Anfänger braucht noch einmal Rat

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  • Anfänger braucht noch einmal Rat

    Moin,

    der ein oder andere mag meinen anderen Beitrag schon gelesen haben, aber hier noch mal eine kurze Zusammenfassung:
    Ich habe einen W115 200D in kläglichem Zustand, den ich gerne irgendwann wieder fit bekommen würde. Ich bin ganz fit mit Motorrädern und habe eine kleine Hobby-Werkstatt. Da ich Student bin ist es leider finanziell mäßig bestellt, meine Motivation ist aber eh so viel wie möglich selbst zu machen, des Lernens wegen.



    Ich muss mir nun leider eingestehen, mich doch etwas überschätzt zu haben. Die Meinung hier im Forum war gespalten, manche haben mir empfohlen das Auto aufzugeben. Darum geht es mir aber hier nicht, ich möchte es zumindest versuchen. Und wenn erstmal nichts geschieht in nächster Zeit wäre das traurig, aber auch kein Untergang.

    Zu meinem Problem: Mir fehlt das Fachwissen. Bis jetzt habe ich zerlegt, freigeschliffen, einen Überblick verschafft. Aber mangels Erfahrung weiß ich gar nicht wie ich beginnen soll, ich habe keinen richtigen Plan. Meine Frage ist daher, ob ihr mir in der Hinsicht etwas empfehlen könnt?
    Bestimmte Bücher, irgendwas. Was haltet ihr von Restaurations-Lehrgängen? (außer das sie ziemlich teuer sind? :D ) Wie habt ihr das Restaurieren gelernt?

    Außerdem fehlt mir noch ein Schweißgerät. Es soll ein Schutzgasgerät sein, habe gerade ein konkretes ins Auge gefasst und würde mich freuen, wenn ihr mir eure Meinung dazu sagen könntet:
    https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/schweissgleichrichter-rgsa-315-zis-415-mit-drahtvorschub-kjellberg/361443590-84-2420

    Freue mich über Antworten,
    Johannes

    P.S: Hier noch mal der Link zu meinem Album
  • Johannes200 schrieb:

    Moin,
    ...
    Ich muss mir nun leider eingestehen, mich doch etwas überschätzt zu haben. ...

    Johannes


    Hallo Johannes,

    Hut ab, Einsicht ist der erste Weg zur Besserung. Ich war zwar so ziemlich der Einzige, der Dir abgeraten hat, die Hardcore-Schrauber tun sich da einfacher mit Motivation. Ich war auch 'mal Student und habe die letzten 15 Jahre im Oldtimer-Bereich viel gelernt, würde mich aber an so ein Projekt nicht rantrauen.

    Aber mein Hauptargument ist Deine finanzielle Situation: Auch wenn Du alles selbst machen kannst, brauchst Du für die Teile trotzdem noch "serious money". Und das für ein, sagen wir mal, "nicht so wertvolles" Auto. Somit hast Du das Geld nicht und siehst es auch nicht wieder.

    Mein Vorschlag (soll ja konstruktiv sein): Verkauf' das Ding, leih' Dir von der Oma 2.000 Euro und suche einen Zustand 3-4 W115, der zumindest noch 1-2 Jahre TÜV hat; da ist garantiert auch viel zu machen, somit hast Du auch Deinen Lerneffekt. Egal ob Karosse, Elektrik oder Innenausstattung.

    Ich hab' zwar keinen Sohn, sondern nur 3 erwachsene Töchter ... aber wenn die einen Oldtimer kaufen wollten, würde ich es Ihnen genauso empfehlen (die warten aber nur darauf, daß der Alte in den Sarg steigt, um meine zu erben) :)

    Beste Grüße und viel Erfolg mit dem Projekt
    Thomas
  • Hi Johannes.
    Ich persönlich habe es mit learning by doing versucht und es hat funktioniert, ich habe aber auch Metaller gelernt.
    Zwecks Schutzgas: warum soll es so ein dickes Teil sein? Wenn du das Schweißgerät nur zum Blech schweißen brauchst, brauchst du sicher keine 315 Ampere. Mein erstes Teil war ein günstiges von Elektra Bekum und es hat mich fast 20 Jahre begeitet.
    Ich hätte auch etwas Bedenken wegen Teileversorgung usw.
    Was hast du denn konkret für Probleme? Blech? Technik?

    Grüße.
    Bart
  • @T-Modell:

    Danke für deine Antwort. Ich habe darüber nachgedacht, ja. Aber wie gesagt, ich möchte mich jetzt noch nicht geschlagen geben, ohne richtig angefangen zu haben. Zu den Finanzen: Da hast du sicherlich Recht. Aber ich erhebe erstens nicht den Anspruch auf eine perfekte Vollrestauration, erstmal würde mir TÜV genügen (Auch das wird nicht günstig). Ansonsten sehe ich das so, dass bei fehlendem Geld halt nichts geschieht, schaden tut es mir aber auch nicht.

    @Bart:

    Danke auch dir. Ja, ich habe leider nichts mit Metall gelernt, aber learning by doing wäre jetzt auch so mein Ansatz gewesen :D Aber pfuschen möchte ich auch nicht.
    Zum Schweißgerät: Ja, schon ein ziemlicher Kasten. Habe das selbe Teil nur mit anderem Drahtvorschub für 240 in Aussicht, dafür bekomme ich wohl kein Elektra Beckum. Habe mir gedacht, dass das Gerät besser sein wird als ein gleichpreisiges aus dem Baumarkt. Oder sagst du lieber Finger weg?

    Ich weiß halt nicht wie ich es angehen soll: Schweller, Radläufe, Bodenblech müssen schon mal geschweißt werden. Wahrscheihlich wäre es sinvoll erstmal ins Schweißen reinzukommen, dann klären sich vielleicht ein paar Fragen.
  • P.S: Ach ja, und weil es in der Nähe steht.

    Ich glaube mein Problem ist hauptsächlich die Karosseriearbeit. Ich würde mir zutrauen Motor, Elektronik, Fahrwerk usw. zu machen. Aber wenn es dann daran geht ein neues Blech einzusetzen, bin ich mangels Erfahrung wohl überfragt. Ich will da dann ja auch nicht irgendwas hinbrutzeln, der TÜV muss das ja auch gutheißen.
  • Also auf ein Baumarkt-Gerät würde ich eher verzichten, aber ich glaube es gibt schon günstige über Online-Shops.
    H-Kennzeichen kannst du wahrscheinlich in absehbarer Zeit vergessen.
    Und zwecks Schweißen: ich glaube du bräuchtest schon einen Metaller, der dir zumindest mal die grundlegenden Sachen zeigt, sonst hast du echt ein Problem. Bodenbleche und Radläufe sind eine Sache aber die Schweller sollten schon fachgerecht gemacht werden.
  • Ich wohne in Halle... Habe schon einige Vereine für Trabant und Wartburg gesehen, aber nichts allgemeines oder gar Mercedes.
    Naja, vielleicht ist man da auch willkommen.

    Wohne auch noch nicht lange hier, hatte gehofft auf Gleichgesinnte zu treffen. In meinem Alter (bin 19) scheint es aber nicht so viele zu geben, ich kenne zumindest noch niemanden.

    Die Idee ist aber gut, das hatte ich komischerweise noch nicht so auf dem Schirm
  • Hallo,
    ich denke Du brauchst einen Mentor vor Ort. Hier im Forum kann man das Auto nicht live sehen und beurteilen und dann kriegst Du von sofort machen bis wegschmeissen 50 verschiedene Meinungen, mich würd das irre machen.
    Es ist alles kein Hexenwerk und grad wenn man Zeit und Motivation hat und in der Perfektion Abstriche machen kann ist ne Menge in Richtung Machbarkeit rauszuholen. Aber ein bisschen Überblick und Knowhow für die einzelnen Arbeitsschritte braucht man schon. Wenn son Aufstrebender hier in meiner Nähe so ein Projekt hätte hätt ich schon Lust drauf mit der Erfahrung zu helfen. Vielleicht findest Du so einen ja auch.
    Zu der Frage mit dem Schweissen/ Reparieren lernen: Ich hab immerhin ne Kfz Ausbildung gemacht, aber das war die Zeit wo jede Rosthütte für den geöffneten Osten hingeschustert wurde. Da wurde tapeziert statt ordentlich repariert. An /8ern zu schweissen hab ich Anfang der 90er begonnen, da gabs TÜV fällige für ein paar Hundert Mark und so hab ich die dann übern TÜV gebraten und sicherlich auch viel Murks gemacht. Aber da gings ja auch nicht ums ewige Leben. Ne Idee von der Karosseriestruktur gekriegt hab ich dann bei meinem Leichenwagen den ich 95 gekriegt habe (und jetzt das zweite mal mache). Da gabs nichts mehr zu tapezieren, vieles mußte komplett neu. Und so hab ich mich über die Jahre durch viele Karren durchgebissen und immer was dazu gelernt.
    Mit dem ganzen im Rücken würd mir Dein Projekt nicht so viel Respekt einflößen. Aber wie gesagt, wenn Du da ziemlich am Anfang stehst würde ich mir Hilfe vor Ort organisieren.
    Gruß Tobias
  • Moin Tobias,
    du hast Recht, wenn ich jemanden hätte der sich die Karre mal in Echt ansieht...das wäre hilfreich. Die Bilder in meinem Album zeigen halt vor allem die Problemstellen, außerdem sehen sie durch den harten Blitz auch teilweise schlimmer aus als sie sind.

    Ich werde mir das Schweißgerät heute mal ansehen und wenn ich es kaufe erstmal ein bisschen probieren. Aber langfristig bräuchte ich wohl jemanden wie dich :D
    Naja, ich werde mal nach Clubs o.ä. die Augen offen halten, das scheint mir am sinnvollsten zu sein. Gibt zwar auch so richtige Schweißerlehrgänge, aber das sind dann solche industriellen Zertifikate für 1-2000 Euro
  • ich bin selber mit aktuell 29 Jahren auch noch relativ jung in der Oldtimer Geschichte und auch Student und habe das selbe Problem mit den Finanziellen Mitteln...
    Kann da gut mitfühlen. Ich kann dir empfehlen die normalen Schweißkurse sind nix für dich. Diese zielen auf dicke Materialen ab.
    Dein Ort Halle ist jetzt nicht der in der Region Bielefeld?

    Kauf dir einfach ein Schweißgerät und besorg dir irgendwo vom Schrott dünne Bleche und übe diese aneinander zu schweißen. Großartig anders wird das auch nicht gelernt.
    Um das Gerät einstellen zu können dafür gibt es sehr viele Youtube Videos.

    Zu dem Thema schau dir auch mal die Seite classic-car.tv/ an dort findest du sehr brauchbare Videos

    Wichtig ist mach alles Stück für Stück
  • @Beule: Jo, da sind ein paar ganz nette Bilder dabei. Werde ich mir mal ausführlich ansehen. Danke!

    @Master: Nee, Halle liegt bei Leipzig in der Nähe. So war mein Plan, vielleicht mal an ein paar alten Kfz-Teilen experimentieren. :D
    Danke dir auch für den Link, hatte die glaube ich schon mal bei Youtube gesucht, aber auf der Seite ist wesentlich mehr.

    @jokecool: Danke für den Tipp, leider ist Bochum zu weit weg :(

    Das Schweißgerät heute war zwar in gutem Zustand, aber wohl eher für stärkeres Material geeignet...werde da weiter die Augen offen halten.

    LG Johannes
  • Hallo Johannes,

    ist Dein Projekt noch aktuell?
    Wenn ja kann ich bei passender Gelegenheit mal in Halle Vorbeikommen und mir Deinen 115 er ansehen.
    Kann leider auch nicht schweißen (theoretisch schon , kann auch Schweißnähte begutachten habe aber nicht die richtige ruhige Hand und die Übung dazu), aber beurteilen was möglich ist und was nicht kann ich.
    Grüße Vokmar