W180/220S/Hydrak - Schlechte Spritannahme nach langer Fahrt

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  • W180/220S/Hydrak - Schlechte Spritannahme nach langer Fahrt

    Hallo,

    ich hatte wieder mal ein schönes Phänomen.

    Ich war lange auf der Autobahn unterwegs, ca. 2,5h am Stück.
    Motor lief ruhig und schnurrte sanft vor sich hin. Kein einziges Problem. So soll es sein. Temperatur zwischen 80 und 90 Grad.
    Maximaler Druck.

    Dann kam ich in einen Stau mit Stop and Go Betrieb.
    Ich habe im Stop Betrieb immer den Gang drin gelassen. Die Hydrak packt das ja ganz gut.

    Nach einer Weile ist der Druck abgefallen und der Motor ging aus.
    Schuck - genau auf der einzigen offenen linken Spur - na toll :)

    Der Motor sprang nach etwas orgeln (10-15mal) aber wieder an, baute aber im Schrittempo nicht so richtig Druck auf.
    Ausserdem ging er nahezu aus. Sprit hat er nur durch ständiges "pumpen" angenommen.

    Nachdem der Stop and Go Verkehr wieder flüssig wurde und ich wieder gasgeben konnte,
    war der Druck wieder da und alles wieder normal.

    Nach ca. weitern 50km habe ich den Wagen abgestellt und geprüft, ob er wieder anspringt.
    Alles wunderbar. Motor sprang heiß an, drehte normal, Druck war normal. Ausgemacht, angemacht, kein Problem.

    Kann mir jemand eine Deutung des Phänomens geben?

    Sind das die ominösen Dampfblasen die sich im Stau nach heißgelaufenem Motor gebildet haben?
    Ich hatte mal ein ähnliches Phänomen, allerdings sprang der Motor dabei bei Hitze für 10-15 Minunten gar nicht mehr an.

    Diesesmal waren die Außentemperaturen aber noch heißer. Allerdings habe ich einiges gemacht in der Zwischenzeit.
    Vergaser überholt, Benzinleitung thermisch günstiger verlegt, andere Benzinpumpe, ...


    Ich kann mir aber den Druckabbau nicht so richtig erklären.
    Der Druck war auch nicht ganz da, wenn er dann mal kurz Gas angenommen hatte.
    Sollte ich bei der Hydrak lieber in den Leerlauf gehen im Stop and Go Betrieb?

    Viele Grüße
    Michael
    Die Farbe ist egal, Hauptsache Schwarz.
  • Hallo Hawa,

    na dann lag ich ja richtig mit meiner Einschätzung.
    Dann haben meine Maßnahmen zumindest teilweise Verbesserungen gebracht.

    Wie ist das mit der Hydrak?
    Lieber in den Leerlauf gehen bei solchen längeren Stop and Go Einsätzen?

    Ich habe auf älteren Bildern gesehen, dass es für die Hydrak mal eine Temperaturanzeige gab.
    War wohl mal Sonderausstattung im Coupe/SE

    Da gab es ja scheinbar auch mal Hitzeprobleme mit dem Wandler, oder warum wurde dieser Hitzomat verbaut?

    Grüße
    Michael
    Die Farbe ist egal, Hauptsache Schwarz.
  • Hallo,

    auch aus meiner Erfahrung raus: Im Stau wird es dem Motörchen einfach etwas zu heiß, bei 34°C im Schatten und - vermutlich - wenig Wind.
    Was bei meinen beiden Wagen geholfen hat (für extreme Situationen): ein neues Standard-Kühlernetz (auch wenn das verbaute optisch noch schön ist, die Lamellen müssen fest mit den senkechten Wasserröhrchen verbunden sein, sonst geht die Wärme schlecht weg).

    Oder: Heizung an! Nimmt dem Motor auch etwas Wärme.
    Vielleicht war hier der verbleite Sprit früher auch noch etwas "besser" (also weniger schnell Dampfblasenbildung ...), vielleicht auch nicht ... .

    Grüße
    Marc
  • Hallo,

    es bietet sich auch an, nach solchen Fahrten einen Blick in den Kühler zwecks Kontrolle der Füllmenge des Kühlwasser zu werfen.
    Nachdem bei mir der Motor im Stau mal fast auf 100°C (mehr war nur mittels Heizung zu verhindern - ein Traum bei 35°C Außentemperatur <X ) war, hat er nach dem Abkühlen einiges an Wasser und Kühlmittel gebraucht...

    Gruß,

    Michael
  • Das gleiche Problem hatte ich letztes Jahr im Sommer nach der Moseltour im üblichen Engstellenstau vor der Leverkusener Rheinbrücke (A1) mit meinem Schalter. Nur mit Mühe beim Drehen zu halten bei diesem Stop- and Go-Betrieb. Bin dann von der BAB geflüchtet, um Ponti im Fahrtwind zu halten. Kühlwasser war gerade mal bei 85-90°C, außen hatten wir um die 28-30°C.

    Dampfblasen, gegen die die Pumpe im Leerlauffördervolumen nicht ankommt. Erstaunlich nur: dieses Jahr bei gleichem Turn und eher höheren Temperaturen lief das Schätzchen wie die "Eins", auch keine bemerkenswerten Startproblem nach Kurzhalt....

    Die Drohung, den im Kofferraum mitgeführten Dampfblasenabscheider des Fremdfabrikats (Golf1) einbauen zu wollen, wirkt wohl.... :) - ist Ponti wahrscheinlich peinlich...


    Michael
  • Hallo nochmal,
    Kühlerupgrade hilft wenn die Kühlmitteltemperatur nicht im Rahmen bleibt.
    Da der Kühler die Wärme bei mangelndem Fahrtwind nun mal direkt in den Motorraum abgibt ist der Hitzestau höchstens mit offener Motorhaube zu vermeiden.
    Bei ausreichendem Luftdurchsatz werden die Vergaser ja auch von innen gekühlt.
    Im Standgas ist das zu vernachlässigen.
    Gruß HaWA
  • Hallo,

    vielen Dank für die vielen Antworten.

    Das Kühlwasser hatte ich vor Beginn der Fahrt aufgefüllt und danach auch mal kontrolliert.
    Keine erkennbaren Verluste.

    Die Temperatur laut Anzeige, naja geschätzte 82/84 Grad und wenn es mal den Berg rauf ging, vielleicht 86 Grad
    bei ca. 35/36 Grad Außentemperatur.

    Ich denke die Motorkühlung tut es recht gut.

    Das mit den Dampfblasen hat sich dann wohl auch verbessert.
    Liegt vermutlich an der geänderten Spritleitungsführung, die jetzt wieder original ist und nicht wie vorher direkt über den Krümmern verlegt wurde.
    Evtl. auch an der DVG Benzinpumpe, die ich statt der vorher verbauten Pierburgpumpe eingebaut habe.


    Aber unabhängig davon:
    Was mache ich mit der Hydrak in solchen Situtationen?
    Gang drin lassen und oder eher Leerlauf?

    Mein technisches Verständnis sagt mir, es sollte egal sein.
    Der Wandler ist ja beim Fahren auch immer im Einsatz. Also warum nicht auch im Stand mit eingelegtem Gang.
    Das Problem hierbei: "mein technisches Verständnis" :)

    @Michael:
    Ich hatte mir Anfangs nach Kauf des Fahrzeugs überlegt die Hydrak rauszuwerfen.
    Jetzt bin ich froh, dass ich es nicht gemacht hat. Sie ist wahnsinnig träge, aber funktioniert hervorragend.
    Ich kann in jedem Gang anfahren. Und an die Trägheit habe ich mich jetzt gewöhnt. Man muss einfach lernen zu
    entschleunigen, dann liebt mach auch die Trägheit.

    Viele Grüße
    Michael
    Die Farbe ist egal, Hauptsache Schwarz.
  • Grins...da ich mit den alten Pagodenfreunden mit Ponti geduldet auf dem alljährlichen Moselturn mitkurve, will ich kein Serpentinenhindernis sein....bin auch keins :) , auch wenn's viiieel Schaltarbeit ist, aber das Motörchen schnürt zügig voran. Bei Hydrak denke ich mir, hätten alle vor und hinter mir Geduld zu haben...

    Michael
  • Hallo Michael,

    ja, ich erkenne mein eigenes altes Verhalten oft wieder in den Fahrern hinter mir, wenn ich von der Ampel losfahre und in den Rückspiegel schaue.
    Da gibt es immer wieder mal ein überraschtes Gesicht, wenn sie Gas geben und merken, dass der Typ vor Ihnen noch nicht weg ist.


    Bin trotzdem überrascht was diese alte Kiste noch hergibt, wenn mal drauftritt.
    Die Tachonadel ging bis 160 hoch und da schien noch Luft nach oben zu sein, trotz Vmax Angabe von 160.

    Für so nen 60 Jahre alten Schnaufer finde ich das erstaunlich.

    Allerdings fangen dann die Weißwandreifen an schon ziemlich unruhig zu werden.
    Brachiale Geräusche mal ausgenommen.

    Viele Grüße
    Michael
    Die Farbe ist egal, Hauptsache Schwarz.
  • Hallo Michael,
    das Problem des heißen Pontonsechszylinder begleitet mich nun schon seit 50 Jahren. Früher im täglichen Berufsverkehr , speziell im Sommer, gabs immer Schweißausbrüche, wenn man im Stop- und Go-verkehr beim 3. oder 4. Stop an der roten Ampel halten musste.
    Da half im Stand nur die Leerlaufeinstellung und erhöhtes Standgas, notfalls auch Bremsen mit der Handbremse. Neben der bekannten Dampfblasenbildung liegt es auch an der zu schwachen Auslegung der Wasserpumpe und einer herstellerseits fehlkonstruierten Verwirbelung des Kühlwassers im Wapu-gehäuse. Auch die Zirkulation des Wasserkreislaufs ist nicht optimal; das hat man dann bei der Heckflosse korrigiert und den Stutzen oben auf die gegenüberliegende Seite des Kühlers verlegt.
    Im Prinzip hat Marc oben alles Machbare beschrieben.
    Habe mir ein Hochleistungskühlernetz besorgt,das sich nicht optisch vom orig. Kühlernetz unterscheidet. Das brachte eine spürbare Verbesserung.
    mfg
    Carl
  • Neu

    Me again:
    Jetzt mal Spaß beiseite:
    Was ich meine, ist, den verbauten Kühler auszubauen, zum Kühlerbauer / -Instandsetzer zu bringen, so dass dieser diesen (im Heizofen oder mit der Flamme) zerlegen kann und danach eben ein neues Netz (das ist das Teil, wo die Fliegen immer drinnen landen, direkt hinter der verchromten Kühlerverkleidung) einzulöten.
    Also der Kühler wird komplett zerlegt, alle Teile gereinigt, und dann mit einem neuen Netz wieder zusammen gelötet. Danach mattschwarz lackiert.
    Ich würde ein Standardnetz verwenden, kein Hochleistungsnetz.
    Wenn die kleinen Lamellen zwischen den Stegen (im Kühlernetz) mit diesen nicht mehr fest verbunden sind, kann die Wärme nicht mehr entsprechend den Vorgaben abgeführt werden.
    Oder mit anderen Worten: auch ein absolut sauberer Kühler (innen sowie außen), der zudem noch optisch super ausschaut, kann technisch am Ende seiner Verwendbarkeit angelangt sein.
    Und dann wird es Deinem Motor eben zu warm, im hochsommerlichen Stau.