Gummilager im Hinterachsträger verschlissen - wie wechseln? (W112-cp)

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  • Gummilager im Hinterachsträger verschlissen - wie wechseln? (W112-cp)

    Hallo zusammen,

    es knirscht ganz gewaltig beim Einfedern der Hinterachse meines W112-Coupes, die Ursache war schnell gefunden.
    Das Gummilager im Hinterachsträger tut seinen Dienst nicht mehr.


    Habe ich eine Chance das Gummilager im eingebauten Zustand zu wechseln? Oder baue ich besser die HA aus?

    Ich habe dunkel in Erinnerung daß es ein Einstellmaß gab um den Hinterachsträger nach Zusammenbau richtig zu positionieren.
    Wie mache ich das am besten? Sonderwerkzeug nötig?

    Über Tips würde ich mich freuen...

    Danke!
    Viele Grüße,
    Thomas
  • Hallo Thomas, der im WHB beschriebene Weg ist immer der verallgemeinerte um die Monteure nicht zu verwirren.
    ​Gerade beim 112 muss ja die nicht vorhandene Ausgleichsfeder nicht entfernt werden.
    Mit der Federspannung gibt es auch keine Probleme, einfach Luft raus. Dann kannst du nach Montage die Achsschenkel ausrichten und die Klemmung festziehen.
    Im ausgerichteten zustand kann dann auch der Ölstand geprüft werden.
    Den so hübsch fotografierten abstand der Buchse messen und wiederherstellen.
    Das einzig nervige ist die Lagereinstellung der Eingangswelle und das obligatorische Öl ablassen und befüllen.
    Beim 112 musst du noch nicht einmal die Bremsschläuche abschrauben da sie ja außen liegen.
    Gruß HaWA
  • Hallo HaWA,

    danke für den Hinweis.
    Beide Achsen wurden vor 4 Jahren bei AI-Motors überholt, denkst Du ein Tausch des Wellendichtrings macht trotzdem
    Sinn?

    In dem Zusammenhang wundert mich übrigens daß das damals auch neu reingekommene Gummilager inzwischen so defekt ist.
    Besonders da das Original-Gummilager das vorher drin war und mit dem ich selbst seit Kauf ~80000km gefahren bin noch
    fast jungfräulich aussieht. Im Vergleich dazu hat das neue Gummilager erschreckend schnell aufgegeben.
    Ist dies evtl. normal bei den heutigen Gummisorten, oder fällt Dir ein anderer Grund für den schnellen Verschleiß ein?

    Wenn du keine Idee hast wie du die Lagereinstellung wiederfindest (Kegelradwelle) solltest du die Montage nicht durchführen.

    nur damit ich es richtig verstehe:
    Um das Gummilager #101 zu wechseln muß ich im wesentlichen den Verbindungsbolzen #85 ausbauen.
    Warum muß auch der Lagerdeckel ab und die Eingangswelle neu eingestellt werden? Wahrscheinlich muß ich
    mir alles nochmal unterm Auto gut anschauen.



    An die Kegelradwelle #15 muß ich doch nur ran wenn ich den WeDi #30(?) tauschen will, was ja wegen
    bereits erfolgtem Tausch vor 4 Jahren hoffentlich nicht nötig ist.. Korrekt gedacht?


    Viele Grüße,
    Thomas
  • Hallo Thomas,
    ​wenn das vor 4 Jahren war kann ja sein das du den Bolzen einigermaßen problemlos nach hinten ziehen kannst.
    Bei dem 113 bei welchem ich das Teil gewechselt habe war das nicht mehr so möglich, auch wegen Pos. 91 deshalb bin ich den Weg vorn herum gegangen.
    Das mit der Turbokompostierung von Gummilagern neuerer Produktion kann ich mir nur durch extreme Vulkanisationsfehler erklären.
    Ich gehe mal davon aus das kein Öl drüber gelaufen ist.
    Gruß HaWA
  • Hallo zusammen,

    ich hole diesen alten Thread mal hervor, habe endlich angefangen das Gummilager zu wechseln.

    Zur Zerlegung muß zunächst diese Keilschraube entfernt werden:

    Hier ein Bild des benötigten Spezialwerkzeugs um den Verbindungsbolzen nach hinten rauszuschlagen:

    Dazu diese Sechskantschraube abschrauben:

    sieht dann so aus:

    Nun um Platz zu schaffen:
    - Gummis des Endtopfs lösen damit der Mitteltopf etwas absinkt
    - Handbremsseile lösen
    - hinteren Drehstab runterklappen

    Jetzt ist genug Platz um das Sonderwerkzeug einzuschrauben und den Verbindungsbolzen rauszuschlagen:

  • soweit, sogut.
    Nun ist es bei dieser 2.Ausführung der HA ja so daß das Gummilager #101 (das den HA-Tragarm #102 mit dem Diff verbindet) im hinteren Deckel des Diffs
    geklemmt ist.


    Um es samt Tragarm rauszubekommen müsste ich
    a) den hinteren Deckel des Diffs lösen (HaWA hat oben davon abgeraten)
    oder
    b) das rechte Tragrohr beiseite schaffen
    hier nochmal das Übersichtsbild:


    Da der Verbindungsbolzen raus ist ist das rechte Tragrohr sowieso schon "lose".
    Wie gehe ich am besten vor?

    Gibt es eine Möglichkeit das rechte Tragrohr wegzuklappen ohne die Gummimanschette zu lösen? Das wäre gut da dann das Öl bleiben könnte wo es ist.
    Falls nicht dann muß ich halte die Manschette lösen.

    Welche weiteren Schritte dann? Laut WHB muß die rechte Hinterachswelle nicht raus.
    Reicht es die rechte Schubstrebe vorne zu lösen und ich kann dann das rechte Tragrohr soweit beiseiteschieben/schwenken daß ich den Tragarm
    rausbekomme?

    Viele Grüße,
    Thomas
  • Hallo Thomas,

    also entweder muss das rechte Achsrohr oder vorne der Deckel ab, ansonsten bekommt man das Gummilager nicht raus. Im eingebauten Zustand, ohne Achswelle und Manschette auszubauen, muss vorne der Deckel ab. Nur so bekommt man das Gummilager nach vorne raus. Dann kann sogar der Bolzen drin bleiben. Allerdings muss der Reibwert wieder richtig eingestellt werden. Wenn der Deckel dran bleiben soll, muss das rechte Achsrohr weg, dann kann man das Gummilager ca. 2 cm nach hinten ziehen und rausnehmen. Dazu muss aber die Welle raus und die Manschette ab.
    Ich hab meine Achse im ausgebauten Zustand zerlegt, da kann man am besten arbeiten ;)

    Gruß Sven
  • Quenter schrieb:

    Hallo Thomas,
    ich würde Auspuff und Achse ausbauen,
    Alles andere behindert dich beim Schrauben, bzw exakten einsetzen der Gummilager und Ausrichten der Achse sowie Einstellen des Trieblings.

    viel Erfolg
    Dirk
    Ich dachte schon ich bin der Einzige, der so „kompliziert“ denkt. Auch ich würde die Achse in jedem Fall ausbauen, soviel Aufwand ist das schließlich nicht. Der Achsträger muss exakt 90 Grad zum linken Tragrohr ausgerichtet werden, außerdem muss ein vorgeschriebenes Maß in Bezug auf die Einbauposition eingehalten werden, beides ist im eingebauten Zustand nur schwierig zu realisieren. Und von der Ölkleckerei bei der Arbeit über Kopf will ich gar nicht reden.

    Also Achse raus und fertig, arbeitet sich viel entspannter und exakter...

    MfG
    Maik
    "Die weltweite Nachfrage nach Kraftfahrzeugen wird eine Million nicht überschreiten, allein schon aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren"
    (Gottlieb Daimler)
  • Hallo zusamnen,

    kurze Zwischeninfo vom Werkstattsamstag: haben den Tragarm raus, Bilder kommen später mal.

    Hier schonmal Bilder des noch im Tragarm eingebauten Gummilagers.
    Das Gummilager besteht aus zwei ineinander geschobenen Rohren die über vulkanisiertes
    Gummi getrennt/zentriert sind.
    Ergebnis: laute Knirschgeräusche bei Federtätigkeit.#

    Wenn jemand eine Idee hat warum das Gummilager so versagt hat nach schon <4 Jahren dann wäre ich
    interessiert.
    Einbau/Einstellfehler schließe ich mal aus, AI-Motors sollte ja wissen wie es geht.
    Mir fällt auf daß die Jungs mir 2012 ein Nachbaulager eingebaut hat.
    Ich wechsele jetzt mal auf ein Originallager.

    Viele Grüße,
    Thomas

  • Hallo Thomas,

    Das Lager sieht aus wie die Dinger, die man sonst nach >40 Jahren aus den Autos ausbaut, krass, dass das Teil erst wenige Jahre alt ist.
    Eventuell ist die Gummimischung zu weich, oder die Menge an Gummi zwischen den beiden Metallbuchsen ist schlichtweg zu gering, um auf Dauer die Last der Hinterachse aufzunehmen. Ich habe meine eigene Achse vor 7 Jahren überholt, inklusive Austausch des Lagers. Auch ich kann jetzt bereits feststellen, dass sich das Lager schon merklich gesetzt hat und wahrscheinlich keine 40 Jahre halten wird. Ich hatte meines damals ebenfalls aus dem Zubehör (DB Depot). Ob die heutigen Originalteile länger halten, kann ich nicht sagen, kommt auf einen Versuch an...

    Mit freundlichen Grüßen
    Maik
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    (Gottlieb Daimler)
  • Hallo Maik,

    danke.

    Hier die Gegenüberstellung der Lager:
    oben Nachbaulager
    unten Originallager 110 350 1275 (inzwischen 335€ ?( )

    Hat irgendjemand so ein Nachbaulager lose rumliegen?
    Die beiden Rohre der jeweiligen Lager sind gleichlang.
    Allerdings ist das innere Rohr gegenüber dem äußeren Rohr von Nachbau zu Original verschoben.
    Wenn jemand mal an beiden Enden den Abstand messen könnte dann wäre das toll. Würde mich interessieren.
    Evtl sind beim versagten Lager ja auch die Rohre zueinander verschoben worden.

    Viele Grüße,
    Thomas

  • Hallo Thomas,

    Ich habe es mir abgewöhnt, über die Ersatzteilpreise bei MB nachzudenken, ist nicht gut für den Blutdruck...
    Die verschobene Position der äußeren Hülse kann ich so aus meiner Erfahrung bestätigen. Das sollte aber bei vernünftig aufvulkanisierter Gummimischung mit korrekter Shore Härte nicht das Problem sein.
    Ich vermute die Ursache für das verfrühte Versagen wie gesagt bei falscher Gummihärte, zu wenig Gummi oder einer Kombination aus beiden Umständen. Wobei die Standzeit Deines Lagers schon rekordverdächtig niedrig ist.

    Mit freundlichen Grüßen
    Maik.
    "Die weltweite Nachfrage nach Kraftfahrzeugen wird eine Million nicht überschreiten, allein schon aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren"
    (Gottlieb Daimler)
  • kama92 schrieb:

    Wobei die Standzeit Deines Lagers schon rekordverdächtig niedrig ist.

    Mit freundlichen Grüßen
    Maik.
    Hallo Maik

    Thomas W112 wird als Alltagsfahrzeug genutzt, ...von Standzeit keine Rede

    ;)
    Viele Grüsse

    Winfried

    300 SE W112 Cabrio M189 Automatik Fahrgestellnummer ...9840 Ende 1967

    mercedes(affe)gehrmann-privat.de
  • winfried schrieb:

    kama92 schrieb:

    Wobei die Standzeit Deines Lagers schon rekordverdächtig niedrig ist.

    Mit freundlichen Grüßen
    Maik.
    Hallo Maik
    Thomas W112 wird als Alltagsfahrzeug genutzt, ...von Standzeit keine Rede

    ;)
    Winfried, Du alter Krümelk***** ;)
    Ich hab schon mitbekommen, dass der Thomas mit seinem Auto bei weitem mehr unterwegs ist als ich mit dem meinigen. Wahrscheinlich hat bei mir das Lager auch deswegen (zeitlich) länger gehalten.
    Mit „Standzeit“ meinte ich natürlich Standzeit im Sinne von Betriebsstunden, wie ein Werkzeug z.B..

    Schönes Wochenende zusammen!
    Mit freundlichen Grüßen
    Maik.
    "Die weltweite Nachfrage nach Kraftfahrzeugen wird eine Million nicht überschreiten, allein schon aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren"
    (Gottlieb Daimler)
  • Ein solches Lager hab ich auch nach wenigen Jahren und kaum 20000 Km ausgebaut.
    Wenn man das Gummilager längs aufschneidet, sieht man daß es nicht viel Gummi im Innern hat.
    Die Mischung war evtl auch zu weich.
    Wenn die Autos viel auf der Hebebühne hängen wird das Lager ebenfalls in diese Richtung verformt,
    Das Anfahrmoment Hilft beim Fahren für den Verschleiß.
    Hier lieber das bessere teure Lager einbauen.

    Dirk