W180/220S Hydrak - Schaltwege verlängern

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  • W180/220S Hydrak - Schaltwege verlängern

    Hallo,

    ich habe eine Hydrak-Schaltung bzw. Kupplung muss man ja eigentlich sagen.

    ​Für meinen Geschmack liegt der 1. und 3. Gang bzgl. Schaltweg viel zu eng beieinander und ich würde ihn gerne
    ​vergrößern. 2. und 4. Gang lassen sich gut unterscheiden. In der Hektik im Verkehr finde ich manchmal den 1. Gang nicht
    ​und fahr dann mit 2. los, was super machbar ist mir der Hydrakkupplung.

    ​Wie kann ich aber den Schaltweg zwischen 1. und 3. Gang verlängern, so dass diese wieder besser unterscheidbar sind?

    ​Vielen Dank für Eure Anregungen vorab!

    Michael
    Die Farbe ist egal, Hauptsache Schwarz.
  • W180/220S Hydrak - Schaltwege verlängern

    Hallo,

    ich habe mir heute den Schaltmechanismus am Lenkrad angesehen.
    Laut Teilekatalog gibt es eine Führungshülse 67a für Hydrak

    Ich verstehe das so, das diese Hülse die beiden Führungsringe 67 ersetzt.
    Korrekt?

    Wie ist dann mit den Teilen 68 und 69 zu verfahren?
    ​Sind die dann in der Hydrak-Variante nicht verbaut?

    ​Die fehlen nämlich bei mir und das ist auf der Zeichnung nicht eindeutig für mich.

    Viele Grüße
    Michael
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    • SchaltHebel.png

      4,68 kB, 237×438, 44 mal angesehen
    Die Farbe ist egal, Hauptsache Schwarz.
  • Hallo Michael,

    eines vorweg: mein Ponton hat eine "normale" Kupplung und die Hydrakwelt ist folglich nicht gerade mein Spezialgebiet...

    Der Führungszapfen könnte aber in der Tat für deine Probleme mit dem Unterscheiden des 1. und 3. Ganges in Frage kommen, evtl. auch für die Probleme beim Einlegen des Rückwärtsganges. Du bist also wahrscheinlich auf dem richtigen Weg!

    Ich erinnere mich an ein ähnlich gelagertes Problem an meinem 180er vor etwa 5 Jahren, wobei das Treffen des 3. Ganges beim Hochschalten aus dem 2. Gang fast unmöglich war. Man musste immer zuerst den 4. Gang anpeilen und konnte dann von dort aus zurück in den 3. finden.

    Damals konnte ich den Fehler an der oberen Lagerung des Führungszapfens lokalisieren. Von den beiden Gummiringe (Teile 67) war nur noch ein einziger in stark abgenutztem Zustand vorhanden, wodurch der Zapfen unqualifizierte Freiheitsgrade erhielt. Nach dem Austausch der Gummis ergab sich eine vorbildlich exakte Schaltung, wie ich sie zuvor nie gekannt hatte. Das Getriebe lässt sich heute auch im Stehen (bei "normaler" ausgerückter Kupplung auch bei abgestelltem Motor) problemlos durch alle Gänge schalten. Lediglich der Rückwärtsgang beschwert sich bisweilen beim Einlegen, wenn der Wagen auf stärkerem Gefälle am Berg steht... Damit kann man aber mit etwas Gefühl gut umgehen.
    Wichtige Teile sind normalerweise aber auch die Nr. 68 und 69 (Ausgleichsscheibe und Sicherung). Ohne die Sicherung hält der Führungszapfen nicht in seiner Position. Inwieweit das Teil 67a die von dir nicht vorgefundenen Teile bei der Hydrakversion konstruktiv ersetzt, kann ich allerdings auch nicht sagen.
    Eines ist jedoch sicher: Der Führungszapfen muss oben (in Richtung Lenkrad) einen strammen Sitz haben, sonst führt das höchstwahrscheinlich zu den von dir beschrieben Symptomen!

    Viel Erfolg und viele Grüße vom Schwedenponton :thumbup: ,

    Jürgen
  • Hallo Jürgen,

    vielen Dank für Deine Schilderung!

    Sind die Führungsringe aus Gummi?
    Bei Niemöller sehen die aus wie aus Plastik.

    ​Die Führungshülse ist so lang, da passen keine Führungsringe mehr rein.
    ​Die Gummis sind vermutlich da, den Führungszapfen in seine Ausgangslage zu rücken und damit hat man
    ​vermutlich auch einen größeren Schaltweg zwischen 1 und 3, bzw. 2 und 4.

    ​Macht Sinn.

    ​Auf den Abbildungen die ich kenne hat die Führungshülse auch einen Kragen.
    ​Das hat meine nicht. Die ist glatt. Kann natürlich eine Nachgefertigte sein.

    ​Ich werde mal 67a, 68 und 69, also Hülse, Scheibe und Sicherung neu nachbestellen.
    Mal sehen was sich dann tut.

    Vielen Dank für die Tipps!
    Grüße
    Michael
    Die Farbe ist egal, Hauptsache Schwarz.
  • Hallo Michael,

    ich bin mir ziemlich sicher, dass die beiden Teile Nr. 67, die ich vor fünf Jahren eingebaut habe, aus relativ hartem Gummi gefertigt waren. Sie waren damals, genau wie die anderen Teile, direkt bei Daimler für ein paar Cent innerhalb von 24 Stunden erhältlich. Die online-Teilesuche von Daimler bemühe ich immer zuerst, bevor ich woanders suche. Nichts geht über Originalteile und ich wundere mich immer wieder, was für unsere über fünfzig Jahre alten Kisten noch alles an Kleinteilen lieferbar ist.

    Nach meinem Verständnis haben die Gummis Nr. 67 zusammen mit der Ausgleichsscheibe und der Sicherung die Aufgabe, den Führungszapfen gedämpft, aber ohne Spiel, in seiner Position im Mantelrohrgehäuse zu halten. Axial darf sich der Führungszapfen nicht bewegen, eine gewisse Drehung muss natürlich möglich sein. Der Zapfen selbst dient als obere Lagerung für das Schaltrohr und als Stütze für die Kugel am Schalthebel.
    Sobald sich der Führungszapfen auf Grund eines Fehlers axial verschiebt, werden die Gangwechsel zwischen den 3 Ebenen 1-2 bzw. 3-4 und R nicht mehr exakt möglich sein. So ist es jedenfalls bei "normalen" Pontons. Beim Hydrak betätigt der Schalthebel (A propos Schalthebel: Die Kunststoffhülse unter Chrommutter verschleißt mit der Zeit auch. Wenn du also schon teile bestellst...) ja noch einen Schalter. Wie und wo weiß ich nicht, es könnte aber mit dem Führungszapfen und dem Teil 67a zusammenhängen. Kläre das doch erst einmal, bevor du am Ende Teile bestellst, die bei deinem Hydrak-Ponton gar nicht passen...
    Im den normalen Werkstatthandbüchern zu den W121/W120/W128ern findet sich eigentlich alles Wissenswerte zur normalen Schaltmechanik. Zum Hydrak speziell habe ich auch keine Unterlagen.

    V G v Schwedenponton :thumbup: ,

    Jürgen
  • Hallo Jürgen,

    vielen Dank.

    Bei der Führungshülse (67a) steht explizit Hydrak in der Teileliste dabei.
    ​Da zu wenig Platz ist für die beiden Führungsringe gehe ich davon aus, das 67a die beiden Führungsringe 67 ersetzt, denn bei 67 steht nicht Hydrak.

    ​Allerdings wäre oberhalb der Hülse eine kleine Eindrehung im Führungsstift.
    ​Es sieht so aus, als wäre da noch Platz für die Ausgleichsscheibe 69 und die Eindrehung scheint für den Sicherungsring zu sein. Bei 68 und 69 steht nicht Hydrak dabei, allerdings gibt es auch kein 68 a oder 69 a.

    ​Deshalb meine Schlussfolgerung, das ich 67a, 68 und 69 brauche.

    ​67a würde ich neu bestellen, da meine Hülse anders aussieht wie die im Online Katalog.

    Und soviel Geld mache ich da nicht kaputt. Wenn es falsch sein sollte und ich weiß dann auch wie das Original aussieht.

    Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort!

    Viele Grüße

    Michael
    Die Farbe ist egal, Hauptsache Schwarz.
  • Hallo an alle Hyrak Interessierten!

    Dieses Forum ist ja echt hoch Aktiv, Wahnsinn. Sehr schön!
    Anbei die Bilder der Hydrak-Teile, die im Schaltrohr oben an der Lenkradschaltung verbaut werden müssen.

    Links das ominöse Teil 67a (180 268 0038), daneben die 67 (111 997 0540) und nochmal daneben die beiden Teile zusammengesteckt.

    Entgegen meiner Annahme ersetz also 67a nicht die 67, sondern man braucht wohl beide.
    Da man zwei Gummis (67) benötigt, wird man wohl auch 2 Hülsen (67a) benötigen und ich gehe davon aus, dass man die so zusammen stecken muss wir rechts auf dem Bild sichtbar.

    Seltsamerweise ist auf der Explosionszeichnung nur eine Hülse zu sehen.
    Im Teilekatalog werden aber auch 2 als benötigt gelistet.

    Warum man die Hülsen bei der Hydrak-Schaltung benötigt kann ich nur mutmaßen.
    Meine Vermutung ist, dass der Führungszapfen (180 268 0439, speziell für Hydrak gelistet) einen kleineren Durchmesser besitzt als bei der manuellen Schaltung (180 268 0139 für manuelle Schaltung) und deshalb die Führungshülsen in die Führungsringe eingesetzt werden müssen.

    Die Führunghülsen (67a) haben übrigens eine geringere Höhe als die Führungsringe (67) dick sind. D.h. die Ringe können während des Schaltvorgangs zusammengepresst werden, ohne dass die Hülse Schaden nimmt oder gequetscht werden kann.

    Ich habe die Teile noch nicht eingebaut und werde wieder berichten, wenn sie drin sind.

    Viele Grüße
    und vielen Dank für Eure Geduld!

    Michael
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    • SchalthebelTeile.jpg

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    Die Farbe ist egal, Hauptsache Schwarz.
  • Hallo,

    so ich habe die Teile jetzt eingebaut.
    Allerdings bringe ich nicht ums verrecken 2 Gummis rein, sondern immer nur einen.

    Wenn ich zwei einlege, schaffe ich es nicht mehr den obern Sicherungsring einzulegen. Egal wie stark ich versuche den Schaltbolzen nach oben zu drücken. Da fehlen besimmt 2 mm.

    Habt ihr da wirklich 2 Gummis drin?

    Ein Gummi ist ja quasi nich sichtbar unten eingelegt.

    Hat ihr tatsächlich noch einen zweiten Gummi, der dann sichbar ist, wenn man hinter die Schaltmanschette sieht?

    Viele Grüße
    Michael
    Die Farbe ist egal, Hauptsache Schwarz.
  • Hallo Michael,

    einen Gummiring direkt auf den Führungszapfen stecken, dann den Führungszapfen in die Führung am Mantelrohr nach oben schieben, jetzt den zweiten Gummiring oben auf das durchgesteckte Ende des Führungszapfens aufsetzen. Beim "normalen" Ponton kommt nun zusätzlich noch eine Ausgleichsscheibe drauf und schließlich der Sicherungsring... Ergebnis: Ein axial spielfrei fixierter Führungszapfen, der sich aber noch leicht drehen lässt! Wenn man bei eingebauten Teilen hinter die Manschette schaut, kann man von den Gummiringen naturgemäß gar nichts sehen. Vielleicht ist aber beim Hydrak richtig so, dass oben kein Gummiring hingehört. Trotzdem sollte sich der Führungszapfen nicht axial bewegen können.

    V G v Schwedenponton :thumbup: ,

    Jürgen
  • Guten Morgen Jürgen,

    ​ein Aha Effekt stellt sich bei mir ein.
    ​Dann liegt aber der Sicherung oben nur auf und ist nicht in dem Loch versenkt.
    ​In Theorie kann die rausrutschen, oder?

    Muss ich mir heute noch mal ansehen.

    Für den Ausbau des Führungszapfens muss ich bei Hydrak übrigens erst ein Kabel am Schalthebel abgelötet werden.
    Dann muss man das Kabel durch den Führungszapfen ins Schaltrohr ziehen und erst dann kann man den Führungszapfen um 180° drehen um die Sicherung entfernen zu können.

    ​Oder geht das auch anders?


    ​Also Lötkolben wieder anschmeißen und ran!

    Vielen Dank.





    Die Farbe ist egal, Hauptsache Schwarz.
  • Noch eine Verständnisfrage:

    ​Die Feder die den Führungszapfen nach oben drückt, ist dann eigentlich nur für die Montage, bzw.
    ​Falls der obere Gummi etwas nachlässt kann die Feder von unten etwas nachhelfen.

    ​Bei mir hat der obere Gummi scheinbar seit ich den Wagen besitzt gefehlt.
    ​Wer lesen kann ist klar im Vorteil.
    ​Ist ja im Punkt 8 im Werkstatthandbuch beschrieben.
    ​Again what learned!

    ​Ich habe das Ding eben so zusammengebaut wie es eingebaut war, nämlich falsch :).

    Und noch zwei Fragen:

    Im Werkstatthandbuch ist unter 26-11/1 im Punkt 2 beschrieben:

    ​"Ober Klemmschraube der Lenkungskupplung lösen und herausnehmen".

    ​Es ist aber keine Bildnummer angegeben und mir ist nicht klar das mit Lenkungskupplung und der Klemmschraube
    gemeint ist. Wo befindet sich diese Klemmschraube und die Lenkungskupplung.

    ​Dann noch eine Frage zur Madenschraub unten:
    ​Drückt die Madenschaube direkt aufs Ring-Rillenlager an der Lenkstange oder greift sie etwas oberhalb an, damit das Ring-Rillenlager nicht rausrutschen kann?


    Vielen Dank
    ​Michael
    Die Farbe ist egal, Hauptsache Schwarz.
  • Hallo Michael,

    kann sein, dass es ohne Lötkolben wirklich nicht geht. Die elektrische Leitung ist ja eine Hydrak-Spezialität, die bei der "normalen" Schaltung entfällt.

    Was mir noch eingefallen ist: Steckt eventuell noch ein alter Gummiring in der Führungsbohrung des Mantellrohres fest und du siehst deshalb dein neues Gummi unten rausschauen? Dann würdest du in der Summe mit drei Gummis kämpfen und hättest natürlich keine Chance...
    Normal ist nach meinem Verständnis ein Gummi unten und ein Gummi oben, damit die Lagerung Zapfens desbeiderseits gedämpft ist.
    Die Sicherung kann oben nicht herausfallen, da sie bei 180° gedrehtem Führungszapfen aufgesetzt wird. Danach wird der Zapfen samt Sicherung ja wieder um 180° zurückgedreht, wodurch diese einen Gegenhalt bekommt und nicht mehr seitlich entweichen kann. Genau deshalb muss der Zapfen überhaupt gedreht werden - so habe ich es jedenfalls in Erinnerung nach fast fünf Jahren...

    Die Feder hat die Aufgabe, eine Kraft nach unten auf die Schaltstange auszuüben. Falls die Lager des Führungszapfen Spiel hätte, würde sie den Zapfen natürlich auch nach oben drücken.

    Die besagte Klemmschraube der Lenkungskupplung sitzt direkt oberhalb der Hardyscheibe, also nicht weit weg vom Lenkgetriebe. Sie hält die Lenkspindel, die du ja nach oben Richtung Fahrerraum entnehmen musst, um an die Zapfenlagerung heranzukommen. Zweckmäßig ist es, eine Markierung an der Verzahnung anzubringen - damit das Lenkrad hernach ohne Probieren wieder gerade steht.
    Die Madenschraube gibt es an meinem Ponton nicht. Ab der Ausführung mit Prallplatte am Lenkrad ist diese zugunsten eines Seegerrings entfallen. Ich gehe nach normalen Verständnis für die Mechanik von Wälzlagern davon aus, dass die Madenschraube oberhalb des Rillenlages eingreift und nicht punktuell seitlich dagegen drückt! Es geht nur darum, eine axiale Bewegung des Rillenlagers zu verhindern.

    V G v Schwedenponton :thumbup: ,

    Jürgen
  • Hallo Jürgen,

    ​vielen Dank für Dein immer sehr ausführlichen Antworten.
    ​Damit kann man wirklich was anfangen!

    ​Nein, da ist kein alter Gummi drin.

    Der "Ur-Zustand" war folgender:
    ​Unten schwarzer Gummi, oben nix!

    ​Jetzt habe ich unten und oben neue Gummis drin.
    ​Die sind übrigens halbtransparent weiß und dem Gefühl nach etwas härter als der alte schwarze Gummi der drin war.
    ​Die obere Distanzscheibe bringe ich nicht mehr rein, aber mit den Distanzhülsen drückt die Sicherung auch nicht direkt auf den Gummi sondern auf den oberen Hülsenring.

    ​Und jetzt sitzt alles stramm.
    Allerdings bringe ich jetzt den 3. und 4. Gang nicht mehr rein :)
    ​Aber im Schaltungseinstellen bin ich glaube ich mittlerweile geübt!
    ​Das mache ich - jetzt mit 2 Gummis :) - bestimmt zum 10. mal :)

    ​Ich träume schon vom Schaltmechanismus.

    ​Rückwärtsgang rasselt immer noch, aber war zu erwarten.
    ​Das muss die Kupplung sein, wie Ihr ja auch schon treffsicher angemerkt habt.



    ​Dieser Wagen ist echtes ein Vabanque-Spiel mit dem Leben gewesen.
    ​Den Wagen habe ich beim Kauf abgeholt und zu Hause angekommen (300km!), haben die Räder geklappert.
    ​Alle Räder locker !!!

    Also nachziehen.

    ​Die Klemmschraube an der Lenkungskupplung - jetzt weiß ich auch was damit gemeint ist - war nicht fest.
    ​Die Madenschraube oben am Lenkrad lag im Schaltrohr oben rum.

    ​Das heißt, das Lenkrad konnte man nach oben einfach abziehen!

    Krass, was die Leute so übergeben.

    Naja, nix passiert.

    Jetzt also wieder ans Schaltung einstellen machen :)

    Vielen Dank und viele Grüße
    ​Michael

    Die Farbe ist egal, Hauptsache Schwarz.