Startventil mit externen Schalter

This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

  • Startventil mit externen Schalter

    Hallo zusammen, ich habe am Wochenende angefangen meine Kabelage zu sortieren. Im Innenraum waren etliche Zusatzkomponenten und Schalter nachgerüstet, angefangen von Alarmanlage, etlichen Autotelefonen, Klima, Funk, Stereo und und und... Ich hab alles ausgebaut und jetzt jede Menge Leitungen die ich gerne elleminieren würde.

    Stutzig macht mich nur ein Zugschalter der mit einem Winkel unter dem Armaturenbrett verbaut war. Das Kabel geht im Motorraum an das Startventil. Hat jemand eine Idee was das sein kann?

    Im voraus besten Dank und beste Grüsse

    Ralf
  • Hallo Ralf,

    bei meinem M130 ist vor kurzem das Startventil kaputt gegangen (offen). Ich habe es erstmal (hydraulisch) abgeklemmt. Jetzt muss ich ziemlich lange orgeln. Das ist nicht normal. Vorher ist der (gut eingestellte) Motor in 1/2 bis 2 Kurbelwellenumdrehungen angesprungen. Mess mal beim Anlassen ob kurz Spannung am Startventil anliegt (bei kaltem Motor). Zeit ist abhängig von der Temperatur; soweit ich mich entsinne 12 Sekunden bei -20C und 0 Sekunden bei über 35C. Bei 20C ist es ca. 1..2 Sekunden.

    Themozeitschalter sitzt oben hinten am Kopf, eine Klemme ist die Heizung des Bimetalls (vom Anlassermagneten) und die andere Klemme (Kontakt) geht dann auf ein Relais über das das Startventil angesteuert wird.

    Viele Grüße,
    Hagen
    .
  • Hallo Ralf,
    Ist das ein M129? Wie lange (sec) musst Du denn insgesamt orgeln? Könnte sein, dass er Warmstartprobleme hat. Dafür gab es früher den 1sec Schalter, der auch bei warmem Motor das Startventil für ca. 1sec angesteuert hat. Ziemlich sicher hat hier jemand eine manuelle Ansteuerung gebastelt. Das Kabel zum Thermozeitschalter sieht auch schon aus wie neu gemacht.

    Gruss,
    Rainer
  • Grüß' Dich Ralf,

    ich sehe es auch wie die Kollegen: da hat jemand auf manuellen Kaltstart umgerüstet. Wobei ein Zugschalter an dieser Stelle schon etwas heftig ist: der zusätzliche Einspritzvorgang am Kaltstartventil sollte i.d.R kaum länger als 0,5 bis 1 s dauern. Die Gefahr, daß das Motörchen absäuft, ist groß.

    Gruß Hans
  • Hallo Rainer, hallo Hans,

    ja es ist ein M 129 981. Der Zugschalter war neben der Handbremse an das Armaturenbrett geschraubt und da musste er weg weil sonst die Verkleidungen nicht passen und ich dachte er gehört zu einer der längst ausgebauten Fummeleien der Vorbesitzer.

    Wenn er kalt ist, muss ich 2 mal 3-4 sek orgeln, beim ersten mal springt er nie an. Wenn er warm ist, springt er sofort an. So weit ich das prüfen konnte, hat der Schalter keine Funktion, aber das Auto steht meines Erachtens nach viel zu fett und braucht fast 25 Liter und sägt ordentlich im Standgas.

    Er läuft insgesamt aber rund und gut, bis auf das Sägen im Standgas.
    Kann ich den Schalter nicht einfach ausbauen?
    Und was passiert mit dem Auto wenn er keine Startfunktion hat?
    So wie ich das sehe, funktioniert die ja eh nicht.

    Fragen über Fragen.

    BG Ralf
  • Grüß' Dich Ralf,

    wie Hagen schreibt, die ganze Peripherie penibel nach WHB einstellen. Prüfen, ob das Kaltstartventil dicht ist. Wenn er dann immer noch mehr als 12 oder 13l /100km braucht, stimmt etwas nicht (Dehnstoffelement, ESP). Bei 25l/100 kmm ist das Risiko der Ölverdünnung wahrlich nicht klein. Vorsicht!

    Gruß Hans
  • Danke Hans,

    seit gestern ist er wieder in die Werkstatt. Der Ölverbrauch und der Ölverlust stieg enorm. Offenbar sind die Dichtungen nach der langen Standzeit dem jungen Öl nicht mehr gewachsen. Der vordere Simmering und die obere und untere Ölwanne lecken ordentlich. Gottseidank sind die Kompressionswerte und auch der Druckverlust ist OK. ( Ich hatte quasi schon einen neuen Motor gekauft... )

    Jetzt kommen erstmal Simmering und Dichtungen neu und die Kugelköpfe fürs Gasgestänge damit man alles besser einstellen kann. Ausserdem kommt der Auspuff neu, damit man nicht jedes mal nach 30 min Sternchen sieht und asthmatische Anfälle bekommt.

    Ich kann mir auch gut vorstellen, das Benzin ins Öl gekommen ist und damit auch so verdünnt wird, dass er mehr tropft. Ich hoffe, morgen läuft er besser...

    Drückt mir mal die Daumen.

    BG Ralf
  • Hallo, Ralf,

    wenn Du mit dem Auto dauerhaft glücklich werden willst, gibt es nach all dem, was Du dazu bislang - auch in anderen Threads - geschrieben hast, aus meiner Sicht nur eine Option: Fahrzeug komplett zerlegen, Karosse sanieren und dann die einzelnen Baugruppen incl. Motor überholen und alles wieder zusammenbauen. Alles andere ist Unsinn und kostet doppelte Arbeit, Zeit und Geld - und Nerven. Aber das hatte deine Werkstatt dir ja auch schon gesagt...

    Sorry für meine klare Meinung zu dem Thema. Du verbrennst durch dein Vorgehen Geld, was Du später für die bekanntermaßen nötige Totalrestaurierung besser einsetzen könntest.

    Gruß

    Ulli
    230 SL 10/63
    220 SE 07/64
    - irgendwas ist immer...
    ----------------------------------------------------------
    vdh-Regionaltreff Münster/Münsterland
    jeden 3. Mittwoch ab 19.30 Uhr im RoadStop,
    48157 Münster, Schiffahrter Damm 315


    www.pagodentreff.de
  • Pagoden-Ulli wrote:

    Geld, was Du später für die bekanntermaßen nötige Totalrestaurierung besser einsetzen könntest.
    Danke Ulli, aber genau das ist ja nicht mein Ziel. Ich will eben keine Hochglanzdiva bei der du einen Klappenriss bekommst, wenn sich nur jemand nähert. Ich habe eine enge Garage und 5 Tiefgaragenplätze. Ich habe keine Werkstatt, keine Scheune und nicht mal wirklich einen Platz an dem ich das Auto zerlegen könnte. Ich will ein alltagstaugliches und individuelles Auto zum Preis eines Vertreterkombis. (Ob das der Preis eines Skodas, eine C-Klasse oder ein A6 wird, bleibt noch abzuwarten). Ich bin kein Sammler, kein Investor, ich bin Fahrer. Mein Schäferhund muss ins Auto, jemand haut sein Fahrrad in meine Tür, eine andere stellt seine Tasche auf dem Dach ab... Ich parke an Supermärkten, Kinos und am Strassenrand. Ich fahre durch Regen, und fahre mit dem Taxi nach Hause wenn ich etwas getrunken habe, und hole das Auto am nächsten Tag von irgendwo wieder. Das geht nur mit Patina und der Möglichkeit selbst nach zu lackieren. Ich kann auch die 72.000 Euro zahlen die mich ein Audi A6 kostet und habe nach 10 Jahren einen Wertverlust von 65.000.

    Das ist nicht der richtige Weg, aber es ist der, der zu meinem Leben passt.

    Beste Grüsse Ralf

    The post was edited 1 time, last by rgswa ().

  • Sehe ich genau so! Bloss nicht komplett zerlegen. Lieber eine running restauration. Wenn der Wagen erstmal komplett zerlegt ist dauert die Baustelle minimum zwei Jahre. Und ob die Autos am Ende überhaupt besser sind, wenn sie dann wieder komplettiert wurden, ist ohnehin die Frage. Man sieht so viele Fahrzeuge, die dadurch ihrer Seele beraubt wurden. Lieber hier und da etwas Patina. Technisch bekommt man das alles auch ohne Komplettrestauration in den Griff.
  • Hallo, Ralf, Hallo, Namenloser,

    es geht doch gar nicht darum, eine Toprestaurierung hinzulegen, sondern nur darum, doppelte Arbeit und Kosten zu vermeiden. Wie in einem anderen Thread geschrieben, besteht ja wohl blechseitig massiver Handlungsbedarf. Also muss die Karosse früher oder später sowieso angepackt werden. Ergo macht man alles doppelt, bzw. lässt machen - mit doppelten Kosten. Aus meiner Sicht wenig sinnvoll. Eine rolling restauration hört sich schön an und ist vielleicht was für Selberschrauber, die nach und nach Hand anlegen. Macht aber auch da wenig Sinn, wenn deshalb alles doppelt gemacht werden muss. Außerdem laufen einem mit der Zeit die Teilepreise weg, von der stetig abnehmenden Verfügbarkeit ganz zu schweigen. Letztendlich muss jeder selbst entscheiden, ob er mit seinen Maßnahmen das Fahrzeug nur ein paar Jahre fahren oder dauerhaft erhalten möchte. Korrosion und mängelbehaftete Teile haben übrigens nichts mit Patina zu tun. Und auch restaurierte Fahrzeuge muss man nicht in Watte packen. Diesen Quatsch mit den restaurierungsbedingt seelenlosen Autos kann ich übrigens nicht mehr hören. Aber das ist ein anderes Thema. Ich hatte dazu mal einen interessanten Thread gestartet. Vielleicht finde ich ihn wieder...

    Just my two cents

    Gruß

    Ulli
    230 SL 10/63
    220 SE 07/64
    - irgendwas ist immer...
    ----------------------------------------------------------
    vdh-Regionaltreff Münster/Münsterland
    jeden 3. Mittwoch ab 19.30 Uhr im RoadStop,
    48157 Münster, Schiffahrter Damm 315


    www.pagodentreff.de
  • Hi Ulli,

    ich weiss was du meinst und sicher hast du Recht. Für den einen fängt eine marode Karosse bei den Spaltmassen an, für andere ist Rost kein Problem solange der TÜV das noch durch winkt. Meiner ist irgendwo dazwischen. Es hält alles. Da wo ich hinkomme, mache ich den Rost weg wenn ich welchen finde. Da wo ein Loch ist, fahr ich mit der Kamera rein und versiegele mit Fluidfilm, da wo kein Loch ist, bohre ich eins für die Kamera... Das Auto ist geschweisst, nicht gut, nicht restauriert, aber stabil und versiegelt. Das Auto ist gespachteltet nicht gezinnt - fährt sich genauso und sieht auch über dem Lack nicht anders aus. Mir reicht das. Alle paar Wochen stehe ich drunter und bearbeite etwas wenn es etwas gibt.

    Alles was ich an Technik machen kann, will ich lernen und selbst können, solange es Andere nicht gefährdet (Bremsen, Lenkung, Fahrwerk).

    Ich habe für die Motorrevision noch 8-10.000 im Budget. Nur will das keiner machen, weil er noch zu gut ist, rund läuft, guten Drucktest und gute Kompressionswerte hat. Soll ich den trotzdem zerlegen? Das nach jahrzehnten Standzeit die Dichtungen nicht mehr frisch sind - wen will das wundern?

    Er wird einen neuen Simmerring bekommen und eine neue Ölwanne, weil da die Verschraubung der Servopumpe abgerissen ist. Klar, dabei werde ich wohl auch die Motorlager erneuern und alles was man neu machen kann, wenn man schon mal da ist.

    Als ich mir vor 30 Jahren ein Fachwerkhaus kaufte, bat ich meinen Onkel, der war Zimmermann, um Rat: "Das Haus ist halb kaputt!" dann grinste er und sagte. "100 Jahre hat es jetzt gehalten, in 100 fällt es um." Ich habs gekauft! :)

    BG Ralf
  • rgswa wrote:


    Als ich mir vor 30 Jahren ein Fachwerkhaus kaufte, bat ich meinen Onkel, der war Zimmermann, um Rat: "Das Haus ist halb kaputt!" dann grinste er und sagte. "100 Jahre hat es jetzt gehalten, in 100 fällt es um." Ich habs gekauft! :)
    Cooler Onkel :thumbsup: :thumbsup:

    Gute Entscheidung. :thumbup:

    Gruß
    stefan
    An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern.(Erich Kästner)
  • Hallo zusammen,

    heute hatte ich endlich Gelegenheit die Startmimik zu messen. An dem Startventil kommt für Sekunden 12 Volt an. So wie ich das sehe, kann ich doch davon ausgehen, dass der Thermozeitschalter seinen Dienst ordnungsgemäß verrichtet, oder?

    Da er sehr schlecht anspringt (2-3 mal für ein paar Sekunden orgeln) vermute ich, dass das Startventil selbst nicht richtig arbeitet, oder kann es auch sein das die Einspritzpumpe nicht liefert?

    Im voraus besten Dank für eure Tipps.

    BG Ralf
  • Hallo Ralf,

    Ob das Startventil mit Sprit versorgt wird kannst Du recht einfach prüfen, wenn Du bei eingeschalteter Zündung den Überwurf der Leitung am Ventil löst.
    Am Ventil selbst gibt es noch eine kleine Schraube. Wenn Du diese löst, dann sollte hier Kraftstoff beim Starten rauskommen, wenn das Ventil funktioniert.
    Hat deine ESP noch einen Startmagneten zur Anreicherung bim Starten?

    Gruss,
    Rainer
  • RainerP wrote:

    Hallo Ralf,

    Ob das Startventil mit Sprit versorgt wird kannst Du recht einfach prüfen, wenn Du bei eingeschalteter Zündung den Überwurf der Leitung am Ventil löst.
    Am Ventil selbst gibt es noch eine kleine Schraube. Wenn Du diese löst, dann sollte hier Kraftstoff beim Starten rauskommen, wenn das Ventil funktioniert.
    Hat deine ESP noch einen Startmagneten zur Anreicherung bim Starten?

    Gruss,
    Rainer
    Hallo Rainer und vielen Dank, ich hab keine Ahnung was meine ESP hat oder nicht. Meine baugleiche Reserve ESP sieht aus wie auf dem Bild.

    BG Ralf
  • Hallo Ralf,
    Genau, das Teil oben rechts an der ESP ist der Startmagnet. Wird der denn beim Starten mit Strom versorgt (von Anlasser Klemme 50?) und schaltet auch? Anders als das Kaltstartventil wird der Startmagnet permanent aktiviert, solange der Anlasser läuft und sorgt dafür, dass mehr Kraftstoff eingespritzt wird. Ohne kanns halt schwierig werden beim Starten.

    Gruss,
    Rainer
  • Grüß' Dich Ralf,

    der Startmagnet an der ESP ist in meinen Augen sekündär; bei den späteren Pumpen wurde er dann auch (aus Kostengründen) weggelassen. Das Problem ist, daß die Fördermengen der Einspritzpumpe sehr klein sind und selbst bei vollem Regelstangenweg einige Umdrehungen notwendig sind, bis genügend Druck in den Einspritzleitungen aufgebaut ist, wenn dieser durch undichte Druckventile an der ESP oder undichte Einspritzventile verloren gegangen ist. Daher wurde dann das Kaltstartventil in die Ansaugbrücke eingebaut. Für das Anspringen ist dieses in meinen Augen prior verantwortlich.
    Wenn Du am Kaltstartventil schon mal richtig Spannung anliegen hast, ist das gut. Wenn Kraftstoff ankommt (prüfen durch herausschrauben der kleinen Sechskantschraube), ist das auch gut. Es heißt aber noch nicht, daß auch tatsächlich Kraftstoff eingespritzt wird. Häufig sind die (beiden) Düsen zugesetzt. Dazu mußt Du das Kaltstartventil ausbauen.

    Gruß
    Hans