220er Coupé mit M127-Motor – Kompressionswerte zu niedrig?

  • Hallo zusammen,

    ich werde mir am Donnerstag ein 220er Coupé mit M127-Motor ansehen.


    Bei der Durchsicht der Unterlagen habe ich die Werte eines Kompressionsdrucktests gefunden. Meine Frage: Liegen diese Werte noch im Rahmen?


    Zyl. 1: 7,0 bar

    Zyl. 2: 7,5 bar

    Zyl. 3: 6,5 bar

    Zyl. 4: 7,0 bar

    Zyl. 5: 8,0 bar

    Zyl. 6: 7,5 bar


    Mir kommen die Werte etwas niedrig vor. Ich habe ehrlich gesagt keine Lust auf eine Motorrevision und wüsste auch nicht, wo diese preislich ungefähr liegen würde.


    Was meint ihr dazu? Sind die Werte noch akzeptabel, oder sollte man hier vorsichtig sein?


    Gruß

    Maik

  • Hallo,


    wie heißt es so schön: Wer misst misst Mist.

    Kalter oder warmer Motor? Man sollte bei betriebswarmen Motor messen.

    Ventile vorher eingestellt, und danach ggf. 100 km gefahren, so dass diese satt sitzen, falls vorher verkokt ... ????

    Messgeräte ok? Fehlbedienung?

    Druckverlustprüfung vorliegend?


    Wenn das Auto sonst ok ist, könnte man ja erneut die Kompression messen (lassen).


    So zumindest meine Sichtweise.


    Wenn der Motor ohne Auffälligkeiten läuft, wären mir diese Werte eher zweitranging.

    Die Motoren sind aller ü60 mittlerweile ... .


    Grüße

    Marc

  • WolfBonitz

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  • Mittlerweile hab ich die Erfahrung gemacht, dass die Kompressionswerte bei diesen Motoren (M127,129,130) nicht wirklich aussagekräftig sind.

    Bei mir auf der Arbeit messen wir im Zuge der Wartung meistens auch die Kompression. Wir haben kaum Motoren die den Sollwert erreichen. Auch nicht bei Motoren die mal "überholt" wurden (man weiß ja nie genau was gemacht wurde). Viele sind unter der Verschleißgrenze und laufen trotzdem rund. Teilweise auch mit unterschieden über 2 bar zwischen den einzelnen Zylindern.

    Wenn die Motoren nicht bis an ihre Grenzen genutzt werden sind meines Erachtens die niedrigen Kompressionswerte nicht ausschlaggebend.


    Wenn der Motor gut anspringt und rund läuft, würde ich mir keine Gedanken wegen der Kompression machen.


    Viel wichtiger sind Zündanlage i.O., Ventile eingestellt, Steuerkette nicht gelängt, Einspritzanlage i.O., Kaltstarteinrichtung voll funktionsfähig. Bei der Einspritzanlage ist auf das Gestänge besonders zu achten. Gestänge und Drosselklappe richtig eingestellt und neu gelagert bzw. nicht ausgeschlagen machen teilweise Welten aus wie gut ein Motor läuft und anspringt.

  • Mein M127.981 hatte mit 200.000km gleichmäßig auf allen Zylindern 8.5 Bar und sehr wenig Ölverbrauch. Gefühlt waren von den 150PS auf dem Papier nur 120 anwesend. Ich will damit sagen, die laufen schon. Ganz weich, ganz leise, ganz schlapp. Ich würde das zumindest prüfen (lassen) und ggf einpreisen. Gruß, Martin

    --
    Hauptsache man ist gesund und die Frau hat Arbeit

  • Hallo zusammen,


    ich würde auch den Punkt beachten, was will ich überhaupt?


    Für kleine Ausfahrten, oder zur Eisdiele ist der beschriebene Stand kein Problem, da bin ich bei Marcel.

    Da kann die Überholung noch etwas warten.


    Sind Urlaubsfahrten geplant, so über die Alpen oder nach Frankreich/ Spanien, dann bin ich klar bei Martin.

    Das macht mit einem schwachen Säufer dann keinen Spaß, von den Risiken eines Liegenbleibers gar nicht zu sprechen.


    Grüße Thorsten

  • Vielen Dank für die Rückmeldungen.


    Ich bin gerade etwas hin- und hergerissen, da mir zwei Fahrzeuge gefallen würden.


    Zum einen der 220er – allerdings wurde bei der Restauration leider nicht auf das Design der originalen Sitze geachtet.


    Zum anderen ein 250er, der mein Budget überschreiten würde.


    Maik

  • Hi Maik,

    beim der Messung ist nicht der absolute Druckwert unbedingt das Hauptkriterium, sondern wie gleichmäßig die Zylinder im Verhältnis zueinander liegen. Wenn alle Zylinder niedrig wären, aber eng beieinander, wäre das eher ein Hinweis auf Messbedingungen oder allgemeinen Verschleiß.

    Hier ist jedoch das Gegenteil der Fall: Die Werte streuen von 6,5 bis 8,0 bar – also rund 1,5 bar Differenz. In der Regel sagt man, dass unterschiede von 1 bar ok sind. Diese ungleichmäßige Verteilung zeigt, dass einzelne Zylinder (z. B. Zyl. 3) deutlich schwächer sind als andere. Das spricht für lokale Undichtigkeiten wie Ventile oder Kolbenringe und nicht für ein einheitliches Motorbild.

    Aber wie schon erwähnt, Ventile einstellen, warmfahren und die Messung nochmal wiederholen.

    Viele Grüße

    Eric

  • achso und hier noch meine Einschätzung zum Risiko, aber ob dir das hilft?

    Wenn der Motor sauber anspringt, ruhig läuft, keine Aussetzer hat, nicht übermäßig Öl verbrennt und keine auffälligen Geräusche macht, dann sind leicht unterschiedliche Kompressionswerte kein akutes Risiko. Viele Motoren laufen mit solchen Streuungen noch jahrelang völlig problemlos. Wichtig ist:

    Die Werte zeigen keinen Totalausfall eines Zylinders, sondern nur eine Streuung. Solange der Motor im Alltag keine Symptome zeigt, besteht keine unmittelbare Gefahr, dass er plötzlich stehenbleibt oder größeren Schaden nimmt. Was aber realistisch passieren kann:
    - Leistungsabfall über die Jahre
    - Etwas höherer Ölverbrauch auf dem schwächeren Zylinder

    - Langsam zunehmende Undichtigkeit (Ventil oder Kolbenringe)


    Das ist eher ein „Beobachten und weiterfahren“-Thema, kein „sofort Motor raus“-Thema.


    Hast du den eines der Symptome schon bemerkt?

    Ich achte immer sehr auf den Ölverbrauch und notiere mir die Menge beim Nachfüllen mit Kilometerstand. Zumindest wäre das ein Anhaltspunkt.


    Nachtrag: sorry, habe beim 2. lesen deiner Frage gelesen, dass du einen Motor kaufen möchtest, der ggf. diese Werte bei einem früheren Test hatte., mh, schwierig und natürlich auch nicht das Einzige, worauf man genau achten sollte, aber wenn möglich, könnte man doch vielleicht einen Lecktest machen, wenn man sich das Gerät besorgt.

    Lecktest durchführen ist die präziseste Methode, um herauszufinden, wo die Kompression verloren geht – Ventile, Kolbenringe oder Kopfdichtung.


    1.Man stellt jeden Zylinder der Reihe nach auf OT. Der betroffene Zylinder muss exakt im OT des Verdichtungstakts stehen.

    Nur dann sind beide Ventile geschlossen.


    2. Adapter in die Zündkerzenbohrung schrauben

    Ein spezieller Adapter verbindet den Zylinder mit dem Lecktester. Das ist derselbe Anschluss wie beim Kompressionstester.


    3. Druckluft anschließen

    Der Lecktester wird an eine Druckluftquelle meist 6–8 bar angeschlossen. Das Gerät zeigt an, wie viel Prozent der Luft wieder entweicht.


    4. Leckrate ablesen

    Typische Werte:

    0–10 % → sehr gut

    10–20 % → akzeptabel bei alten Motoren

    über 20 % → deutliche Undichtigkeitüber

    40 % → klarer Defekt


    Diagnose nach Geräusch

    - Zischgeräusch im Ansaugtrakt: Einlassventil undicht

    - Zischgeräusch im Auspuff: Auslassventil undicht

    - Luft aus dem Öleinfülldeckel: Kolbenringe / Zylinderwand

    - Blasen im Kühlsystem: Kopfdichtung / Riss (etwas schwierig, im ausgebautem Zustand)

  • Bei der Durchsicht der Unterlagen habe ich die Werte eines Kompressionsdrucktests gefunden. Meine Frage: Liegen diese Werte noch im Rahmen?

    Maik,


    Su lässt uns immer noch im Dunkeln bezüglich des Kompressions-Tests.

    Wie lange zurück ist das? Ist es überhaupt noch aussagekräftig?


    Am besten wie Marc empfiehlt erstmal ordentlich messen, d.h. Ventile eingestellt, warm gefahren, usf.


    Erst dann weißt du wie's wirklich steht.


    Evtl auch die Brennräume endoskopieren, kostet ja heutzutage nix mehr......


    Bg aus Singapur


    Herbert

  • Hallo, Maik,


    Nur zur Sicherheit;

    Wie hast Du gemessen?

    Wie Maik fragt; Ventile eingestellt?

    War der Motor betriebswarm?

    Dreht der Anlasser schnell genug (800 oder mehr)?

    Ist der Luft-Filter sauber?

    Sind alle Kerzen aus dem Motor herausgeschraubt worden?

    Beim Messen: Ist die Drosselklappe offen (Vollgas)?


    Ich habe mal die Messung bei meinem 127er gemacht und nicht "Vollgas" gegeben; da habe ich ähnliche Werte gehabt.

    Dann alles wir oben gemacht und wunderbare 10 bis 11 bar gehabt.


    Nur so als Idee...


    Wenn's trotzdem zu niedrig oder unterschiedlich ist:

    btw. : eingeschliffene Schlepphebel sind auch ein häufiger Fehler. Nachfertigungen sind schlecht gehärtet. Da schwanken im Betrieb auch die Steuerzeiten und Ventilhub.

    Einfach mal ein Blick rauf werfen.



    Zu den Sitzen:

    Nach 60 Jahren sind die alle im Eimer. Stoffe gibts nicht mehr oder nur Nachfertigungen.

    Hab das gleiche Problem.

    Nur ein Wagen, der nie gefahren wurde, nie in der Sonne stand und in dem nie einer gesessen hat hat originalen Stoff ohne Makel.

    Als Wertanlage betrachte ich Flossen sowieso nicht; man steckt mehr Geld rein, als man später wiederrauskriegt.

    Kann ich ein Lied von singen...



    Gruß

    Christian