Hallo Bernd,
Ich hatte die Flosse gerade lieb im Stadverkehr. So schoen laessig mit der Hand auf die Lenkradschaltung 
Auch das uebernachten in die Flosse war gut genug damals 

Gruesse Mathieu
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Hallo Mathieu,
zum Stadtverkehr. Deine Flosse war, wenn ich das richtig sehe, ein Benziner. Wir haben einen Diesel. Der braucht sehr lange, um auch nur ansatzweise betriebswarm zu werden. Und die meisten meiner Stadtfahrten gehen nur über drei, vier Kilometer. Mit schlechtem Gewissen. Aber ein Wäschekorb voller Lebensmittel passt nicht auf mein Fahrrad. Also verschleiße ich eine Golf-IV-Maschine mit Kolbenkipper und lasse meinen OM leben.
Eine Übernachtung in der Flosse… Respekt. Ihr seid hart drauf. (Und eure Lendenwirbel sind hart im Nehmen.)

Wir lieben Komfort in jederlei Hinsicht. Sicherlich einer der Gründe, warum wir Flosse fahren. Anfangs bestand das Übernachtungsarrangement aus einem Zelt, das im Flossenkofferraum problemlos unterzubringen war. Natürlich stilecht aus Baumwolle.
Der Umschwung kam auf einer Frankreichreise. Wir sind auf der Loire und diversen Kanälen gepaddelt und so was von nass geworden. Nicht, weil wir gekentert wären. Das Wasser kam ausschließlich von oben. Am Ende war nicht nur das Zelt durch. Auch die Schlafsäcke waren klamm, all unsere Klamotten feucht und keine Sonne in Sicht. Auf Tage. Wir haben die Tour abbrechen müssen.

Danach kam der erste Wohnwagen. Ohne fließend Wasser, ohne Klo, ohne Kühlschrank, ohne Heizung. Aber trocken und mit einem Gaskocher ausgestattet. Herrlich. Und der Eriba Faun war sogar noch älter als die Flosse. Baujahr 1959.
Wenn da nicht diese Komfort-Falle gewesen wäre. Wir hätten ihn nicht an den Sammler aus der Bulli-Szene gekauft, der für die Verhandlungen extra aus England angereist war.

Der nächste Eriba hatte dann eine Heizung. Und einen Kühlschrank. Und Wasser aus einem Wasserhahn, nicht aus dem Kanister. Das Bett konnte aufgebaut bleiben, denn es gab noch eine extra Sitzgruppe.
Der "Triton" war schön, bis ein Motorradfahrer seine Enduro darin 'geparkt' hat. Ich bin seitdem gegen Haschisch am Steuer bzw. am Lenker.

Inzwischen reisen wir – etwas verschämt und manchmal den rustikalen Anfängen nachtrauernd – in einem Eriba, der – jedenfalls für uns – keine Wünsche mehr offen lässt. Die Ausstattung ähnelt einem einfachen Wohnmobil. Aber jetzt ist auch gut. 1.100 Kilo. Mehr möchte ich der Flosse nicht zumuten.
Back to the roots haben wir auch mal probiert, als die Flosse überraschend kränkelte. (Die Manschette an der Hinterachse war gerissen und so spontan nicht ersetzbar.) Aber wir sind irgendwie zu alt fürs Zelt.
Ab und an leiht die nächste Generation sich das Baumwollmonster aus. Weil das so schön 'retro' ist. Aber letzt habe ich entfernt das Wort 'Van' gehört.
Noch ist der zu teuer. (Rechnen haben sie gelernt.) Und eigentlich müsste ich ihnen den VW-Bus ausreden. Aber ich werde das nicht tun. Die Diskussion kann ich nur verlieren.
Denn da ist die Flosse. Sicherheitstechnisch? - Na ja! Nach ungefilterten Dieselabgasen stinkend, mit Abschmierfett um sich werfend und immer irgendwo ein klein wenig inkontinent.
Nein, ich werde schön die Klappe halten!
Grüße Bernd