Einspritzdüsen W123 300D Turbo - Düsenöffnungsdruck -

  • Einspritzdüsen W123 300D Turbo - Düsenöffnungsdruck -

    Hallo Leute,
    da ich mit meinem Problem der schlechten Leistung meines W123 300D Turbo Diesel's nicht weiter gekommen bin, habe ich mich jetzt dazu entschlossen die Einspritzdüsen zu erneuern.
    Der Wagen hat 200.000 km gelaufen und laut Vorbesitzer noch die originalen Einspritzdüsen drinnen. Somit kann ein Austausch nicht schaden und hoffentlich die Leistung des Motors wieder verbessern.

    Ich stehe jetzt nur vor dem Problem, dass ich.....

    1. Nicht genau weiß welchen Typ von Düse ich brauche
    und
    2. Auf welchen Düsenöffnungsdruck die Düsen beim W123 300D TURBO eingestellt werden müssen.

    Bei Ebay bietet einer die Düsen generalüberholt im Austausch an. Er schreibt, dass er den Öffnungsdruck bei 115 bar einstellt.
    Aber in der W123 Database habe ich gefunden, dass ein "Wolfi" empfielt, den Düsenöffnungsdruck beim TURBO auf 145 bar einzustellen.

    Zitat aus der W123 Database:
    "Das Werkstatthandbuch von Mercedes-Benz empfiehlt bei Dieselbetrieb einen Düsenöffnungsdruck von 125 bar bei Saugdieseln. Beim Betrieb mit Pflanzenöl kann der angehoben werden auf bis zu 130-150 bar, dadurch wird das zähere Pöl feiner zerstäubt. Wolfi empfiehlt bei reinem Pölbetrieb 150 bar für die Sauger und bei reinem Dieselbetrieb 145 bar beim Turbo."

    Die Frage ist jetzt, was ist jetzt korrekt. 115 oder 145 bar. Oder was ist die Werkseinstellung beim Turbodiesel?

    Wenn ich jetzt schon neue Düsen verbaue, dann sollen es natürlich auch die richtigen sein und den optimalen Öffnungsdruck haben.

    Ich weiß, dass der W123 300D TURBO (OM 617.952) hier eher eine Rarität ist, aber vielleicht kann ja doch jemand mir hier weiterhelfen.
    Würde mich jedenfalls sehr freuen.

    PS: Habe gehört Monark Düsen sollen die besten sein. Habt ihr auch diese Erfahrung gemacht?

    VG
    Thomas :)
  • Hallo Hannes, vielen vielen Dank für den Link.
    Das WHB ist zwar vom W126, aber ich habe gesehn, dass die für die USA den gleichen Motor wie im W123 300D Turbo verbaut haben. Somit passts dann wieder.

    Laut WHB sollten neue Düsen auf 135 - 143 bar eingestellt werden. Das passt mit der Empfehlung aus der W123 Database von Wolfi überein.

    Nur komisch, dass der Anbieter auf Ebay die Düsen auf 115bar einstellt.

    ebay.de/itm/Einspritzdusen-fur…d8dfff62b86%257Ciid%253A1
  • laut Fahrrzeugliste sollten aber die Düsen für folgende Fahrzeuge passen:

    Mercedes-Benz E-Klasse W124 E 300 D 1993/07-1995/062996 ccm, 100 KW, 136 PS
    Mercedes-Benz Kombi Kombi S123 300 T Turbo D 1980/10-1985/11 2998 ccm, 92 KW, 125 PS

    Und das sind ja beides Turbo Diesel

    Wahrscheinlich ein Fehler in der Ebay Annouce.
  • Die Diesel Einspritzdüsenwelt ist echt kompliziert.

    Laut Werstattbuch soll wohl eine DN 0 SD 240 Düse verbaut werden.
    Diese Düse ist wohl durch eine DN 0 SD 261 ersetzt worden, wenn man so die Angebote aus dem Internet anschaut.
    Dann aber wird von den Kennern die DN 0 SD 265 Düse empfohlen, da marginal besser.

    Aber gilt das alles auch für den Turbo Diesel? Nicht dass mir dann die Düsen nicht in die Düsenhalter passen, oder es wegen dem Turbo Probleme gibt.

    Da soll man noch durchblicken als Hobby Schrauber :S
  • 11100 schrieb:

    Empfehle hierzu den Henzo von dieselsend.de der berät einen gerne, ja und ich bin
    nicht verwandt oder verschwägert.


    Hallo Tommes,

    was sagt das EPC dazu? Du klagst über Leistungsmangel Deines OM. Wurden die Ein- und Auslass-Ventile schon mal eingestellt?
    Gibt es eine aktuelle Kompressionsdruckmessung Deines Motor's? Kannst Du die Werte bitte mal posten.
    Wurden die Steuerzeiten mal geprüft oder die Steuerkette getauscht?
    Zur speziellen Düsenthematik empfehle ich Dir weiterhin den Henzo, der kennt sich sehr gut damit aus. Ausserdem ist der Düsentyp auf
    den Düsen selbst eingelasert. Dazu musst Du aber einen Düsenstock ausbauen und aufmachen.

    Gruß Hannes
  • 11100 schrieb:

    11100 schrieb:

    Empfehle hierzu den Henzo von dieselsend.de der berät einen gerne, ja und ich bin
    nicht verwandt oder verschwägert.


    Hallo Tommes,

    was sagt das EPC dazu? Du klagst über Leistungsmangel Deines OM. Wurden die Ein- und Auslass-Ventile schon mal eingestellt?
    Gibt es eine aktuelle Kompressionsdruckmessung Deines Motor's? Kannst Du die Werte bitte mal posten.
    Wurden die Steuerzeiten mal geprüft oder die Steuerkette getauscht?
    Zur speziellen Düsenthematik empfehle ich Dir weiterhin den Henzo, der kennt sich sehr gut damit aus. Ausserdem ist der Düsentyp auf
    den Düsen selbst eingelasert. Dazu musst Du aber einen Düsenstock ausbauen und aufmachen.

    Gruß Hannes


    Hallo Hannes,
    einen EPC Zugang habe ich leider nicht. Die Ventile hatte ich vor ca. 4 Wochen eingestellt. Da waren tatsächlich 4 Ventile die ich nachstellen musste. Hat aber an der Leistung kaum was geändert.
    Kompression hatte ich noch nicht geprüft. Werde ich aber tun, wenn ich eh die ESD wechsle. Habe dazu so ein billiges China Kompressionstest-Set gekauft. Sollte für meine Anwendunsfall genügen.
    Steuerzeiten wurden nicht geprüft und Kette müsste noch die erste sein. Laufleistung ist 200.000 km. Da sollte die Kette noch nicht zu stark gelängt sein.
    Ich habe mir heute Monark DN0SD261 Düsen bestellt. Werde die dann von meiner Werkstatt auf 135-143 bar (Angaben aus dem WHB) einstellen lassen. Original sollten da 240er drinnen sein.
    Aber bei mercedessource.com werden für den 300D Turbo die 261er verkauft. Das sollten dann so passen.

    Ich frage mich allerdings warum im WHB der Öffnungsdruck der ESD mit 135-143 bar angegeben wird. Wie soll ich jetzt meine Düsen einstellen lassen??? Evtl. der Mittelweg mit 140 bar???
    Ich will nur Diesel von der Tankstelle tanken, kein PÖL. Welcher Druck wäre somit denn der optimale? Ich vermute, dass meine Werkstatt da auch keinen Plan hat.

    VG
    Thomas
  • Hallo Tommes,

    wenn Du weißt wie die Dinger in der Praxis eingestellt werden, bist Du am Ende froh dass alle 5 ESD'S sich in dem angegebenen Range befinden. Wenn Du dann doch nicht froh sein solltest, ist das Ende noch nicht erreicht ;)
    In der Leistung der Maschine wirst Du es überhaupt nicht spüren.
    Gruß Hannes
  • Hallo Thomas,
    Sie hätten auch Schreiben können 139 +-4!
    Wenn du dir die Teile so eines Düsenstocks ansiehst findest du dort die Feder welche für den Öffnungsdruck zuständig ist.
    ​Da selbst bei noch so genauer Fertigung immer kleine Abweichungen von Feder zu Feder auftauchen würde das zu nicht unerheblichen Abweichungen im Öffnungsdruck führen.
    ​Um das auszugleichen gibt es Unterlegscheiben in verschiedenen Stärken(gestuft).
    ​Durch diese Stufung wird beim Austausch der Druck auch immer um mehrere Bar ansteigen.
    ​Theoretisch könnte zwar jede Scheibe so lange kontinuierlich nachgearbeitet werden bis es z.B. auf 1 Bar stimmt, ist aber weder sinnvoll noch notwendig.
    Gruß HaWA
  • Hi HaWa,
    das mit den Plättchen zum Einstellen war mir durchaus bewusst. Da kann man nicht stufenlos einstellen.
    Dennoch muss ich der Werkstatt ja zumindest mal einen Richtwert zum einstellen geben.
    Zwischen 135 und 143 bar ist halt schon ne große Spanne.

    Mich hätte mal mehr interessiert worin der Unterschied liegt, wenn man die Düsen auf 135 oder auf 143 bar einstellt.
    Z.B. in Bezug auf Laufverhalten, Spritverbrauch, Leistung, Qualmentwicklung, Abgase, Nageln usw.

    Mal sehen ob der Werkstatt Spezi, der das einstellen soll sich damit auskennt.

    VG
    Thomas
  • Hallo Thomas,
    ​natürlich den höchsten anstreben, weniger wird es im Betrieb von selber!
    ​Das sollte jemand der sich damit befasst aber wissen.
    ​Auf alles was du anführst hat der Öffnungsdruck eher geringfügigen Einfluss.
    Es sei denn er bewegt sich gegen 0 und der Diesel tropft nur noch in die Kammer.
    ​Der Öffnungsdruck soll ein definiertes Zerstäuben gewährleisten.
    Gruß HaWA
  • Jo, bleib mal locker. Ich bin ja seit März auch Dieselneuling und hab schon als Kind alles auseinandergebaut, was nicht schnell genug weit oben im Schrank lag. Klar, daß ich mir da auch die Einspritzdüsen vorgenommen habe. Also, die Dinger haben gepinkelt, waren total versottet und hatten auf meinem chinesischen 168,-EUR Schätzomat Drücke zwischen 80 und 90 bar. Jetzt habe ich die DNOSD265 von Monark drin, die sprühen feiner, den Druck habe ich -immer noch nach chinesischem Schätzomat- mit dem Scheibchenset von Dieselsend auf irgendwas um 120 eingestellt, aber laufen tut der Diesel immer noch ziemlich stoisch wie vorher, qualmt auch schön und verbraucht zwischen 8,5 und 10 Litern. Nun habe ich mir für den Schätzomaten ein Wika Manometer geholt, das eine Teilung von 5 bar statt wie der Chinese, 20 bar hat und werde gelegentlich mal ans Feintuning gehen. By the way: Die Pinkeldüsen haben sich als prima Glühkerzenvernichter bewährt ;) Fazit: So dolle werden der DÖD und der Düsentyp Deinen Diesel eher nicht beeinflussen. Der ist mit der Dampfmaschine näher verwandt als mit der Taschenuhr, so mein bisheriger Eindruck.
  • Krippenstapel schrieb:

    Jo, bleib mal locker. Ich bin ja seit März auch Dieselneuling und hab schon als Kind alles auseinandergebaut, was nicht schnell genug weit oben im Schrank lag. Klar, daß ich mir da auch die Einspritzdüsen vorgenommen habe. Also, die Dinger haben gepinkelt, waren total versottet und hatten auf meinem chinesischen 168,-EUR Schätzomat Drücke zwischen 80 und 90 bar. Jetzt habe ich die DNOSD265 von Monark drin, die sprühen feiner, den Druck habe ich -immer noch nach chinesischem Schätzomat- mit dem Scheibchenset von Dieselsend auf irgendwas um 120 eingestellt, aber laufen tut der Diesel immer noch ziemlich stoisch wie vorher, qualmt auch schön und verbraucht zwischen 8,5 und 10 Litern. Nun habe ich mir für den Schätzomaten ein Wika Manometer geholt, das eine Teilung von 5 bar statt wie der Chinese, 20 bar hat und werde gelegentlich mal ans Feintuning gehen. By the way: Die Pinkeldüsen haben sich als prima Glühkerzenvernichter bewährt ;) Fazit: So dolle werden der DÖD und der Düsentyp Deinen Diesel eher nicht beeinflussen. Der ist mit der Dampfmaschine näher verwandt als mit der Taschenuhr, so mein bisheriger Eindruck.


    Alles klar. Mal sehen ob die neuen ESD's mehr bringen als bei dir.
    Ich werde berichten.

    VG
    Thomas
  • Düsen bringen nur wenig in Sachen Leistung. Schlechte Düsen bringen immer auch schlechtes Abgas- und Geräuschverhalten mit sich, Blaurauch, Schwarzrauch, Nageln.

    Raucht der Wagen denn unter Volllast? Beim Diesel ist Leistungsverlust eigentlich immer auf fehlende Einspritzmenge zurückzuführen. Der Turbomotor hat ja eine Ladedruckabhängige Anhebung der Einspritzmenge. Dazu ist oben auf der Einspritzpumpe die LDA-Dose angebracht, die mit Ladedruck aus dem Saugrohr beaufschlagt wird. Es wäre zu prüfen, ob hier überhaupt eine dichte Schlauchverbindung zum Saugrohr besteht. Es gibt teilweise ein Überlastschutzventil, welches den anliegenden Ladedruck gezielt wieder ablässt, wenn der Ladedruck zu hoch wird. Vielleicht ist es nicht mehr dicht. Die Dose selbst wird auch sehr gerne undicht. Dann schafft es der Ladedruck nicht mehr, den Stößel zur Einspritzpumpe hin anzuheben und so die Einspritzmenge zu erhöhen. Die Dose selbst kann man zerlegen und mit einem O-Ring neu abdichten.
  • Hi Tobulus,
    der Motor zieht im unteren Drehzahlbereich bis 2000upm sehr schlecht. Besonders wenn der Motor kalt ist hat man das Gefühl, dass nix geht. Also wirklich extrem wenig Leistung.
    Sobald die Drehzahl über 2000upm kommt, schaltet dann der Turbo zu. Dann geht der Motor ohne Probleme und zieht gut.

    Wenn der Motor warmgefahren ist, dann wird auch die Leistung im unteren Drehzahlbereich bis 2000upm besser. Aber noch lange nicht so wie es meiner Meinung nach sein soll.

    Das was du beschreibst hat ja was mit dem Turboloader zu tun. Und wie gesagt, wenn der Turbo zugeschaltet ist (also ab ca 2000upm) gibts keine Probleme.
  • Ach so. Ja, dann würde ich den üblichen Prüfweg gehen: Prüfen, ob das Gasgestänge bei Vollgas an der Einspritzpumpe wirklich auf Vollgas geht. Steuerzeiten der Einspritzpumpe prüfen. Hier den realen Förderbeginn prüfen, der Positionsgeber in der Pumpe kann verstellt sein. Der Einfachheit halber kannst du einfach ein Kunststoffröhrchen mit 3mm Aussendurchmesser in den Druckventilhalter vom 1. Zylinder stecken, dazu muss nur die Einspritzleitung ab. Dann den Motor vorsichtig drehen, sobald die Kraftstoffsäule in der Kunststoffleitung steigt kannst du den ungefähren realen Förderbeginn an der Kurbelwellenriemenscheibe ablesen. Sollte so bei ca. 20 Grad vor OT liegen.

    Wenn beides OK ist macht es Sinn, die Alda-Dose auf der Einspritzpumpe zu verstellen, sodass die Einspritzpumpe ohne Ladedruck mehr Einspritzmenge freigibt. Nicht die Schraube oben auf der Dose verdrehen, dadurch werden die Dosen im Alter häufig undicht. Lieben die Dose abschrauben und einen Kupferdichtring unterlegen (zu Prüfzwecken)