Anzugsvorschrift Schrauben Bremssattelhälften

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  • Anzugsvorschrift Schrauben Bremssattelhälften

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    Hallo zusammen,

    ich habe wirklich schon genug Zeit auf dem Internet verbracht und alle möglichen Warnungen, Sicherheitshinweise wie "kann der Laie nicht", "darf man nicht", "ist lebensgefährlich", "ist verboten", "darf laut WHB nicht getrennt werden", "ist zur Bremssattelüberholung nicht notwendig", "wozu willst Du die überhaupt trennen?" u.s.w. gelesen so dass ich darum bitte von solchen Beiträgen hier Abstand zu nehmen. Das mag zwar dem Einzelnen wichtig erscheinen, interessiert mich aber nicht. Ist wenig sachdienlich und führt auch nur zu unsinnigen Diskussionen. Dies hier ist ein technisches Forum.

    Was mich interessiert ist die Anzugsvorschrift (Reihenfolge, Drehmoment, Winkel...) der Schrauben für die Hälften des Bremssattels ATE 13.2571-8023.2.

    Sachdienliche Hinweise gerne auch per persönlicher Nachricht.

    Viele Grüße,
    Hagen
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    Servus Hagen

    ...schon mal in den Tabellenbücher gekuckt?

    (bei meinen US Cars, ... speziell bei Corvetten übrigens desöfteren auseinander gehabt und einfach tüchtig festgezogen, ... das letzte mal ca.15 Jahre problemlos funktioniert)
    Viele Grüsse

    Winfried

    300 SE W112 Cabrio M189 Automatik Fahrgestellnummer ...9840 Ende 1967

    mercedes(affe)gehrmann-privat.de
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    Hallo Hagen,

    da auch der Sattelhersteller ausdrücklich darauf hinweist, dass die Sattelhälften nicht getrennt werden dürfen, wird sich das Anzugsmoment vermutlich nur werksintern finden lassen. Gesagtes gilt zumindest für die Ate-Sättel.
    In meiner Unwissenheit vor über 20 Jahren als Führerscheinneuling habe ich an einem meiner ersten /8 die Sattelhälften zur Überholung auch getrennt und nach Reinigung wieder montiert. Sie waren hinterher dicht und somit ging alles gut. Ich habe es damals allerdings auch nicht besser gewusst und mir auch nicht wirklich was dabei gedacht. So war das halt mit 18...
    Erst viele Jahre später bin ich darüber gestolpert, dass man die nicht trennen soll. Der Grund liegt darin, dass die Abdichtung in dem Bereich, wo die Kanäle sich treffen, nicht mehr gewährleistet ist. Die Sattelhälften sind so gefertigt, dass in dem Bereich, wo die Kanäle sich treffen, sich das Material leicht anhebt (geschätzt 1 Zehntel). Bei der Erstmontage wird es dann genau dort gequetscht und dichtet somit. Die Abdichtung erfolgt also nicht alleine über die Gummidichtung, sondern auch über das Quetschen. Das Quetschen ist leider ein einmaliger Vorgang, der nicht wirklich wiederholbar ist. Die Gummidichtungen sind daher aus gutem Grund nicht in neu erhältlich, da ein Austausch dieser die Dichtheit nicht sicherstellen kann. Von daher sollte also mindestens eine gleichmässige Materialerhebung im Bereich der Kanäle erkennbar sein, z. B. mit Haarnadellineal prüfen.
    Ist vergleichbar mit der Quetschhülse beim Radlager oder auch Diffi am /8: einmal zu stark gequetscht erfordert ein Neuteil.
    Ich habe die Gewindebolzen als normale Bolzen in Erinnerung und nicht als Dehnschrauben. Dehnschrauben sind am sich verjüngenden Schaft erkennbar. Die normalen Bolzen haben einen gleichmäßigen Schaft. Fall normale Bolzen, würde ich die mit ca. 80 Nm festziehen und evtl Loctite mittelfest. Falls Dehnschrauben: die Bolzen vermessen und nach dem Moment weitersuchen, da die Dehnschrauben reißen, wenn zu fest angezogen.
    Mit doppelgenocktem Gruss, Matthias
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    Hallo zusammen,

    vielen Dank erstmal für die Antworten. Anzug nach Tabellenbuch 11.9 in Stahlguss kann man machen, wäre auch mein Ansatz falls ich keine Werte bekomme. Bei ATE kann ich auch mal anfragen obwohl ich da nicht viel Hoffnung habe. Deshalb hatte ich auch mal hier gefragt; es mag ja Schrauber geben die mal in der Firma gearbeitet haben.

    @Winfried: "tüchtig" anziehen ist mir bei Bremsen etwas zu undefiniert ^^ Daher die Frage nach Anzugsvorschrift.

    @Matthias: hast Du das mit der Anhebung aus zuverlässiger Quelle? Das wäre eine plausible Erklärung warum man die nicht trennen soll. Aber das muss ja fertigungstechnisch ziemlich aufwendig sein und die Instandsetzungsfirmen lassen ja wohl keinen 50 Jahre alten O-Ring drin und trennen auch, oder? Mir sind Metalldichtungen (Konusdichtungen; z.B. am Entlüfter) bekannt aber im vorliegenden Fall sind doch die Dichtflächen plangefräst und die O-Ring Nuten gesenkt; Dichtmedium ist der O-Ring. Im Hydraulikbereich kenne ich das nur so, O-Ring rein, Ventil angeschraubt (Drehmoment und Schraubengüte sehr wichtig) und dicht wars bis 500 bar.

    Zur Dichtung ist eigentlich keine große Kraft erforderlich solange der O-Ring seine 15-20% Vorpressung bekommt. Der Knackpunkt hier ist dass bei Belastung die Hälften nicht auseinandergehen.

    Übrigens sind bei einigen Bremssattelreparatursätzen die kleinen O-Ringe dabei.

    Viele Grüße,
    Hagen
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    Habe schon öfter Sättel repariert. Immer neue Schrauben kaufen in 11.9 oder 12.9. Achtung! Diese Schrauben sind nie verzinkt. Auch nicht galvanisch. Gewinde nachschneiden und mit max. Drehmoment für diese Schraube anziehen. Natürlich mit neuen O-Ring. Wer will kann die Schrauben noch mit etwas Loctite sichern.
    Beste Grüße
    Albert
    Albert Gerold 230 S

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    Im Prinzip spricht einer Teilung der Bremssättel für Reparaturen etc. nichts entgegen.

    Jeder sollte sich jedoch bewusst sein das es sich hierbei um sicherheitsrelevante Teile handelt.

    Mit O-Ring Sätzen für 3,99 € aus E-Bucht würde ich das persönlich gewiss nicht tun
    Das einzige O-Ring Material das sich für Bremsflüssigkeit eignet ist EPDM

    zu Info: Anzugsmomente und Fibel für Schraubverbindungen Schrauben-lexikon.de

    bei einer Vollbremsung sind Drücke von 80 bar + X keine Seltenheit.

    PS:
    wir hatten uns wor ewiger Zeit an einen Golf2 einen Spass gemacht wer mehr Bremsdruck mit seiner Wadenkraft schafft,
    Gewinner war Olli 1,9 m groß 110 Kg schwer , Ergebnis 190 bar
    Fazit: Bremssystem dicht, Rückenlehne verbogen
    Erkenntnis: suche dir einen TÜV Prüfer der die o.g. körperlichen Bedingungen nicht erfüllt :)

    Gruß
    Igor
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    Hallo zusammen,

    die Installationspumpe kann nur 50 bar, also zum Testen nicht geeignet. In der Hydraulikfirma arbeite ich leider auch nicht mehr. Wird also die Lehnenverbiegemethode ;) (hoffe die 126 Sitze sind besser als vom Golf). Oder 'ne gute Ausrede eine Hochdrucktestpumpe zu kaufen... Hätte ich auch mehr Vertrauen in die Reparatur.

    Die Schrauben sind definitiv 11.9, steht auf jedem Kopf drauf. Mit dem Gewinde bin ich mir noch nicht ganz schlüssig (da noch nicht zerlegt),

    Ich glaube nicht jemals 3.99 für O-Ringe ausgegeben zu haben. Das sind Pfennigartikel... Tschuldigung, Centartikel. Materialmässig würde ich wohl zu Viton tendieren; Shorehärte wohl eher auf der harten Seite. Ein Freund arbeitet in einer Dichtungstechnikfirma; den werde ich wohl damit mal belästigen...

    Vielen Dank für die vielen nützlichen Beiträge; nachdem was ich auf dem Internet gelesen hatte kamen mir schon Bedenken dass ich der einzige Bremssattelzerleger bin...

    Viele Grüße,
    Hagen
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    Hallo Frank,

    danke für den Hinweis. Dann muss ich nochmal andere Beständigkeitstabellen durchsehen oder beim O-Ring Hersteller oder Teves nachfragen. Ich habe bisher auch nur eine Tabelle gefunden die die Beständigkeit zumindest mal bei 100C angibt. Was ich dort seltsam fand ist dass ein Material bei Raumtemperatur bedingt beständig ist, aber bei hohen Temperaturen beständig ?( . Die meiste Zeit ist die Flüssigkeit halt kalt. Und dann gibt es ja verschiedene Arten; im vorliegenden Fall DOT4. Wird in einigen Tabellen auch nicht angegeben... Wird dann wohl doch EPDM wie Igor bereits erwähnte.

    Viele Grüße,
    Hagen
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