37 Grad im Schatten. Gefühlte 50 Grad in der Sonne. Ich habe beim "Shopping-Center" einen Parkplatz unter Bäumen ergattert. Die schattigen Parkbuchten sind nicht so begehrt, wie man bei diesem Wetter annehmen dürfte, denn sie befinden sich am allerhintersten Ende des riesigen Park-Areals.
Als ich mit dem Einkaufswagen zurückkomme, ist der erste Handgriff: alle Türen auf, Fenster herunterkurbeln.
"Ja, so eine Fensterkurbel ist wirklich eine tolle Sache", spricht es plötzlich hinter mir.
Ich drehe mich um. Da parkt ein Golf, ziemlich neu, jedenfalls im Verhältnis zur Flosse.
Die da gesprochen hat, ist etwa in meinem Alter und freut sich sichtlich über den Oldtimer.
Sie steigt aus, drückt auf den Knopf ihrer Auto-Fernbedienung – und nichts passiert. Weder verriegeln sich die Türen noch fährt die Fensterscheibe der Fahrertür nach oben. Der folgende Fluch ist eher undamenhaft, kommt aber von Herzen.
"Okay", sagt sie, nachdem sie sich beruhigt hat. Sie setzt sich zurück ins Auto und fährt die gesamte Bordelektronik wieder hoch. Aha, denke ich beim Blick auf das Armaturendisplay, ein E-Golf. Ein Surren und das Fenster gleitet jetzt doch nach oben.
Aussteigen, Knöpfchen der Fernbedienung drücken. Klack, Klack, Klack. Geht doch!
"Der fährt sich schön", sagt sie, "aber die Karre macht einfach was sie will. Genießen Sie Ihre Fensterkurbeln. Die tun jedenfalls was SIE wollen."
Sprachs, schnappt sich meinen inzwischen leeren Einkaufswagen und zieht von dannen.
Ich habe immer noch ein Grinsen im Gesicht, als ich schon lange wieder auf dem Heimweg bin.
Grüße Bernd