Leerlauf Unterschwinger bei Entlastung

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  • Leerlauf Unterschwinger bei Entlastung

    Hallo zusammen,

    ich hatte bei meinem W111 Cp mit M127 das Problem, dass der Leerlauf viel zu hoch eingestellt war. Das Gestänge ist spielfrei und korrekt eingestellt. Als ich die Leerlaufluftschraube reindrehte um die Luftmenge zu reduzieren fieng der Leerlauf an in Wellen hoch und runter zu laufen, da das Gemisch zu fett war (nehme ich an). Also habe ich schrittweise die Leerlaufschraube an der ESP inzwischen um 4 Rasten nach links gedreht und das Problem dadurch einigermaßen in den Griff bekommen. Jetzt habe ich einen sauberen Leerlauf bei ca. 900U/min. Wenn ich allerdings das Gestänge Aushänge und über die Drosselklappe etwas Luft gebe steigt die Drehzahl an. Das spricht ja dafür, dass das Gemisch immer noch zu fett ist und ich die Leerlaufschraube an der ESP noch weiter nach links drehen müsste. Allerdings steht im WHB, dass diese Schraube max. 3 Rasten verstellt werden sollte und ich bin ja schon 4 nach links. Daher habe ich mich noch nicht dazu durchgerungen noch weiter abzumagern. Habe leider auch keine Möglichkeit CO oder Lambda zu messen.
    Eigentlich wäre ja auch alles ok, aber jetzt zum eigentlichen Problem:
    Wenn ich unter Last mit bspw. 2000 U/min an eine Ampel hinfahre und dann die Kupplung drücke und Last und Gas mehr oder weniger gleichzeitig wegbricht, dann taucht die Drehzahl immer auf ca. 400-500U/min ab, die Ladekontrollleuchte leuchtet natürlich auf und die Leerlaufdrehzahl braucht kurz 1-2 Über- und Unterschwinger bis sie wieder stabil bei 900U/min steht. Ist das normal? Macht es Sinn die Leerlaufschraube an der ESP doch noch ein bis zwei Rasten nach links zu drehen? Gibt es weitere mögliche Fehlerquellen die ich nicht berücksichtig habe?

    Vielen Dank für eure Einschätzung,
    Gruß
    Alexi
  • Moin Alexi,

    Da stimmt dein Gestänge nicht.
    lass mal die Leerlaufluftschraube zu, also auf Anschlag.
    Gestänge ab von der ESP. Nun den Leerlauf mit der Rändelmutter bei abgeschalteten Motor einstellen. Starten und Leerlauf prüfen.
    Hast Du die 850 U/min (können auch 900 sein), Gestänge rauf, der Motor darf im Leerlauf nicht "sägen" (zu fett) oder ausgehen (zu mager). Hast Du Magerruckeln beim Gleichmäßigen Fahren um die 40 bis 80 km/h:
    Gestänge ESP: Kontermutter darauf lösen und Gestänge schrittweise länger drehen. Motor wird im Teillastbereich fetter.
    Motor sägt im Leerlauf: Gestänge kürzer drehen (magerer).

    Aber im Zweifel immer Hände weg von der ESP und dem Gestänge. Wenn das mal richtig verstellt ist, gute Nacht. Viel Arbeit.

    Ich tippe eher auf eine verstellte Zündung ( zu spät eingestellt), abgebrannte Kontakte oder einen verschlissenen Verteiler.
    Zündzeitpunkt mal überprüfen bei abgezogener Unterdruckverstellung bei 4500-1/min 28° vor O.T.


    Gruß
    Christian
  • Hallo Christian,

    Danke für deine Tipps. Ich habe ja kein sägen, nur bei plötzlichem Gaswegnehmen und Kupplung drücken fällt die Drehzahl kurz in den Keller und ist dann aber stabil bei 900. Ich teste mal trotzdem deine Tipps, vor allem die Zündung, die habe ich bisher nur statisch eingestellt (bei 4500U/min auf dem Hof freuen sich die Nachbarn).

    Gruß
    Alexi
  • Grüß' Euch,

    ich muß Christian widersprechen: zm einen sollte der Motor bei ganz geschlossener Luftschraube nicht mehr laufen (im Leerlauf). Tut er das doch, wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit Luft über eine nicht beißend schließende Drosselklappe bekommen. Das ist ohnehin der erste Schritt bei der Einstellung: Drosselklappe beißend schließend einstellen. Zweitens sollte ein unschöner Motorlauf (z.B. Magerruckeln) nicht bzw. nur versuchsweise über die Veränderung der Gestängeeinstellung korrigiert werden. Wenn der Motor bei korrekter Einstellung des Gastgestänges ruckelt, ist die Einstellung der ESP nicht in Ordnung. Man kann dann zu Testzwecken wie von Christian beschrieben verfahren, um festzustellen, ob es ein Mager- oder Fettruckeln ist. Anschlißend muß aber das Gestänge wieder richtig gestellt werden und die Korrrektur an der ESP erfolgen.
    Alexi: wie hoch geht die Drehzahl, wenn Du im LL mehr Luft gibst (öffnen der Drosselklappe bei ausgehängtem Gestänge)? 100 bis 200 U/min sind i.O., mehr deuted eindeutig auf zu fett hin. Du kannst an der CO-Schraube so lange (entgegen dem Uhrzeiger) drehen, solange Du noch klar ein Rasten der Schraube spürst. Ist das nicht mehr der Fall, zurückdrehen, bis sie wieder rastet (sonst fällt sie ggf. im Betrieb 'raus). Die Angaben im WHB, nur 3 Rasten zu drehen, bezieht sich auf eine korrekt eingestellte ESP. Aber das wird bestimmt nicht mehr der Fall sein. Allerdings kann nimmt der Einfluß der CO Schraube mit steigender Drehzahl deutlich ab; wenn also die Einstellung der unteren Teillast zu fett ist, kannst Du das kaum noch bzw. gar nicht mehr mit der CO-Schraube korrigieren.
    Ein leichter Unterschwinger ist normal - daher haben die späteren Motoren einen Schließdämpfer bekommen. Ein Abfallen auf 400 U/min bei sonst 900 U/min ist sicher zu viel.

    Beste Grüße

    Hans
  • Hans,
    wir reden hier über 2 Dinge, habe mich da falsch ausgedrückt.
    Die Leerlaufdluftrosselschraube und die Drosselklappenanschlagschraube. Erstere darf angepaßt werden (ist am "Ansaugtrichter" unten, letztere nicht (sitzt oben an am Tricherter mit Kontermutter gesichert).

    Aber wie gesdagt, da würde ich den Fehler als letztes suchen. Im Betrieb laufen scheint er ja zu laufen (mal von dem Reindrehen abgesehen, wo das Auf und Ab ja das berühmte Sägen ist). Danach wurde die ESP runtergedreht. Das war wohl der erste Fehler. Das Gestänge und die Klappe hätten nicht angefaßt werden dürfen, statt dessen hätte man mit der ESP an der Regelschraube - wenn überhaupt - begonnen.
    Das Öffnen der Drosselklappe mit ansteigender Drehzahl danach zeigt ja auch, dass der Motor dann zu fett eingestellt wurde.

    Er muss erstmal die Grundeinstellung wieder finden. Das Gestänge ist auch im Laufe der 50 Jahre einfach ausgeschlagen (besonders die Buchsen der Wellenlager). Die haben dann Spiel. Daher das Anpassen des Gestänges an der ESP.
    Ich kenne das Problem. Oben machen die vielleicht ausgeriebenen Buchsen vllt. 1mm Spiel zu 2 mm und mehr Hub an der ESP aus. Auch wenn die Kugelbolzen o.k. sind.
    (s. Reguliergestänge M127.III Messingbuchsen wechseln).

    Vor dieser Grundeinstellung muss (!) aber erst die Zündung und die Ventile überprüft werden.

    Gruß
    Christian
  • Hallo Christian,

    also dann haben wir wohl etwas aneinander vorbei geschrieben :) . Ich habe NICHTS an der Drosselklappe oder dem Gestänge angefasst. Die Grundeinstellung ist ok, Spiel ist auch keines im Gestänge. Ich habe lediglich die Leerlaufluftdrosselschraube (im "Ansaugtrichter" unten) und die Regelschraube der ESP für Leerlauf angefasst.

    Gruß
    Alexi