G+M Kat im M110

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  • G+M Kat im M110

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    Hallo,
    ich hatte die folgende Problematik schon im 123er Forum gestellt, komme aber irgendwie nicht weiter.

    Folgendes: ich habe vor kurzem einen 280SL mit einem G+M Kat gekauft. Mir fiel auf, dass das Taktventil, entgegen der Einbauanleitung, zwischen Kaltstartventil und Rücklauf zum Tank eingebaut war (s. Bilder). In der Einbauanleitung steht, dass es zwischen Steuerdruckleitung und Rücklauf eingebaut werden soll. Soweit ich das verstehe kann bei diesem System das Taktventil nur anreichern und zwar über die Beeinflussung des Steuerdrucks. So wie es eingebaut ist, sollte eine Veränderung des Steuerdrucks m.M.n. nicht möglich sein, oder geht das in diesem Falle über die Änderung des Systemdrucks? Da ich wenig Ahnung von der Kat-Regelung habe, hoffe ich hier auf ein paar hilfreiche Tipps. Vielleicht hat ja jemand von euch auch einen Kat im M110 und könnte mal einen Blick drauf werfen.

    Vielen Dank schon mal...

    Gruß
    Rainer
    Stammtisch Weimar
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    Hallo HaWa,

    vollkommen richtig. Es geht um die Differenz aus System- und Steuerdruck. Erhöht sich der Steuerdruck, sinkt diese Differenz und damit magert das Gemisch ab. Aber wenn man das Taktventil nicht an den Steuerdruck anschließt, dann wird das halt nichts mit der Lambdaregelung.
    Viele Schraubergrüße, Dr-DJet Volker



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    Äh, jetzt bin ich verwirrt. Ich dachte, dass das Taktventil den Steuerdruck erniedrigt und dadurch das Gemisch anfettet, also genau das, was der WLR in der Warmlaufphase macht.

    Also, wenn zwischen Steuerdruckleitung und Tankrücklauf angeschlossen ist und der Steuerdruck bei ca. 3,5 bar liegt, müsste doch ein Druckgefälle zum Rücklauf Tank bestehen. Öffnet das Ventil fällt der Steuerdruck ab und das Gemisch fettet an, oder?

    Wie sich eine Reglung, wie bei mir angeschlossen, auswirkt, ist mir unklar, wenn überhaupt was geregelt wird. Theoretisch liegt beim Kaltstartventil ca. 5,5 bar (Systemdruck) an, wenn der Anschluss zwischen Kaltstartventil und Rücklauf-Tank liegt, müsste beim Öffnen des Taktventils der Druck zum Tank zunehmen und möglicherweise den Steuerdruck im WLR beeinflussen/erhöhen und dadurch das System abmagern?????

    O man, Theorie und Praxis......

    Gruß
    Rainer
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    Hab ich mir so auch gedacht, also so wie es bei mir angeschlossen ist, hat das Taktventil überhaupt keine Regelfunktion, warum auch immer das so eingebaut wurde...

    Aber noch mal zurück zum richtigen Anschluss, also Steuerdruckleitung - Rücklauf: Der Steuerdruck müsste doch dann über das Öffnen des Taktventils abgesenkt werden, also anfetten und nicht abmagern, oder?

    Gruß
    Rainer
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    Hallo,

    grundsätzlich ist beides denkbar. Am 380 SL USA, der das Taktventil ab Werk mit separatem Anschluss am Mengenteiler hatte, war das Taktventil an der Unterkammer des Mengenteilers (Systemdruck) angeschlossen und senkte den in den Rücklauf. Damit senkt es den Differenzdruck und magert ab. Jetzt müsste man eine Einbauanleitung des Gat ST 23 haben, dann könnte man nachlesen, wie es gemacht wurde. Denkbar wäre Takten zwischen Systemdruck am Kaltstartventil und dem Steuerdruck Eingang am MT (was dann abmagern würde) oder aber Takten zwischen Systemdruck und Rücklauf in den Tank. Das wäre dann wie beim 380 USA.

    Hat mal einer die Einbauanleitung des ST 23?
    Viele Schraubergrüße, Dr-DJet Volker



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    Wobei mich inzwischen der Verdacht beschleicht, dass das ST23 den Systemdruck und nicht den Steuerdruck moduliert. Ich habe in meiner Webseite zum 280 SL folgendes Bild eines Nutzers gefunden:

    sternzeit-107.de/de/forum/foru…chruestkat-versagt#195738

    Ich weiß aber nicht, welchen Kat der verbaut hatte.
    Viele Schraubergrüße, Dr-DJet Volker



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    Hallo Volker,

    dieses Bild kenne ich auch und das hat mich noch mehr irritiert, weil anders als die anderen. So wie bei mir angeschlossen, habe ich noch keins gesehen, daher auch meine Skepsis.
    Originale Einbauanleitung besagt: Taktventil zwischen Steuerdruckleitung (also die in der Mitte oben des Mengenteilers) und Rücklauf Tank. Also Reglung über Absenkung des Steuerdruck=anfetten?
    Eingebaut ist: Taktventil zwischen Kaltstartventil und Rücklauf Tank. Also Regelung über Systemdruck=abmagern?

    Ich kenne übrigens den Vorbesitzer ganz gut, der ist Meister bei Benz, zwar LKW, aber er meinte die wären früher immer so eingebaut worden, was mich ein wenig verwundert, da die Einbauanleitung zum Kat ja was anderes besagt.

    Werde demnächst einfach mal die Drücke messen, da müsste man ja sehen was passiert, wenns taktet.
    Stammtisch Weimar
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    Hallo Rainer,

    ja ich habe die Einbauanleitung erhalten, danke. Und damit ist klar:

    • Der Original 380 SL USA hat ein Taktventil, das den Systemdruck in den Rücklauf moduliert. Damit wird also abgemagert. Die Differenz zwischen Systemdruck und Steuerdruck wird kleiner.
    • Das GAT ST23 dagegen moduliert den Steuerdruck, indem es den in den Rücklauf laufen lässt. Damit wird also angefettet. Denn die Differenz zwischen Steuerdruck und Systemdruck wird größer.
    • Bei Rainer ist also das Taktventil falsch (sprich wie beim Original MB zwischen Systemdruck am Kaltstartventil und dem Rücklauf) angeschlossen. Richtig wäre: Es muss auf der einen Seite am Zulauf Steuerdruck vom WLR zum MT hängen. Auf der anderen Seite im Rücklauf.
    Wie es bei Wurm Kats ist, weiß ich nicht. Wer eine Einbauanleitung hat, kann mir die bitte auch noch schicken.

    Again what learned ! :thumbsup:
    Viele Schraubergrüße, Dr-DJet Volker



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    Hallo,

    ich habe nochmals mit Christian etwas gehirnt. :saint:

    Bei den original von MB verbauten Autos mit Taktventil sitzt zur Unterkammer eine Drossel vom Druckregler her. Die verhindert, dass Benzinpumpe und Druckregler sofort den Systemdruck wieder ausgleichen, wenn das Taktventil öffnet. Das scheint mit einer externen Beschaltung nicht zu funltionieren. Deshalb blieb bei der Nachrüstung wohl nur der Weg, den Steuerdruck vom Warmlaufregler zu modulieren. Das hat aber den Nachteil, dass die Modulation in der Warmlaufphase anders ist als bei warmem Motor.

    Mit anderen Worten Rainer: Der Anschluss an der Seite des Kaltstartventils will in die falsche Richtung das Gemisch verändern. Es macht aber nichts, da dort die Drossel fehlt und es wahrscheinlich keinen Effekt hat.
    Viele Schraubergrüße, Dr-DJet Volker



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    Also ich hab mich mit dem ganzen Kat Kram auch schon viel beschäftigt, v.a. als ich letztes Jahr für mich selbst eine Wurmkat-Regelung auf meinen 928 adaptiert habe.
    Die Wurmkats fetten über die Regelung an und werden leicht zu mager eingestellt.
    Solange die Lambdasonde noch nichts macht, läuft er ultrafett.
    Die Lambdasonde liefert aber sofern sie intakt ist, bereits nach etwa 50 sec ein brauchbares Signal und ab da läuft das Auto dann tatsächlich schon mit Lambda1. (hab mir n Lambdaconrol-Instrument ins Handschuhfach gemacht). Verbrauch is gleich geblieben. Muss mir jetzt nur noch eine Vollastanreicherung bauen...aber das mach ich über Wegschaltung des Lambdasignals .
    Ich finde es prima ein geregeltes Gemisch und keinen Auspuffgestank zu haben und würde das Zeug definitiv nicht rausschmeissen.
    Zur Frage: Teil in Steuerdruckleitung integrieren, Gemisch leicht in Richtung mager verdrehen bis er bei etwa 2500 1/min schön von der Lambdasonenspannung hin und herpendelt. Das Lambdasignal mißst Du am besten mit einem einfachen Analogen Multimter (bei Reichelt ca 30.-) und klemmst dieses mithilfe eines eingeklemmten Ölzetteldrahts an den Stecker der Lambdasondensignalleitung. Ich hoffe, das ist verständlich.

    Viele Grüße
    Markus
    "Lohnt sich das?" fragt der Kopf.

    "Nein!" sagt das Herz, "aber es tut Dir gut!"

    www.m115.de

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    Hallo Markus,

    soweit entspricht das alles in etwa auch der Einbauanleitung für den G+M Kat.
    Der Test nach Einbau soll folgende Werte aufweisen:
    CO 0,00% bei 750 U/min und <0,3% bei 2800 U/min, ist das bei Wurm ähnlich?

    Dazu direkt mal ne Frage. Da ich mich bis jetzt wenig mit Kats beschäftigt habe, waren mir die Abgaswerte dazu auch nicht besonders wichtig. Ich hab dann mal im Netz nach den Grenzwerten gesucht und folgendes gefunden. s. Bild.

    Wenn man sich mal die CO-Werte anschaut gehen die von 2,72 (ab 01.0192) über 3,16 (ab 31.12.92) bis hin zu 1 ab 2005. Wieso drück der Kat den CO Wert dann auf 0-0,3 ?? Verstehe ich nicht oder übersehe ich da was?
    Bei Wikipedia finde ich dann auch noch:
    "Messung bei erhöhter Leerlaufdrehzahl: Der Lambda-Wert muss zwischen 0,97 und 1,03 liegen. Der Kohlenmonoxidgehalt darf 0,3 % nicht überschreiten. Bei Fahrzeugen nach Euro-4-Norm gilt der verschärfte Grenzwert von 0,2 %.
    Messung bei Leerlaufdrehzahl: Der Kohlenmonoxidgehalt darf 0,5 % nicht überschreiten. Bei Fahrzeugen nach Euro-4-Norm gilt der verschärfte Grenzwert von 0,3 %."
    Was sagt denn dann die Tabelle vom Umweltbundesamt aus, kann mir das mal jemand erklären? ?(

    Gruß
    Rainer

    Ach ja, wenn es von Interesse ist, ich habe die Einbauanleitung mal eingescannt und kann sie zur Verfügung stellen.
    Stammtisch Weimar
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    Hi HaWA,

    chemisch/physikalisch ist mir das schon klar, aber warum liegt der CO Grenzwert weit über dem, den der Kat liefert? Da müsste der M110 ja schon ohne Kat die Eur3 kriegen, mal abgesehen von NOx und THC. Oder bekommt man diese Werte nur wenn der CO so niedrig ist?

    Vor allem der Satz "Messung bei Leerlaufdrehzahl: Der Kohlenmonoxidgehalt darf 0,5 % nicht überschreiten. Bei Fahrzeugen nach Euro-4-Norm gilt der verschärfte Grenzwert von 0,3 %." In der Tabelle wiederum steht aber 1%.???


    Gruß
    Rainer
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    Warm kannst Du von den Werten mit nem gut warmgefahrenen M110 und Wurmkat ne Euro5 AU machen. Das is genau der witzige Punkt den keiner weiss und die Politik den Menschen verschweigt. Von einem Vergleich zu den ganz neuen Direkteinspritzern denen man so Sachen wie Feinstaub und NOx mitanerzogen hat mal ganz zu schweigen...
    Die hauptsächlichen Unterschiede von Euro 1-4 liegen in der ersten Minute nach Kaltstart und einer ab Euro 3 zwingend eingebauten Selbstdiagnose...
    Unglaublich aber wahr.
    Soll heißen: wenn Du Deinen Kat richtig einstellst und die Kiste richtig warm ist, dann hast du ca 0,003-0,01% CO bei der AU, und das find ich schon ziemlich cool. Deshalb versteh ich auch nicht warum manche den Kat rausschmeissen. Ich mein, wenn man was für die Umwelt tun kann und keinen Nachteil davon hat...is doch prima! :)
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