen an. Das scheppert und klirrt wie blöde. Nicht so schön satt und dumpf wie das bei einem Mercedes sein muss. Das hat man davon, wenn man immer nur fahern will.

    ähm, ... Sorry an evtl. Manta Besitzer :D
    Viele Grüsse

    Winfried

    300 SE W112 Cabrio M189 Automatik Fahrgestellnummer ...9840 Ende 1967

    mercedes(affe)gehrmann-privat.de
  • Du hast ja kein Dach, da kannst klapperfrei bei geschlossener Tür einsteigen, Bewegungsablauf in etwa so, wie es diese Herren einst vormachten, einer sogar mit Kippe :D .

    Aber Spässle beiseite: Ich kenne das Geklappere, hab ich auch und kommt von der blöden Scheibenführung. Da muss ich auch noch ran ||
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    Gruß
    Paul
  • winfried schrieb:

    Hi Paul

    Bevor ich meine Dichtungen einklebe muss ich erstmal meine Türen erneut zerlegen, die Scheiben einstellen und irgendwie dämmen. Die hören sich beim Schliessen wie OPEL Manta Türen an. Das scheppert und klirrt wie blöde. Nicht so schön satt und dumpf wie das bei einem Mercedes sein muss. Das hat man davon, wenn man immer nur fahern will.

    ähm, ... Sorry an evtl. Manta Besitzer :D
    Moin,

    beim /8 Coupe (sorry wegen banalem Vergleich ;) ) wird gerne übersehen, dass die originalen Abstreifborsten aussen breiter sind, als innen. Da war aussen unter dem Filz noch ein Gummihohlprofil, was die Borsten breiter machten. Die Nachbauten unterscheiden da leider nicht. Hab ich bemerkt, als ich die Abstreiffborsten bei mir erneuern wollte. Klappern war aber uncool und die alten Filze dann doch noch nicht so schlecht...
    Wie ist denn das bei den 111ern oder beim Pagödeli gelöst?

    Gruss
    Olof