Motor- und Zündverkabelung W108 280SE 3.5

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  • Motor- und Zündverkabelung W108 280SE 3.5

    Hallo,

    bin erst seit ein paar Wochen dabei, da ich im Herbst letzten Jahres einen 3.5er gekauft, den ich nun nach und nach restauriere. Ich bin gerade dabei, die gesamte Zündanlage fertig zu verkabeln, und meines Erachtens auch fertig(zu mindestens habe ich alles laut Schaltplan angeschlossen). Bei den ersten Startversuchen heute kam am Verteiler aber trotzdem kein Funke an. Die beiden Vorwiderstände habe ich erneuert, an denen kann es also schonmal nicht liegen, meine Frage war daher, ob ihr wisst, was da noch los sein könnte?
    Meine erste Vermutung ist das Zündsteuergerät oder laut Schaltplan auch "Schaltgerät Transistorzündung" genannt, ob das vielleicht im Eimer ist. Weiss jemand wie man das auf Funktion testen kann? Vielleicht ohne es in einen anderen funktionstüchtigen Wagen einbauen zu müssen?
    Es wäre zudem super, wenn einer ein Bild von der Zündverkabelung aus seinem 3.5er schicken könnte, wenn verfügbar.
    Vielen Dank schonmal!

    Liebe Grüße,
    Marcel
  • Hallo Marcel,
    auch wenn Du erst kurz "dabei" bist, solltest Du Dich im Forum zunächst durch Nutzung der Suchfunktion und Lesen der Freds zum Thema Zündung bei Deiner Baureihe informieren. Das erlaubt Dir auch noch genaueres Fragen. Hinweis: Du wirst sehr schnell auf die Beiträge von Volker stossen, der uns u.a. in Sachen Zündung hier instruiert, wie es läuft. Außerdem praktiziert er als Dr. D-Jet, such mal seine Praxis, da wird Dir schon mal grundsätzlich vorab geholfen.
    Olli

    ..mit DER Lösung kann ich nicht leben, ich will mein Problem zurück.....
    :thumbsup:
  • Moin Olli,
    gebe Dir inhaltlich Recht, aber es ist auch sehr positiv anzumerken, dass Neuling Marcel sowohl Anrede als auch Grußformel verwendet. :thumbup:
    Dies ist leider nicht mehr selbstverständlich, übrigens auch bei einigen Alten Hasen hier, aber aus meiner Sicht ein wichtiges Merkmal vernünftigen Kommunikations-Umganges. Wie man in den Wald hineinruft, ... und so...

    By the way, Du bist auch schon lange genug hier um zu wissen, dass Deine neontürkise Signaturfarbe Augenkrebs verursacht... :cool: ;)

    Grüße,
    Lutz, heute etwas kniggerig
  • Hallo an alle die bis jetzt geantwortet haben,
    vielen Dank für die schnellen und hilfreichen Antworten!

    Den Tipp mit der Suchfunktion nehme ich gerne an, habe auch prompt einen Fred gefunden in dem die Alternative der kontaktlosen Zündung angesprochen wird...
    Ich bin mir ziemlich sicher dass es doch das Steuergerät ist, das im Eimer ist, da ich auf dem Kabel das rein geht meine erwünschte Volt Anzahl zur Verfügung habe, und auf den Kabeln die rausgehen(grün/geld zum ZV, schwarz über den zweiten Widerstand zur ZS) auch durchfluss habe, heisst also, dass das Gerät keinen Strom bzw. kein Signal durchgibt, denn ich bekomme keinen Zündfunken, obwohl die Spule funktioniert.

    Liebe Grüße, Marcel
  • Hallo Marcel,

    Du solltest das Zündschaltgerät (ZSG) vom Germanium Typ haben. Das schaltet Kl. 15 an der Zündspule. Jans Angebot mit dem 4.5 hilft da nicht, denn der schaltet Kl. 1. Es gibt englische Doku von MB im Netz:

    startekinfo.com/StarTek/outsid…e/107/M117_45/075-519.pdf
    startekinfo.com/StarTek/outsid…e/107/M117_45/075-520.pdf

    In den Dokumenten sind alle Transistorschaltgeräte für die kontaktgesteuerte Zündung zu finden. Du musst immer die mit dem Germanium ZSG mit 3 Steckhülsen sehen.
    Viele Schraubergrüße, Dr-DJet Volker



    Fast alles zum 107 SL/SLC: Sternzeit-107 sowie zu D-Jetronic und Zündung aller Hersteller: oldtimer.tips
  • [quote...Jan schreibt, dass sein 4,5er den Motor und ZSG aus einem 107er hat, also wird bei ihm
    auch Klemme 15 geschaltet und ist somit vergleichbar.. ][/quote]

    Genau, der Motor inkl. Zündung stammt aus einem R107 450SL mit M117.982.
    Die Zündsteuergerät wird hier ebenfalls über Kl. 15 (Zündung) geschaltet. Die Klemme 1 vom Zündkontakt gibt hier nur die Info ans
    Steuergerät und Klemme 1 der Zündspule liegt an Masse.

    @Volker: danke auch für die Infos bzgl. der Steuerzeiten der D-Jet und K-Jet Nocken in deinem Forum, hatte noch keine Zeit darauf zu antworten.
  • Hallo Jan,

    wobei ich Dir dann eher das leider recht seltene 0 227 051 013 / 016 ZSG empfohlen hätte. Das schaltet wie original Kl. 1 und so kann man im Falles eines ausgefallenen ZSG mal schnell den Zündkontakt an die Zündspule legen. Beim originalen 280 SE 3.5 und bei Radlaufgerät des 450 SL/C geht das leider nicht.
    Viele Schraubergrüße, Dr-DJet Volker



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  • Hallo,

    vorallem nochmal großes Dankeschön an Christian und Volker, konnte das Problem durch eure Beiträge gut lösen und habe wieder einen funken sowohl am Verteiler als auch an allen Acht Kerzen. Begebe mich jetzt als nächstes an die Benzinversorgung, da im Moment kein Strom an der Pumpe ankommt. Habe dazu aber auch schon einen anderen Beitrag im Forum gesehen, an dem ich mich erstmal orientieren werde. Ansonsten melde ich mich nochmal. Das dauert bei mir nur alles ein bisschen, da ich das alles zum ersten Mal mache.

    Liebe Grüße,
    Marcel

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von MarcB203 ()

  • Hallo nochmal,

    habe mit Hilfe des oben genannten Beitrag das Problem mit der Kraftstoffversorgung lösen können, es ist also ganz einfach meine Benzinpumpe, die nicht mehr geht. Die aktuelle ist noch die Originale. Ich wollte mir daher eine neue zulegen und fragen, welche man als Ersatz für diese einbauen kann? Ich habe die Originale im Internet für rund 600€ gesehen, aber ebenfalls die aus dem 350er R107 für 200€. Daher wollte ich fragen, ob mir jemand sagen kann, ob ich die auch in meinen 3.5er W108 einbauen kann? Das wäre die Bosch Teilenummer 0 580 464 999. Oder welche guten anderen Ersatzpumpen kennt ihr noch die passen?

    Vielen Dank,
    Marcel
  • Hallo Marcel,

    Du brauchst nicht zwingend die originale Pumpe kaufen, es gibt Alternativen dazu, z.B. Pierburg 7.21287.53.0 (UVP 158,42 EUR) oder Bosch 0 580 464 999 (UVP 339,15 EUR). Diese Pumpen passen in Sachen Förderleistung und Druck zu Deiner Einspritzanlage. Ich würde eine dieser beiden Pumpen bevorzugen und definitiv keinen Billignachbau aus Fernost kaufen. Beide Pumpen sind über den Teilegroßhandel kurzfristig lieferbar.

    MfG
    Maik
    "Die weltweite Nachfrage nach Kraftfahrzeugen wird eine Million nicht überschreiten, allein schon aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren"
    (Gottlieb Daimler)
  • Moin,
    ich nehme keine von beiden, die Pierburg ist häßlich, die 999 von Bosch überteuert und mit 4 bar eigentlichzu viel Druck.

    Ich verwende immer die Bosch 0 580 464 021 mit den Anschlussteilen von Mercedes 210 990 03 88 und 123 990 00 53, die Teile sind immer jederzeit lieferbar.

    die 021 ist wie die 999 etwas zu klein für den Halter, bei der 999 ist ein Pass-Stück dabei, ich nehme immer ein Stück dicken Kühlwasserschlauch als Beilage und schneide den so zurecht, daß man ihn nicht sieht.

    Gruß
    Christian
  • Hallo,

    von der 0 580 464 999 rate ich aus den von Christian genannten Gründen auch eher ab. Die liefert zu viel Druck. Ich habe da Bosch Classic auch schon drauf angesprochen. Die hätten eigentlich andere Pumpen zur Verfügung.

    Nichtsdestotrotz, die Pumpe, die Du Marcel im Internet gesehen hast, ist nicht für den 3.5 sondern für den W108-W111 und W113 mit mechanischer Benzineinspritzung. Die Pumpe kostet 600€. Die Frage ist jetzt, welche bei Dir original verbaut ist? Ist es die ganz alte mit 3 Flanschen vorne oder die mit einem Saugflansch vorne und einem Abgangsflansch hinten seitlich?

    Die mit den 3 Flanschen ist schwer zu finden, die mit den 2 gibt es für ca. 200€ zu kaufen. Wenn Du die mit 3 Flanschen verbaut hast, musst Du hinterher bei einer anderen Pumpe die Schläuche ändern. Der Rückfluss vom Überströmventil in den Tank muss dann entfernt und verschlossen werden.
    Viele Schraubergrüße, Dr-DJet Volker



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  • Hallo zusammen,

    @Christian: Ob häßlich oder nicht, dass sehe ich ganz pragmatisch. Die Pierburg ist günstig und durch den Gummimantel außerdem schön leise. Und da das Teil unter dem Auto hängt und zudem noch zum Großteil durch den Blechkasten verdeckt wird, geht für mich Funktion vor Optik. Für Originalos ist das natürlich ein Graus, aber soweit geht meine Liebe zum Original dann doch nicht...
    Natürlich sollte man mit dem Kunden vorher über sowas reden, sofern das Teil nicht für das eigene Auto gedacht ist.

    @Volker: Sollte der Druckregler mit den 4 bar nicht problemlos klar kommen? Ich habe die 999 schon mehrfach eingebaut und die 2bar Systemdruck waren damit immer gewährleistet.
    Ein Ersatzteil mit Kenndaten möglichst nahe am Original ist natürlich das Optimum, aber sollte 1 bar mehr den Druckregler tatsächlich überlasten?

    MfG
    Maik
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    (Gottlieb Daimler)
  • Hallo Maik,

    mit der gleichen Argumentation könnte man auch die K-Jetronic Pumpe mit 5 Bar Systemdruck nehmen. Das eine Bar mehr macht doch nichts. Und natürlich wird der Druckregler das ausregeln, auch bei einer Pumpe für 5 Bar Systemdruck. Wirklich wichtig sind dabei die Drücke, die die Pumpe bei Q=0 l/h macht. Also was ist der Maximaldruck, wenn der Regler schließt und nichts abfließt. Die Druckstöße, die beim Öffnen und Schließen des Druckreglers auftreten, sind bei den moderneren Pumpen viel höher. Die originale D-Jet Pumpe macht nicht mehr als 3 Bar. Und dieser Druckstoß macht dann Stress auf die Membran des Druckreglers und auch auf die Einspritzventile. Auf die Dauer können die dann darunter leiden. Druckregler gibt es noch neu für einen Hunderter zu kaufen, aber Einspritzventile eben fast nicht mehr.

    Deshalb lieber eine Pumpe nehmen, die einen möglichst geringen Druck abliefert. DIe ursprüngliche von Bosch war für 2 Bar Systemdruck ausgelegt und das Überströmventil öffnete bei 3 Bar und ließ dann den Kraftstoff in den Tank zurück fließen.

    Deshalb lieber ein wenig Geld in die möglichst passende Benzinpumpe ausgeben. Die von Christian und mir empfohlene ist für 3 Bar Systemdruck. Warum Bosch ausgerechnet eine für 4 Bar Systemdruck als Ersatz verwendet, ist mir ein Rätsel. Denn sie hätten ja auch eine Nummer kleiner im Repertoire. Bosch Classic hat mir nur darauf geantwortet, dass es MB freigegeben hätte und damit sei es okay. Ich persönlich würde für mich die originale Benzinpumpe instand setzen. Das ist aber eine Schweinearbeit. Die sind nicht dafür gedacht, geöffnet zu werden. Die sind verpresst und man muss die dann mit wohl dosierter Gewalt öffnen. Drückt man zu viel, ist hinterher das Motorgeäuse unrund und wird nicht mehr dicht. Eigentlich sitzt da drin nur ein O-Ring. Selten sind die Kohlen runter.

    Ich habe noch einen Schwung undichter Pumpen mit 3 und 2 Flanschen hier liegen. Wenn ich mal Langeweile habe, will ich die zerlegen, die Magnete entfernen, das Gehäuse neu verzinken lassen und sie dann wieder abdichten. Dann wären sie wie neu und würden wieder Jahrzehnte halten. Ich persönlich finde die mit den 3 Flanschen vorne am schönsten. Leider verstopft da schon mal das Ventil. Dafür geht an den späteren gerne die Kugel im Rückschlagventil verloren. Oft werden sie vorne am Pumpenteil undicht, dann genügt das Ersetzen der beiden O-Ringe. Wenn das Benzin aber zwischen Motor und Pumpenteil heraus kommt, wird sie meistens weg geworfen.

    Werft sie dann einfach mir zu! 8o
    Viele Schraubergrüße, Dr-DJet Volker



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  • Hallo Volker,

    eine K-Jet Pumpe liefert ja mehr als den doppelten Kraftstoffdruck. Und da jeder Druckregler auch gewisse Regel-/Belastungsgrenzen hat, wäre mir die Verwendung einer solchen Pumpe dann doch zu gewagt, aus den von Dir genannten Gründen.
    Deine Erläuterungen haben mich wie immer überzeugt und so werde ich zukünftig die von Dir und Christian empfohlene Ausführung wählen, oder aber eben die Pierburg-Alternative, wenn der Kunde es nicht ganz so ästhetisch perfekt haben möchte und lieber etwas Geld sparen will.

    Viele Grüße und schönen Abend wünscht Maik, der den Anspruch an seine eigene Arbeit oft genug dem Willen des Kunden unterwerfen muss, auch wenn es ihm selber nicht passt ;) .

    MfG
    Maik
    "Die weltweite Nachfrage nach Kraftfahrzeugen wird eine Million nicht überschreiten, allein schon aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren"
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  • Interessante Diskussion.
    Wie ist das eigentlich mit den Benzinpumpen der 220er:
    Sollte man auf Reisen Ersatz (welchen auch immer) mitnehmen oder ist das tendenziell Unsinn, weil grundsätzlich zuverlässig?
    Beim MGB hat so mancher eine Reservepumpe dabei, aus gutem Grund.
    Da könnte man sich doch so eine Pierburg gut in den Kofferraum legen, und sei es nur "for the peace of mind", oder?

    Grüße
    Uli
    "Spaltmaße sind überbewertet."
  • Moin Ulli,

    ich habe die Erfahrung gemacht, das man unterwegs immer von solchen Defekten ereilt wird, mit denen man am wenigsten gerechnet hätte. Bei mir war es z.B. mal eine von jetzt auf gleich zusammen gebrochene Batterie an einem schönen warmen Sommertag. Oder zuletzt ein defekter Sperrschalter am Automaten, weswegen der Wagen partout nicht starten wollte.
    Die Benzinpumpen werden nach meinen Erfahrungen eher langsam undicht, wie kürzlich erst an einem 220SE Ponton, an statt dass die Teile einfach den Betrieb einstellen. Aber auch letzteres wird mal vorkommen.

    Grundsätzlich sind die elektrischen Benzinpumpen an unseren Autos aber sehr solide und langlebig.

    Mit den Teilen von Lucas, Facet oder wer auch immer die Pumpen für die englischen Fahrzeuge produziert hat, ist so eine alte Bosch-Pumpe jedenfalls nicht zu vergleichen.

    MfG
    Maik
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