/8 w114 280CE M110 - Zündspulen nicht mehr verfügbar

  • Hi,


    wir überholen gerade Zündung und Einspritzanlage eines /8 w114 280CE. Dabei ist leider aufgefallen, dass es einen akuten Engpass bei den Zündspulen gibt:


    Mercedes: A0001582803

    Bosch: 022112201

    BERU: ZS400


    Sie sind alle nicht mehr lieferbar auch nicht mehr hier vom VdH laut Neuteileliste. Im Online-PDF von BERU wird zum /8 auch noch die ZS565 als passend genannt und diese wäre noch in der Neuteileliste verfügbar.


    Ich bin verwirrt, weil auch nirgends die genauen Spezifikationen (die Anschlüsse und 12V mal außen vor - das ist mir klar) genannt werden. Kann mich hier jemand aufklären, welche Spezifikationen eine passende Zündspule für den /8 M110 mit ZSG haben müsste? Unser Wagen hat zwei Vorwiderstände (ich denke 0,4 und 0,6 Ohm). Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Zündspulen der alten D-Jet so exotisch sind.


    Über Hinweise auf Alternativen aus dem Zubehör (Bremi, etc.) oder auf Händler mit Verfügbarkeit und einigermaßen vernünftiger Preisvorstellung würde ich mich natürlich auch freuen.


    Vielen Dank schon mal!


    Viele Grüße

    Andy

  • Andy107

    Changed the title of the thread from “/8 w114 280CE - Zündspulen nicht mehr verfügbar” to “/8 w114 280CE M110 - Zündspulen nicht mehr verfügbar”.
  • Ich bin verwirrt, weil auch nirgends die genauen Spezifikationen (die Anschlüsse und 12V mal außen vor - das ist mir klar) genannt werden.


    Hallo Andy,
    ich bin auch etwas verwirrt. Ich dachte immer diese Zündspulen sind für ca. 6 bis 9 Volt ausgelegt. Aber ich lerne gern dazu, so wirklich wissen tu ich es nicht.


    Gruß, Rory

  • Schon mal im Tabellenbuch gesucht?


    Fluch oder Segen - das vdh Flipbook Archiv - vdh - Forum - https://vdh.mercedesclubs.de/
    Bitte hier klicken um der ausführlichen Anleitung zu gelangen, wie man den Zugriff wieder herstellt!Unser Flipbook-Archiv wurde in zigtausend Stunden von einer…
    vdhflipbooks.de


    Evtl. hilft das weiter?

    Viele Grüsse


    Winfried



    300 SE W112 Cabrio M189 Automatik Fahrgestellnummer ...9840 Ende 1967 „Schlüpferblau-Met.“

  • Hallo Andy,
    ich bin auch etwas verwirrt. Ich dachte immer diese Zündspulen sind für ca. 6 bis 9 Volt ausgelegt. Aber ich lerne gern dazu, so wirklich wissen tu ich es nicht.


    Gruß, Rory

    Die Zündspule arbeitet mit irgendwas um die 9V. Das wird durch die Vorwiderstände gewährleistet. Beim Startvorgsng wird einer der Vorwiderstände kurzzeitig überbrückt, so dass vorübergehend die Spannung erhöht wird. Damit soll während des Startvorgangs ein stärkerer Zündfunke gewährleistet werden. Kurzzeitig können an der Zündspule also schon 12V oder mehr anliegen. Auf Dauer allerdings würde die Zündspule mit 12V abrauchen.


    Sicher kann das hier noch jemand qualifizierter erklären.

    Viele Grüsse


    Winfried



    300 SE W112 Cabrio M189 Automatik Fahrgestellnummer ...9840 Ende 1967 „Schlüpferblau-Met.“

  • Vielen Dank für die Antworten und die Hinweise!


    Erst mal im Tabellenbuch nachgeschaut. Hätte ich auch vorher mal tun können - stimmt. Damit ihr es schneller findet: Seite 223 im Tabellenbuch 1972.


    Die laut Tabellenbuch richtige Originalzündspule ist die


    Bosch 022111805 oder die 022112201 (witzig, dass die gar keine MB Teilenummer nennen)


    Beide sind austauschbar, aber eben nicht mehr verfügbar. Die zweite ersetzt die erste Nummer. Was der Unterschied ist oder welche Spezifikationen sie genau haben, geht leider aus dem Tabellenbuch nicht hervor; lediglich, dass der Primarwiderstand bei beiden bei 20 Grad bei 0,38 bis 0,43 Ohm liegen soll. Aber immerhin. So kann ich die aktuell verbaute Spule mal messen.


    Die Bremi 11802:

    Dem Katalog von Bremi entnehme ich lediglich, dass sie für 12V Transistor-Zyndanlagen geeignet ist. Soweit so gut. Allerdings steht dort, dass sie einen eingebauten Vorwiderstand von 1,8 Ohm hat. Wie muss ich das denn jetzt rechnen? Die Originalzündspule wird im Normalbetrieb mit zwei Vorwiderständen von insgesamt 1,0 Ohm betrieben (nur beim Start wird der 1. Vorwiderstand von 0,4 Ohm überbrückt). Wenn die Bremi Spule einen eingebauten Vorwiderstand von 1,8 Ohm hat, vergleiche ich dann 1,0 Ohm Vorwiderstände außerhalb der Spule mit den bei der Bremi eingebauten 1,8 Ohm oder muss ich bei den 1,0 Ohm von Bosch noch den im Tabellenbuch von MB genannten "Primarwiderstand" von 0,387 bis 0,43 Ohm addieren? So oder so vergleiche ich dann entweder 1,0 Ohm mit 1,8 Ohm oder ca. 1,4 Ohm mit 1,8 Ohm. Das ist also weder noch das Gleiche, aber vielleicht OK?


    Ich will gar nicht behaupten, dass das nicht funktioniert, aber folgendes habe ich verstanden sonst korrigiert mich bitte:


    1. Zündspulen machen aus 12V der Batterie oder der Lichtmaschine mehrere 10.000 Volt, die für den Zündfunken gebraucht werden.

    2. Das Funktionsprinzip ist, dass der Strom durch eine Spulenwicklung läuft (Primärwicklung) und dadurch ein Magnetfeld entsteht. Das Zündsteuergerät unterbricht den Stromfluss und das Magnetfeld bricht zusammen. In einer zweiten Spule (Sekundärwicklung) wird dadurch ein sehr hoher Strom induziert und die Zündkerze funkt.

    3. Diese "Umwandlung" von 12V auf 30.000 Volt lässt Hitze entstehen. Die Zündspule ist deshalb bei unseren alten Autos meist mit Öl oder Asphalt gefüllt.

    4. Damit sie nicht zu heiß wird, hat MB oder Bosch das System mit den Vorwiderständen "erfunden". Es sind zwei Stück, weil beim Starten der Anlasser auch viel Strom zieht. Damit die Zündspule genug Saft bekommt, wird also beim Starten der erste Vorwiderstand überbrückt. Der zweite Vorwiderstand ist dafür da, dass die Spule gar nicht erst die vollen 12V auf Dauer bekommt, sondern nur etwa 6-9V. Das reicht wohl für einen ordentlichen Funken aus und stellt gleichzeitig sicher, dass sie nicht zu heiß wird.


    Ich würde grundsätzlich das System mit den beiden Vorwiderständen gerne so belassen. Wenn später jemand dran rumschraubt, findet er sich sonst nicht mehr zurecht. Ich vermute, nach dem Vorgesagten, dass die Vorwiderstände eigentlich entfallen könnten, weil die Bremi die ja eingebaut hat und sowieso neuere Technik hat und daher leistungsfähiger ist. Möglicherweise funktioniert sie aber deswegen auch (noch) mit den zusätzlichen 1,0 Ohm Vorwiderständen der /8 Transistorzündung.


    Mich nervt einfach, dass die Hersteller zu ihren Zündspulen nicht sagen, welchen Primärwiderstand sie haben, ob ein Vorwiderstand eingebaut ist (ok, bei der Bremi habe ich es im Katalog gefunden) und wieviel Volt ihr Zündfunke ist. Dann könnte man jedenfalls leichter Spulen aus dem Zubehör vergleichen.


    Also, ich werde berichten. Die Bremi kostet ja auch nicht die Welt. Ich denke, ich probiere sie mal aus. Rot passt aber mal so gar nicht - unser Motoraum will doch blaue Zündspulen.


    Insgesamt zeigt sich aber, dass es gerade wenn es darum geht, einen möglichst originalen Aufbau der Zündanlage - etwa für die Fehlersuche - aufzubauen, heute gar nicht mehr so einfach ist, weil das, was wir im Tabellenbuch für Angaben haben, so gar nicht mehr stimmt - jedenfalls mit dem Zeug, was wir noch beziehen können.


    Ich würde mich daher schon freuen, wenn irgendjemand noch eine Bezugsquelle für die Spulen in Originalspezifikation auftuen könnte!


    LG Andy

  • Hallo Andy,

    die Spule alleine macht es nicht.

    Spule und Vorwiderstand bilden immer ein Paar.

    Kennst du den primären Innenwiderstand der zu tauschenden Spule und den Vorwiderstand im Normalbetrieb?

    Normalbetrieb heißt also NICHT beim Starten mit Startanhebung.

    Wenn du die beiden Werte hast und addierst, hast du den Gesamtwiderstand im Primärkreis.
    Mit dem spuleneigenen Primärkreiswiderstand der neuen Spule, kann man falls notwendig den Gesamtwiderstand mittels Vorwiderstände
    adaptieren.

    Dann sollte auch eine andere Spule verwendbar sein.

    Ich selbst habe schon die grüne Bosch mit 0.9 Ohm Vorwiderstand gegen eine rote Bosch mit 1.8 Ohm Vorwiderstand getauscht.

    Läuft immer noch ohne Probleme.

    PS: Das war die Milchmädchenrechnung

    Viele Grüße Michael
    Eigentlich ist eigentlich blöd.

  • Klar, Michael. Das schreibe ich oben ja: der Gesamtwiderstand im Primärkreis des Bosch-Systems beträgt insgesamt ca. 1,4 - 1,5 Ohm


    Was der Gesamtwiderstand im Primärkreis der Bremi Spule ist, weiß man nicht. Der Katalog sagt, dass sie lediglich einen eingebauten Vorwiderstand von 1,8 Ohm hat. Außerdem wäre sie "kaltstartsicher mit Startanhebung für kontaktgesteuerte Zündanlagen".


    Bremi Katalog 2014 (siehe dort S. 46)


    In dem Katalog gibt es auch die 11805 in blau mit nicht viel mehr als dem Hinweis: "12 Volt Verwendung für: / applicable for: MERCEDES-BENZ PORSCHE RENAULT"

    Die würde optisch besser passen, aber völlig ohne Angaben ist das eine Wundertüte. Verstehe ich nicht. Eigentlich kann es nur sein, dass das alles egal ist. Dann fragt man sich aber, warum es so viele verschiedene Spulen gibt.

  • Die Originalzündspule wird im Normalbetrieb mit zwei Vorwiderständen von insgesamt 1,0 Ohm betrieben (nur beim Start wird der 1. Vorwiderstand von 0,4 Ohm überbrückt). Wenn die Bremi Spule einen eingebauten Vorwiderstand von 1,8 Ohm hat, vergleiche ich dann 1,0 Ohm Vorwiderstände außerhalb der Spule mit den bei der Bremi eingebauten 1,8 Ohm

    Zu den 1.0 Ohm der beiden Vorwiderstände, die seriell sind, kommt der Innenwiderstand der Primärwichklung dazu.
    In Deinem Fall wären das 1.0 + 1.8 = 2.8 Ohm in Summe.

    Egal ist es nicht. Die Spule bestimmt, ob sie einen Vorwiderstand braucht oder nicht.
    Wenn sie einen braucht und du verbaust keinen wird sie dir über kurz oder lang abrauchen, da zuviiel Energie in sie reinkommt.

    Der Vorwiderstand dient lediglich als Spannungsteiler, damit die Primärwicklung die benötigte Energie bekommt. Darüber hinaus aber eben nicht mehr,
    sonst wird sie zu heiß.

    Generell gilt, je größer der Vorwiderstand, umso weniger Energie wird übertragen. Dies gilt dann auch für die Sekundärwicklung.

    Wenn der Vorwiderstand zu hoch ist, kann sein, dass die Zündenergie nicht mehr reicht.

    Ich schaue mal ob ich etwas zu der Bemi finde.


    Mich nervt einfach, dass die Hersteller zu ihren Zündspulen nicht sagen, welchen Primärwiderstand sie haben, ob ein Vorwiderstand eingebaut ist (ok, bei der Bremi habe ich es im Katalog gefunden) und wieviel Volt ihr Zündfunke ist. Dann könnte man jedenfalls leichter Spulen aus dem Zubehör vergleichen.

    Die Sekundärspannung liegt bei ca. 20 - 40 Tausend Volt.
    Das Verhältnis der Anzahl der Primerwicklungen zu den Sekundärwicklungen np/ns bestimmt die Spannungsverstärkung.

    Beispiel vereinfacht:
    wenn man Sekundär 20.000 Volt braucht, das Verhältnis der Wicklungen 1/2000 ist braucht man 10 Volt Eingangsspannung auf der Primärseite.

    Angenommen es fließen 10 Ampere auf der Primärseite gilt für bei 14V Bordspannung muss man 4 Volt über den Vorwiderstand abfallen lassen.

    10V Primär + 4Volt Vorwiderstand = 14 Volt Bordspannung

    Der Vorwiderstand müßte für dieses fiktive Beispiel

    R = U/I = 4V/10A = 0.4 Ohm sein.

    Der Spulenhersteller kann also nur angeben was wir einen primären Widerstand die Spule hat.
    Welchen Vorwiderstand man braucht bestimmt dann das Einsatzgebiet.

    Im Auto wird es da große Überlappungen geben, da die Zündenergie mehr oder weniger gleich ist.

    Allerdings darf man hier die geringe Ohmzahl nicht unterschätzen, da die Spannung quadratisch in die Leistung eingeht

    P = U²/R

    Wenn du von statt 10V auf wegen falschen Vorwiderstand auf 12 Volt gehst hast du eine um 44% größer Leistung in der Spule.
    Kann gut gehen, muss es aber nicht.

    Tendentiell kannst du mit einem höheren Vorwiderstand nichts kaputt machen.

    Ich schau mal, ob ich etwas über die Bremi finde.
    Hier sollte es aber einige kompetente Mitleser geben, die das sicher sehr schnell herausfinden können ob und welchen Vorwiderstand du brauchst.

    Grüße










    Viele Grüße Michael
    Eigentlich ist eigentlich blöd.

  • Das Problem haben momentan so ziemlich alle Olddaimler bis 1980, weil die darin bislang verwendeten Bosch 0211 122 001 und Beru ZS 400 nicht mehr lieferbar sind.


    Bei den meisten Händler werden einfach die (zumeist No-Name) Nachfolge-Varianten als "passend" angeboten. Erfolg mehr als fragwürdig...


    Aber schon lästig, dass es die zuvor für rund 50 Euro jahrzehntelang angebotenen Teile nicht mehr gibt. Mercedes kann (will) nicht weiterhelfen und das als "Geheimtipp" gehandelte BMW-Teil ist mittlerweile auch nicht mehr lieferbar.


    Vielleicht findet hier jemand ne funktionierende Alternative mit anderen Vorwiderständen. Wäre ein gutes Thema für die Flosskeln, zumal wie erwähnt, keineswegs nur der /8 betroffen ist, sondern auch alle anderen Baureihen bis 1980, insbesondere RC107, W116 und W123.


    Viele Grüße


    Oliver

  • Bremi scheint wohl so gut wie keine inneren Werte der Spulen zur Verfügung zu stellen.

    Die Bremi 11805 Zündspule wird auf diversen Seiten als Ersatz für die Bosch 022112201 gelistet.
    Sie besitzt keinen Vorwiderstand und sollte es mit deinen beiden Vorwiderständen meiner Meinung nach tun.

    Ich würde sie verbauen und prüfen, ob der Wagen damit startet.
    Dann mal fahren und nach ein paar km mit der Hand prüfen ob sie heiß wird.

    Meine rote und gürne Bosch werden nicht so heiß, dass man sich die Finger dran verbrennen könnte.

    Ich bin gespannt auf Deinen Bericht.

    Viele Grüße Michael
    Eigentlich ist eigentlich blöd.

  • Anbei ein Bosch PDF


    In dem angehängten PDF von Bosch kommt man auf die Bosch 0 221 122 001 und die 0 221 119 030


    Wenn nun jemand eine der beiden Zündspulen verbaut hat, könnte er die Werte rausmessen und hier posten. Damit könnte Andy seine bestellten Alternativen vor dem Einbau erstmal durchmessen. Nur so als Idee.


    Wenn irgend möglich würde ich veruschen mit einer Zündspule mit gleichen Werten und den vorgesehenen Vorwiderständen weitermachen.

  • Ja, einmal habe ich oben eine "0" in der Bosch Teilenummer vergessen.


    Auch die Addition der Widerstände und die Konsequenzen sind mir vollkommen bewusst. Deshalb bin ich ja so irritiert und vermute, dass es in der Praxis am Ende heutzutage keinen wirklichen Unterschied macht. Eine Zündspule mit eingebautem Vorwiderstand zu verbauen würde ja dazu führen, dass der Strom, den die Spule erreicht, im Verhältnis zur Originalspule um den Wert des eingebauten Vorwiderstandes gemindert ist - jedenfalls dann, wenn man die originalen außerhalb der Spule montierten Vorwiderstände nicht entfernt. Ist der Strom geringer, erhitzt sich die Spule nicht so sehr (das ist ja erst mal gut). Die Frage ist dann aber, ob die in der Sekundärwicklung erzeugte Spannung noch ausreicht, um einen entsprechenden Zündfunken zu generieren. Ich behaupte einfach mal ja. Was gegen meine Vermutung spricht, ist die Tatsache, dass es trotzdem immer noch zig verschiedene Spulen von jedem Hersteller gibt (ohne dass deren Unterschiede wirklich offengelegt werden) - nur eben nicht die, die wir brauchen. Das wäre dann eigentlich nicht nötig, wenn es in der Praxis egal wäre.


    Aber insbesondere, wenn man Stress mit dem Motorlauf hat und auf der Fehlersuche die Komponenten durchmisst, stimmt natürlich nichts mehr mit einer solchen "falschen" Spule.


    Deshalb sollte man meiner Meinung nach möglichst nichts am Originalaufbau ändern oder diese Änderung (bspw. entfernen der außerhalb der Spule liegenden originalen Vorwiderstände) gut dokumentieren, damit man selbst später das noch weiß und damit vor allem irgendein Dritter, der mal auf Fehlersuche geht, hier gleich Bescheid weiß. Alle gutgemeinten Hinweise auf Tabellenbücher, etc. sind ja erst mal hinfällig, weil die Werte auf den modifizierten Motor nicht mehr zutreffen. Daher möchte ich gerne genau das verbauen, was vorgesehen war.


    Weil sogar die Hersteller keine befriedigenden Spezifikationen herausgeben, ist es aber wie wir hier gerade sehen schwer, Empfehlungen auf Ersatzprodukte (ob jetzt hier aus dem Forum, vom Händler oder dem Hersteller selbst) zu verifizieren.


    In diesem Zusammenhang aber Danke für den Hinweis auf die Bosch 0 221 119 030!


    Das scheint mir bei genauer Betrachtung bislang die beste Alternative zu sein: das Asphalt-Zündspulen-Dokument von Bosch gibt hierzu zwar auch keine wirklichen Spezifikationen preis. In der Tat steht auf Seite 31 unter 280 oder 280C (114) die 0 221 119 030 neben der 0 221 122 001. Schön ist, dass unter 280CE (114) hingegen nur die 0 221 122 001 gelistet ist - wird aber nur eine der wahrscheinlichen vielen Unstimmigkeiten in solchen Dokumenten sein.


    Zusätzlich lässt sich zur 0 221 119 030 aber dem Dokument auch noch ganz vorne auf Seite 3 entnehmen, dass bei der "030" im Gegensatz zur "031" kein Vorwiderstand "mitgeliefert" wird. Ich vermute mal, "mitgeliefert wird" soll heißen "integriert ist" und nicht "beigelegt", denn die "031" hat einen 1,8 Ohm Vorwiderstand eingebaut (wie die Bremi 11802) Es soll auch eine Startspannungsanhebung möglich sein. Was das nun wieder heißt, müsste jemand mal erklären. Die Startspannungserhebung erfolgt ja original durch Überbrückung des 0,4 Ohm Vorwiderstandes. Ich vermute, dass die Spule irgendwie den Startvorgang selbst erkennt und dann einen Teil des eingebauten Vorwiderstandes brückt. Wer weiß.


    Ich glaube, wir sind jetzt mit unserem gemeinsamen Wissen an einem Punkt angekommen, an dem man mal probieren muss. Ich werde jetzt mal die Bosch 0 221 119 030 (aktuell etwas über 50 Euro) und die Bremi 11805 wegen der blauen Farbe (aktuell sogar nur um die 20 Euro) kaufen, messen und einbauen und euch dann berichten. Der Bericht kann aber noch etwas dauern.


    Ich glaube, dass wegen der schlechten Verfügbarkeit in Verbindung mit der allgemein schlechten Dokumentation durch MB und die OEMs ein Bericht in den Floskeln einigen Freunden die Suche nach Ersatz für ihre Zündspule erleichtern könnte. Ich hatte in den letzten Wochen jedenfalls schon mehrfach "falsche " Spulen im Warenkorb...


    LG Andy

  • Das war ja klar:


    Kommando zurück - die Bosch 0 221 119 030 gibt es auch nicht mehr... außer bei ein paar Spezialisten auf Ebay für über 1.000 Euro.


    Ich habe noch ein Ebay-Listing für eine originale MB Zündspule A 000 158 4903 für 249 Euro gefunden anhand der dort abgebildeten MB Originalverpackung kann man erkennen, dass die Bosch 0 221 119 030 der MB Bestellnummer A 000 158 4903 entspricht, die natürlich auch nicht mehr lieferbar ist.


    Also habe ich noch mal in die Neuteileliste geschaut (können wir den Zuordnungen dort trauen?). Dort sind verfügbar gelistet:


    000 158 2603 Zündspule ersetzt 000 158 4903 - 60 Euro - ich kann die 000 158 2603 so gar nicht zuordnen. Leider ist auch kein Bild hinterlegt. Ob die also wirklich die 000 158 4903 ersetzt?

    000 158 4903a - 35 Euro - Hersteller ist BBT - leider keine BBT Teilenummer, um mal zu schauen, was genau das für eine Spule ist

    000 158 4903b - 69 Euro - Hersteller Beru ZS565 - die Beru ZS565 hat aber laut "vertrauenswürdiger" Quellen im Internet wohl einen 1,8 Ohm Vorwiderstand eingebaut und das wollen wir ja gerade nicht ...


    Was stimmt denn nun?


    Ich bin, bis ich solche Spulen in den Händen halte, nicht wirklich überzeugt. Ich glaube es sind viele Halbwahrheiten unterwegs, weil selbst auf die Herstellerangaben und offiziellen Zuordnungstabellen kein wirklicher Verlass ist.


    Wir benötigen Zündspulen für 12 Volt Transistor Zündanlagen ohne integrierten Vorwiderstand, also mit einem möglichst geringen primären Innenwiderstand. Was auf der Sekundärseite sein muss, ist (mir) völlig unbekannt.


    Hier ist eine recht umfangreiche Erklärung aus dem 11er Bereich, die wohl mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben. Auch wenn das auf uns nicht direkt zutrifft, ganz interessant (Funkbrenndauer, etc.):


    Zündspuleninformationen Porsche 911


    Ich finde, die Floskeln sollten hier mal von der Wissenseite Ordnung reinbringen. Gibt es hier nicht einen Ingenieur der das Thema mal professionell aufbereiten und erklären kann? Ich bin leider nur Laie. In praktischer Hinsicht wäre es natürlich toll, wenn die Ersatzteilversorgung für den VdH einen verlässlichen Ersatz bereitstellen könnte.


    LG Andy

  • Moin,


    mal bei BBT angefragt? Die liefern uns doch die Zündkabelsätze,


    Productfinder - BBT automotive
    Suche nach Fahrzeug Suche nach BBT-Teilenummer Suche nach OE-Teilenummern oder Vergleichsnummern
    www.bbt-automotive.com


    IC04131 - BBT automotive
    www.bbt-automotive.com

    Gruß

    stefan


    An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern.(Erich Kästner)

    „FECI QUOD POTUI FACIANT MELIORA POTENTES“

  • Könnte ein Wissender eine simple Messanleitung für Zündspulen posten?


    In eine Tabelle könnten wir dann die Werte der unterschiedlichen Zündspulen in den unterschiedlichen Fahrzeugtypen mit zusätzlichen Informationen über Transistorsteuerung (ja/nein) und erforderliche Vorwiderstände eintragen.


    Mit genug teilnehmenden Foristen ist eine Kompatibilitätsliste schnell gemacht und ins Lexikon gelegt.

    Viele Grüsse


    Winfried



    300 SE W112 Cabrio M189 Automatik Fahrgestellnummer ...9840 Ende 1967 „Schlüpferblau-Met.“

  • Letztendlich kann man da nicht viel messen.

    Primärer Innenwiderstand zwischen Klemme 1 und 15.

    Der sekundäre Innenwiderstand kann zwar gemessen werden, dürfte aber irrelevant sein.

    Die grüne Bosch 0 221 119 021 hat einen Primärkreisinnenwiderstand von 1.9 Ohm und ist an einer Kontaktsteuerung mit 0.9 Ohm Vorwiderstand zu betreiben.

    Ich habe sie allerdings auch in Kombination mit einer selbstgelöteten kontaktgesteuerten Transistorzündung im Einsatz gehabt.
    Ebenso mit 0.9 Ohm Vorwiderstand.

    Sie lief in beiden Fällen problemlos und wurde nicht übermässig heiß.

    Viele Grüße Michael
    Eigentlich ist eigentlich blöd.

  • Würdest Du mir bitte noch mitteilen, in welchen Fahrzeugtypen Du diese Kombination im Einsatz hattest?


    Danke für die Mühe

    Viele Grüsse


    Winfried



    300 SE W112 Cabrio M189 Automatik Fahrgestellnummer ...9840 Ende 1967 „Schlüpferblau-Met.“

  • Ja klar

    W180 mit Kontaktsteuerung
    W180 mit kontaktgesteuerter Transistorzündung (Eigenbau)
    W180 mit 123 Ignition
    alles mit 0.9 Ohm Vorwiderstand.

    Im Falle W180 mit Kontaktsteuerung hatte ich auch die rote Bosch 0 221 119 023 verbaut
    allerdings mit 1.8 Ohm Vorwiderstand.

    Alle Kombinationen liefen ohne Komplikationen.

    Die rote Bosch habe ich leider nicht mehr im Zugriff und kann sie nicht mehr vermessen.

    Viele Grüße Michael
    Eigentlich ist eigentlich blöd.

  • Da bei unseren Benz bis 1980 eigentlich immer das System mit den externen Vorwiderständen und der Überbrückung des einen beim Startvorgang verbaut ist, ist die Gefahr bei den aktuell verfügbaren "Alternativen" zumindest nicht deren Überhitzung, weil bislang alles, was ich so gesehen hatte, einen eingebauten Vorwiderstand von um die 1,8 Ohm hatte.


    So, wie ich das sehe, ist das Problem eher, dass durch die in der Addition mit den 1,0 Ohm Vorwiderständen (Beispiel m110 im w114) nun anstelle des etwa 1,5 Ohm großen Gesamtwiderstandes (Vorwiderstände + Spule) im Originalsystem mit der "Aternativspule" 2,8 Ohm (1,8 Ohm eingabauter Vorwiderstand in der Spule + ggf. noch Eigenwiderstand der Wicklung?) anliegen und dadurch die Spannung zu gering sein könnte, um einen ordentlichen Zündfunken zu generieren.


    Wie gesagt: Meine Vermutung ist, dass bei einem ansonsten gesunden Zündsystem das in den meisten Fällen nichts ausmachen wird. Es ist aber natürlich nicht optimal, denn wie man an der von mir oben verlinkten Seite zum 911er sehen kann, kommt es neben der Spannung des Zündfunken durchaus auch noch auf andere Parameter an, damit die Zündung optimal eingestellt ist. Es steht ja völlig in den Sternen, ob das dann alles noch gewährleistet ist.


    Wenn das mit der Startanhebung bei den Zündspulen mit eingebautem Vorwiderstand auch funktioniert, könnte man die Vorwiderstände bei einer solchen Spule vielleicht eliminieren, aber dann findet sich ja niemand mehr zurecht, wenn irgendwann mal wieder Ersatz her muss. Abgesehen davon stimmen ja 1,8 Ohm Gesamtwiderstand auch nicht mit den Originalwerten von 1,5 Ohm überein (obwohl das dann schon näher beieinander wäre).


    Anfrage an BBT ist raus (ganz normal über die Info - oder haben wir vom VdH hier einen speziellen Ansprechpartner?).


    Außerdem habe ich die BREMI 11805 sowie beide (zum Glück von Bosch noch lieferbaren) Vorwiderstände bestellt.


    Ich berichte.

  • Könnte ein Wissender eine simple Messanleitung für Zündspulen posten?


    In eine Tabelle könnten wir dann die Werte der unterschiedlichen Zündspulen in den unterschiedlichen Fahrzeugtypen mit zusätzlichen Informationen über Transistorsteuerung (ja/nein) und erforderliche Vorwiderstände eintragen.



    Das halte ich aus Sicht der Elektrotechnik für keine gute Idee. Das Messen von solchen kleinen Widerständen wie der Primärspule ist, wenn man es richtig und reproduzierbar machen will, gar nicht so ohne. Da braucht es dann solche Späße wie präzise 4 Draht Messung und co. Mit einem normalen, Multimeter, wie es der geneigte Autoschrauber vielleicht hat, ist das eher wie Würfeln.


    LG

    Lukas

  • Nun ich denke, um eine Zündspule zu identifizieren bzw. um zu testen, ob ein Alternativ Produkt annähernd vergleichbar ist, oder nach was man als Alternative suchen kann sollte ein simples Verfahren schon ausreichen.


    Man muss nicht aus allem eine Raketenwissenschaft machen.


    Ich hab die Liste als einfache Hilfestellung angeboten. Wenn nichts an Werten von weiteren Foristen kommt auch gut.

    Viele Grüsse


    Winfried



    300 SE W112 Cabrio M189 Automatik Fahrgestellnummer ...9840 Ende 1967 „Schlüpferblau-Met.“