W109 Scheunenfund (26 Jahre Standzeit) Hilfe wird erbeten

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  • Hallo Levin,

    da hast Du Dir aber eine schöne Aufgabe ans Bein gebunden :huh:

    Ich habe das, was Du evtl. noch vor Dir hast, schon hinter mir. Auch ich habe mir als Student einen alten Mercedes (obdachloser Mangeltürer) geangelt und den "nebenher" restauriert. Obwohl es so nicht gedacht war hat sich das Projekt ziemlich genau zehn Jahre hingezogen, und bei der Restauration bin ich vom Hundertsten ins Tausendste gekommen. Die übliche Geschichte halt mit den allseits bekannten Zutaten Selbstüberschätzung, Nicht-hören-wollen und Realitätsverlust, aber auch mit Willen, Ausdauer und Hartnäckigkeit. Und letztendlich mit Erfolg :)

    Anhand der Fotos und Deiner Beschreibungen kann und will ich Dir keine konkrete Empfehlung geben, aber vielleicht kannst Du ein paar meiner Erfahrungen in Deine Entscheidungsfindung miteinbeziehen:
    • Du wirst sehr viel Zeit brauchen. Ich habe 10 Jahre gebraucht; allerdings waren da ein Studienabschluß, die erste eigene Wohnung, der erste Job und viele Wochenenden auf dem Segelflugplatz auch schon noch irgendwie wichtig. Ich will hoffen, dass Dein Studium keine 20 Semester dauert - aber plane über den Abschluß hinaus und denke auch an Auslandssemester und eine evtl. vorhandene Freundin sowie weitere soziale Verpflichtungen. Wenn Du derartige Dinge im Moment im Griff hast, dann überlege, ob das immer so sein wird.
    • Du wirst viel (sehr viel!) Platz benötigen. Ein zerlegtes Auto braucht unglaublich viel Platz: eine normale Garage reicht da bei weitem nicht. Kartons und Tüten werden sich ansammeln und wollen sinnvoll gelagert sein. Ich bin während der Restauration aus der ersten Scheune ´rausgeflogen, weil der Besitzer nicht mehr an eine Fertigstellung geglaubt hat. Ein Umzug mit einem total zerlegten Auto ist nicht witzig; ich hatte das Glück, dass die Rohkarosserie beim Karosseriebauer gewesen ist. Die zweite Garage wurde mir gekündigt, und das hat einen unglaublichen Endspurt eingeläutet (puh, das war stressig).
      Wenn Du eine eigene Scheune oder eine andere trockene (warme?) Unterkunft hast (Miete?), dann ist das ein Riesenvorteil.
    • Du wirst viel Geld ausgeben müssen und einiges davon wirst Du mit dem Buchungssatz "Kasse an Lebenserfahrung" abschreiben müssen. Ersatzteile bei Mutter Mercedes sind in der Regel am übernächsten Tag beim Teileonkel (der Dich dann auch mit Handschlag begrüßen wird) zum Abholen bereit - aber die Ersatzteilpreise steigen mit jedem Jahr teilweise kräftig an. Ich bin sehr froh, dass ich eigentlich kaum noch welche brauche; und ich habe mir mal den Spaß gemacht, die von mir gezahlten Preise mit den aktuellen zu vergleichen <X .
      Es gibt Arbeiten, die ein Fachmann erledigen muß. Das ist in der Regel teuer - aber halt auch gut. Hier im Forum wird man Dir bei konkreten Fragen gute Antworten und Hinweise geben können.
      Aus eigener Erfahrung weiß ich aber auch, dass eine derart lange Restauration den Vorteil hat, dass sich die notwendigen Ausgaben auf ebendiesen langen Zeitraum verteilen. Die Kosten meiner Restauration, die übrigens den Fahrzeugwert (deutlich) überschreiten, könnte und wollte ich nicht auf einen Schlag bezahlen. Eine gute Planung (z.B. im nächsten Jahr die Karosseriearbeiten erledigen zu lassen und bis dahin kräftig Geld anzusparen) sowie eisernes Sparen helfen hierbei weiter. Auch hat es sich als klug erwiesen, Ersatzteile so früh wie möglich zu kaufen; hier ist aber ein wenig Erfahrung wichtig.
    Es gibt natürlich auch tolle Momente in einer Restaurationskarriere - das wird sicher jeder hier bestätigen können.

    Und vielleicht wäre es eine Idee, wenn Du Dich erst einmal mit der Technik Deines Autos beschäftigst: fange mal mit den Achsen an und überhole sie. Das steht früher oder später sowieso auf dem Zettel, und wenn Du je feststellen solltest, dass das Ganze doch nichts für Dich ist, dann hast Du nicht allzu viel Geld ausgeben müssen aber viel Erfahrung gewonnen (und vielleicht kann man die neu aufgebauten Teile ja halbwegs ordentlich verkaufen?). Oder mit der Elektrik von dem Wagen - das kann auch eine prima Winterbeschäftigung sein (siehe Benzheimer Flosskeln 91). Wenn die Karosserie tot sein sollte und Du weiterhin einen W109 haben möchtest, dann bist Du schon mit neuen Achsen und Elektrik durch und musst Dir "nur" noch eine gute Blechkiste angeln...

    Ich bin gespannt, wie es weitergeht - stell´ mal ein paar mehr Bilder ein, wenn Du Deinen Scheunenfund etwas sauber gemacht hast.


    Beste Grüße und viel Erfolg bei Deiner Entscheidung

    Markus
  • Hallo Levin,

    falls Du nun immer noch den Wunsch hegst, den Motor zum laufen zu bringen - ich gehe üblicherweise folgendermaßen vor:
    1: Zündkerzen entfernen, Kriechöl in die Zylinder einsprühen, etwas einwirken lassen, Zylinderkopfhauben abschrauben, Nockenwellen ölen und dann den Motor durchdrehen. Zündkerzen, Öl und Filter erneuern.
    2: Vorlaufleitung und Rücklaufleitung zum Tank abklemmen und auf Durchgang prüfen und reinigen
    3: Benzinpumpe ausbauen und gangbar machen (meist ist der Pumpenkopf festgeharzt)
    4: Benzinschläuche unter dem Luftfilter austauschen, auch die an den Einspritzdüsen (sehr wichtig, da recht hoher Druck ansteht, und durch alte Benzinschläuche viele M116 abfackeln)
    5: Motorkabelbaum prüfen, zumindest die Steckverbindungen reinigen
    6: Einschub am Zündverteiler abschrauben, reinigen und etwas fetten
    7: Einen Wechseltank an der Benzinpumpe anschließen (ich nehme immer einen Tank vom Sportboot), alternativ einen Ersatzkanister mit Vorlauf-/Rücklaufanschluß
    8: Startversuch, dann alle Prüfwerte des Motors und der D-Jet nachmessen (nach Volkers hervorragender D-Jet-Seite)

    Mir persönlich gefällt das "alten Motor zum laufen zu bringen" so sehr, daß mich dies sehr für andere Arbeiten (schweißen) motiviert.
    Wenn Du nicht gleich das ganze Auto zerlegst und einen "neuer als neu" Wagen machen willst (was leider fast alle machen), sondern dich erst einmal mit Reparaturen beschäftigst, kannst Du durchaus viel Spaß haben (ich habe ihn jedenfalls - der Weg ist das Ziel).
    Man kann an den alten Wagen viel selbst machen, wenn es nicht alles gleich perfekt werden muß - einige Teile wie die Luftfederventile sind aber durchaus anspruchsvoll.

    Viel Spaß

    Bernhard
  • Eine wunderbare Geschichte und ganz viele hier können all die Gedanken und die Träume, aus diesem Häufchen Elend wieder einen Traumwagen zu machen, aus eigenem Erleben und Schrauben nachvollziehen.

    Allerdings lehrt die langjährige Erfahrung, dass solche Projekte zu 90 Prozent scheitern und hier sind die Voraussetzungen leider besonders schlecht, weil es sich um ein überdurchschnittlich anspruchsvolles und zu gleich überdurchschnittlich schlechtes Fahrzeug handelt.

    Dennoch, Levin: Behalte Dir die Freude an alten Autos bei! Such' Dir ein realistisches Ziel, das Du zeitlich, fachlich (hier wird Dir geholfen!!!) und finanziell packen kannst. Mit diesen Erfahrungen kannst Du Dich dann irgendwann auch größeren Projekten zuwenden und wer weiß, irgendwann ist's dann vielleicht auch mal ein 109er.

    Weiterhin viel Spaß und stell' mal ein paar Bilder ein, wenn Du mit dem Hochdruckreiniger drüber bist!

    Oliver
  • Hallo Levin,
    auch von mir vollstes Verständnis und "Daumen hoch" für deinen Ehrgeiz. So ein SEL-Schmuckstück steht auch bei meinem Freund und KFZ-Meister auf dem Hof, für ganz wenig Geld mitgenommen. Aber wenn du den mit dem Stapler umsetzen willst, bricht er wohl auseinander. Somit ein reiner Teilespender, ein Rettungsversuch würde alle preislichen Rahmen sprengen. Und mir ist es auch schon zweimal so ergangen, dass selbst vernünftig aussehende Projekte nach dem Zerlegen so marode und verschweisst waren, dass es billiger kam, die auszuschlachten und eine vernünftige Ersatzkarosse zu suchen.
    Gruss Ralf
  • UFF !! Habe schon viel altes Eisen wieder zum laufen gebracht, auch wenn alle gesagt haben das lohnt nicht. Immer auf der suche nach Teilen kann man(n) Schnäppchen machen und Geld sparen.
    Auf der anderen Seite investiere ich aber nur so viel, das ein Verkauf mindestens die Ausgaben abdeckt, ich schraube halt gern.
    Auch bin ich kein Freund von Vollrestauration. Ich mag Oldies mit Gebrauchspuren, mattem Lack, faltigen Sitzen etc. nur technisch top sauber müssen Sie sein. Showgirls und Trailer Queens sind nicht mein Ding.
    War aber nicht deine Frage! Bin auch selber zu neu in dem Thema 109. Klar, nen 300er mit V8 wollte auch ich haben als ich 1983 davor Stand.
    Dein Projekt wäre für mich jedoch dutzende Nummern zu groß und zu kostspielig.
    Die Zeit die du schraubst musst du als Hobby sehen. Teile die du gekauft hast, sind bei einem Abbruch vielleicht schon wieder ein bisschen mehr wert.
    Hast also nichts zu verlieren. Solltest du es lassen, ärgerst du dich jedoch bei jedem 300er der dir begegnet.
    Schlachten geht auch später.

    Hau rein!!
  • Hallo Levin,

    ich habe mit großer Interesse diese Berichte gelesen. Mit meinem 124er bin ich in eine ähnlichen Ausgangslage. Über dieses/mein Auto habe ich mit vielen gesprochen. Viele sind der gleichen Meinung wie hier schon geschrieben. Wenige haben dafür "Verständnis" weil, das ist ziemlich viel Arbeit, Groschengrab, etc. Fakt ist, in ruhe an die Sache rangehen, versuchen nie den Überblick verlieren, schöpferische Pausen einlegen, auch längere. Manchmal ist abstand auch ganz gut.
    Mein Fazit, je mehr sagen das "lohnt sich doch nicht" je mehr denke ich, jetzt erst recht. Es ist im Grunde genommen eine Schande, wenn man alles wegschmeißen sollte, was sich nicht "lohnt". Nartürlich ist das viel Arbeit. Nartürlich kostet das eine menge Geld. Nartürlich Zeit und Nerven kaputte Finger etc. Aber was solls. Es ist für mich, nicht für andere.

    Kopf hoch um mach Dein Ding. Egal wie es ausgeht. Daumendrück.

    Gruß Jörg
  • Hey Leute,

    nachdem ich mich hier erstmal etwas überrumpelt von den ernsten aber wirklich vernünftigen Kommentaren ausgeklinkt habe und eine familiäre Kries überwunden habe, habe ich mir eben nochmal die neuen Beiträge hier angeschaut und will mich hiermit nochmal in aller Form bedanken :)

    Es hat sich in der Zwischenzeit einiges getan, der Wagen ist sauber, ich habe einen Kontkt zu einem ehemaligen Mercedes-Meister, der mir bei dem Projekt zur Seite stehen will, die Luftfederung hat reagiert und einige Untersuchungen am Motor lassen auf einen Startversuch mit Erfolg hoffen.

    Meine Einstellung zu dem Thema hat sich nicht wesentlich geändert, ich bin nach wie vor motiviert, zumindest so weit weiterzumachen, bis der Wagem zerlegt ist und ovh die Schäden richtig beurteilen kann. Finanziell bin ich natürlich ein wenig klamm, allerdings habe ich einen Vertrag für einen HiWi Job auf dem Schreibtisch , mit dem ich zumindest die Garage hier finanzieren kann und ein wenig zurücklegen für Teile etc.

    Bilder des gereinigten Juwels folgen morgen :)

    Ich hätte wirklich nicht mit so einer tollen Gemeinschaft hier gerechnet und bin euch für jeden Tipp und Ratschlag dankbar
  • Hier nun die Bilder nach der Reinigung innen und außen. Der Lack hat sich entgegen der Erwartungen als gar nicht so angegriffen erwiesen (trotzdem klar, dass eine Lackierung unvermeidbar ist, wenn das Projekt zu einem Abschluss gebracht wird). Die Benzinpumpe sah von außen absolut gruselig aus und hat auch nichts von sich gegeben. Als ich sie endlich aufbekommen habe, konnte ich das Teil auch schnell wieder gangbar machen. Jetzt muss ich nur noch die Teile ein wenig entrosten und Ersatz für die spröden Dichtringe finden.

    Meine Untersuchungen am Motor haben ergeben, dass die Einspritzventile reagieren (zumindest das eine, das ich ausgebaut habe), der Motor sich gut per Hand drehen lässt, Zündfunken entstehen und nach dem Durchdrehen mit dem Anlasser bei ausgebauten Zündkerzen Öldruck aufgebaut wurde.

    Wenn ich das nächste Mal zum Wagen fahre, tausche ich mal die Benzinschläuche am Motor aus und lasse (vorausgesetzt, die Pumpe verrichtet ihren Dienst) ein bisschen Sprit durch die Einspritzdüsen laufen, bevor ich einen Startversuch wage. Haltet ihr diese Prozedur für sinnvoll, oder ist noch irgendwas auszusetzen?

    Schönen Tag Euch :)
    Levin
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  • Hallo Levin, der ist ja wie neu 8o Du weist schon das Du da ca im min 4 oder gar 5 stelligen Bereich investieren musst, nur anhand der Bilder geschätzt!?
    Selbst bei einem 123 ziger wenn man den im 3 er Zustand kauft sind schnellmal 3-5 T € futsch, bei Kotflügel neu, Verschleißteile / Gummis / Dichtungen neu / Teillackierung!
    Und bei deinem Wagen , sind deff die Kotflügel fällig, was darunter noch alles zum Vorschein kommt ???

    VG Sebastian
  • Ohne Optimismus geht hier schonmal gar nix!
    :thumbup:

    @Levin: weiter oben hat der Bernhard ein paar Tips zur Motorwiederbelebung gegeben. Wie dort angedeutet solltest Du auch drauf achten, dass Du Dir die mühsam wieder gangbar gemachte Spritpumpe (und alles was danach kommt) nicht gleich wieder durch angesaugten Dreck/Rost aus dem Tank ruinierst. Sauberen Sprit aus gereinigtem oder noch besser separatem Tank/Kanister ansaugen lassen! Und die Rücklaufleitung nicht vergessen...

    Viel Erfolg!

    Gruß
    Lutz
  • Auch ohne einschlägige Erfahrung würde ich hier schätzen, dass es jedenfalls ein fünfstelliger Betrag wird, selbst wenn man über Jahre viel selbst erledigen kann und noch dazu einen Mercedes-Meister an der Hand hat. Das Gute ist ja immerhin - um doch noch etwas Optimismus zu verbreiten - dass ein restaurierter 109er zumindest auch gute Chancen hat, den in Teile und geringe Fremdarbeiten investierten Betrag wieder 'herauszuholen'. Das dürfte bei einem 123er noch schwierig werden. Sieht aber echt nach einem enormen Projekt aus..
  • Ja, ich bin auch immer noch optimistisch auch, wenn es unangebracht ist :D
    Ich glaube, ich kann das nicht so einfach aufgeben, ohne auf die Schnauze zu fliegen. Deshalb mache ich auf jeden Fall noch ein Stück weiter, bis ich auf wirklich unüberwindbare Probleme stoße.

    Den Tank habe ich mir mal mit einer Endoskop-Kamera angeschaut und habe schon ein wenig oberflächlichen Rost entdeckt. Daher würde ich den Sprit auf jeden Fall aus einem Kanister beziehen. Was genau ist bei der Rücklaufleitung zu beachten?
  • Hallo Levin,

    hast Du Dir selber schon eine Meinung gebildet, was das Ganze kosten könnte?
    Hast Du Dir selber schon eine Meinung gebildet, was Du ausgeben möchtest?

    Das sind m.E.n. die essentiellen Fragen, die Du Dir beantworten musst. Das Ganze ist ein Hobby und ist eine Sparbüchse ohne Boden.
    Manch Einer hat ein oder mehrere Pferde, füttert vorne das teure Heu hinein und bekommt hinten die Sch.... wieder raus.
    Wir Durchgeknallten haben halt unsere Autos.

    Optimismus ist gut und wichtig, viel, viel wichtiger ist Durchhaltevermögen, kompetente Unterstützung und jemand der Dich an den Tagen, an denen Du den ganzen Schrott nur in die Presse bringen willst wieder aufbaut. Glaube mir, ich weiß wovon ich rede.

    Mein W109 war von der Karosserie her nicht so eine Grotte wie Deiner, aber für das investierte Geld hätte ich mir eine nicht schlecht ausgestattete und nicht untermotorisierte neue E-Klasse kaufen können. Bei Dir wird es noch teurer. Deswegen meine Eingangsfragen.

    Bei mir hat es 9 Jahre gedauert, bis er wieder auf der Straße war - berufsbedingt waren lange Pausen drinnen - und mal ganz ehrlich: selbst heute bin ich noch nicht fertig. 17 Jahre nach beginn der Aktion, im November 2000.
    Privat- und Berufsleben werden Dir noch so einige Steine in den Weg schmeißen.

    Überleg Dir, was Du willst, Augen zu und durch: es wird ein laaaaanger , dornenreicher Weg und Du wirst den Tag der Entscheidung mehr als einmal verfluchen.

    Grüße und viel, viel Erfolg,
    Marc

    6komma3.de
  • mryotostar schrieb:

    ..., bis ich auf wirklich unüberwindbare Probleme stoße.

    Unüberwindbar ist -rein technisch gesehen- gar nichts an dem Wagen. Da wurden schon ganz andere Wracks erfolgreich wieder auf die Straße gebracht. Meins zum Beispiel. Was aber Grundvoraussetzung dafür ist, wurde ja in diesem Fred nun schon mannigfach zum Besten gegeben.

    mryotostar schrieb:

    Den Tank habe ich mir mal mit einer Endoskop-Kamera angeschaut und habe schon ein wenig oberflächlichen Rost entdeckt. Daher würde ich den Sprit auf jeden Fall aus einem Kanister beziehen. Was genau ist bei der Rücklaufleitung zu beachten?


    Nix Wichtiges. Eigentlich nur, dass sie ebenfalls in den separaten Kanister zurückgeführt wird (sobald nur noch frisches Benzin rauskommt). Du wärst halt nicht der Erste, der sich wundert, warum der Kanister so schnell leer ist, weil er die Rücklaufleitung am Tank angeschlossen ließ...
    Ist mir zwar nicht passiert, aber sowas ähnlich dämliches: alle Spritleitungen erneuert und angeschlossen, nur nicht am Spritfilter vorn am Motor. Und wie ich mich hinten so an der surrenden wie endlich erfolgreich abgedichteten Spritpumpe erfreute, riss mich irgendwann das Sturzbachgeplätscher aus/unter dem Motorraum aus dem verzückten Innehalten. Meine Herren, da konnte ich mir auf dem Werkstattboden wortwörtlich ein Bild davon machen, was so eine Pumpe in der Minute fördert... 8| :pinch:

    Anekdotierte Grüße,
    Lutz
  • Ich habe grob 40 Tausend geschätzt, wobei das natürlich eine Summe ist, die ich aktuell niemals stemmen könnte. Gerade deshalb ist es auch absolut klar, dass es ein langwieriges Unterfangen wird.

    Ich kann natürlich nicht sicher sagen, dass ich es nicht bereuen werde, aber von meinem jetzigen Standpunkt aus weiß ich ganz genau, dass mir der Wagen das Geld wert wäre. Leicht gesagt, wenn man die Moneten noch gar nicht hat, aber ich wüsste nicht, was ich mir mehr wünschen würde. Mittlerweile habe ich mich auch zugegebenermaßen schon darauf eingeschossen, dass es genau dieser sein soll. Ich will das einfach so gerne schaffen, den wieder hinzukriegen.

    Gut möglich, dass ich viel Geld versenke und letztlich doch zur Einsicht gelangen muss, dass es nichts wird. Ich habe nur das Gefühl, dass ich mich sonst immer fragen würde, wie ich diese Gelegenheit nicht ergreifen konnte.
  • mryotostar schrieb:

    Ich habe grob 40 Tausend geschätzt, wobei das natürlich eine Summe ist, die ich aktuell niemals stemmen könnte. ...


    In ca. 6-12 Monaten wirst Du diese Summe doppelt so hoch schätzen und bis Du fertig bist ... leider weiß ich wovon ich rede.

    @ all die anderen alten Säcke hier :) : Ihr wart doch auch mal 18 und vielleicht Student, manche haben auch Kinder in diesem Alter (oder gehabt wie ich): wie kann man hier guten Gewissens einem 18-jährigen raten, so ein Projekt fortzuführen, wo schon die Frontlampe wg. Rost rausfällt?

    Ich wünsche Dir viel Weisheit und vielleicht jemanden, der MIT Dir das Auto ansieht, drumrum geht und eine Zahl nach der anderen fallen läßt.

    Thomas
  • Hallo Thomas,

    wie kann man hier guten Gewissens einem 18-jährigen raten, so ein Projekt fortzuführen, wo schon die Frontlampe wg. Rost rausfällt?

    Hier ist genug gesagt / geschrieben worden.
    Eigentlich wollte ich mich nicht an finanziellen Spekulationen beteiligen, aber auch mir stellt sich die Frage, ob die Aktion am Ende aller Tage noch im 5-stelligen Bereich liegt.

    Die Preisentwicklung seit 2009, als ich weitestgehend fertig war, ist enorm und wird sicherlich nicht besser.
    Als ich 2001 angefangen hatte mir die notwendigen Ersatzteile rauszusuchen, gab es erstens noch alles, und zweitens zu 50% der Preise, die dann ab 2007 abdrücken durfte.
    Im Einzelfall lag die Preissteigerung von einem Jahr auf das nächste beim Faktor 3!
    Die ET-Verfügbarkeit ist nicht besser geworden und die Preise sind nicht gesunken.

    Deswegen auch meine Hinweis, Levin muss sich entscheiden was er will.
    Es gibt hier nicht nur eine zur Vorsicht mahnende Stimme.

    Sternengrüße,
    Marc

    6komma3.de

    P.S. Wie kann man eigentlich so schön ein Zitat einfügen? Ich hab's jedenfalls nicht geschafft :(