... und manchmal ist e-bay auch nicht die beste Bezugsquelle.
Schichtdickenmeßgeräte, die ab rund 10 EURO angeboten werden, sehe ich sehr skeptisch und die Aussagekraft ist auch nicht höher als jene eines kleinen Magneten.
Ich habe keines der oben abgebildeten Geräte je in der Hannd gehabt, die Produktbeschreibungen auf e-bay lassen mich jedoch teilweise schon erschauern. So hat das MBB10 Thickness Meter nach der Produktbeschreibung einen Meßbereich von 1,5 bis 200 mm. Das ist für Fahrzeuglackierungen völlig untauglich. Heutige Neuwagen haben teilweise einen Lackaufbau ab 75 µm, mehr als 500 µm - also 0,5 mm - sollten es in steinschlaggefährdeten Bereichen nicht sein. Beim Kofferdeckel oder auf dem Dach darf es auch mal mehr sein, aber irgendwo bei 900 µm ist auch da die Grenze erreicht. Das Gerät fängt also erst in einem Bereich zu messen an, wo keine vernünftige Aussage mehr über den Lackaufbau getroffen werden kann.
DIe Meßwerte sind auch mit vernünftigen Geräten immer mit Vorsicht zu interpretieren. Eine Teil, welches eine Schichtdicke von 200 µm oder mehr aufweist, muß nicht zwangsläufig auf einen instandgesetzten Unfallschaden hindeuten. Ein solches Teil kann auch bereits in der Fabrik nachlackiert worden sein, etwa weil die Untergrundvorbereitung beim Schleifen oder die Entfettung unzulänglich war, die Lackfläche mechanisch beschädigt wurde oder schlicht und einfach der Metallicbasislack wolkig aufgetragen wurde.
Da viele Gutachter und auch Lackierbetriebe Schichtdickenmeßgeräte haben, lohnt es sich allemal vor der eigenen Anschaffung zu fragen, ob man es sich nicht mal für einen Tag für die Untersuchung eines Fahrzeuges ausleihen kann.