Wer hat in letzter Zeit eine Karosserie mit KTL beschichten lassen?

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    Hallo,
    mime0009 hat bei Wagner KTL beschichten lassen, in grün.

    Udo, dein Ponton war auch grün beschichtet, also hast Du auch bei Wagner beschichten lassen?

    So wie ich mal gelesen habe ist Wagner der einzige Betrieb der in diesem Grün beschichtet.

    Carblast macht auf schwarz und dann ist noch Brüggen GmbH in Herzlake und die machen einen auf Beige. Aber die Farbe ist ja eh egal, Hauptsache ist der KTL Effekt ist bei allen 100% ok.

    Was habt ihr beiden denn mit Wagner so an Erfahrungen gemacht?
    Viele Grüße Ulli

    W112 300SE Coupe, April 1964
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    Hallo,

    der Ponton war bei Wagner. Mit der Qualität war ich damals zufrieden, die Organisation und Termintreue waren mehr als gewöhnungsbedürftig. Den E-Type habe ich bei einem KTLer bei Heilbronn (nicht Carblast) beschichten lassen. Der kommt aber für dein Auto nicht in Frage, weil das Becken nur 3.50m lang ist.

    Aufgrund meiner Erfahrung und Gesprächen mit Lackiereren und Restaurateuren ist die KTL bei einer chemischen Entrostung auf jeden Fall zu Empfehlen. Die, die das nicht nicht gemacht haben sondern nach der Tauchbadentrostung die Grundierung aufgespritzt haben, haben mir Rostprobleme berichtet.

    Nach meinen Erfahrungen sind die Qualität der KTL und das Bohai was darum gemacht wird aber auch überbewertet: Auf der Außenhaut wird sie vom Lackierer zwangsläufig z.T. wieder runtergeschliffen. In einigen, insbesondere größeren Hohlräume findet aufgrund des faradayschen Effektes keine Beschichtung statt. Hier sollte man nacharbeiten. Ob es etwas mehr oder weniger ist, ist fast egal. Das Ergebnis der KTL wird maßgeblich von der Vorbereitung beeinflusst, d.h. den Löchern die gebohrt werden müssen, damit die Flüssigkeit rein, die Luft raus und die Flüssigkeit wieder rauslaufen kann. Wagner macht das gut. Wie das bei anderen ist, weiss ich nicht. Ich würde mir die Karosse ganz genau ansehen und selbst entsprechende Löcher (6mm) bohren. Z.B. auch eins ins Dach.

    Von den großen KTLern habe ich gehört, dass man nicht pfleglich mit den Oldtimerteilen umgeht. Die beschichten im Hauptgeschäft massenhaft Teile für die Industrie, Oldtimer passen da nicht wirklich dazu.

    Von allen Anbietern, die Entrostung, Entlackung und KTL für Oldtimer anbieten, hat nur Carblast eine eigene KTL. Die anderen bringen das zu Lohn-KTLern, was man eigentlich auch selbst machen und dadurch Geld sparen kann. Wagner ist etwas eine Ausnahme, weil er die Anlage von John Deere nutzen kann und wohl immer selbst dabei ist.


    Grüße Udo
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    Ich habe meinen 170Sb in grün ktl-beschichten lassen.
    Bin sehr zufrieden damit, kein Rost.

    zwar rel.teuer aber das macht man ja nur einmal pro Fahrzeug.
    mehrmalige Nachbesserungen werden unter dem Strich teurer und nerviger...

    KTL kann ich nur empfehlen! Aber nur in Verbindung mit Hohlraumkonservierung (Fettmethode).

    Thomas
    Routine wird im Alltag zur ... ?( 8|
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    Nichtschwimmer schrieb:

    In einigen, insbesondere größeren Hohlräume findet aufgrund des faradayschen Effektes keine Beschichtung statt.
    Hallo,

    wie kann das denn bitte sein? Das Blech der Karosse bildet die Kathode der Lack wird über die Anode mit Strom versorgt. Gerade hier liegt ja der Vorteil zum galvanischen verzinken, da nicht in jeden Hohlraum eine an den Hohlraum angepasste Zink-Anode eingebracht werden muss.

    LG,
    Kristian
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    Hi Kristian,

    im Prinzip hat er recht, aber ungeschickt ausgedrückt.
    Das es sich um ein elektrochemisches Verfahren handelt, sind die Feldstärken an eigen Bereichen stärker (hervorstehende Spitzen der Karosse in der Nähe des Kathodenanschlusses) und in einigen Holhlräumen und Kehlnahten schwächer, wo die Beschichtung dann dünner bis gar nicht vorhanden ist.
    Ein rein chmisches Verfahren wie etwa Phosphatierung (Phosphhorsäure) kommt theoretisch überall hin, da nur die Oberflächen reagieren, die in der "chemischen Spannungsreihe" eine stärkere Differenz haben, sprich die Phosphorsäure reagiert überall, wo sich noch kein Eisenphospaht an der Oberfläche gebildet hat.
    Bei der KTL ist die Beschichtung selbst nur noch bedingt leitfähig, also haften die "PolymerIonen" besser an unbeschichteten Blech, aber da bei einer angelegten Spannung die elektrischen Felder unterschiedlich ausgeprägt sind, kommt es manchen Stellen nur zu sehr dünnen bis gar keinen Beschichtungen.
    Diese Bereiche sind aber vernachlässigbar und werden bei der anschließenden Trocknung/Einbrennen bei erhöhten Temperaturen im Idealfall alle geschlossen.
    Man kann also sagen, die KTL hat Schwächen, wo Bleche übereinanderliegen, die aber keine Verbindung haben. Türpfalze, Sicken etc.
    Da die Bereiche aber durch Ihren geringen Abstand dann zuverlässig geschlossen werden, spielt es keien Rolle.


    Gruß
    Christian
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    Hallo,

    ja, ich habe mich wohl etwas unpräsise ausgedrückt. Im Prinzip gibt es bei einer Karosserie aber dennoch faradaysche Käfige, die zunächst nicht beschichtet werden. Mit zunehmender Beschichtung der übrigen Flächen, leiten diese den elektischen Strom immer weniger so dass es zu einer Verschiebung der elektrischen Feldlinien kommt und nun auch Hohlräume beschichtet werden. Der Begriff "Umgriff" der KTL war mir entfallen. Nach meinen eigenen Beobachtungen gibt es ungeschichtete Stellen in der Karosserie, d.h. der Umgriff funktioniert immer nicht zu 100 %, auch durchaus handflächengroß. Vor dem Einbrennen wird gespült um überschüssigen Lack zu entfernen. Was nicht haftet ist weg und kommt auch beim Einbrennen nicht wieder.

    Grüße Udo
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    Alles richtig, dennoch Ergänzungen meinerseits

    - beim Entlacken & Entrosten gibt es je nach Modell Schwächen in der Erreichbarkeit aller notwendigen Stellen .. 100% Entlackung und Entrostung gibt es so nicht , ist aber um Welten tiefer und ganzheitlicher als Strahlen
    - in der Grossserie werden KTL Anlagen immer auf die jeweilige Karosseriegeimetrien gerechnet und die Durchflussmengen und Durchzuggeschwindigkeiten als Parameter abgestimmt. Im Lohnbeschichten variieren die Größen erheblich, so dass es auf Erfahrungswerte ankommt
    - die verwendeten Anlagen müssen Fahrzeuge können, da die Gesamtoberfläche an die 100qm gehen kann und hier kommt es auf die Ausstattung der Anlage.. nicht alle Anlagen können an die 100qm in einem Takt fahren.. da sind Öffnungen, Bohrungen ohne Belang
    - die Bohrungen und Löcher, welche hier oft angesprochen werden, sind zumindest beim KTL Beschichten wichtig, werden aber oft falsch interpretiert..Die Power der Dialysezellen, Dauer der Beschichtung, Eingangsspannung und die Durchflussmenge in den Hohlräumen über die Beschichtungsdauer entscheidet über die Qualität.. Luftblasen können hiermit und mit Hilfe von Schwenkbewegungen unterdrückt werden