Empfehlungen für Überholung bzw Revision Zylinderkopf

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  • Empfehlungen für Überholung bzw Revision Zylinderkopf

    Hi Zusammen

    Kann mir jemand eine gute Adresse für die Zylinderkopfüberholung empfehlen?
    Ideal wäre der Grossraum München oder der äusserste Südwesten, aber auch andere Adressen wären interessant, denn zur Not ist das Teil ja verschickbar.

    Hintergrund ist, dass ich meinem M127 einfach das Rauchen nicht abgewöhnen kann. Kompression ist gleichmässig und ok, Ventilschaftdichtungen hab ich gewechselt, ohne Erfolg. Der Ölverbrauch liegt bei ca. 1,5l/1000. Schlimmer als der Ölverbrauch aber ist die Wolke, die er nach längerem Leerlauf zB beim Anfahren nach der Ampelrotphase produziert oder bei Stopp&Go - das ist mir inzwischen peinlich. Und nach dem Rausrangieren aus der Garage mit offenen Autofenstern müsste ich eigentlich duschen, weil der Geruch nach verbranntem Öl in Haaren und Klamotten recht penetrant ist.
    Da ich nicht weiss, ob und wann der Kopf mal überholt wurde, will ich die Ventilführungen machen und planen lassen.
    Gruß
    Paul
  • Hallo HaWa

    Der Motor ist von 1963, ist also nicht mehr der originale zur 61er Karosse. Die genaue Motornummer weiss ich jetzt aber leider nicht gerade.

    Die Führungen waren/schienen fest, soweit ich das beurteilen kann. Die Schaftdichtungen (ich nehme an, das meinst du mit Abstreifern, oder?) hielten soweit auch. Nicht alle gleich fest, aber um das als "schadhaft" oder einfach "Verklebt" zu beurteilen, fehlt mir schlicht die Erfahrung.

    Beim Wechsel der Ventilschaftdichtungen hatte ich diese damals direkt bei Elring bestellt - die weissen und schwarzen Ringe. Diese waren auch vorher drauf.
    Gruß
    Paul
  • Hallo zusammen,

    bei blauer Fahne nach dem Ampelstart und nach längerem Leerlauf glaube ich ja eher an Pumpverluste in Folge verschlissener Kolbenringnuten und/oder Kolbenringe. Hatte ich erst letztes Jahr bei einem 250S, Kompressionsdruck ziemlich gleichmäßig und vom Absolutdruck her nicht mal schlecht, trotzdem qualmte das Ding beim anfahren an der Kreuzung wie die Pest.
    Letztlich haben wir den ganzen Motor gemacht, das Kolbenringspiel in den Ringnuten war jenseits von gut und böse, kein Wunder dass die Ringe das Öl aus dem Kurbelgehäuse in die Brennräume gepumpt haben...

    Wenn es von den Schaftabdichtungen kommt, qualmt es doch eher im Schiebebetrieb.

    MfG
    Maik
    "Die weltweite Nachfrage nach Kraftfahrzeugen wird eine Million nicht überschreiten, allein schon aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren"
    (Gottlieb Daimler)
  • Hallo Maik

    Wir hatten den Motor teilzerlegt, die Kolben jedoch nicht gezogen. Der Herr, der mir mit dem Zusammenbau des 220 half und den Wagen seit1979 hatte, meinte, dass dieser AT-Motor seines Wissens nach nicht viele km runter hatte. Mittels Messung der Zylinderovalität meinte er sagen zu können, dass die Maschine nicht viel mehr als 40tkm gelaufen sein sollte.
    Wie verlässlich so eine Aussage ist, kann ich überhaupt nicht beurteilen. Zudem stand der Wagen knapp 40 Jahre.

    Ich schätze die Wahrheit, auch wenn sie mir nicht gefällt
    Gruß
    Paul
  • Hallo,
    Bei mir waren es die Kolbenringe, so dass das Öl nicht abgestriffen wurde und mitverbrannt ist; Beim Stadtverkehr waren die Zündkerzen nach ca. 3 Wochen total verrußt. Seit dieser Revision (neue Kolbenringe und neue Lager) kein Ölverbrauch mehr und die Kerzen sind immer noch gut. Das war vor 8 Jahren. Aber wenn der Kopf unten ist, dann sollte man den gleich machen. Ich wohne in München. Meine Freund und Schrauber bringt den Zylinderkopf immer zu seinem Bekannten ins Allgäu - nach zwei bis 4 Wochen ist der Kopf fertig; Kosten müsste ich mich erkundigen.
    Grüße
  • Hallo Maik,
    Schiebebetriebsrauchen kommt von unten.
    Das Ampelanfahrrauchen kommt vom auf das Auslassventil sickernden Öl.
    Wenn ich solch einen Kopf mit der frühen Dachrinnendichttechnik hätte würde ich auf die Moderneren Führungen mit Abstreifern umbauen.
    Dazu sollte der ausführende aber wissen was er tut.
    Gruß HaWA
  • Guten Morgen Zusammen und danke für eure Einschätzungen und Empfehlungen.

    Frage der Verzweiflung:
    Gibt es irgend eine Prüfmethode, womit man das Kolbenring-Problem eingrenzen bzw. ausschliessen könnte, ohne dass man gleich den Motor zerlegen muss?

    Ich nehme mal an, ein Wechsel der Kolbenringe allein ergibt wenig Sinn, d.h. die ganze Aktion = Motorrevision. Dann darf ich mich wohl auf einen tief vierstelligen Betrag einstellen ...
    Gruß
    Paul
  • Puh, Paul,

    erneut ein herber Schlag ins Kontor...
    Da bestätigt sich wieder einmal: was man nicht sofort macht, macht man in den ersten 2 Jahren.

    Ich weiß ja nicht wie das in der Schweiz bezüglich Klassikerstatus "erlaubt" ist, aber der 220er-Motor hat Dich ja eh nie so recht vom Hocker gerissen. Wenn Du nun 4-stellige Summen in einen Motor steckst, der Dir eigentlich eh zu schwach auf der Brust ist, und Du den Wagen ja eh für Dich und nicht für einen Wiederverkauf hergerichtet hast - warum dann nicht gleich auf M130E (oder gar M116 :thumbsup: ) upgraden?
    Dürfte auch nicht viel teurer werden...

    Ist gerade was im Angebot...

    Ketzergruß,
    Lutz
  • HaWa wrote:

    Hallo Maik,
    Schiebebetriebsrauchen kommt von unten.
    Das Ampelanfahrrauchen kommt vom auf das Auslassventil sickernden Öl.
    Wenn ich solch einen Kopf mit der frühen Dachrinnendichttechnik hätte würde ich auf die Moderneren Führungen mit Abstreifern umbauen.
    Dazu sollte der ausführende aber wissen was er tut.
    Gruß HaWA
    Hallo Hans-Werner,

    nach allem was ich bisher gelernt und erlebt habe, ist Blaurauch im Schiebebetrieb ein Zeichen undichter Schaftabdichtungen, da durch den hohen Unterdruck bei geschlossener Drosselklappe (evtl. noch in Verbindung mit hohen Drehzahlen) das Öl an den Ventilen vorbei regelrecht angesaugt wird. Natürlich ist das nur ein Anhaltspunkt und meistens ist der Verschleiß und die damit verbundenen Schäden/Funktionsstörungen an unseren Motoren sehr vielschichtiger und letztlich sehr oft nicht genau einem Defekt zuzuordnen, sondern eine Folge mehrer Ursachen in Kombination.

    Eine Druckverlustprüfung sollte in der Tat mehr Aussagekraft besitzen, als ein reiner Kompressionstest, wobei man mit diesem undichten Schaftabdichtungen nicht auf die Spur kommen wird. Wobei ein positiv ausfallender Druckverlusttest bei trotzdem vorhandenem Blaurauch letztlich die Schaftabdichtungen als mögliche Ursache nahe legen würde.

    MfG
    Maik
    "Die weltweite Nachfrage nach Kraftfahrzeugen wird eine Million nicht überschreiten, allein schon aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren"
    (Gottlieb Daimler)
  • Paul,
    technisch kann ich Dir nicht helfen, aber wenn tatsächlich großes Kino erforderlich wäre, wärest Du mit Deiner seinerzeitigen Fehleinschätzung bezüglich des Motors nicht "allein". Klarheit brachte mir ein Druckverlusttest, der ein eindeutiges Ergebnis lieferte bei allerdings grob abweichenden Symptomen. Die M100-Suche brachte mir auch durch die hier gewonnenen Kontakte das erhoffte Ergebnis. Dabei blieben dann auch die "Matching Numbers" auf der Strecke.
    Also: Kopf an, Emotionen aus! Auch wenn es schwer fällt.....der Kapitaleinsatz rechtfertigt eine Grübelphase! Ob für eine Überholung ein unterer 4-stelliger Betrag reicht, glaube ich eher nicht, auch wenn es kein M100 ist/wird.

    Man lernt nicht aus, am Ende übt das Motor rein/raus und man wird schneller!

    Think positive! :/
    BG OLIVER
    Olli

    ..mit DER Lösung kann ich nicht leben, ich will mein Problem zurück.....
    :thumbsup:
  • Hallo Maik,
    Ringseitige Probleme lassen sich auch über erhöhten Kurbelgehäusedruck deuten.
    Wenn es da richtig bläst wird natürlich auch noch mehr durch die evtl. verbrauchten Ventilführungen/Abdichtungen gedrückt.
    Geschlossene Drosselklappen gepaart mit wenig Verbrennungsdruck steigern dann auch die Ölförderung bei verschlissenen Ringen.
    Schaftabdichtungswechsel bei verschlissenen Führungen ist, wenn sie überhaupt noch auf denselben halten, nur von kurzem Erfolg da die Ventile die Verbrennungwärme nicht in den Kopf abgeben können und dadurch die Abstreifer verbrennen.
    Gruß HaWA
  • Hallo Paul,

    wenn Du einen reinen Zylinderkopfinstandsetzungsbetrieb suchst und Du Stuttgart noch zum äußersten Südwesten zählst, dann hätte ich einen Tip.
    Die Firma Ljaschko in Waiblingen. Nicht wirklich billig, aber preis-wert.
    Das Schöne dort ist, daß die ständig an solchen Köpfen arbeiten und man sich allein dadurch schon gut aufgehoben fühlt. Als ich letztes Jahr im Juni einen M130-Kopf zu denen brachte, sagte der Inhaber zu mir "das ist mein 30ter M130-Kopf - in DIESEM Jahr". Nette kleine Werkstatt in der auch ständig ein paar Köpfe vom W198 rumliegen. Lediglich beim Thema "bleifreie Ventilsitzringe" hatten wir eine unterschiedliche Meinung...

    Aber Geduld muss man haben. Man sollte nicht damit rechnen, daß man seinen Kopf innerhalb vier Wochen wieder zurück hat.

    Grüße
    Markus
  • Tag Zusammen

    Nochmals vielen Dank für Tipps und links!

    Ich werde als nächstes und erstes eine Druckverlustprüfung machen (lassen?). Was ich im Netz bisher dazu lese, liest sich so, dass man das auch selbst machen kann, oder interpretiere ich das zu naiv?
    Ich habe Druckluft und vom Wechsel der Ventilschäfte noch eine umgebaute Zündkerze, mit der ich Druckluft auf jeden einzelnen Zylinder geben kann. So sollte es doch möglich sein, zunächst schlecht schliessende Ventile (etwas Öl in den Zylinder um die Kolbenringe sicher dicht zu haben) auszugrenzen (Luftzug aus dem Auspuff, Zischen im Ansagtrakt) und dann, nach einer Verbrennungsfahrt, via Luftaustritt beim Ölmessstab auf schlecht dichtende Kolbenringe zu schliessen. Ansonsten korrigiert mich bitte.
    Gruß
    Paul
  • Hallo Paul

    kann Dir das helfen?
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    Viele Grüsse

    Winfried

    300 SE W112 Cabrio M189 Automatik Fahrgestellnummer ...9840 Ende 1967

    "Das Beste oder nichts?" "...ist immer noch besser als gar NICHTS"

    mercedes(affe)gehrmann-privat.de
  • Guten Abend Zusammen

    Habe heute einen Druckverlusttest gestartet, was mit meinen selbstgebastelten Druckluftleitungen und Kupplungen gar nicht so einfach war.
    Um es gleich vorwegzunehmen: beim zweiten, sprich fünften Zylinder (bin nach Zündfolge gegangen) habe ich bereits gestoppt. es hat ziemlich vernehmlich in die Nachbarzylinder gerauscht und am Finger konnte ich bei Kerzenloch Nr 6 auch den Zug spüren. Ich meine, es hat auch bei Nr 4 gerauscht, aber weniger eindeutig.
    Zudem sind mir heute mit vernünftigem Licht Kühlwasserspuren aufgefallen, die mir eigentlich schon länger hätten auffallen müssen.

    Wasser im Öl bzw. Öl im Wasser ist mir bisher noch nicht aufgefallen. Trotzdem tippe ich jetzt aber eher auf die Kopfdichtung als auf Kolbenringe. Oder besser gesagt, ich hoffe, dass es nur die ZKD ist.

    Nun stellt sich weiter die Frage, ob ich einfach die Zylinderkopfdichtung ohne planen und sonstige Revision in Eigenregie wechseln soll, oder doch besser die grosse Nummer machen lasse. Die stehen wahrscheinlich 1-200 € (Dichtung und Kleinmaterial) gegen circa 2-3000 €.
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    Gruß
    Paul
  • Hi Tom

    so ein Teil hätte ich sogar irgendwo.
    Wir hatten beim Zusammenbau (der Motor war teilzerlegt), 6 neue Einlassventile verwendet und insg. alle Ventile eingeschliffen.
    Das ist nun gerade mal 7500km her.
    Der Motor wurde aber anfangs mal sehr heiss, wegen stark verstelltem ZZP (spät).
    Gruß
    Paul
  • Lieber Paul

    Dichtung rein, Anzugsmomente beachten, 2 x nachziehen und wieder fahren. Wenn es nicht klappt kannst Du immer noch ein Fass aufmachen.

    Bei mir bisher ca. 5000 km ohne planen und trotzdem ohne negativen Befund.

    Viele mögen es anders sehen.
    Viele Grüsse

    Winfried

    300 SE W112 Cabrio M189 Automatik Fahrgestellnummer ...9840 Ende 1967

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